Es war nicht geplant....

Manius Quintilius Fundulus
... doch in den letzten Tagen hatte er immer mehr gespürt, dass es ihm schlechter ging und dann hatte man ihm das offenbart, was er fast vermutet hatte. Vergiftung! Und das ohne eine Möglichkeit der Rettung.
Das letzte Bett war keine gute Idee gewesen. Die Mutter auf die Tochter eifersüchtig gewesen, die Tochter auf die Mutter. Er hatte zwischen Baum und Borke gesessen und den Tribut bezahlt. Seit zwei Tagen kotzte er sich die Seele aus dem Leib und konnte kaum mehr gerade aus gehen denn denken. Heute Morgen war er zusammengebrochen und hatte es nun, nach Stunden mit Mühe zu seinem Tisch geschafft. Nerva war auch noch nicht dazu gekommen. Wusste wohl noch nicht mal, dass es ihm so mies ging.
Nun saß er hier, Schweiß gebadet, zitternd vor Erschöpfung und Kälte und grau im Gesicht. Gesicht eingefallen und die Augen rot und trübe. Mühsam und kragelig schrieb er, was ihn zuletzt bewegte.


   
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und zuletzt, da ich weiss, dass ich es nicht schaffen werde, vermache ich all mein Vermögen und mein Grundstück an meinen Bruder Marcus Quintilius Montanus.

gez.
M. Quintilius Fundulus



Die Unterschrift war schon kaum mehr als solche zu erkennen, denn seine Kraft verließ ihn nun endgültig. Zuerst klackerte der Stift auf den Tisch, dann hörte man sein Stöhnen und er krümmte sich unter einer neuen Welle von Schmerz. Wenig später polterte der Stuhl zu Boden und er wand sich unter Schmerzen und einmal mehr spuckend, diesmal war bereits Blut dabei, am Boden.
Eine halbe Stunde später war der Kampf vorbei und sein Körper entspannte sich, während in einem blassen Gesicht die weit geöffneten Augen tief in den Höhlen lagen.