Rundgang durch die Tempelanlagen der Ishtar

Sextus Pompeius Antipater
Die Tempelanlagen der Ishtar

Rundgänge nur nach Vereinbarung
Amessis Vistilia
Der Raum war mit reichlich Licht erleuchtet, vor dem Abbild der Göttin standen Schalen mit Myrte und duftenden Kräutern.
Für die Gäste gab es reichlich Platz in angemessenem Abstand.
Die Fläche vor dem Altar war mit Tempeldienerinen umsäumt die auf ihren Fersen knieten und Instrumente im Schoss hatten.
Gaius Caecilius Crassus
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Crassus trat dicht hinter Minervina in den Altarraum. Sofort stieg ihm der duftende und leicht benebelnde Geruch von einigen Kräutern in die Nase. Wie es schien war schon alles für die Zeremonie vorbereitet und man wartete nur darauf, dass man wohl endlich beginnen könnte.
Er trat neben Minervina und bot ihr wieder seinen Arm an.
Na da bin ich ja mal gespannt... murmelte er mehr zu sicher selber, als zur Flavia, nach einem abschätzenden Blick zu den Tempeldienerinnen.
Flavia Minervina
Minervina nahm den Arm und blickte kurz zu Crassus...

Sie war eigentlich ein wenig skeptisch... und verwundert... weniger von diesem Altarraum, den Düften oder den Klänngen... mehr von diesem Prätorianer, dem es egal zu sein schien wer sie war...

Und obwohl sie nicht die typische Patrizierin war und diese Maske trug, kränkte es sie ein wenig...

Die Logik einer Frau...

Na dann lassen wir uns überraschen
Amessis Vistilia
So nach und nach füllte sich der Raum, doch die Mädchen vor dem Altar rührten sich nicht. Es war eine ser Mystische Atmosphäre bis jetzt.
Flavia Minervina
Langsam wurde Minervina ungeduldig... was konnte denn da so lange dauern?

Sie machte einen Schritt nach vorne und zog somit ihren Begleiter gleich mit.
Amessis Vistilia
Die Mädchen begannen auf ein unsichtbares Zeichen an ihre Instrumente zu benutzen.
Es wurde still in den Raum und man hörte nur die Musik, Flöten und Zimbeln. In einer sanften und ruhigen Art spielten sie. Doch dann…

…Amesis betratt den freien Platz vor dem Altar.
Der Stoff, der ihren Körper bedeckte war dünn, farbenfroh und leicht, es waren nur Schleier.
Ruhig stand sie in der Mitte, ihre Gesicht erhoben und das Licht der Lampen spiegelte sich auf ihrem Antlitz. Sie hob die Arme an und streckte sie dem Himmel entgegen.

Ihre Füsse trippelten im Rhythmus der Flöte und zweier Zimbeln. Ihre gerundeten Arme riefen jemanden herbei, der immerfort entfloh. Sie stellte ihm nach, leichter als ein Schmetterling, wie eine neugierige Psyche, wie eine umherschweifende Seele, und es schien, als wolle sie davonfliegen...
Ihre Gebärden drückten Seufzer aus, ihre ganze Gestalt ein solches Schmachten, das man nicht wusste, ob sie einen Gott beweinte oder unter seinen Liebkosungen verging. Die Lider halb geschlossen, schwang sie ihren Bauch in wogendem Auf und Ab, ließ ihre Brüste erzittern, allein ihr Antlitz blieb starr und ihre Füße hielten nicht inne...
Dann folgte die Liebesraserei, die nach Erfüllung verlangt. Sie tanzte wie die Priesterinnen Indiens, wie die Nubierinnen vor den Katarakten, wie die Bacchantinnen Lydiens. Sie bog sich nach allen Seiten, einer Blume gleich, die der Sturmwind schüttelt. Die Brillanten an ihren Ohren hüpften, der Stoff auf ihrem Rücken schillerte; von ihren Armen, ihren Füßen ihren Gewändern sprühten unsichtbare Funken, die die Männer entflammten.

Eine Harfe erklang; die Menge antwortete mit Beifallsrufen.

