Werkstätten Hadrianii

Herius Hadrianus Subdolus
Am Hafen war's zu teuer, direkt am Markt bekam man keine Feuerstellenerlaubnis und hier an der großen Straße schien es am Ende doch den besten Platz zu geben, um dem Handwerk goldenen Boden zu verschaffen. Herius hatte zuerst einmal die Schmiede einbauen lassen und blickte nun auf vier tatkräftige Männer, die im eigenen Schweiß schufteten. Gerade Werkzeug war eine rare Ware geworden und so sollte diese Werkstatt gute Arbeit haben. Vorerst legte der Besitzer sich auf einen stämmigen Preis fest. Was in Zukunft werden würde, das bestimmten die Verhandlungen. Doch es war auch viel Geld gewesen, das den Tiber bis zum Meer geschwommen war, bis der Hadrianus diesen Betrieb hatte stemmen können.



~ Fabrica Volcanus ~





Jetzt da die Glutbecken glühten, der Amboss unter den mächtigen Hämmern erzitterte und geräuschvolles Klingen aus dem Haus drang, würde Herius sich um die anderen Räume kümmern können. Dazu waren noch einige Um- und Ausbauten nötig. Weiteres Geld, das ersteinmal verdient werden wollte...
Herius Hadrianus Subdolus
-Platzhalter-
Herius Hadrianus Subdolus
-Preisübersicht-


Warenbezeichnung Art Preis in Sesterzen*
Tinte Rohstoff 2.00
Farben Rohstoff 1.50
Werkzeuge Gebrauchsgut 20.00
Stoffe Gebrauchsgut 9.00
gefärbte Stoffe Gebrauchsgut 14.00
Kosmetika Leben 11.00
Seidentunika Leben 290.00
Toga Leben 280.00
Mantel Leben 140.00
Tunika Leben 18.00


*Preise sind eine Verhandlungsbasis


-Vertraglich verkaufte Waren-


Warenbezeichnung Art Anzahl
Tinte Rohstoff 48
Farben Rohstoff 40
Werkzeuge Gebrauchsgut 0
Stoffe Gebrauchsgut 80
gefärbte Stoffe Gebrauchsgut 30


-Produktionsmaximalmengen-


Warenbezeichnung Art max. Menge
Tinte Rohstoff 88
Farben Rohstoff 320
Werkzeuge Gebrauchsgut 320
Stoffe Gebrauchsgut 320
gefärbte Stoffe Gebrauchsgut 80
Kosmetika Leben 60
Seidentunika Leben 3
Toga Leben 3
Mantel Leben 3
Tunika Leben 15
Herius Hadrianus Subdolus
Den ersten Blick ließ Herius über die Schiefertafel schweifen. Die Preise waren etwas dem Marktgefüge angepasst worden. Zwar gefielen ihm zwei drei Rohstoffangaben nicht, aber in langen Diskussionen mit dem dafür zuständigen Verwalter hatte er sich irgendwann nach vielen Kannen Wein geschlagen gegeben. Wenn dieser Bursche nicht Recht behielt, konnte er ihn und seine Familie immernoch zum Tempel hinaus jagen.

Mit zackigen Schritt betrat er die Manufactur. "Salve..." grüßte er in den Raum und bekam einige Antworten aus den verschiedensten Ecken zurück. Dieser Kontorverwalter eilte ihm entgegen und salbte mit überschwenglicher Art. "Was gibt es dringendes zu besprechen, Philomelus?" Ließ der Hadrianii hören und blickte leicht genervt. Immerhin mußte er andere ihm wichtige Dinge dafür et Acta legen. Ein Redeschwall warf ihn daraufhin fast um und er hob die Hand in caesarischer Art, um jenen zu stoppen. Einatmen, Ausatmen, Einatmen und Ausatmen. "Was soll das heißen?" Es war klar, was dies hieß, die Produktion würde erliegen und bereits verhandelte Stücke hinausgezögert werden müssen. Mit der geballten Faust schlug er auf einen Tisch, nachdem er sich dahin hinunter gebeugt hatte und für einen Moment abstützte. Herius schnellte nach oben und ließ ein: "Das darf doch alles nicht wahr sein!" ...erklingen. Da wünschte er sich in den sorglosen Sattel bei der Reiterei zurück. Aber dieses Tor blieb verwehrt, dieser Ausweg ein Irrweg. Er atmete erneut einige Male ein und aus.

