Gnaeus Iulius Labeo
Der Sklave brachte ihm ein paar Kleinigkeiten als verspätetes prandium und Labeo ließ es sich schmecken, danach verspürte er nicht übel Lust auf eine ausgedehnte (und ebenfalls verspätete) meridiatio.
Gnaeus Iulius Labeo
Erst nach Gespräch und Essen mit Cincinnatu und dem Flavier kam Labeo in sein Kämmerchen, dass er weiterhin für sich hatte - ob der geringen Fülle der Familienmitglieder hier in Roma.
Doch nicht nur in der Casa auch in seinem Kopf gab es einen Unterdruck bezüglich der anwesenden Familienmitglieder. Er musste immer wieder an seinen Vater denken, den er viel zu wenig gekannt hatte. Sie hatten sich überhaupt nur selten gesehen.
Labeo legte sich auf sein Bett und starrte an die Decke er war hundemüde, doch schlafen konnte er nicht. Was sicherlich nicht daran lag, dass das Bett viel weicher und bequemer war als die Pritsche in der Barracke - aber er bildete sich dies ein und legte sich daher auf den Boden. Als auch dies ihm nicht zu einer meridiatio verhalf wurde er unruhig, legte sich wieder auf Bett. Aber der Unterdruck verließ ihn nicht.
Also ging er wieder in die Stadt. Er würde seinen verstorbenen vergöttlichten Ahnen ein Opfer bringen - ihnen, allen vergöttlichten Caesaren um seines Vaters zu gedenken. Vorher würde er aber seine militärische Tunika nach einem Bad gegen eine andere Tunika, vor allem aber gegen eine Toga tauschen, die seinem Trauer angemessen war. Also gekleidet und gesäubert ging er in die Stadt.
Gnaeus Iulius Labeo
Er hatte mit Cincinnatus und Lucanus gespeist. Er hatte das Opfer dargebracht, er hatte eine Diebin verfolgt, er war Verus begegnet. Viel erlebtes für einen Tag. Daher legte er sich am Abend ins Bett und schlief tief und fest.
Am nächsten Morgen oder besser gesagt schon fast gegen Mittag kam ein Sklave, weil jemand einen großen Weihestein gebracht hatte und bezahlt werden wollte. Labeo schlurfte aus dem Bett und nahm aus einer Tasche das letzte Geld was er hatte. Wenn die Erbschaft nicht bald kam, würde er sich etwas leihen müssen, aber auch das war es wert.
Er bezahlte also den Stein, nachdem er sich zuerst einigermaßen angezogen hatte und ihn sich angeschaut hatte. Er gefiel ihm, so dass der Steinmetz die vereinbarte Summe bekam. Dann musste er sich erst einmal frisch machen, etwas essen und dann den Stein zum Mausoleum der Iulier bringen, wo er ihn aufstellen wollte. Aber alles der Reihe nach, dachte sich Labeo und begann den Tag.
Gnaeus Iulius Labeo
Am Abend dieses Tages, der mit dem Aufstellen des Steines sehr belegt war, kam Labeo nur noch zurück um seine Sachen zu holen. Er hatte einen Wagen gefunden der ihn nach Misenum zurückbringen würde - rechtzeitig.
Er konnte sich glücklich schätzen. Viele Erlebnisse in Roma. Das gelungene Opfer. Er hatte das Geziemende getan - und mehr.
Er verabschiedete sich von Sklaven und Freien in der Casa und machte sich gen Misenum auf - in den Stützpunkt.