[Sacellum] Fahnenheiligtum

Tiberius Prudentius Balbus
   



   
In Ermangelung eines gemeinsamen Legionsadlers verfügt jede Cohorte der Praetorianer über eine eigene, große Standarte. Die Vexillia der Cohorten werden, gemeinsam mit dem Vexillium der Equites Singulares und den Signa der Centurien und Turmae, im Fahnenheiligtum der Praetorianer aufbewahrt.

Lucius Iulius Antoninus
Na ich dem er alle Anderen Dinge erledigt hatte machte er sich auf zum Sacellum um dort erneut einen Eid ab zu legen. Warum er hier noch ein mal die Eidesformel ablegen sollte wusste er nicht so genau er war ja schon auf den Kaiser eingeschworen. Oder gab es hier einen Anden Eid? Nun ja er war den Weg bis hier her gegangen und würde jetzt sicher wegen Eines anderen Eides um drehen. Er sah schon ein paar andere mit dem Praefectus vor der Standarte stehen. “Praefectus. Eques …. Äh Miles Iulius ich melde mich wie befohlen.” Arrr………. War das Peinlich aber es war die Macht der Gewohnheit.
Tiberius Prudentius Balbus
Balbus nickte leicht, als der Miles Iulius eintraf, so wie er es auch schon bei den Meldungen der anderen Milites getan hatte, die vor dem Iulier eingetroffen waren. Den kleinen Fehler bezüglich des Ranges hörte er zwar, ignorierte ihn aber, denn er hatte das schon oft genug erlebt. Viele der Männer, die hierher kamen hatte anfangs solche Schwierigkeitchen.
Sie warteten noch einige Minuten, bis auch die letzten der Neulinge angekommen waren und dann wurden die Türen des Sacellums geschlossen, so dass die Männer im Inneren ungestört waren. Nur die Neulinge, der Praefect und die beiden Milites, die die Feldzeichen bewachten, waren zugegen. Die Feldzeichen waren an der Rückwand des Heiligtums aufgestellt und flankierten eine Statue des Kaisers Valerian, die ebenso wie die Metallteile der Feldzeichen erst vor wenigen Stunden noch einmal gereinigt worden war.

"Milites." begann Balbus dann. "Ihr alle habt bereits bei der Legio Prima euren Eid als Soldaten Roms abgelegt. Ihr habt in jener Legion gedient, die einen länger als die anderen und für euren aufopferungsvollen und loyalen Dienst dort wurdet ihr am heutigen Tag belohnt, denn ihr wurdet aufgenommen in die Reihen der Praetorianer."
Und es war in der Tat eine Belohnung, denn im Gegensatz zum Dienst in der Legion bot der Dienst in der Garde eine große Zahl verschiedenster Annehmlichkeiten, beginnend bei der besseren Bezahlung und Verpflegung und bis hin zu der Tatsache, dass man seine dienstfreie Zeit in Rom verbringen konnte.
"Seit den Tagen des göttlichen Augustus ist es die Pflicht der Garde den amtierenden Princeps zu schützen und ihm treu und loyal zu dienen. Jeder Gefahr für unseren Kaiser treten wir geschlossen und tapfer entgegen und scheuen auch den Tod nicht, denn durch unseren Kampf für die Sicherheit und den Schutz des Kaisers schützen wir nicht nur ihn selbst, sondern auch den Fortbestand des Imperiums und das Gemeinwohl Roms. Jeder einzelne Miles in dieser Castra trägt dazu bei jeden einzelnen Bürger Roms zu schützen, denn ohne Kaiser würde Rom ins Chaos stürzen."
Das die Praetorianer in der Vergangenheit den einen oder anderen Kaiser selbst ermordet hatten erwähnte er natürlich nicht, denn das tat an dieser Stelle ja absolut nichts zur Sache.

"Ihr werdet hier und jetzt erneut euren Eid auf den Imperator ablegen, denn ihr seit nicht länger Legionäre der regulären Truppen, sondern Milites der Praetorianer und als solche habt ihr sehr viel weitreichendere Befugnisse als sie einfache Legionäre haben. Daher ist es Tradition, dass neu aufgenommene Milites ihren Eid erneuern, wenn sie ihren Dienst bei uns antreten.
Legt also nun hier, im Angesicht des Kaisers und vor den Standarten eurer neuen Einheiten, euren Eid auf den Kaiser ab. Sprecht mir nach."
Und dann sprach er die Worte, die er schon so oft ausgesprochen hatte und die ihm schon so viele Soldaten nachgesprochen hatten.

"IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS GAIUS ULPIUS AELIANUS VALERIAN, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA."
Lucius Iulius Antoninus
Mach dem sie mit dem Praefectus auf denn Rest der Neulinge gewartet hatten, Stellten sich die Miles auf. Der Praefectus ergriff dann das Wort und erklärte warum sie jetzt erneut den Eid ablegen sollten. Damals bei der Prima hatte er seinen Eid allein abgelegt, dass jetzt hier hatte einen ganz anderen Charakter. Mehrere der alt gedienten Prätorianer standen mit Fackeln da. Da es schon Später Abend war, ob das Absicht war wusste Antoninus nicht aber er konnte es sich gut vor stellen. Das verlieh doch dem Ganzen einen sehr feierlichen Rahmen. Dann begann der Praefectus den Eid vor zu sprechen. "IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS GAIUS ULPIUS AELIANUS VALERIAN, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA." Sprachen sie alle den Eid nach.
Tiberius Prudentius Balbus
Balbus hörte zu, wie die Männer den Eid sprachen und sich so in die lange Reihe derer einreihten, die den römischen Kaisers als Praetorianer gedient hatten, noch immer dienten und auch bis in die Ewigkeit dienen würden.
Er war recht zufrieden mit diesen Männern, sie hatten sich bei den Übungen früher am Tag gut geschlagen und in dieser Gruppe gab es offenbar auch keine aufmüpfigen Männer. Aber das würde die Zeit zeigen und wieder nach Mantua schicken konnte man sie später immernoch.
Doch jetzt waren sie erstmal hier und würden sich als Praetorianer beweisen müssen. Allerdings nicht mehr heute, denn es war bereits spät am Abend und Balbus sehnte sich nach seinem Haus, nach einem Bad und einem Abendessen mit seiner Frau.

"Gut Milites. Willkommen im Kreis der kaiserlichen Garde. Ihr könnt wegtreten." sagte er daher und entliess die Männer in ihren ersten Abend in der Castra Praetoria.
Lucius Iulius Antoninus
Nach dem sie alle den Eid abgelegt hatten begrüßte sie der Praefectus erneut. Diesmal aber als Mitglieder der Garde, dann entließ er sie. Alle machten sich auf ohne zu trödeln zurück in ihre Unterkunft zu kommen. Nach so einen Tag gab es genug zu tun und keiner Wollte unangenehm auffallen. Die Kammeraden die den Rückweg antreten würden waren allen noch im Gedächtnis.
Tiberius Prudentius Balbus
Balbus blieb noch einige Minuten, nachdem die Milites das Heiligtum verlassen hatten. Er wies die Fahnenwache an ihn mit dem Feldzeichen allein zu lassen und als auch sie den Raum verlassen hatten, ging er einen Schritt auf die Statue des Kaisers zu.
Er betrachtete sie, liess den Blick über das kalte Abbild des kaiserlichen Gesichtes wandern. Die Statue war ganz offensichtlich eine Beschönigung, denn bei ihrem letzten Aufeinandertreffen wirkte der echte Kaiser weniger lebendig und stark, als es diese Nachbildung tat. Er seufzte leicht bei dem Gedanken an das Gespräch mit Valerian in Misenum. Es war nicht sehr erfreulich gewesen und Balbus Unmut über den Kaiser war durchaus gewachsen. Nicht zum ersten Mal fragte er sich tief in seinem Inneren, ob es richtig war Valerian zu unterstützen. War ein so schwacher Mann wirklich der Richtige um Rom als Kaiser zu führen?
Aber es gab keine wirkliche Alternative, denn die hiess zur Zeit Vescularius Salinator und war mehr als indiskutabel.
Er musste an eines der Gespräche mit seinem jungen duccischen Schützling zurück denken. Warum Salinator nicht einfach entmachtet wurde, hatte er gefragt. Weil er auf Valerian's Wunsch hin die Macht in Händen hielt, hatte Balbus geantwortet. Aber war dieser Wunsch nicht eindeutig falsch? Was band Balbus wirklich daran? Gerade eben hatte er den neuen Milites noch gesagt, dass die Praetorianer auch Rom und das Volk schützten, aber verstoß er nicht selbst genau dagegen, wenn er das Volk der Willkür des Vesculariers überliess? Sollte er nicht den Rat des Ducciers befolgen und sofort zu Salinator gehen und ihn festnehmen?
Balbus schüttelte leicht den Kopf. Iulianus hatte Valerian eingesetzt und damit war für Balbus klar, dass Valerians Machtanspruch legitim war und er ihn zu schützen hatte und das trotz aller damit verbundenen Konsequenzen. Ob Iulianus etwas von all dem geahnt hatte? Wusste er von der engen Verbindung zwischen Valerian und Salinator, die ja offenbar schon länger bestand?
Er seufzte und blickte in die leeren Augen der Statue. Was mochte die Zukunft bringen? Er würde es vielleicht sehen. Aber nicht heute und nicht jetzt, denn nun würde er nach Hause gehen. Nach Hause in sein warmes Nest zu seiner liebenden Frau.
Er wandte sich von der Statue ab und verliess das Sacellum, woraufhin die Wachen wieder ihre Posten bezogen.
Tiberius Prudentius Balbus
Die Nacht lag besonders dunkel über der Castra Praetoria und ausser den Schritten der patroullierenden Wachen war nichts zu hören, denn fast alle Milites, die nicht irgendwo in der Stadt Dienst taten, schliefen in ihren Unterkünften.

