[triclinium] - o tempora o mores

Caius Helvetius Tacitus
~ TRICLINIUM ~

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Der kleine Speißesaal. Am Tage still und unbeobachtet, steigert er seine Aktivität bei Anbruch der Dämmerung.

Caius Helvetius Tacitus
Sklaven huschten durch das Triclinium, stellten Gläser und Gefäse zurecht und schmückten den Raum für die kommende Cena.
Tacitus sah sich zufrieden um, ehe er sich ein letztes mal zurückzog, um sich von seinem Sklaven in seinem privaten Cubiculum beim Anlegen der Toga behilflich sein. Longina würde bestimmt allein zurecht kommen und so entfernte er sich wieder, während er sich die Flüche ausmalte, die ihm sein Weib entgegenwerfen würde, weil er mal wieder Gäste zu einer spontanen Cena eingeladen hatte und Tacitus hoffte nicht, daß er bei nächster Gelegenheit selbst in der Culina schuften mußte.

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Titus Octavius Dio
Zusammen mit dem Sklaven erreichte Dio das triclinium, noch konnte er keine weiteren Gäste erblicken.
Caius Helvetius Tacitus
Tacitus betrat in eleganter Toga das Triclinium. Seine Sandalen klapperten auf dem kahlen Steinboden, als er den Raum betrat.

"Octavius Dio. es ist mir eine Freude, Dich in meiner Casa begrüßen zu dürfen ! Möchtest Du schon etwas trinken ? Wein ?"

Ein Wink mit der Hand deutete dem Sklaven mit dem Tablett an der Wand sich zu ihm und seinem Gast zu bemühen.

"Wie laufen die Geschäfte ?"
Titus Octavius Dio
"Etwas Wein wäre nett." Dio nahm auf eine der Liegen platz, dann wandte er sich wieder an seinen Gastgeber, "Die Geschäfte, Tacitus du mußt mich verwechseln, ich gehe keinerlei Geschäften nach."
Caius Helvetius Tacitus
Der Sklave schenkte reichlich Wein ein und reichte Octavius Dio das Glas.

"Hispanische Handwerkskunst - wie sich das Licht in dem Glas bricht." bemerkt Tacitus beiläufig, ehe er wieder den Gesprächsfaden aufnimmt.

"Nun, gewisser Geschäfte wird ein Mann doch nachgehen, und sei es nur die Liebe zu seinem eigenen Garten, wobei daran nichts verwerfliches ist. Bist Du verheiratet, Octavius ?" fragte Tacitus ohne zu ahnen, daß er damit möglicherweise in eine Wunde stoßen würde, die er besser wohl nicht geöffnet haben würde.
Titus Octavius Dio
Freundlich schaute der Alte zu dem Gastgeber, überhörte aber die Frage nach seiner Gattin, "Wenn du so Geschäfte auslegst gehe ich wohl wahrlich einem nach." genüsslich nahm er den ersten Schluck von dem Wein, "Ich plane Rom um eine Atraktion zu erreichern, für Adel wie Pöbel."
Caius Helvetius Tacitus
"Eine Attraktion ? Dir ist bewusst, daß Du mich umso mehr neugierig machst."

Genüßlich schaukelte Tacitus das Weinglas und sah seinen Gast offen an.

"Darf man schon drüber sprechen oder ist noch alles im Geheimen ?"
Titus Octavius Dio
"Ich werde Rom einen Tierpark erbauen, so dass wilde Tiere und faszinierende Geschöpfe der Götter das Leben der Stadt bereichern mögen."
Caius Helvetius Tacitus
"Einen Tierpark ? Das nenne ich fürwahr eine Attraktion. Welche Tiere stellst Du dir denn vor ?"

Da die Sklaven noch damit beschäftigt schienen, die Kissen auf den Clinen zurechtzulegen und die anderen Gäste auf sich warten ließen, beschloß Tacitus Octavius kurzerhand zu fragen

"Möchtest Du einmal meine Lieblinge sehen ? Sie sind eher scheu, aber magisch anziehend zugleich."
Titus Octavius Dio
"Deine Lieblinge?" Dio zeigte sich überrascht, er wird ja wohl Tiere meinen ...
Caius Helvetius Tacitus
"Ja, sie baden im Teich im Garten. Erst kürzlich ließ ich eine größere Wasserstelle ausheben. Also, möchtest Du mir folgen ?"
Titus Octavius Dio
Von einem Sklaven geleitet erreichte Dio das triclinium, dort wartete er nun auf den Hausherren und die übrigen Gäste.
Caius Helvetius Tacitus
"Bitte, Agrippa, nimm Platz !" bot Tacitus seinem Patron die Kline gegenüber an und wartete anschließend bis dieser Platz genommen hatte, und er sich auch bequemte.