Ohne die Knie zu beugen, spreizte sie die Beine, neigte sich so geschmeidig nach hinten, daß ihr Kinn den Boden berührte; und ihr Körper bebte vor Lüsternheit. Dann wirbelte sie um die Tische, rasend wie ein Hexenkesel, und mit von Seufzern der Wollust unterbrochener Stimme rief sie ihm zu: "Komm! Komm!" Sie kreiste unaufhörlich; die Pauken dröhnten zum Zerbersten, die Menge brüllte.

Doch der Gott vor ihr entwich immer wieder ihren Armen, sie stellte ihm nach, seufzend und voller Verlangen, an jeder der sieben Säulen des Tempels lies sie jetzt einen Ihrer Schleier fallen. Immer wieder versuchte sie ihn zu erhaschen, ihre Hände griffen nach den Menschen um sie, zogen sich zurück und ihr Gesicht nahm jetzt den Ausdruck der Verzweiflung an, nur noch der letzte Schleier blieb ihr um ihren Geliebten frei zu kaufen.

Ja sie war Ishtar am Tor zur Unterwelt.
Mit dem letzen Paukenschlag löste sich der Stoff, sie stand inmitten einem Lichtregen der über ihr herniederprasselte und dann war es still und dunkel.

Als die Lichter wieder entzündet war, war Amessis verschwunden.
Gaius Caecilius Crassus
Gespannt folgte Crassus dem Ritual. Es hatte ihm gefallen, zweifellos, allerdings erinnerte es ihn mehr an eine Vorstellung in einem verruchten Etablissement - welche er auch gerne mal genoß - als an ein religiöses Ritual. Naja, ein östliches Ritual halt - zumindest hatte sich Crassus immer so ähnlich die Gepflogenheiten im Osten des Reiches vorgestellt.
Als dann die Vorstellung abrupt zu Ende war, sah er noch einige Momente perplex an die Stelle an der eben noch die Tänzerin stand und begann dann zu klatschen. Nur langsam wandte er seinen Kopf wieder zu seiner Nachbarin:

Interessante Darstellung.
Flavia Minervina
Auch Minervina sah gespannt zu. Den Tanz fand sie ein wenig amüsant.. aber sehr anregend und schön.
Als Vistilia verschwunden war, wurden ihre Augen größer. Ein Zaubertrick? as gefiel ihr... Applaus

Der Zaubertrick am Schluss war sehr gut. Aber alles in allem eine, wie du sagst interessante Vorstellung...

Sie nickte zustimmend

Hast du nach dieser Feier schon etwas vor?
Gaius Caecilius Crassus
Hätte Crassus gerade etwas getrunken, so hätte er sich sicherlich bei ihrer Frage verschluckt. Da er aber nichts zu Trinken dabei hatte, fiel diese Reaktion - glücklicherweise - aus.

Nach dieser Feier werde ich meine Maske ablegen und wieder ein römischer Ritter sein.. und als dieser muss ich mich dann wohl wieder an bestimmte Verpflichtungen halten.

Er sah sie einen Moment lang nachdenklich an, bevor sich unter der Maske ein Grinsen formte:

Dazu sollte ich aber erst einmal wissen, wer du überhaupt bist.
Flavia Minervina
Sie musterte ihn genau.

Du hast recht, jetzt weiss ich ja so unglaublich viel von dir,...

Sie hoffte er verstand die Ironie dahinter...

Die Frage war nun ob er nun wirklich wissen sollte wer sie war. Und die Frage war ebenso was denn Gracchus dazu sagen würde wenn er erfahren würde, dass sie 1. hier war und 2. mit einem Prätorianer herumschwenkelte. Aber irgentwie war ihr das, wie immer, relativ egal. Schließlich war sie eine Flaviern, und die hatten sowieso ihren eigenen Kopf.

Was willst du genau wissen? Patrizier oder Plebejer?

Schon oft war ihr Name Grund gewesen, weshalb sich Männer von ihr abwendeten. Eigentlich traurig, aber wahr. Einerseits aus Angst, andererseits aus Verachtung.

Willst du nach draussen gehen und einen Spaziergang machen?

...Die Masken müssten wir halt dann ablegen
Gaius Caecilius Crassus
Crassus sah sie ob ihrer Ironie schräg an, hatte er zwar die Ironie erkannt, aber nicht wirklich worauf sie anspielen sollte. Der Praefectus Praetorio - auch unter der Umschreibung als höchster Schwarzrock - sollte man ja kennen, hatte Crassus bisher immer angenommen.

