Quintus Tiberius Vitamalacus
Es ist eigentlich kein richtiges Zimmer, mehr ein Vorraum zum Officium des Aedilis Curulis. Neben dem Scriba des Aedils, haben hier auch zwei Skalven ihren Arbeitsplatz. Hier bereitet man die Unterlagen und Dokumente vor, welche der Aedil für seine Arbeit benötigt.
In der Regel ist die Tür zum Officium des Aedils geöffnet, so das ein Besucher direkt durchgehen kann. Natürlich kann auch ein Besucher erst Informationen bei dem Anwesenden Scriba einholen.
Marcus Brutus
So, das war also sein persönlicher Arbeitsplatz. Naja, ganz so persönlich wohl doch nicht, wenn er ihn mit zwei Sklaven teilen musste. Brutus setzte sich hinter seinen kleinen Tisch und betrachtete das Chaos, dass auf ihm herrschte. Wachstafeln, Schriftrollen, Schreibzeug, alles lag ungeordnet über den Tisch verstreut. Da hatte er ja noch einiges zu tun... vielleicht schaffte er es ja noch aufzuräumen bevor der Aedil ihn mit anderen Aufgaben betraute.
Kurz darauf räumte er die Wachstafeln in eine kleine Kiste, welche er sich von einem der beiden Sklaven hatte geben lassen. In einen Holzbecher stellte er die Griffel und Schreibfedern. Die restlichen Schriftrollen wurden auf der rechten Seite der Tisches gestapelt, da sie noch unbeschrieben waren. Nach einiger Zeit herrschte so wieder eine gewisse Ordnung auf dem Tisch und Brutus konnte mit seiner eigentlichen Arbeit beginnen.
Quintus Tiberius Vitamalacus
Tiberius Vitamalacus trat kurz aus seinem Officium und trat an den Tisch seines Scribas.
"Brutus, ich habe ein paar Briefe für dich zu schreiben."
Marcus Brutus
Ah, schon ging es los! Schnell griff Brutus zu Wachstafel und Griffel.
"Gut, sag mir welche Briefe du geschrieben haben möchtest, Aedil, und ich werde sie schnellst möglich fertigstellen!"
Quintus Tiberius Vitamalacus
Knapp nickte er, da gingen seine antworten schon los.
"Zum erste, ich möchte, das du einen Brief an einem Decimus Pompeius Strabo aufsetzt, mit dem Inhalt, das er gebeten wird, hier in der Basilica zu erscheinen, bezüglich einiger Fragen die Societas Pompeiana zu beantworten. Du müsstest auch seine aktuelle Addresse im Tabularium ermitteln. Sollte er ein öffentliches Amt bekleiden, sollte dies möglich sein."
"Zum zweiten brauche ich einen Musterbrief, in denen ich nach der genauen Verwendung von bestimmten Zahlungen nachfrage."
Marcus Brutus
"In Ordnung, ich werde sofort beginnen und dir die Briefe in dein Büro bringen!"
Brutus setzte sich und nahm eine Wachstafel zur Hand und begann einen Entwurf des Briefen zu kritzeln. Bald schon war er fertig und begutachtete den Entwurf. Ja, das war gut. Schnell holte er eine leere Schriftrolle und begann feinsäuberlich den Brief zu schreiben.
Dann begann er den gewünschten Musterbrief zu entwerfen.
Ja, das gefiel Brutus. Und sicher würde es auch dem Aedil gefallen. Die Briefe waren kurz und präzise, keine unnötigen Worte.
Marcus Brutus
Kaum war der Besuch des Aedils gegangen, vernahm Brutus erneut die Stimme des Vitamalacus, die ihn rief. Er wollte noch einmal den Musterbrief sehen! Zum Glück war Brutus gerade mit der Korrektur des Schreibens fertig geworden. Ihm waren noch einige Fehler aufgefallen. Nun würde er dem Aedil den verbesserten Brief vorlegen können!
Artoria Medeia
Die Wochen strichen ins Land, die Bäume bezeugten es wohl am Meisten. Denn die Essigbäume waren schon an vielen Stellen in einem tiefen Rot zu sehen und die Abende wurden immer kühler. Auch die Amtszeit hatte den Zenit schon längst überschritten. Doch immer noch in einer Amtangelegenheit schritt Medeia mit einigen Papyri bewaffnet auf das Officium ihres Kollegen zu. Dieses Mal hatte sie ihren Scriba nicht mitgenommen. Aber der hatte sowieso schon am Vormittag seine erste Mittagspause genommen und eine wirkliche Hilfe war er auch nicht immer. So trat Medeia alleine, nüchtern und schlicht in einer weißen Stola gekleidet, auf den Schreibtisch des Scribas zu. „Salve! Ich möchte gerne meinen Kollegen sprechen. Ist er zurzeit im Officium?“
Marcus Brutus
Brutus blickte von seinem Schreiben auf und erkannte sofort die Aedilis wieder. Er erhob sich wie es sich gehörte und verneigte sich kurz.
