In den Gängen des Palastes

Marcus Caecilius Decius
Ruhig war es in den Gängen des Regierungspalastes. Ab und an hörte man Schritte, die über den Marmorboden hallten. An einer Ecke standen zwei Schreiber, mit gedämpften Stimmen miteinander debattierend. In regelmäßigen Abständen standen Praetorianer, stumme Wächter über das zentrale Nervensystem Roms.
Marcus Caecilius Decius
Der Centurio schritt durch den Gang, sein prüfender Blick traf auf die postierten Wachen. An einige der Männer trat er heran, hatte wohl etwas an ihem Auftreten zu bemängeln. Dabei wurden sowohl etwas lautere als auch leisere Worte gewechselt - man wollte die relative Ruhe dieser Hallen ja nicht aufwecken.
Lucius Quintilius Valerian
Seit sie sich ständig abwechselten, um mal am Tor und mal in den Gängen des Palastes Dienst zu tun, war der Dienst noch um einiges interessanter geworden. Inzwischen kannte Valerian den Palast in und auswendig. Kaum zu glauben, daß er ihn mal für ein Labyrinth gehalten und sich sogar ein paar mal verlaufen hatte.

Da er zu den Männern gehörte, die ein besonderes Auge auf Potitus Vescularius Salinator haben sollten, tat er seinen Dienst natürlich ganz zufälligerweise dort, wo dieser sich aufhielt. Und merkte sich, wer wann mit ihm zusammentraf, versuchte, das eine oder andere Wort aufzuschnappen, wenn jemand an ihm vorüberging. Und das ganze mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck, bewegungslos wie eine Statue.

Im Grunde war bisher nichts aufregendes zu entdecken gewesen. Aber machmal waren es die Kleinigkeiten, die ein Bild komplett machten. Und eben diese durfte er sich nicht entgehen lassen, so unwichtig sie auch im Moment erscheinen mochten.