Auch das Sacellum wäre normalerweise um diese Zeit verschlossen und nur von aussen durch zwei Wächter bewacht. Doch diese Nacht war eine besondere Nacht und so hatten sich einige Praetorianer im Sacellum versammelt. Es handelte sich nicht um irgendwelche Praetorianer, sondern um jene kleine Einheit innerhalb der Garde, über die selbst in der Garde nur wenige Bescheid wussten. Die Speculatores waren ein elitärer Kreis innerhalb der Elite des römischen Heeres und waren von größter Wichtigkeit für die Sicherheit des Reiches.
Heute sollte ein neuer Mann in diesen elitären Kreis aufgenommen werden und so hatten sich die wichtigsten unter ihnen (zumindest diejenige, die in Rom zugegen waren) hier eingefunden.
Balbus war als Praefect natürlich ebenfalls hier, denn nur er selbst konnte aus einem Miles einen Speculator machen und ihn so aus der Masse der Milites herausheben. Balbus hatte sich vor den Feldzeichen, die im flackernden Licht mehrerer Öllampen nur halb zu erkennen waren, platziert.
An seiner Seite befand sich der Trecenarius Stallius Paulinus, der eigentlich schon aus dem Dienst hätte ausscheiden sollen, auf Balbus' Drängen aber vorerst noch blieb, bis sich die Frage seiner Nachfolge endgültig klären liess.

Alle Anwesenden warteten nun im Sacellum, dessen schwere Tür verschlossen und von zwei Speculatores bewacht war, auf die Ankunft des Adepten.
Lucius Iulius Antoninus
Nach dem er sich aus seiner Unterkunft geschlichen hatte betrat er jetzt mit Sandalen und Tunika bekleidend das Sacellum. Allerdings war ihm etwas mulmig auch wenn er sonst nicht der ängstliche Typ war. Aber die ganze Sache war ja schon etwas ungewöhnlich außerdem war er noch nicht so richtig wach nach dem man ihn aus dem Schlaff gerissen hatte. Und normal war es ja nicht grade das man mitten in der Nacht in Sacellum ging. Noch dazu waren die beiden Posten die sonst hier standen nicht dar was sein ungutes Gefühl noch ein Bisschen verstärkte. Als er das Fahnenheiligtum betrat waren dort mehrere Miles die er nicht kante er erkannte nur den Präfekten der vor der Standarte der Prätorianer stand . Was ihm wieder etwas Sicherheit gab da es so auf jeden etwas rechtmäßiges sein musste. Denn Mann den er letztens in diesem Tabelarium gesehen hatte erkannte er auch. Da man ihn hergerufen hatte und der Präfekt der ranghöchste war für ihn klar was er als Soldat zu tun hatte. „Präfektus Miles Iulius ich melde mich wie befohlen.” Meldete er sich ordnungs- gemäß nach dem er korrekt gegrüßt hatte.
Tiberius Prudentius Balbus
Balbus sprach gerade mit Stallius Paulinus, als die Tür des Sacellums geöffnet wurde und der Iulier eintrat. Das Gespräch erstarb sofort und beide richteten die Aufmerksamkeit auf den jungen Iulier, während hinter ihm die Tür geschlossen wurde.
Auch die Blicke der anderen anwesenden Speculatores richteten sich auf den Neuankömmling. Die wenigsten von ihnen kannte er, denn sie stammten aus den verschiedenen Cohorten und Centurien, aber auch aus seiner Centurie waren zwei Männer anwesend. Sie waren zwar nicht aus seiner Stube, aber man kannte sich natürlich trotzdem und so blickten die beiden ihn sogar ein wenig stolz an, denn es war ja eine große Ehre, dass ein weiterer Mann aus ihrer Centurie ausgewählt worden war.
Als der Iulier sich gemeldet hatte, sagte Stallius Paulinus leise etwas zu Balbus und trat dann einen Schritt zurück. Balbus nickte leicht und richtete dann seine volle Aufmerksamkeit auf den Iulier.

"Iulius Antoninus." begann er. "Sag mir, hast du eine Ahnung, warum du hier bist?"
Lucius Iulius Antoninus
Nach dem er sich ordnungsgemäß gemeldet hatte wand der Präfekt gleich ein Frage an ihn.
Antoninus erinnerte sich an das Gespräch mit seinem Centurio. Naja was hieß Gespräch er hatte eine Vermutung angestellte die der Centurio wer bestätigt noch abgestritten hatte. “Ich nehme an es hat es damit zutun das ich in letzter Zeit mit einen Ermittlungen die einen gewissen Quaestor beraffen betraut war.” Antworte er auf die Frage etwas anderes viel ihm nicht ein.