"Wieviel müßten wir die anderen Produkte verteuern, um unsere Kunden zu erhalten?" Eine Vielzahl von Rechenbeispielen folgte. Jene die Subdolus so gerne hörte... dann endlich klare Zahlen. "Dann tu es und versuche die Aufschläge so gering wie möglich zu halten. Wir können es uns nicht leisten dieses Klientel zu vergraulen. Ach ja und Philomelus kümmere dich darum, das wir zu Seide kommen, ich möchte dies nicht als Dauerzustand wissen."

Gesagt und ein Kontrollblick später war Herius wieder auf der Straße. Er brauchte Luft zum Atmen. Diese Geschäfte strengten ihn deutlich zu sehr an...
Gnaeus Postumius Rufus
   

Ad
Herius Hadrianus Subdolus
Curia Ostia
Ostia
Italia



Salve, Herius Hadrianus Subdolus,

bitte sei Dir meines tiefsten Mitgefühls über den Verlust Deines Sohnes Marcus Hadrianus Pictor versichert, auch wenn ich mir darüber bewusst bin, wie wenig Trost ich Dir mit diesen Worten zu spenden vermag.

Nur ungern breche ich mit solch banalen Dingen in Deine Trauer ein, doch ist es meine Pflicht als decemvir litibus iudicandis, die weltlichen Hinterlassenschaften der Verstorbenen den gesetzlichen Richtlinien entsprechend auf die Erben zu verteilen.

Da Du als einziger Erbe in Frage kommst, beläuft sich das sich das Erbe auf 638.91 Sesterzen.

Ich bitte Dich darum, Dir einen kurzen Moment Zeit zu nehmen, mir mitzuteilen, ob Du gewillt bist, das Erbe anzutreten und mir möglichst bald, spätestens aber bis ANTE DIEM XIII KAL FEB DCCCLVIII A.U.C. (20.1.2008/105 n.Chr.), eine entsprechende Nachricht zukommen zu lassen. Denn sollte ich bis zu ANTE DIEM XIII KAL FEB DCCCLVIII A.U.C. (20.1.2008/105 n.Chr.) keine Mitteilung erhalten haben, bin ich verpflichtet, das Vermögen Deines Sohnes der Staatskasse zuzuführen.

Mögen die Götter Deinen Sohn sicher ins Elysium geleiten und Dir ein langes, glückliches Leben bescheren.

Vale,






ROMA, ANTE DIEM X KAL IAN DCCCLVIII A.U.C. (23.12.2007/104 n.Chr.)

Sim-Off: Antwort bitte an die Villa Aurelia, Roma



Herius Hadrianus Subdolus
Langsam senkte sich das Pergament. Pictor war also verstorben. Nur warum hatte ihm Iustus das nie geschrieben? Vorerst rollte er die Schrift zusammen und legte sie beiseite. Darauf einen Musulum...
Herius Hadrianus Subdolus
Ganz zaghaft kündigte sich an, das der Winter in die Berge verschwand. Im Süden war er nie besonders grimmig, aber vorallem die vielen Stürme auf See, der nass-kalte Regen und die wenigen sonnigen Tage ließen kein großes Wohlbefinden aufkommen, wenn die Wipfel der Gebirge verschneit waren.

Herius war wiedermal im Geschäft. Dieser Tage brummte der Laden im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht weil viel verkauft wurde, sondern weil die schweren Webstühle zu Höchstleistungen angetrieben wurden. Nurnoch wenige Wochen trennte die neue Kollektion vom Frühlingsgeschäft und dieses Jahr sollten vorallem kräftige Farben und üppige Schnitte den Kunden das Geld aus den Taschen locken. Dazu wurden erstmals lange Bänder gewebt, die tief getränkt in feinsten Farbkreationen als Schal benutzt wurden. Und das im Sommer! Ein Trend der aus Rom schwappte und den so jeder Schneider in seinem Programm mit aufnahm, wollte er den letzten Schrei nicht verpassen.

Hier und da war Geschäftiges zu klären. Vorallem aber ging er die Listen der Rohstofflieferanten durch. Bisweil waren die Lager noch gut bestückt, diesen Zustand beizubehalten, war seine Aufgabe.
Gnaeus Postumius Rufus
Ein Brief wurde in der Werkstatt abgegeben...

   
Ad:
Magister Socii Mercatorum Aurei
Herius Hadrianus Subdolus
Taberna Hadriani Subdoli
Mercatus / Ostia / Italia


Salve Magister Hadrianus,

ein Brief hat mich im fernen Germanien erreicht den ich Dir nicht vorenthalten will, weil es vor allem Dich als Vorsitzenden unserer Vereinigung betreffen dürfte wenn sich Händler für die Aufnahmeprozeduren interessieren.

