Germanica Aelia
An meinem Schreibtisch sitzend, lehnte ich mich nach einiger Zeit endlich zurück und streckte mich, was ein unschönes Knacken der Knochen nach sich zog. Argh...so alt war ich doch noch nicht...
Ich rieb mir die Augen und sah zur Tür.
"Saldir!", bellte ich, woraufhin schließlich meine Sklavin erschien.
Ich drückte ihr eine Schriftrolle in die Hand.
"Die bringst du nach Germanien."
Sie sah mich verständnislos an.
Sfz.
"Germanien...da kommst du her...soweit klar?"
Ein zögerliches Nicken. Also nein.
"Also...du bringst die Schriftrolle...", ich deutete auf das Papier in ihrer Hand, "Nach Germanien...nach Mogontiacum...ins Castellum der Legio II...ja?"
Zu viele Worte auf einmal...nahm ich jedenfalls an.
Resigniert rieb ich mir die Schläfen.
Endlose Erklärungsversuche später...
"Jetzt verstanden? Ja? Gut, dann abmarsch."
Sfz.
Saldir
Manchmal wunderte Saldir sich wirklich über ihre Herrin. Das Ganze hatte sie ja eigentlich schon beim ersten Mal verstanden...aber wenn die Herrin so gern erklärte, hörte sie eben weiter zu.
Als sie endlich entlassen wurde, trabte die Sklavin los, um ihre Sachen zu holen und machte sich auf die Reise...
Decima Aemilia
Als sie bei Aelias Cubiculum angekommen sind, hält Aemilia sich nicht mehr mit überflüssigem Klopfen auf. Prompt öffnet sie die Tür und spaziert hinein.
"Salve, Aelia!" ertönt es in gewohnt gutgelauntem Tonfall, während Aemilia fest davon ausgeht, dass ihr Zwilling selbstverständlich genau hier zu sein hat, wenn sie sie gerade zu besuchen gedenkt.
Germanica Aelia
Ich wollte schon Luft holen, um Saldir anzuschnautzen, dass sie schon wieder das Anklopfen vergessen hatte, als mir einfiel, dass das nichtsnutzige Ding ja noch in Germanien war. Wer hatte noch die Angewohnheit, einfach hereinzuplatzen?
"Oh...Aemilia...wo kommst du denn her?", wunderte ich mich, als ich meinen Zwilling entdeckte.
Natürlich. Ich hätte es wissen müssen
Schnell umarmte ich sie...Gutwettermachen konnte nie schaden
Decima Aemilia
Grinsend erwidert Aemilia die Umarmung und drückt das Schwesterchen fest an sich, dass dieser auch ja die Luft wegbleibt.
"Ach, ich dachte mir, ich bestell uns einfach mal was zu Essen.
Sehr freundlich, deine Sklaven hier."
Sie entlässt die Gefangene gnädig und sieht sich im Zimmer um.
"Gemütlich hast du es.
Was machen deine Bürohengste?"
Mit einem Seufzer lässt sie sich auf einen der kuscheligen Korbsessel fallen und sieht zu Aelia auf.
Germanica Aelia
"Kein Wunder. Die dachten wahrscheinlich du bist ich...und wundern sich jetzt, warum ich mich so komisch benehme.", brummte ich und streckte meinem Schwesterlein die Zunge raus.
Ich sog noch einmal tief Luft in meine Lungen - man konnte ja nie wissen, wann dieses Weib mir wieder die Sauerstoffzufuhr abschnüren würde - und setzte mich ebenfalls hin.
"Meine Bürohengste? Öhm...nicht viel - wie immer - denke ich..."
Ahje...da fiel mir ein, ich hatte da ja noch etwas zu beichten...mit einem breiten Grinsen versuchte ich die aufkeimende Unsicherheit zu überspielen.
"Weißt du, wie schön es ist, dich mal wieder zu sehen?"
Decima Aemilia
Aemilia holt gerade Luft, um ihrer Schwester erfreut und begeistert das gleiche von sich aus zu bestätigen, da keimt plötzlich instinktives Misstrauen in ihr auf und sie klappt den Mund erstmal wieder zu. Skeptisch mustert sie ihr exaktes Ebenbild.
"Ähm... Wie bitte?"
Langsam keimt ein Verdacht in ihr auf.
"Also gut. Was hast du nun schon wieder angestellt?"
Germanica Aelia
Gekonnt empört starrte ich Aemilia an.
"Was? Angestellt? Ich? Gar nichts.", verteidigte ich mich und verschränkte die Arme, was mich wohl noch verdächtiger wirken ließ. Verdammt, schnell die Arme wieder auf die Stuhllehnen und einen gelassenen Eindruck machen.
Gar nicht einfach, wenn man kurz davor steht, zu hyperventilieren
"Ich...also...die Sache ist die....hm...es gibt da was...eigentlich gar nichts elementar Wichtiges..."
Germanica Aelia
"Ich? Beichten? Achwas. Nur etwas erzählen."
Ich kam trotzdem nicht umhin die Stirn zu runzeln. Hui, vielleicht würde ich den morgigen Tag ja doch noch erleben
"Tante? Jössas...", entfuhr es mir. Soso, eine Tochter. Eine erwachsene Tochter scheinbar.
"Tststs. Der alte Schwerenöter. Das hätte mal einer von uns passieren sollen.", grinste ich.
Germanica Aelia
Als Aemilia ihre Füße hochlegte war ich mir sicher, den Lucidus-Blick im Gesicht zu haben. Tststs, typisch Priester
"Ein Kind? Hm, nein, eher nicht...es ist mehr...wie soll ich sagen? Eine...eine Veränderung im geographischen Sinne."
Vielleicht würde es auch helfen, wenn ich das Ganze in einer derartig positiven Stimmung erzählte, dass sie es einfach gut aufnehmen musste? Nur war ich nicht die positiv veranlagte von uns beiden -.-
"Wie heißt sie denn? Unsere Nichte?"
Germanica Aelia
"Du vergisst, Schwesterlein, ich war auch Popa, bevor ich in die Verwaltung gewechselt habe.", gab ich mit breitem Grinsen zu bedenken. Sfz, ich durfte gar nicht daran denken...ab und an mal ein bisschen was geopfert und sonst den ganzen Tag Ruhe. Aber heute, mit diesen ganzen Discipuli...na, lieber in einem ruhigen, kleinen Officium sitzen
Mein Blick folgte kurz dem ihren zur Tür, ehe ich meinen Zwilling tadelnd ansah.
"Du bist also nur zum Essen hierher gekommen, hm? Hält dich dein Göttergatte auf Diät? Naja, recht hat er..."
Germanica Aelia
Bestätigend nickte ich.
"Jaja...hier und da...aber mach dir keine Sorgen, Livianus hats bestimmt noch gar nicht gemerkt."
Vor allem, da nichts zu sehen war. Hach, ich liebe es
"Dreh ein paar Runden um den Tempel und du bist sicher wieder einigermaßen in Form."
Just in diesem Moment kam der Sklave mit dem Essen, welches er auf einem Tischchen abstellte und sich wieder trollte.
"Hunger?", fragte ich und grinste fröhlich, während ich Aemilia einen Teller mit allerlei Leckereien hinstreckte.
Decima Aemilia
Aemilia seufzt unglücklich und malt sich bereits Livianus enttäuschtes und angewidertes Gesicht aus, wenn der ihre offensichtlichen Fettpölsterchen bemerkt.