Deinen Namen würde ich gerne kennen. Ich habe nämlich sowieso schon die starke Vermutung, dass du aus einer der ältesten Familien Roms stammst.
Alles andere würde mich zu mindest stark verwundern.


er sah sie lange an, bevor er sich anschickte den Zeremoniensaal langsam zu verlassen. Während dem Hinausgehen wandte er sich ihr wieder zu:

Ein kleiner Spaziergang, warum denn nicht? Hast du ein bestimmtes Ziel vor Augen?
Flavia Minervina
Sie folgte ihm...

Ziel...?

sie lächelte und zog ihren Brauen hoch

Wie könnte ich ein Ziel hier haben? Noch niemand zeigte mir Rom. Die Trajansmärkte kenne ich. Den Rest nur aus Pergamentrollen und Erzählungen.

Zeige mir was dir wichtig ist und was du für wichtig hältst..


Minervina blickte ihn eindriglich an.

Du vermutest richtig. Und da ich wohl einen kleinen Informationsvorsprung habe... werde ich dir auch gerne meinen Namen verraten.

Sie blickte sich um.

Da sie schon ausserhalb des Altarraumes waren, waren keine Sklaven oder Besucher zu sehen, oder auch nur in der Nähe.

Sie hob ihren Arm und nahm sich behutsam die Maske vom Gesicht. Dadurch fielen ihre Langen Schwarzen Haare in ihr Antlitz. Mit einer Handbewegung wusch sie sich dir Strähnen weg und blickte ihn mit den türkisblauen Augen an.

Mein Name ist Flavia Minervina. Ich bin die Tocher von Titus Flavius Vespasianus und Diva Flavia Lacrima Nyreti..


..Und ihr seit?
Gaius Caecilius Crassus
Tja, ich dachte halt, dass dir vielleicht bei deinen Studien, in den eben erwähnten Pergamenten bzw Erzählungen über Rom, der ein oder andere Ort aufgefallen wäre, den du gerne einmal in Wirklichkeit gesehen hättet.

Crassus erinnerte sich, dass es draußen ja bereits dunkel wurde. Naja, dann eben nicht sehen, sondern nur davor stehen.

Oh, ich glaube es wäre keine gute Idee, wenn ich dir die Orte zeige, die für mich wichtig sind. Es sei denn du bestaunst gerne die Castra Praeotoria oder das Officium des Kaisers. Von der Statue des Mars Ultor mal ganz zu Schweigen.

er grinste kurz, während er angestrengt überlegte, wohin er sie führen könne. Schließlich konnte er sich ja schlecht in aller Öffentlichkeit um diese Uhrzeit mit ihr zeigen. Es musste nur jemand vorbeikommen, der sie kennen würde und schon wäre die Gerüchteküche wieder am Brodeln... doch ehe er sich das Szenario voll ausmalen konnte, zog sie sich, für ihn relativ überraschend, die Maske vom Kopf. Und als er ihren Namen hörte, war er beinahe geschockt, erinnerte er ihn doch an Arrecina...
Er zog sich ebenfalls langsam die Maske vom Kopf:

Ritter Gaius Caecilius Crassus, Praefectus Praetorio und damit die rechte Hand des Kaisers.
Flavia Minervina
Ihr Gang war anmutig, die Bewegungen fließend. Mit dem Abnehmen der Maske war sie wieder die Patriziern.

Es ist mir eine Ehre. Ich habe schon von dir gehört. Man sagt du wärst drei Meter groß und so stark wie ein Löwe und so gerissen wie ein Fuchs und hättest schon Verbrecher mit deinen eigenen Händen getötet.

Minervina machte einen Schritt vorwärts und ging langsam Richtung Ausgang.
Dann drehte sie sich zu ihm um.

...aber man erzählt sich ja Vieles...

wieder zauberte sie ein geheimnisvolles Lächeln auf ihr Gesicht.

Nun denn, es ist schon dunkel... Alexandria ist in der Nacht voller Leben, kann Rom das auch von sich behaupten?