Ich verbleibe mit freundlichem Gruße,

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Tiberius Duccius Lando - Casa Duccia - Moguntiacum / Germania Inf.
Magister Scriniorum Reg. Germ. Sup. / Curator Cons. Merc. Freya Mercurioque


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An
Tiberius Duccius Lando
Casa Duccia zu Mogontiacum
GERMANIA


Sei gegrüßt, Duccius,

mein Name ist Caius Aelius Archias. Wir kennen uns noch nicht, doch habe ich von der Handelsvereinigung gehört, die derzeit in aller Munde ist. Ich besitze selbst vier recht lukrative Geschäfte und würde gern die Bedingungen erfragen, zu denen man der Societas Mercatorum Aurei beitreten kann. Sende mir deine Antwort bitte in das Gasthaus Kapleion Archaon. Ich würde mich freuen, bald etwas von dir zu hören.

Vale.





ALEXANDRIA, KAL MAI DCCCLVIII A.U.C. (18.4.2008/105 n.Chr.)


Herius Hadrianus Subdolus
Von seinem länger als gedachten Aufenthalt in Rom zurückgekehrt fand Herius den Brief auf der Werkbank. Die Sklaven arbeiteten emsig wie ein Bienenvolk, um den gestiegenen Bedarf hochwertiger Waren abdecken zu können. Der Blick fiel dabei auf das Siegel und ihm wurde klar, das er die Möglichkeit hatte jenen Mann selbst in Augenschein zu nehmen. Er kritzelte einige Zeilen auf ein Pergament und ließ einen Jungen zur Mansio laufen. Lando sollte nicht ewig warten müssen und eine Sorge weniger haben.

Danach ließ er sich die Bücher bringen und eine Liste für sein Reisegepäck erstellen. Mit guter Vorbereitung wollte der Hadrianus bereits in zwei Tagen den langen Seeweg von Ostia aus antreten. Wenn er sich beeilte war in Alexandria nicht nur Zeit für diesen Aelius sondern auch dafür seine Keravans Richtung tiefster Osten zu besuchen und einige geschäftliche Abmachungen mit den Beduinengevolks zu erneuern. Immerhin taten jene einen Großteil dafür, das die römischen Karawanen auch im Feindesland, wie Parthien, sicher an ihr Ziel gelangten. In den letzten Monaten hatten sich die Ausfälle zwar erhöht, aber bislang war Subdolus ganz glimpfig davon gekommen.
Herius Hadrianus Subdolus
In der Dunkelheit der Werkstatt glimmte nur eine Lampe. Trotzdem wußte Herius wer da in den Raum trat. Es war mit Sicherheit nicht der bequemste Treffpunkt, aber der Einzigste, der heute Abend möglich war. "Ich danke Dir, das du so kurzfristig meiner Einladung gefolgt bist. Setz dich doch." Der Hadrianus füllte zwei Becher mit eigenen Importwein und stellte sie auf dem rauen Tisch ab. "Ich werde für eine Weile die Provinz Italien verlassen. Mein Patron stattete mich mit einem familieren Auftrag aus. Der Grund deines Erscheinens hängt mittelbar damit zusammen. Irgendwer wird sich während dieser Zeit um die Geschäfte der Socii Mercatorum Aureii kümmern müssen. Du kamst mir dabei zuerst in den Sinn." Er drehte den Becher in seiner Hand. Eine Absage hoffte er nicht zu bekommen, bekräftigte seine vorherigen Worte deswegen noch: "Früher hast du sowas auch schonmal gemacht. Wir hatten unsere Differenzen, aber ich habe nie an deiner Loyalität zu dieser Handelsvereinigung gezweifelt."







Bezalel
Er war neugierig darauf, was der neue Magister der Vereinigung mit ihm zu dieser späten Stunde zu besprechen hatte. Früher waren sie nicht selten aneinander geraten. Heute gingen sie sich üblicherweise aus dem Weg. Bezalel grüßte den gastgeber und ließ sich den Wein schmecken. Wenigstens was gutes in dieser finsteren Nacht.

Überrascht zu sein war bei diesen Worten nicht schwer. Er hatte alle Mühe nicht laut loszulachen.

"Wie kommst du gerade auf mich? Erinnerst du dich nicht mehr an deine alten Worte... damals hast du mir noch alles mögliche vorgeworfen und heute bin ich deine beste Wahl?!"

