Iulia Venusia
Mit dem Pferd hatte man sie heute ausgeschickt. Eigentlich war Rom ihr Gebiet, aber irgendein Reiter war wohl krank geworden und so mußte sie nach Ostia.
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Caius Helvetius Tacitus et familia
Casa Helvetia
Ostia
Italia
Salvete!
Ich hoffe ihr alle seid wohlauf! Ich bin es zumindest. Das Wetter hier ist sehr gut. Der Proconsul Agrippa, für den ich arbeite hat mich beauftragt die letzten Ereignisse hier in Tarraco zusammenzutragen. Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich lerne die Stadt kennen und der Senat kriegt seinen lang ersehnten Bericht über die Lage hier.
Der Proconsul schlug vor, dass ich bei den kommenden Wahlen als Magistrat kandidieren könne um meine kommende politische Laufbahn zu untermauern. Das werde ich wohl machen! Ebenfalls der Proconsul regte an, du, Vater, sollest doch nach Tarraco kommen und das sorglose Leben fernab der städtischen Politik genießen. Er meinte, die Luft würde dir gut tun... Ich weiß nicht ob ich es schon erzählt habe, aber ich habe einen Klient namens Sthenelos Sophos, der momentan Hauslehrer der Tiberia Minervina auf ihrem Landgut bei Rom ist. Welche Vorteile oder Nachteile hätten eine Adoption? Ist sie überhaupt möglich? Ich verspreche mir davon, dass der Grieche mich mit seiner Stimme unterstützen kann und auch sonst auf die Mitbürger einen besseren Eindruck mit einem römischen Namen machen würde. Was hieltest du davon?
Bitte schreibt mir doch alle! Ich freue mich über Post, denn es ist doch ungewöhnlich hier fernab jeder Familie zu leben. Bitte leitet auch meine Grüße an meine Brüder weiter, die ich in Rom leider nicht mehr zu Gesicht bekommen haben. Auch sie sollen mir bitte schreiben. Ihr erreicht mich in der Casa Matinia in Tarraco!
Ich wünsche euch allen alles Gute,
euer Titus
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Iulia Venusia
Eigentlich war sie viel gewohnt, doch die letzten Wochen auf See hatten Venusia mehr als einmal zweifeln lassen der richtigen Arbeit nachzugehen. Ihr Schiff war erst nach Mauretania abgekommen und dann auch noch derart beschädigt, das sie nicht einmal in der Lage waren weiterzureisen. Mit Engelszungen hatte sie dann in Saldae versucht doch noch nach Ostia übersetzen zu können. Sie mußte einmal mit ihrem Chef reden. Die Reisen waren derart gefährlich in letzter Zeit...
Manius Flavius Gracchus
Ein Bote aus Rom brachte eine Nachricht für den Duumvir zur Casa Helvetia.
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Duumvir Publius Helvetius Gracchus, Ostia
Decemvir litibus iudicandis Manius Flavius Gracchus Publio Helvetio Graccho s.d.
Tiefes Mitgefühl über den Verlust deines Sohnes Lucius Helvetius Caesoninus sei dir mit diesem Schreiben versichert. Die Erinnerungen an jene Zeit, welche wir mit ihnen teilen durften, sind sicherlich das Wertvollste, was die Verstorbenen uns zurücklassen. Doch obwohl es dir im Augenblicke womöglich unerheblich erscheinen mag, so hat dein Sohn dennoch gleichsam weltliche Güter hinterlassen, deren Verteilung unter den Erben meine Aufgabe als Decemvir litibus iudicandis ist. Aufgrund deiner Position als Pater Familias des Helvetius Caesoninus geht selbstredend die gesamte Hinterlassenschaft zurück in deinen Besitz, dies wird innerhalb der anstehenden Wochen veranlasst werden.
Das Vermögen beläuft sich auf 1705,68 Sz Sesterzen, hinzu kommen diverse Waren.
Zudem hinterlässt dein Sohn ingesamt vier Betriebe:
- IVUS SANCTUS LAURENTIUS - Schneider
- officina helvetiae - Töpfer
- Silva Vindobona - Via Nadler - Geflügelhof
- Vinosia - Roms beste Kelterei - Weinkelter
Zur Überschreibung dieser Betriebe melde dich bitte unter Vorlage dieses Schreibens bei einem der Aedilen.
Zum Trost bleiben letztlich einzig die Worte der Weisen unserer Welt, so sprach denn schon Seneca: »Der Tod ist die Befreiung und das Ende von allem Übel, über ihn gehen unsere Leiden nicht hinaus, der uns in jene Ruhe zurückversetzt, in der wir lagen, ehe wir geboren wurden.«
M.F.G.
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