tablinum

Quintus Decimus Mercator
   


DAS TABLINUM

Atrium | Triclinlium
Hortus et Peristylium


Marcus Decimus Livianus
Livianus betrat wütend das Tablinium. Sekunden später hallte seine befehlsgewohnte Stimme durch die Casa.

"GANYMED!!!"
Ganymed
Etwas erschrocken kommt Ganymed herangerannt. In seinem Kopf spielen sich wohl schon tausend Spekulationen, was er angestellt hat, was sich in einem schuldbewußten Gesichtsausdruck wiederspiegelt.

Er tritt schnell herein und blickt scheu auf den Boden.

"Ja, Dominus?" Seine Hände sind dabei hinter seinem Rücken verschränkt.
Marcus Decimus Livianus
Livianus schaute den Jungen fragend an.

"Hast du mir etwas zu erzählen? Vielleicht wo du dich herumtreibst wenn du in die Stadt gehst?"
Ganymed
Blass blickt Ganymed kurz auf. Kurz schweigt er und tritt nervös von einem Bein auf das Andere.

"In der Stadt...?Ähm...ich wollte gar nicht mit ihm reden, Dominus! Ganz bestimmt nicht...der Christ hat mich angesprochen. Ich weiß doch, dass sie Brandstifter und so sind..."

Er blickt auf und sieht unsicher zu Livianus. Verwirrt verstummt, er als er wohl nicht mehr ganz so sicher ist, ob Livianus auch den Christen gemeint hat.

Mit einem Mal scheint es ihm jedoch klar zu werden. Er wird leichenblass. "Ich war nicht mit dabei, Dominus..." Er schüttelt heftig den Kopf. "Ich...ich bin doch nur zufällig darauf gestossen...und da war der Kaiser...und ich habe noch...noch nie den Kaiser gesehen, Dominus...noch nie einen...Gott...und da wollte ich doch nur sehen, Dominus..." Seine Stimme wird immer kleinlauter und dann verstummt er.
Marcus Decimus Livianus
Livianus beruhigte sich wieder etwas und seufzte.

"Ganymed! Kannst du dir auch nur annähernd vorstellen, was mit Sklaven passiert, die bei einem Aufstand vor dem Palast aufgegriffen werden? Ein Centurio, der dich erkannte, hat dich laufen gelassen. Sonst könnte ich dich jetzt vom Kreuz herunterholen lassen."
Ganymed
Ganymed wird leichenblass, so dass er kaum vom hellen Marmor in seinem Hintergrund zu unterscheiden wird.

"Vom Kreuz...?" flüstert er und Panik schwingt in den zwei Worten mit.

"Ich bin wirklich nur reingestolpert, Dominus. Ich hab da so das Lärmen gehört und dann das der Kaiser dort sein sollte und deswegen bin ich da hin."

"Es tut mir leid, Dominus. Ich wollte Euch keinen Ärger machen!" Voller Angst sieht er auf seine Fußspitzen.
Marcus Decimus Livianus
"Ärger hättest du mir erst gemacht, wenn man dich erwischt hätte. Was glaubst du hätten die Leute gesagt, wenn mein Sklave bei einem Aufstand aufgegriffen würde."

Er schüttelte den Kopf.

"Aber lassen wir das! Es ist ja noch einmal gut ausgegangen."

Dann erinnerte er sich daran, was Ganymed zuvor sagte.

"Von welchem Christen hast du vorher gesprochen?"
Fannia
Fannia klopfte an der Türe an und trat ein bevor sie eine Antwort erhielt. "Verzeiht Herr, aber ich habe euch etwas wichtiges mitzuteilen!"
Marcus Decimus Livianus
Livianus wandte sich zu Fannia.

"Was ist denn Fannia?"
Fannia
Es fiel ihr schwer darüber zu sprechen, da sie gesehen hatte, wie sehr Alessa darunter litt, aber er musste es erfahren. "Herr, ich muss euch mitteilen, dass die Familie noch gestern Abend nach Tarraco abgereist ist! Herr, euer Cousin Gaius Proximus ist in Germanien gefallen!" brachte sie nur kämpfend heraus, da ein dicker Kloß in seinem Hals steckte.
Marcus Decimus Livianus
Livianus riss entsetzt die Augen auf und wusste im ersten Moment nicht was er sagen sollte. Konnte es wirklich möglich sein? Proximus gefallen! Endlose Leere überfiel ihn. Wäre er nur nicht nach Rom gegangen sondern bei den Truppen geblieben - vielleicht würde sein Cousin dann noch leben...

