Gaius Prudentius Commodus
Cubiculum IV
Ein Zimmer zur Strasse
Eine Zimmerflucht an der vorderen Ecke der Casa.
Die Einrichtung ist eher unspektakulär, da das
Cubiculum ursprünglich als Gästezimmer diente.
Das Cubiculum besteht, wie fast alle anderen
im Haus, aus zwei Zimmern. Das grössere
dient als Aufenthaltsraum und bietet durch
zwei Fenster einen Ausblick auf eines der
Nachbargrundstücke. Das kleinere Zimmer
enthält das Mobiliar eines Schlafzimmers.
Gaius Prudentius Commodus
Commodus führte seine Nichte, aus dem
Adedis im Erdgeschoss kommend, zu ihrem Cubiculum. Vor desser Tür wartete er einen Moment, da er ihr die Ehre lassen wollte die Tür zum ersten Mal zu öffnen.
Prudentia Drusilla
Drusilla war ihrem Onkel gefolgt und stand nun vor der geschloßenen Tür ihres neuen Zimmers. Lächelnd öffnete sie diese und trat dann ein. Staunend blickte sie sich um. Mit solch großem Zimmer hatte sie doch nicht gerechnet. Bei ihrer Mutter war ihr Zimmer schließlich auch gerade mal halb so groß.
"Vielen lieben Dank, Onkel Commodus." rief sie und umarmte ihn herzlich.
Gaius Prudentius Commodus
Commodus lächelte. "Du brauchst dich nicht zu bedanken. Du gehörst zur Familie und daher ist dies hier genauso dein Haus, wie es meines ist."
Prudentia Drusilla
"Trotzdem." erwiderte sie lächelnd und sah sich genauer um, während sie durch die beiden Zimmer lief. Ihre Sklaven hatte noch nicht alles ausgeräumt, aber trotzdem fühlte sie sich schon wie Zuhause.
"Würde es dich stören, wenn ich mich etwas hinlege? Wir haben noch so viel Zeit zu reden."
Gaius Prudentius Commodus
Commodus war an der Tür stehen geblieben und beobachtete seine Nichte, wie sie durch die Räume ging.
"Natürlich nicht." sagte er. "Wenn du etwas brauchst, so melde dich einfach."
Prudentia Drusilla
"Natürlich." erwiderte Drusilla lächelnd und umarmte ihn.
Die junge Frau trat an eines der Fenster aus dem sie für einen Moment sah.
Danach betrat sie das kleinere Zimmer und ließ sich in das Bett fallen.
Gaius Prudentius Commodus
Und Commodus verliess das Zimmer seiner Nichte mit einem zufriedenen Lächeln und machte sich auf den Weg zu anderen Aufgaben.
Prudentia Drusilla
Drusilla kam in ihre Gemächer und ließ sich wortlos von ihrer Leibsklavin entkleiden und in ihr Nachtgewand helfen. Danach lässt sie sich in einem Korbsessel vor dem Fenster nieder und schaut hinaus in den klaren Nachthimmel. Die Tränen kamen zurück und liefen stumm über ihre Wangen. Wie konnte es nur so weit kommen? Gab es denn kein Recht mehr in dieser Stadt? Wieso ausgerechnet ihr Onkel?
"Ach Commodus...wir hatten noch so viel zu erzählen....und nun bist du fort...Mögest du friedlich ruhen.."
Titus Prudentius Antoninus
Etwas später klopfte es an ihrer Tür.
Prudentia Drusilla
Drusilla schreckte bei dem Klopfen aus ihren Gedanken und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Schnell hängte sie sich eine Palla um die Schultern und ließ sich wieder nieder.
"Ja?"
Titus Prudentius Antoninus

Leise öffnete der Ianiator die Tür.
Domina, Prudentius Antonius hat mich geschickt. Er trug mir auf Dir das zu bringen.
Ohne Drusilla direkt anzuschauen stellte er einen Becher warmer Milch mit Honig auf einen kleinen Tisch. Wortlos verließ er das Cubiculum.
Prudentia Drusilla
"Danke, Alexandros." meinte sie lächelnd und sah dem Ianitor nach. Antoninus kümmerte sich wirklich um sie. Während sie wieder aus dem Fenster sah, trank sie einen Schluck der warmen Milch, die sie irgendwie beruhigte.
Titus Prudentius Antoninus
Am nächsten Morgen klopfte es wieder an Drusillas Tür.
Titus Prudentius Antoninus
Antoninus klopfte erneut.
Prudentia Drusilla
Die junge Frau war in dem Korbsesel eingeschlafen und vernahm nun ein Klopfen, welches sie aufschrecken ließ. Durch das krumme Schlafen, tat ihr alles weh und so verzog sie ersteinmal das Gesicht und streckte sich. Schließlich warf sie sich eine Palla über und rief:
"Ja, bitte?"
Titus Prudentius Antoninus
Vorsichtig öffnete Anotninus die Tür und betrat das Zimmer. Besorgt lächelte er Drusilla an.
"Guten Morgen. Ich wollte sehen wie es Dir heute geht."
Prudentia Drusilla
"Es geht mir schon besser, danke. Ist soweit alles in Ordnung? Kann ich vielleicht irgendetwas helfen?"
Irgendwie musste sie sich doch ablenken. Auf jeden Fall würde sie später aber in die Regio des Cultus Deorum gehen. Dieser Traum heute Nacht ließ sie nicht in Ruhe. Sie glaubte, er würde bedeuten, dass sie in den Dienste der Götter treten sollte.
Titus Prudentius Antoninus
Antoninus schaute Drusilla traurig an.
"Theodorus hat herausgefunden, daß es eine Mörderin war. Genaueres wissen wir aber immer noch nicht."
Er seufzte.
"Vielleicht solltest Du Dir eine Beschäftigung außerhalb der Casa suchen. Hier kannst Du im Moment nichts tun. Ich habe bereits alles in die Wege geleitet."
Kurz sah er in ihre Augen und wurde von der Traurigkeit in ihnen berührt. Er mochte Drusilla und wollte ihr einfach nur helfen die Trauer zu verarbeiten.
"Kann ich etwas für Dich tun? Dir irgendwie eine Freude machen?"
Prudentia Drusilla
Etwas geschockt blickte die Prudentierin drein. Eine Mörderin? Aber bei den Göttern, wieso nur?
"Eine Mörderin? Wie hätte Commodus eine Feindin haben können? Denkst du nicht auch, sie wurde bezahlt?"
Die Römerin blickte den Verwandten an und bot ihm einen der Korbsessel an, die vor dem Fenster standen.
"Ich denke, ich werde mir eine Beschäftigung im Dienste der Götter suchen. Vielleicht finde ich in der Arbeit Ablenkung. Aber was wirst du tun?"
Mit einem sanften Lächeln schüttelte Drusilla dann den Kopf bei seiner letzten Frage. "Oh, nein, nein. Die größte Freude habe ich darin, einen neuen Verwandten gefunden zu haben."