Bezalel
Der eifrige Bezalel, seines Zeichens Curator der Socii Mercatorum Aureii, saß über seinen Büchern und wickelte die Geschäfte seiner Auftraggeber ab. Dazu gehörten in erster Linie finanzielle Transaktionen, aber auch der Empfang und die Abnahme von allerlei gelieferten Waren und das Sorgetragen für eine ordnungsgemäße Verladung.
Die Mitglieder der Socii Mercatorum Aureii hatten ihre Niederlassungen im ganzen Reich verteilt und über seinen Schreibtisch ging eine Menge an Schriftverkehr, die er zu koordinieren und notfalls zu beantworten hatte.
So wie jetzt, als ein Brief aus Germania seinen Pult erreichte. Im Namen der Socii würde er einen formellen Brief aufsetzen und nach Germanien zurückschicken.
Bezalel
Bezalel sortierte die Post und dabei fiel ihm das Schreiben des Senators Detritus, selbst längjähriges Mitglied der Vereinigung, auf. Es mußte wohl liegen geblieben sein. 'So eine Schlamperei !' murmelte Bezalel.
Wieder zwei mögliche Neuaufnahmen, dazu die Anfrage einiger germanischer Händler. Die Vereinigung wuchs. Und ein neuerliches Treffen mußte anberaumt werden. Das war gar nicht so leicht. Schließlich waren die Mitglieder in allen Provinzen des Reiches ansässig, beschäftigte Händler, die nicht ohne weiteres ihre Provinz verlassen konnten. Und dann war die Anreise auch kein leichtes Stück. Ein Treffen mußte gut vorbereitet sein, dazu war eine entsprechende Koordination nötig mit den Behörden der Stadt Ostia, um möglichen Feiertagen aus dem Weg zu gehen, was ein wahres Kunststück war.
So machte sich Bezalel dran, die Vorbereitungen zu treffen.
Bezalel
Als Curator der Socii Mercatorum Aurei war Bezalel mit allenmöglichen Geschäften betraut. Er übte ein wichtiges Amt innerhalb dieser Organisation aus und bedachte ihn mit großen Vertrauen in die seinen Fähigkeiten.
Gerade heute ging es um die Abwicklung eines Grundstückskaufes. Das war eine delikate Angelegenheit, mußten die entsprechenden Urkunden doch mit der nötigen Sorgfalt erstellt werden. Mehrere Gutachten von Experten, die Auskunft über die genaue Lage und Größe des Grundstücks gegeben hatten, stapelten sich in seinem kleinen Büro.
Der Käufer war ein gewisser Octavius Sura, ein schwervermögender Ritter und Tribun bei den Legionen, der Preis stattlich. Die Besitzurkunde würde in vertrauensvolle Hände gelegt und in Germanien übergeben. Die geschuldete Summe überbrachte ein treuhänder Bankier, der für die Sicherheit gebürgt hatte.
Bezalel schloß die Urkunden alle ab und würde sie nachher diesem fetten Tylusier, der seit Wochen in der Stadt weilte, vorbeibringen zur endgültigen Besiegelung.