"RAUS! ALLE BEIDE!"

Tief getroffen lies er sich in einen Korbsessel fallen und starrte auf den Marmorboden.

"Lasst mich alleine!"
Fannia
Fannia und wohl auch Ganymed erschracken, als Livianus so brüllte.
"Mein Beileid Herr" entwich es Fannia noch, dann flüchtete sie aus dem Zimmer.
Decima Aemilia
geschockt "Was ist das denn hier für ein Lärm?"
Mit erstaunten Gesichtsausdruck kommt Aemilia herein. Sie entdeckt Livianus und seinen bestürzten Gesichtsausdruck.
"Livianus, was ist los? Warum brüllst du so?"
Aemilia geht zu ihm hin und legt ihm vorsichtig die Hand auf die Schulter.
Marcus Decimus Livianus
Livianus konnte seinen Blick nicht vom Boden lösen. Mit ausdrucksloser Stimme antwortete er Aemilia.

"Mein Cousin Proximus! Er ist in Germania gefallen."
Decima Aemilia
"Oh..."
Sprachlos lässt Aemilia sich zu seinen Füßen auf dem Boden nieder. Trauer tritt auch in ihre Miene und nachdenklich lehnt sie den Kopf an sein Bein. Sie überlegt, kann dem Namen jedoch kein Gesicht zuordnen. Allein, dass es der Bruder von Alessa ist, erinnert sie sich. Aemilia blickt zu ihrem Verlobten auf.
"Wie alt war er denn? Standet ihr euch sehr nahe?" unglücklich
Sie sucht seine Hand und versucht sie tröstend zu drücken.
Marcus Decimus Livianus
"Wir haben gemeinsam in der Legio IX gedient und ich hatte immer ein hervorragendes Verhältnis zu ihm. Er war mehr ein Freund als ein Verwandter."

Er sah auf.

"Ich möchte zu seiner Trauerfeier. Würdest du mich nach Tarraco begleiten?"
Decima Aemilia
Aemilia streicht ihm mit der anderen Hand sanft über die Wange. Sie überlegt schnell und geht gedanklich ihre Verpflichtungen in Rom durch. Einiges wäre noch zu erledigen und ihre Aufgaben im Tempel wird sie auf andere Priesterinnen verteilen müssen. Schwierig, aber machbar.
"Hmmm... Ja, ich komme mit dir mit."
Sie drückt seine Hand beruhigend.
"Ganymed wird unsere Sachen packen und alles für die Reise vorbereiten... Möchtest du einen Becher Wein mit mir trinken?"
Aemilia erhebt sich wieder von dem kalten Fußboden und sieht ihn fragend an.
Marcus Decimus Livianus
Aemilia kümmerte sich so liebevoll um Livianus, dass ihm ein kurzes Lächeln entwich.

"Gerne!"

Er sah ihr in die Augen.

"Danke!"
Decima Aemilia
"Bitte..."
Liebevoll erwidert Aemilia seinen Blick und streichelt ihm kurz über den Kopf.
"Warte hier..."

Aemilia wendet sich von Livianus ab und tritt auf Ganymed zu. Ruhig gibt sie ihm einige Anweisungen.
"Ganymed, du musst unsere Sachen packen. Meine und die von Livianus. Wir werden nach Tarraco reisen zu einer Bestattung. Sorge also dafür, dass angemessene Kleidung für diesen Anlass dabei ist..."
Sie überlegt kurz.
"Du wirst hier in Rom bleiben und dich um einige meiner Angelegenheiten kümmern. Das werde ich dir später noch genauer erklären. Ich verlasse mich auf dich, ja?"
Bittend sieht sie dem Jungen in die Augen.
"Bevor du unsere Sachen packst, schicke bitte noch einen Sklaven mit einer Kanne Wein und einer Kanne Wasser, sowie zwei Bechern hierher..."
Sie lächelt ein wenig gequält und drückt ihm tröstend die Hand.
"Das wird schon..."

Dann geht Aemilia wieder zu ihrem Verlobten zurück. Kurzerhand setzt sie sich auf seinen Schoß und nimmt ihn stumm in den Arm.