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| Original von Medicus Germanicus Avarus und Aelia Adria |
Wie viele Gedanken sich Avarus auch macht, die größte Acta-Klatschtante steht natürlich neben ihm und die wird er an diesem Abend vermutlich auch nicht mehr los - im Gegenteil. Mittlerweile ist die Aufregung auch ein bisschen abgeflaut. Schon so viele Leute haben Lucilla gratuliert, dass sie gar nicht mehr über die Aufregung nachdenken kann. Und da fallen ihr Adria und Hungi schon sehr auf. Dass Livia nicht kommen würde, damit hat sie schon gerechnet. Quarto kann natürlich nicht kommen, der ist ja mit dem Kaiser unterwegs. Aber dass das ehemalige Paar deswegen gemeinsam kommt, das findet Lucilla unglaublich aufregend. Ob da wohl wieder etwas läuft? Bei Hungi kann man schließlich nie wissen und wer wollte es Adria schon verdenken?
Dass Avarus dann aber sie den beiden noch vorstellt, das bringt Lucilla fast dazu, die Augen zu verdrehen. Pah. Wer in Rom kennt sie denn bitte nicht? Und auch noch Hungi...garicus und Adria! Pah. Zum Glück für Avarus wird Lucilla gleich von Adria abgelenkt. Spricht Adria etwa tatsächlich für sich und Hungi?
"Oh, vielen Dank," entgegnet sie auf das Kompliment, wieder ein bisschen errötetend, sich aber über Adrias Herzlichkeit freuend. "Wir haben ja auch lange genug gewartet."
Das grinsende Lächeln friert für einen Moment ein. Nach der Hochzeitsnacht? Hat nicht Epaphrodita auch solche merkwürdigen Andeutungen gemacht? Gut, Epaphrodita lebt auch nicht in einer glücklichen Ehe, aber hat sie nicht steif und fest behauptet, die Hochzeitsnacht wäre das schlimmste von allem?
Glücklicherweise stören
Hungis Worte Lucillas weitere Überlegungen. Sie will schon irgendetwas wegen der Einladung und guten alten Freunden der Familie erwidern, lässt es aber. Hungis Anwesenheit reicht eh schon aus, um sie ein klein bisschen erröten zu lassen.
"Wir freuen uns um so mehr, dass ihr gekommen seid."
War das jetzt ein bisschen dick aufgetragen? Dass Hungi aber auch immer alles so durcheinander bringen muss.
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| Original von Claudia Aureliana Deandra |
Einige Gäste kennt Lucilla nur vom Sehen und Hörensagen, hauptsächlich Avarus Senatorenkollegen, wobei sie meist mit deren Ehefrauen bekannt ist. Die Person, die nun zum Gratulieren vor ihnen steht, ist kein Senator, sondern eine Dame Roms und trotzdem kennt Lucilla sie nur vom Hörensagen. Fast hätte sie sie nicht erkannt unter der Perücke und der blass geschminkten Haut und an ihrem Namen weist ja nicht mehr viel auf ihren Ursprung hin. Aber Lucilla ist natürlich informiert im Klatsch und Tratsch der Hauptstadt. Als sie gerade erst wieder nach Rom zurückgekehrt war, hatte Deandra in dieser Frauen-in-der-Politik-Geschichte ein bisschen mit rumgerührt, seitdem hatte man - abgesehen von dem Rumoren wegen der Adoption - wenig von ihr gehört. Müsste sie nicht eigentlich in Lucillas Alter sein? Schön sieht sie aus mit ihrer hellen Haut, eine echte Patrizierin. Ein bisschen neidisch ist Lucilla schon, denn egal wie viel Gesichtsweiß sie auch aufträgt, ihre bronzene, hispanische Haut schimmert immer durch und wird immer dafür sorgen, dass sie niemals diesem wunderschönen blassen Ideal der perfekten Römerin entsprechen wird.
"Vielen Dank," entgegnet Lucilla auch hier mit einem freundlichen Lächeln auf den Glückwunsch. Auf die Geschenke hin dann gleich noch einen Dank. "Oh, aber das wäre doch nicht nötig gewesen. Danke schön." Und dann muss sie doch noch nachhaken, denn so genau weiß sie das mit der Adoption dann doch nicht. "Ist Epicharis deine Schwester?"
Wer sonst, immerhin ist Epicharis die einzige patrizische Claudia, die eingeladen ist. Sie ist überhaupt so ziemlich die einzige Patrizierin, die eingeladen ist, denn irgendwie gibt es trotz allem außerhalb der Politik immer noch eine unsichtbare Grenze zwischen Plebejern - und mögen es Equites und Senatoren sein - und Patriziern. Lucilla hätte liebend gern viel mehr Patrizier eingeladen, das bringt so einen Hauch von Glanz in ein Fest, aber bei genauer Betrachtung hat sie ein bisschen deprimiert feststellen müssen, dass sie fast überhaupt keine Patrizier näher kennt.