So verzweifelt? Er schüttelte den Kopf, erkannte dann aber die Chance die sich für ihn bot zurückzukommen und seine Vereinigung der aufstrebenden Händler zu leiten. Doch so einfach wollte er diesem Hadrianus nicht klein bei geben.
Herius Hadrianus Subdolus
Der Handrücken fuhr ihm über die Stirn. "Lass uns von Morgen sprechen und unsere Differenzen ein anderes Mal klären. Du bist deutlich länger hier, als ich und ja zur Stunde bist du wirklich meine beste Wahl." Das das kein Kompliment für den Handelsbetrieb war und für Bezalel auch nicht, wußte Herius. Aber der liebe Mann von Nebenan war er nie gewesen. Entweder der Mann griff nach diesen Halm oder er ließ es sein. Erstmal füllte Subdolus die Becher nach. "Die Vereinigung hat die letzten Monate gute Verkäufe machen können und sie wird durch ihre enge Verbindung mit Tylus weiter wachsen. Dies aber nur, wenn sie aktiv vertreten wird und ich weiß, das genau diese Arbeit deine Stärke ist. Wenn du also zurück an Bord kommen willst, dann greife jetzt nach meiner Hand." Er streckte den Arm aus und öffnete dabei seine Hand.









Bezalel
Statt der Hand griff Bezalel zum Wein. "Wirklich gut der Tropfen. Wenn ich es mir so überlege, dann ist die Idee vielleicht doch garnicht so übel. Gibst du mir alle Freiheiten, was die Organisation während deiner Abwesendheit betrifft?" Der Gute sollte schon noch eine Weile seinen Arm ausgestreckt halten. Wenn die Gerüchte stimmten, dann war das für diesen Recken die leichteste Übung.
Herius Hadrianus Subdolus
Er zog die Hand nicht zurück, sondern verharrte in dieser Position. Die letzten Wochen hatte er sich sowieso öfter in den Sporträumen der Therme rumgetrieben, als zu Haus. Sein Auftrag verlangte jedoch nach einem gut trainierten Mann und nicht nach einem Schwappelbauch. "Soweit du in den Grenzen der Vereinigung bleibst und den Namen der Socii Mercatorum Aureii dabei achtest, kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen." Herius drehte seinen Arm etwas, um den Verwalter der SMA zum Einschlagen zu animieren.













Bezalel
Der Arm schien schwer zu werden. Bezalel griff nach der Hand und schüttelte sie kurz. Dann ließ er wieder los, um auf dem Rückweg den Becher vom Tisch zu nehmen und an den Mund zu führen. "Also wie in alten Zeiten..." Er trank ihnaus und erhob sich. Der Abend war schon weit fortgeschritten als er eintraf. Jetzt würde er in tiefster Schwärze nach Hause gehen. Nicht ungefährlich dieses Unterfangen. Trotzdem erhob er sich und sagte die letzten Worte: "Ich werde Morgen schauen, das ich in der Niederlassung etwas Zeit verbringe. So auf die Schnelle ist es nicht leicht den Tagesablauf zu Gunsten der SMA zu ändern." Dann verabschiedete er sich genauso kurz, wie die Begrüßung gewesen war und begab sich hinaus auf die Straße.
Herius Hadrianus Subdolus
Als die Tür sich wieder geschlossen hatte, legte Herius seine Beine hoch. Morgen war der Tag gekommen an dem Ostia irgendwann am Horizont verschwinden würde. Dafür hatte er alles gepackt und auch sein Pferd, das ihn begleiten würde vorbereitet. Die Betriebe liefen ganz normal weiter. Der Brief nach Germanien war ebenfalls abgeschickt und zwei Weitere geschrieben. Sie würde er kurz vor seiner Abreise noch abgeben. Und dann?

Er füllte seinen Becher erneut.

Die Zukunft war so ungewiss wie der Verlauf des Lebens. Ein kleines Abenteuer wartete auf ihn und Herius war sich sicher mit der Zustimmung genau das Richtige getan zu haben. Vielleicht würde es in seinem Leben eine neuerliche Wende geben. Diesmal zum Guten. Doch zuviel Hoffnung machte er sich vorher trotzdem nicht. Umso weiter Rom in der Ferne glänzte umso agressiver waren die Unterjochten. Schon in Germanien gab es Stämme die Rom nicht als ihren Herrn anerkannten und ständig die Legionen wach hielten. Wie erst sollte eine Provinz viele tausend Kilometer entfernt von der Hauptstadt diesen agressiven Druck immer wieder oder stetig etwas entgegen setzen können. Sie würden sich auf jeden Fall in Acht nehmen müssen. Wollten sie nicht als unnötiges Opfer in die Geschichte eingehen.

Der Wein war leer die Lampe senkte das Licht. Herius ging zu Bett. Er hatte einen langen Tag vor sich.