Und Crassus, wenn ich sage, dass ich sehen möchte was dir gefällt, dann meine ich das auch so. Denn ich könnte mich sowieso wieder nicht entscheiden... Bietet Rom doch, wie du sagtest, so viel...
Gaius Caecilius Crassus
Crassus musste bei ihrer Beschreibung seiner Person breit Grinsen.

Abgesehen von den drei Metern Größe stimmt ja auch alles.

er lachte und ging dann an ihrer Seite weiter Richtung Ausgang und überlegte weiterhin noch fieberhaft, wohin sie wohl gehen könnten..

Rom ist bei Dunkelheit auch voller Leben. Allerdings voller Leben, das keinem rechtschaffendem Bürger gefällt. Vartermörder, Räuber und Verräter sind nun unterwegs und warten nur darauf, dass man ihnen sorglos begegnet. Nicht die optimalsten Vorraussetzungen, um einen nächtlichen Spaziergang zu machen.

als sie den Ausgang erreicht hatten, ließ Crassus ihr wieder den Vortritt und folgte ihr dann. Es daurte zwar einige Momente bis sich Crassus an das spärliche Licht gewöhnt hatte, doch schon an der nächsten Ecke erkannte er dann seine ihn stetig begleitenden Begleiter:

Mir geht es gerade allerdings genauso wie dir, ich habe keine wirkliche Idee wohin wir gehen könnten.

er begann langsa loszuschlendern, seine Begleiter wurden auf ihn aufmerksam und schickten sich an, ihn in einem gebührendem Abstand zu Folgen:

Rom ist groß und manchmal seh selbst ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Flavia Minervina
Bedächtig ging sie neben ihm her. Auch Minervinas Gefolge war zahlreich. Zwar nicht so, wie das des Präfecten, aber dennoch sah es vereint aus wie ein kleines Heer.

Der leichte Wind umspielte ihr Haar. Es war ein warmer Abend und der Mond strahlte so hell, dass man keine Mühe hatte den Weg zu finden oder Häuser zu erkennen. Wäre dem nicht so, hätten ihre Fackelträger die Rolle des Mondes übernommen. Aber da dieser Trabant alles in ein romantisches Licht rückte, hatte sie auch nichts dagegen.

Ich denke in deiner Obhut brauche ich keine Furcht zu haben.

Mit geneigten Kopf betrachtete sie ihn nochmals eindringlich.

hm... Nun kenn ich zwar deinen Namen. Ich kenne deinen Stand.

Aber was sagt das über dich aus? Ich kann von mir behaupten, dass ich zwar stolze Flavierin bin, aber dennoch nicht so wie die anderen Patrizierinnen.

Bist du also ein Ritter, aber dennoch nicht so wie ein solcher?


Minervina überlegte kurz und kam nicht umhin sich zu fragen ob es denn richtig wäre mit dem PP in der Nacht von einer kultischen Feier Sehenswürdigkeiten zu besichtigen...

und sie bejate... wenn er es auch tun würde...

die Sehenswürdigkeit, die am nächsten liegt wird besucht. So müssen wir nicht allzuweit marschieren dabei grinste sie ihn an und haben trotzdem ein kleines Stückchen Rom gesehen
Gaius Caecilius Crassus
Zumindest der Kaiser macht sich keine Sorgen um seine Sicherheit, ich denke, da kannst du dir diesen Luxus heute auch einmal erlauben.

er schmunzelte etwas, ehe er ob ihrer Frage die Stirn in Falten legte. Irgendwie verstand er nicht so ganz, worauf sie hinauswollte. Dass sie nicht so war, wie die meisten Patrizier, das war Crassus natürlich auch klar. Denn es war sicher alles andere als normal, dass so junge Patrizerinnen ohne jegliche Begleitung auf so eine Feier gingen.

