[OG] Servitriciuum

Gaius Prudentius Commodus
Servitriciuum

Die Kammern der besseren Sklaven



Im Obergeschoss an der Rückseite des
Hauses lieen die Kammern der besseren
Haussklaven. Direkt zwischen einem der
Cubiculi und dem Officium des Hausherren
gelegen, geben sie ihren Bewohnern die
Möglichkeit schnell dort zu sein, wo sie
benötigt werden.

Hier befinden sich die Kammern des
griechischen Maiordomus Alexandros
und des Cellarius Conon.
Mhorbaine
Es war einer der vielen Abende, an dem die drei ungleichen Männer, die in den nebeneinander liegenden Kammern schliefen, zusammen sassen und bei einigen Bechern Wein, Bier und Met über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges sprachen.
Alexandros, Conon und Mhorbaine waren sicherlich ein ungewöhnliches Gespann, doch hatten sie sich in der langen Zeit, die sie nun schon gemeinsam dienten angefreundet und verbrachten regelmässig Zeit mit solchen Gesprächen. Sie waren so unterschiedlich wie es nur ging und viele Gesprächsthemen ergaben sich gerade aus diesen Unterschieden.
So sassen sie nun auch an diesem Abend in Mhorbaine's Kammer, tranken und redeten.
Der griechische Maiordomus Alexandros, der schon als Sklave geboren worden war und gemeinsam mit den Kindern seines damaligen Besitzers eine gute Ausbildung genossen hatte.
Der germanische Cellarius Conon, der erst seit dem letzten grossen Krieg in Germania ein Sklave war und sich erst langsam in seine Rolle fügen konnte. Und natürlich Mhorbaine, der gallische Leibwächter, der sich freiwillig in die Sklaverei begeben hatte, um sein Dorf zu schützen.
Mhorbaine
Mhorbaine hatte die Kammer kurz verlassen und kehrte nun mit einer neuen Kanne Wein zurück, die er vor Alexandros abstellte.
"Vor einigen Tagen war so eine Frau hier, irgendsoeine Decima irgendwie. Ich hab sie damals in Germania schon mal gesehen und durfte sie vom Tor aus ins Haus begleiten. Und hier schaut sie mich an, als hätte sie mich noch nie gesehen. Sie war sogar überrascht über meinen Namen, obwohl ich mich ihr damals schon vorgestellt hatte."
Er setzte sich.


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Ach, stör dich da doch nicht dran. Ist doch nur so ne verzogene Römerin. Scheiss Römerweiber. Sehen scheisse aus und benehmen sich als ob ihnen die Welt gehört. kommentierte Conon das ganze und schüttete einen weiteren Becher Met in sich hinein.



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Sie benehmen sich nicht als ob ihnen die Welt gehört, sondern sie benehmen sich so, weil sie ihnen gehört. Im Gegensatz zu seinem germanischen Kameraden war er unter römischer Herrschaft aufgewachsen und konnte der römischen Kultur sogar etwas abgewinnen, was aber hauptsächlich daran lag, dass die Römer doch sowieso nur alles bei den Griechen geklaut hatten.


"Das schlimmste ist ja nicht, dass sie sich nicht an mich erinnert. Damit hab ich nicht gerechnet, immerhin ist das auch schon eine Ewigkeit her. Was mich richtig stört ist dass sie auch noch vorheuchelte, dass es ihr eine Freude sei mich kennenzulernen. Ich mein, für die sind wir doch nicht mehr als ein Möbelstück, aber sie kann nicht mal so ehrlich sein und das zugeben."
Mhorbaine

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Conon nickte zustimmend. Genau das sag ich ja schon die ganze Zeit. Die sehen in uns nicht mehr. Und vor allem die Weiber.. Für die sind wir doch nur Betten oder Spielzeug. Er trank einen weiteren grossen Schluck.



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Alexandros schüttelte den Kopf. Du solltest weniger trinken. sagte er zu Conon. Aber sag mal, warum musstest du dich denn um sie kümmern? Konnte Schraubzieris sie nicht allein abwimmeln? fragte er.


"Doch, das hätte er sicherlich geschafft. Aber er hatte Angst. Und zwar grosse Angst. Vor ihrem Sklaven, der offensichtlich ziemlich geistesgestört war. Schraubzieris hatte mich geholt, weil der Sklave von diesem Decima-Ding mit unserer Porta sprach." Mhorbaine schüttelte den Kopf. "Stellt euch das mal vor."
Mhorbaine

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Conon hatte in diesem Moment keine Lust sich irgendetwas vorzustellen und kippte statt dessen einfach noch einen weiteren grossen Schluck in sich hinein. Sein Kommentar bestand aus dem folgenden Rülpser.



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Alexandros schüttelte den Kopf auf Conons Verhalten hin. Du musst echt an deinem Verhalten arbeiten. Du bist echt ekelhaft. sagte er.


"Ach lass ihn doch. Vielleicht macht man das bei seinem Stamm so, wenn man nicht weiss, was man sagen soll." sagte Mhorbaine. "Soll bei den Germanen ja ganz merkwürdige Bräuche geben."
Theodorus von Corinthus
Die Sklavin kam zu den Unterkünften ihrer Gefährten und rief sie zusammen ins Adedis. Sie gehörten auch zur Familie und würden so bestimmt hören wollen, was vorgefallen war.
Titus Prudentius Antoninus
Ein Sklave betrat die Kammer von Mhorbaine und teilte ihm mit, daß Antoninus ihn zu sprechen wünschte.