Verzweifelt sieht sie zu Aelia hinüber.
"Ach, wie machst du das bloß? Du hast nie Probleme mit deiner Figur..."
Neidisch mustert sie ihre Schwester.

Dann fällt Aemilias Blick auf den Teller mit Essen. Bei so viel Frust kommt ihr das gerade genau recht.

Sie zieht den Teller rasch zu sich heran und beginnt sich darüber herzumachen.
"Mmmmh... Lecker..."
Germanica Aelia
Enttäuscht stellte ich fest, wie mein 4 Minuten (

) jüngeres Schwesterlein sich über das Essen hermachte. Dann musste ich mich wohl doch beeilen, wenn ich noch Etwas abhaben wollte.
"Sag mal, was hälst du denn so von Germanien? Soll ja sehr schön dort oben sein, nicht?"
So und jetzt schnell auf etwas Essbarem herumkauen, damit ich nicht anfing, an den Fingernägeln zu nagen.
Decima Aemilia
Vom Essen besänftigt lehnt die 3 Minuten (

) jüngere Aemilia sich zurück und trinkt einen Schluck verdünnten Wein.
"Germanien? Ich weiß nicht..."
Sie zieht abschätzig die Nase kraus.
"Livianus hat in einem wohl nostalgischen Moment vor einiger Zeit mal davon geredet, wieder zur Legio zurück zu gehen. Die ist ja jetzt auch in Germania.
Puh... Zum Glück hab ich ihm das ausreden können.
So ein Humbug!"
Die erste Gier ist vorüber und sie lässt sich etwas mehr Zeit mit dem Essen, während sie gemütlich weiter erzählt.
"Dort soll es immerzu bitterkalt sein und die Menschen laufen nackt herum, wie wilde Tiere. Man muss vermutlich verrückt oder wahnsinnig sein -wahrscheinlich beides-, um da freiwillig hin zu wollen. Nein, das wäre nichts für mich. Wieso fragst du?"