Lucius Aelius Claudianus Marcellus
Der Procurator Aquarum erreichte mit seiner Aquaria und einigen Arbeitern am späten Nachmittag die Prisca Mirabilis. Ein wirklich sehenswertes Bauwerk, das die hohe Stufe römischer Ingenieurskunst wiedergab. Er sah zu Iunia Maecia und deutete mit der Hand auf das Bauwerk.
"Dies hier ist die Piscina Mirabilis. Sie hat eine Länge von 70 m, eine Breite von 25,5 m und eine Höhe von 15 m. Ihr Fassungsvermögen umfasst 12 600 m3 und versorgt die ganze Stadt Misenum mit Frischwasser. Laut einem Bericht der Vigiles soll es hier einige Mängel geben. Dem müssen wir nachgehen."
Iunia Maecia
Ich betrachtete, nicht unbeeindruckt, das große Bauwerk, das als Wasserspeicher
diente.
Dann wandte ich mich wieder an Marcellus, während wir näher traten.
Um was für Schäden soll es sich den handeln?
Lucius Aelius Claudianus Marcellus
Auf diese Frage antwortete Marcellus zuerst nur mit einem Seufzer und einem Kopfschütteln.
"Wenn ich dass nur wüsste. Leider gab es keine Aufzeichnungen und auch keinen Bericht der Vigiles. Es wird also deine Aufgabe sein, den Wasserspeicher erneut zu überprüfen und mir ein Gutachten zu liefern. Sollte es wirklich Schäden an der Piscina Mirabili geben, dann wirst du für deren Behebung sorgen."
Iunia Maecia
Ich hörte ihm aufmerksam zu und nickte anschließend.
Gut, ich werde mich umgehend darum kümmern, wo kann ich dich erreichen?
Lucius Aelius Claudianus Marcellus
"In meinem Officium in Roma. Schicke einfach einen Boten, wenn du Neuigkeiten für mich hast. Ich habe heute erfahren, dass der Comes einen weiteren Aquarius eingestellt hat. Ich möchte mir diesen Mann ansehen."
Der Patrizier wartete, ob die Aquaria noch Fragen hatte, ehe er sich auf den Weg machte.
Iunia Maecia
Einen neuen Aquarius? Nicht schlecht, etwas Hilfe konnte ja nicht schaden.
Gut, nur eines noch: Wenn feststehen welche Materialien für die Reperaturen gebraucht werden, soll ich diese dann eigenständig besorgen oder es dir erst mitteilen?
Lucius Aelius Claudianus Marcellus
"Du kannst sie eigenständig besorgen. Solltest du auf Probleme oder Hindernisse stoßen, bei denen du meine Hilfe benötigst, so kannst du mir jederzeit einen Boten nach Roma schicken. Ich denke aber nicht, dass es dir große Schwierigkeiten bereiten wird, die Arbeiten hier voranzutreiben und mit den Arbeitern klar zu kommen. Als Aquaria ist es deine Aufgabe die Leute zu leiten, nicht selbst Hand an zu legen. Du bist die Verantwortliche und kein Arbeiter."
Iunia Maecia
In Ordnung, ich werde alles nötige veranlassen, sei unbesorgt.
Und sobald alles erledigt ist, folge ich dir -mit entsprechendem Gutachten- nach Rom.
Lucius Aelius Claudianus Marcellus
"Sehr gut! Dann wünsche ich dir alles Gute. Vale!"
Der Patrizier winkte seine von Sklaven getragene Sänfte herbei und ließ sich von ihnen beim einsteigen helfen. Er sah noch einmal zu Maecia und hob zur Verabschiedung die Hand, ehe die Sklaven die Vorhänge schlossen und er sich entspannt zurück fallen lies. Die Sklaven packten wieder an und machten sich auf den Weg Richtung Stadtzentrum von wo aus die Reise weiter nach Rom gehen sollte.
Iunia Maecia
Ich verabschiedete mich von Marcellus, sah mich um und seufzte leise. Es gab viel zu tun.
Trotzdem froh, mich nun beweisen zu können, machte ich mich an die Arbeit.
Iunia Maecia
Nach zwei Tagen Vermessungen und Überprüfungen durch mich und die Sklaven standen die Mängel fest. Es handelte sich nicht um größere Schäden und das meißte würde man mit Beton ausgleichen können. Doch etwas Sorge bereiteten mir die Wasserleitungen die teilweise schon stark verkalkt waren, so dass der Wasserlauf nicht mehr optimal lief.
Ich hatte schon einen der Sklaven losgeschickt um in Erfahrung zu brinegn wo und zu welchem Preis man das benötigte Material besorgen konnte.
Etwas müde setzte ich mich auf die Steinmauer und beobachtete die Sklaven die gerade den Wasserstand maßen.
Iunia Maecia
Nach drei weiteren Tagen waren die Arbeiten nun endlich abgeschlossen und ich bereit zur Abreise, in der Hoffnung meine Aufgabe gut gemeistert zu haben. Der Wagen war fertig, ebenso wie das Gutachten und frohen Mutes machte ich mich auf die Heimreise.