Für mich ist Ritter keine allumfassende Beschreibung einer Person. Es ist eher eine Eigenschaft von vieler und hat, für mich, weniger mit dem Charakter eines Menschen zu tun. Sicher bin ich teilweise wie die anderen Ritter - zum Beispiel vermögend. Andereseits kann kein anderer Ritter ausser mir mit Recht behaupten, Praefect der kaiserlichen Garde zu sein.
Und von meinem Charakter her bin ich wohl auch nicht so wie die meisten anderen. Zumindest kenne ich keinen Ritter, der abends mit einer Patrizerin spazierengeht, ohne davor auch nur ein Wort mit ihrem Vater gesprochen zu haben...


er schmunzelte und schlenderte einfach einmal los Richtung Forum Romanum. Vielleicht würde ihm ja unterwegs eine Idee für ein Ziel kommen, und wenn nicht, so waren die Foren ja sicher auch nicht die schlechteste Wahl.
Flavia Minervina
Sie musste schmunzeln als er das "vermögend" erwähnte. Aber sicherliche. er hatte es sich ja auch erarbeitet... Sie musste das nie. vielleicht hatte sie deshalb auch einen gewissen Respekt vor einigen Plebejern.

Als er ihren Vater erwähnte fror ihr ein wenig das Gesicht ein.

Nun ja, das liegt daran, dass mein Vater, gleich wie meine Mutter, schon von uns gegangen sind. Und somit stehe ich in niemandes Obhut.

Irgentwie war mir das schon immer wichtig. Ein wenig mehr Unabhängigkeit, ein wenig mehr Freiheit. Die patria potestas war nichts für mich.


Minervina lachte ein wenig auf.

Und hier in Rom? Meine Schwester habe ich nicht einmal gesehen. Gracchus hat etwas gegen diese Feier und weiss nichts davon und meinen anderen noch lebenden Bruder scheint es nicht zu interessieren.

Ich denke ich sollte meinen eigenen Weg gehen. Zwar im Rahmen der Flavier, aber nicht vorherbestimmt von irdischen Wesen.


Sie erkannte langsam wieder die Umgebung und wusste, das sie Richtung Forum Romanum gingen. Sie hatte den amtierenden Volkstribun schon dort reden hören.

Und wie ist es so.. mit einer Patrizierin mitten in der Nacht spazieren zu gehen?

Verschnitzt sah sie ihn an
Gaius Caecilius Crassus
Eigentlich war es ja wieder absehbar, dass Crassus in ein Fettnäpfchen trat, wenn es nur da war. Aber andererseits konnte er ja nicht damit rechnen, dass die Eltern einer so jungen Dame schon gestorben waren. Waren sie doch auch Patrizer und damit, wie die meisten anderen diesen Standes, normalerweise mit einem langen Leben gesegnet.

In der Obhut eines anderen zu Stehen hat allerdings auch Vorteile. Natürlich muss man dafür etwas von seiner Freiheit aufgeben, aber man hat dadurch auch deutlich weniger Sorgen: man muss sich nur in den seltesten Fällen um seinen Lebensunterhalt Sorgen machen oder sich darüber Gedanken machen, wie man sich nun das neue Schmuckstück finanzieren kann, das man eben noch auf den Märkten bestaunt hatte.
Muss wohl jeder für sich entscheiden und Prioritäten setzen.


er schmunzelte. Als Soldat kannte er es ja eigentlich nur so, dass sich jemand anderes um seine Versorgung kümmerte. Natürlich, nun als Offizier nicht mehr, aber früher, als er noch einfach Legionär war, da war es schon ein Segen zu wissen, dass man eine gesicherte Ration Korn bekam.
Crassus Herz begann plötzlich zu pochen, als sie ihre Schwester erwähnte. Kannte er doch eine Flavia nur zu gut...

Du hast eine Schwester? Hat diese auch einen Namen?

packte ihn dann doch die Neugier. Er wusste zwar nicht, was er dann mit dieser neu gewonnen Information erreichen wollte, aber die Frage nicht zu stellen konnte er sich genauso wenig vorstellen.

Jeder sollte seinen eigenen Weg gehen. Doch oft ist man selbst zu blind, um seinen Weg zu sehen. Da ist es sicherlich nie ein Fehler, wenn man eine Familie hat die einem zurück auf den richtigen und eigenen Weg hilft.

Bei ihrer Frage begann Crassus zu grinsen:

Auch wenn ich nicht weiß, wie es allgemein ist mit Patrizerinnen nachts zu spazieren, so sind meine erste Erfahrungen durchaus positiv. Man könnte sich fast daran gewöhnen... zumindest solange bis die Familie der Patrzerin davon etwas mitbekommt. Weil dann hat man meist schlechte Karten.