Darauf winkte er einen Sklaven herbei. "Bring uns Wein, und nicht den vom schlechten, den Falerner vom Vesuv." wohlwissend, daß Agrippa ein regelrechter Fachmann des irdischen Nektars ist und sich nicht mit irgendeinem Fusel abspeißen ließ.

Und zu Agrippa gewandt "Der ist gut. Aber was rede ich, beurteile selber ! Böse Zungen munkeln, der Ausbruch vor 20 Jahren sei das beste, was diesem Wein passieren konnte."
Publius Matinius Agrippa
"Ich danke dir ..." Agrippa setze sich auf den zugewiesen Platz hin. "Du scheinst meinen GEschmack, was Wein betrifft zu kennen, Caius Helvetius" Er musste grinsen. Wohl war, aber weisst du was ich bedauere, dass ich nie die Gelegenheit hatte einen Opimier zu trinken, es soll der beste Jahrgang gewesen sein, welchen es bisher gab ... "
Caius Helvetius Tacitus
Tacitus war kein wirklicher Weinkenner. Er meinte zwar von sich, einen Sinn für Geschmack zu haben, aber solange er nicht unverschämt teuer war und schmeckte, spürte er keinen großen Unterschied. Die Kenntnisse seines Patrons bewunderte er. Es war nicht übertrieben, was man sich von dem Proconsul erzählte.

Tacitus hob das Glas, um mit seinem Patron anzustoßen. "Prosit. Auf Rom ! Spanien und natürlich Dein Proconsulat ! Möge der Senat Dir ein weiteres Jahr gewähren !" Augenzwinkern

Kurz darauf wurden schon die Speißen hereingetragen, da es ein recht kurzfristig angesetztes Mahl war und die meisten Familienmitglieder ohnehin außer Haus waren oder nicht speißten, hatte die Köchin improvisiert und so gab es neben einer umfangreichen Platte an Obst und Gemüse fritierte Haselmäuse in einer Honig-Dill-Soße.

"Agrippa, mein Freund, lang zu !"

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Dann drehte sich Tacitus aufeinmal zu dem Sklaven, der soeben das Essen hereinbrachte. "Sprich, sind meine Gemahlin und meine Tochter zu hause ? Dann lasse sie bitte herkommen !"
Publius Matinius Agrippa
"Ich danke die Caius Helvetius, aber im Senat muss ich im moment unten durch, nun ja ich werd überleben ..."

Agrippa beobachte wie die Speisen in den Raum gebracht wurden, er hatte nicht gegeizt, es waren die edlesten Köstlichkeiten dabei.

"Aber gerne doch ..."

"Du hast eine Tochter? Wusste ich noch gar nicht?"
Caius Helvetius Tacitus
Tacitus legte sich einige von den fritierten Haselmäusen auf den Teller und geizte nicht an der Soße. Manch einer würde ihn als dekadent bezeichnen, vielleicht war es auch - ein wenig, Rom färbt ohne Frage ab. Doch in Anwesenheit seines Patrons machte sich Tacitus keine Sorgen. Er wußte, daß jener ebenfalls ein Genußmensch war, der sich dem Vergnügen nur schwer entziehen konnte.

"Ja, ich habe eine Tochter, mein jüngster Augapfel. Doch sie treibt sich immerzu herum, und ein Mann konnte auch noch nicht gefunden werden für sie."

Er seufzte. Dabei wurde es höchste Zeit. Andere Mädchen waren in ihrem Alter schon vergeben, doch selbst eine Verlobung hatte sich noch nicht angebahnt.
Helvetia Severina
Der Sklave hatte Severina in ihrem Cubiculum gefunden, wo sie sich der Beschäftigung einer tugendhaften Dame hingab, nämlich dem Weben. Selbstverständlich unter den wachsamen Augen von Drusilla, ihrer Amme, die jeden auch nur winzig kleinen Fehler sofort bemerkte und Severina tadelnd auf diese hinwies. So war sie nicht wirklich unglücklich, als der Sklave eintrat und ihr den Wunsch ihres Vaters mitteilte.

"Oh, natürlich. Ich komme sofort." Severina überprüfte noch schnell den Sitz ihrer Haare und folgte sogleich dem Sklaven. Als sie ins Triclinium eintrat, hellte sich ihr Gesicht auf. "Vater, du hast mich rufen lassen?" Erst dann bemerkte sie den Gast. "Oh. Verzeihung, ich wusste nicht, dass wir Besuch haben."
Caius Helvetius Tacitus
Just in dem Moment als er geendet hatte, kam Severina herein. Der Sklave hatte sie gefunden und sofort hergebracht.

"Ja, Severina. Darf ich dich unseren Gast und Patron vorstellen." Er wandte sich an Agrippa. "Agrippa, meine Tochter Helvetia Severina. - Severina, dies ist Matinius Agrippa, der Proconsul von Spanien und ein Freund der Familie."

Er wartete die Begrüßungszeremonie zwischen den beiden ab.