"Salve, Aedilis! Ja, er ist anwesend! Wenn du erlaubst, werde ich dich kurz anmelden! Ich bin sicher er hat Zeit für dich. Wenn du mir bitte folgen würdest?"
Die Aedilis war irgendwie das genaue Gegenteil seines Dienstherrn, dachte Brutus bei sich. Sie schien so zart, ihr auftreten war beinahe schüchtern und zurückhaltend. Aber er hatte gelernt, dass man einen Menschen auf den ersten Blick nie nach seinem Äußeren beurteilen sollte oder nach seinem Auftreten. Viele Menschen verbargen ihr wahres ich hinter vielerlei Maskeraden.
Schnellen Schrittes ging Brutus zur Tür des Officium, klopfte an und trat ein.
Zum Officium des Aedils
Artoria Medeia
Immer wieder passierten auch andere Römer den Gang und den Vorraum des Aedilis Curulis. Einige Bittesteller warteten und manche murrten leise darüber, dass sich die Aedilis Plebis „vordrängte“. Ein älterer Mann beugte sich zu seiner jungen Tochter. „Unverschämt ist das. Ich warte schon mindestens eine halbe Hora!“ Die junge Frau lächelte milde. „Nein, wir sind gerade erst gekommen. Das ist die Aedilis!“ Der alte Mann schüttelte verwirrt den Kopf. „Was hast Du gesagt?“ Die Frau seufzte und verzichtete darauf, sich zu wiederholen. Medeia nickte höflich und lächelte freundlich. „Das wäre sehr freundlich von Dir!“ Sie folgte dem Scriba bis zur Tür und wartete dort, bis Brutus sie gemeldet hatte. Erst dann betrat sie den Raum, nicht ohne Brutus ein dankbares Lächeln zu schenken.
Jakobus
Jakobus seufzte, als er am Morgen nach seiner Ernennung zum "Privatsekretär" die Liste mit den zu überprüfenden Betrieben erhielt. Da konnte er ja Wochen und Monate durch die Stadt irren!
Zusätzlich schienen sie kein bisschen geordnet zu sein!
Caius Iulius Palladius
Palladius betrat den Raum nach einem kleinen Gang und begrüßte den Sklaven, für das was er war sehr höflich.
Salve! Was tust du hier? Wie lautet dein Auftrag?
Jakobus
Jakobus hatte bereits erfahren, dass er einen neuen Scriba einweisen sollte, deswegen nahm er an, dass der Fragende dies war.
"Ah, salve...ich bin Jakobus! Wer bist Du?
Ich soll die Betriebe kontrollieren - mit Dir, nehme ich an?"
Caius Iulius Palladius
Caius Iulius Palladius ist mein Name, ich bin der neue Scriba und es ist wie du es sagst. Wie verfahren wir nun genau? Gehen wir einfach vor Ort und schauen in die Bücher?
Fragte Palladius ernst.
Jakobus
Offensichtlich war mit dem neuen nicht gut Kirschen essen. Ganz nach Durus' Geschmack.
"Naja, denke schon. Das Warenangebot müssen wir natürlich auch prüfen. Aber alles eher stichpunktartig. Sind in Rom zu viele Betriebe. Hier ist eine Liste!"
Er reichte dem Neuen die Liste.
"Ist 'ne ganze Menge, was?"
Caius Iulius Palladius
Palladius nahm die Liste und nickte.
Mhh...
Da hast du recht, ich war schon länger nicht mehr in Roma, wo sollten wir anfangen? Am Besten wäre wenn du uns führst, so lerne ich die Stadt auch gleich wieder kennen. Okay, wir gehen da also rein, prüfen Waren und die Bücher, also wohl ehr Angst machen als wir wirklich kontrollieren können. Gut, gut. Gibt es hier noch etwas zu tun oder geht es los? Wo wollen wir anfangen, bei dem Barbier von Iulia Helena?
Jakobus
Jakobus nahm die Liste zurück, runzelte leicht die Stirn und meinte dann
"Fangen wir bei 'Zu den Mänaden' an. Das liegt am nächsten. Moment, ich hole noch ein paar Helfer, dann können wir los!"
Er ging zur Tür und rief in den Gang:
"Hiscus! Fidus! Wir fangen an!"
Dann sah er zu Palladius, ob dieser noch irgendetwas sagen wollte, bevor sie aufbrachen.
Caius Iulius Palladius
Palladius nickte und schritt als erster durch die Porta. Nach einer kurzen Wanderung klopften sie an die
erste Porta.
Marcus Caecilius Decius
Ein in eine grobe Wolltunika gekleideter Mann kam zur Tür des Officiums und klopfte an die Tür.
Caius Iulius Palladius
Nach einer kleinen Weile rief Palladius laut:
Hinein!
Und war gespannt um wen es sich handelt.