An einem Tag wie jeder andere...

Narrator Italiae
...versammelten sich die hundert angehörigen des Ordo Decurionum im Sitzungssaal des Stadtsenats, um wieder mal über allerhand zu diskutieren. Und unter den Anwesenden erblickte man heute ausnahmsweise sogar den Curator Rei Publicae Octavius Detritus persönlich und nicht wie gewöhnlich einen Vertreter, dies freute die ehrwürdigen Decuriones umso mehr.

Der Vorsitzende wartete auch auf einige geladene Gäste, wie zum Beispiel den magistratus Publius Aelius Pulcher, Bruder des Rectors Aelius Callidus, deshalb zog er es vor noch etwas zu warten und den Beginn der Versammlung etwas zu verzögern.
Publius Aelius Pulcher
... und Pulcher, der erst recht spät von seiner Vorladung vor die Curia gehört hatte, erscheint gehetzt vor dem Gremium der hochsten Männer der Stadt. Freundlich, aber doch ein wenig schüchtern, nickt er den Anwesenden, vor allem dem Curator Rei Publicae, der zu seiner Überraschung auch hier war, zu, um sich schnellstmöglich auf einen der den Beisitzern reservierten Plätze zu setzen und abzuwarten, zu welch wichtigem Anlass die wahren Herren der Stadt ihn heute zu sich geladen hatten...
Lucius Octavius Detritus
Der Curator Rei Publicae erkannte sofort den magistratus von Ostia, lächelte ihn an, ging zu ihm und begrüßte ihn, dann zog er es vor dem Vorsitzenden die Ankunft des Aelius zu melden, damit er die Versammlung eröffnen konnte, denn es gab tatsächlich so einiges zu besprechen.
Narrator Italiae
Der Vorsitzende dankte dem Curator für die Meldung und bat nun die zahlreichen Decuriones Platz zu nehmen und zu schweigen.

"Werte Decuriones ich bitte um Ruhe und bitte setzt euch." Als dies einigermaßen getan wurde, eröffnete er die Sitzung. "Die Sitzung des Stadtsenats von Ostia ist somit eröffnet. Zuerst möchte ich jedoch den Curator Rei Publicae von Italia begrüßen, der uns mit seiner Anwesenheit heute beehrt. Vielleicht möchte der Senator einige Worte an uns richten?" Fragend sah nun der Vorsitzende den Octavius an...
Lucius Octavius Detritus
Natürlich entzog sich der Senator nicht von seinen Pflichten, er erhob sich und sprach zur curia municipalis der Hafenstadt Ostia.

"Avete werte Decuriones, ich erinnere mich noch daran wie ich einst hier sass und zusammen mit euch versuchte das Leben der Bürger von Ostia zu verbessern. Ich denke, dass haben wir damals, aber auch heute gut hingekriegt. Der Handel mit allen Teilen des Imperiums floriert, über sechzig collegia bemühen sich unsere Arbeit zu unterstützen: mit Bauten, Festen oder Opfergaben an die Götter..."

Voller Stolz sah er die vielen Mitglieder des Ordo Decurionum an.

"Es erfüllt mich also mit Stolz einst magistratus und duumvir dieser Stadt gewesen zu sein und nun heute hier sein zu dürfen, doch eines sei gesagt wir dürfen niemals locker lassen und uns einbilden alles wär schon getan, denn da draußen..." Mit dem Zeigefinger zeigte er zur porta. "Ja da draußen sind noch viele Herausforderungen, die wir überwältigen müssen."
Publius Aelius Pulcher
Pulcher sitzt auf seinem Sitz und schaut sich die Leute in den Reihen der Decuriones genau an: Allesamt fette, dekadente Gestalten, arbeitsscheu und hedonistisch in einer geistlosen, gierigen Art und Weise. Und ein Jeder von ihnen saß auf einem ganzen Bündel von Lorbeeren, erworben alleine durch Reichtum, Herkunft und gegenseitige Gunstzuweisungen. Was der Curator sprach, grenzte fast an unfreiwilliger Ironie. Die Curia hatte während der Zeit, in der Pulcher hier arbeitete, nichts, aber auch gar nichts zu Stande gebracht, außer ab und zu die Stadtkasse zu leeren. Aber das würde bald ein Ende haben, dafür würde er, Aelius Pulcher, schon noch sorgen!

Unruhig kribbelt es in Pulchers Gliedern, am Liebsten würde er laut losschreien, den Curator unterbrechen und der Curia so ordentlich den Marsch blasen. Aber sich seiner Rolle hier bewusst, bleibt er sitzen und wartet ab, bis das Wort an ihn gerichtet wird.
Narrator Italiae
Der Vorsitzende applaudierte und so taten es dann auch alle anwesenden Decuriones und als der Beifall beendet war und der Vorsitzende noch kurz einige Worte mit dem Curator Rei Publicae gewechselt hatte, kam die Stunde des magistratus Aelius Pulcher.

"Und nun hören wir..." Er öffnete schnell eine Schriftrolle, denn da hatte er wohl den Namen des nächsten Redners vergessen. "PUBLIUS AELIUS PULCHER!"
Publius Aelius Pulcher
Pulcher taucht aus seinen Gedanken auf und wird kreidebleich. Damit hatte er nicht gerechnet! Keiner hatte ihm gesagt, warum er überhaupt eingeladen wurde, keiner hatte ihm Zeit gegeben, sich vorzubereiten und sofort wurde er aufgefordert, eine Rede zu halten! Wie im Schweben steht er auf und räuspert sich verhalten, Schweiß bildet sich an Händen und Stirn.

"Verehr-"

*räusper*

"Verehrte Curiales! Honoratoren der Stadt Ostia! Es ist mir eine außerordentliche Ehre und ich darf mich überaus glücklich schätzen, dass ich, ein bescheidener kleiner Magistratus und Diener dieser Polis, heute an diesem Tage vor Euch reden darf! Denn ich weiß, was ihr alles Wichtiges für Ostia getan habt und ich kann nur sagen, im Namen des Volkes der ganzen Stadt: Ich danke euch dafür, dass ich dank euch mit Stolz behaupten kann: Ich bin ein Ostianer!"


Unschlüssig schaut sich Pulcher in den Reihen der Curiales um, um zu erspähen, ob sie noch Zusätzliches von ihm erwarten würden oder nicht.