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II. Zeit der Bewährungen
a, Laeca-Aufstand; Unruhen in Hispania und Germania
An den Kalenden des Februar 855 landete Appius Porcius Laeca mit seinem Heer Aufständischer an der Küste Italias. Dieser schändliche Mann, der wohl auch nicht davor zurück geschreckt hätte, seine eigene Tochter an die Skythen zu verkaufen, hatte als Legatus Legionis in Mauretanien die Soldaten der XXXII. Legio Adiutrix zum Verrat am Kaiser überredet und sich anschließend in Briefen an alle Legaten des Imperiums als Augustus Caesar ausgegeben.
Nachdem er mithilfe des Tribunen Pilerius Valus den Kommandostab der in Aegypten stationierten Legio XXII. beseitigt und sich neben der Legion auch den Befehl über die Classis Alexandria widerrechtlich angeeignet hatte, ließ er sein aufständisches Heer nach Italia übersetzen.
Doch der Kaiser hatte vorgesorgt: Innerhalb kurzer Zeit wurde die Legio XIV. unter dem Befehl des Aelius Valerianus sowie die Legio I. unter dem Befehl des Spurius Macer dem Usurpatoren entgegen gesandt. Jenen Valerianus hatte der Princeps unlängst als Caesar Gaius Ulpius Aelianus Valerianus adoptiert und den Mitgliedern seiner Familie Wohnrecht auf dem Palatin gewährt.
Wenige Tage vor den Iden des März desselben Jahres sollte sich dann in der Schlacht von Picentia das Schicksal der Aufständischen entscheiden. Laecas Truppen wurden zwischen der aus nördlicher Richtung herbeieilenden Legio XIV. und der mit Prätorianerkohorten verstärkten Legio I. aufgerieben, der Großteil der feindlichen Offiziere gefangen genommen. Nur dem Usurpatoren Laeca und einigen seiner Getreuen gelang die Flucht aus Italia.
Über das weitere Leben dieses Mannes wollen wir nicht weiter berichten, doch soll er im fernen Parthia ein schmähliches Ende gefunden haben.
Zueben dieser Zeit hatte sich auch in Hispania und Germania Unerwünschtes zugetragen. Bereits im Herbst des Vorjahres waren im Norden der Tarraconensis Unruhen entflammt. Ihren Ausgang nahmen diese in der Stadt Uttarae, als der römische Steuereintreiber Numerius Dossenius von Einheimischen ermordet wurde und wenig später auch Publius Bruccius, ein verdienter Mann senatorischen Ranges, ums Leben kam. Wie ein Lauffeuer weiteten sich die Unruhen nun auf die umliegenden Civitates aus, die Führung der Aufstänischen übernahm ein Iberer namens Sertorius.
Diesem Barbaren, der so gar nichts mit seinem römischen Namensgeber, dem edlen Quintus, gemein hatte, gelang es, weite Teile der Bevölkerung für seinen Kampf zu gewinnen. Bis zum Beginn des neuen Jahres hatten sich mehr als 30.000 Keltiberer unter seinem Banner versammelt. Seine Grausamkeit wurde besonders nach der Einnahme Numantias deutlich, als er die überlebenden Garnisonssoldaten mit verbundenen Augen aus der Stadt treiben und kreuzigen ließ.
Als die Legio IX. Schließlich das verlassene Numantia erreichte, hatte sich Sertorius schon wieder zurückgezogen. Mit dem Eintreffen der Legio II. aus Germania sollte sich das Kriegsglück nun aber wenden. Trotz widriger Wetterverhältnisse gelang es den vereinten Streitkräften Roms aus Legio IX., Legio II. und der Ala II. Numidia die Aufständischen zur Entscheidungsschlacht zu zwingen. Trotz großer zahlenmäßiger Unterlegenheit brachte das römische Heer unter dem Befehlshaber Decimus Meridius den Keltiberern eine vernichtenden Niederlage bei, in deren Verlauf auch deren Anführer Sertorius den Tod fand.
Was nun folgte, ist rasch erzählt. Die Nester des Aufstands wurden wie Uttarae ohne Schwierigkeiten eingenommen und so konnte schon im Mai der Sieg in Rom mit einem Triumph zu Ehren des erfolgreichen Feldherrn Decimus Meridius und seiner unbesiegten Soldaten gefeiert werden. Nur ein kleiner Schatten fiel auf diesen Tag des Triumphes, hatten doch die Soldaten der Legio II. auf Betreiben des Offiziers Hadrianus Subdolus vorzeitig den Zug verlassen. Man erzählte sich, die Männer der zweiten Legion hätten sich bei all den Ehrungen und Beförderungen, die an jenem Tage ausgesprochen wurden, übergangen gefühlt. Wie dem auch sei, der Hadrianer musste als Strafe für seine Anmaßungen seine Degradierung hinnehmen.
Zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres, in dem P. Matinius Agrippa und L. Domitius Longinus das Konsulat bekleideten, wurden die kaiserlichen Truppen auch in Germania einer Bewährungsprobe unterzogen. Ein Mann namens Modorok, von dem die Einen sagen, er entstammte einem Cheruskergeschlecht, die Anderen wiederum, er wäre der Sohn eines Fürsten der Chatten, hatte mit seinen gesammelten Truppen den Limes irgendwo zwischen Abusina und Castra Regina überquert und Rom herausgefordert.
Doch schnell war der germanische Vorstoß gestoppt. Die Truppen des Traianus Germanicus Sedulus, eines Mannes von großem militärischem Sachverstand, schlugen Modoroks kampfstarke Regimenter im September vernichtend und ließen den Frieden in dem von Aufständen geplagten Land wieder einkehren.
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