Sommerfest zur Verlobung von Valentina und Serapio

Faustus Decimus Serapio
Der milde Sommernachmittag neigte sich langsam dem Abend zu. Auf dem weißen Kies neben dem Springbrunnen waren die Gartenklinen einladend aufgestellt. Buchsbaumhecken umrahmten diesen Platz in der Mitte des Peristyls, und säumten auch die Pfade, die wie die Speichen eines Rades dorthin führten, akkurat gestutzte kleine Hecken, und zu geometrischen Formen geschnittene Büsche, doch ihre Strenge verblasste vor der üppig bunten Blumenpracht der Beete, die sich zwischen ihnen erstreckten. Verschwenderisch blühende Stauden erhoben sich über die Umrahmung, breitbelaubte Weinranken strebten lebensgierig an den Säulen des Wandelganges hinauf, Blüten prangten in allen Farben und Formen, verströmten einen honigsüßen Duft. Das schläfrige Summen der Bienen lag in der Luft, nektartrunkene Schmetterlinge gaukelten über den Köpfen der Blüten, und kleine Mauereidechsen dösten auf den warmen Steinen. Als unsere Schritte sich näherten ergriffen sie blitzschnell die Flucht, huschten fort und verschwanden in den Mauerritzen.

Valentina, Borkan und ich kamen gerade von der Führung durch das Haus. Gelöster Stimmung ließ ich mich nieder, freute mich daran, was unsere Sklaven hier alles auf die Beine gestellt hatten, obgleich es sich ja alles so überstürzt ergeben hatte. Auch die Einladungen zu unserer Cena waren natürlich alle sehr spontan erfolgt. So dass ich, auch wenn wir die ganze Familie und ein paar Freunde eingeladen hatten, keine Ahnung hatten mit wem wir heute rechnen konnten. Wir würden uns eben überraschen lassen.
Oscillumscheiben schwangen leise klimpernd zwischen den Säulen, Girlanden wanden sich um die Klinen und Tische, und da kam sogar noch das Sklavenmädchen Olivia mit einem Korb voll Blumenkränze.
"Perfekt!" rief ich aus, "kommt, lasst uns feiern, lasst euch bekränzen!"
Und lachend drückte ich Valentina einen Kranz samtig roter Rosen auf ihr blondes Haupt – es war IHR Tag, und ausserdem passt es wunderbar zu ihrer Erscheinung heute – und Borkan verpasste ich einen Kranz exquisiter violett-blau changierender Anemonen, die ihm, von seinem rabenschwarzen Haar schräg in die Stirn fallend, den Anschein eines geheimnisvollen Mysterienwächters verliehen. (Zumindest in meinen Augen.)
"Oh, aber welchen soll ich nehmen?" fragte ich kokett... und überließ es den beiden, mir einen auszusuchen.



Sim-Off: Liebe Mitspieler, bitte lasst die Porta aus und kommt direkt in den Garten smile
Decima Camelia
Verwirrt über die unverhoffte Wendung und die spontane Einladung zur Verlobungsfeier ihres Onkels folgte sie fast schlafwandelnd. Unendlich viele Gedanken kreisten hinter ihrer Stirn. Von ich hab das Falsche an bis ich habe überhaupt kein Geschenk. Der schlimmste Gedanke allerdings war ich bin eine Fremde. Allein dieser ließ Camelia erzittern und ihr Herz ins Stolpern geraten.

Überall herrschte Hektik. Sklaven liefen auf und ab, gaben Anweisungen weiter und verströmten noch mehr Aufregung. Düfte zogen wie Nebel an ihr vorüber und sie ging unvermindert vorwärts wie von einer fremden Hand gelenkt. Folgte fast willenlos den sie führenden Sklaven, ihr Saiteninstrument verkrampft an sich gepresst. Müsste sie jetzt den Weg allein zurück zum Eingang gehen würde sie sich ganz sicher verlaufen. Nicht einen Augenblick sah sie sich um. Ihr Blick haftete an den Füßen des vor ihr Gehenden und ihre liefen bemüht im Gleichschritt hinten nach. Eigentlich sah es witzig aus und es hätte ihr ganz sicher Spaß bereitet unter anderen Voraussetzungen. Doch im Moment gelang ihr nicht einmal das neugierige Umsehen aus Angst ihr Blick würde sich verirren und sie sich verlaufen.

Plötzlich und unverhofft wechselte der Untergrund. Kies begann unter ihren Schritten zu knistern und buhlte um mehr Aufmerksamkeit. Es gelang ihr gerade noch den Stolperer abzufangen und ihre Kithara nicht fallen zu lassen. Diese allerdings bedankte sich auch sofort und unvermittelt mit zarten Klängen, verriet dadurch ihr Nahen. Das Ergebnis war dabei nicht nur zu hören sondern auch als Rot auf den Wangen der jungen Frau deutlich zu erkennen, als sie plötzlich ins Blickfeld der drei Personen gelangte und unverwandt stehen blieb, ein gequältes Lächeln um ihr Lippenpaar.
Cnaeus Decimus Casca
Gemessenen Tempos steuerte ich meine Schritte – vorbei an der Schlacht von Septimanca und der Statue des hauseigenen Genius - gen Garten. In der Hand hielt ich kleine aus geöltem Holz gefertigte Schatulle, in der sich mein Geschenk verbarg. Als eine junge Sklavin an die Tür meines Cubiculums geklopft hatte, in welchem ich einmal mehr über meinen Bilanzen gebrütet hatte, offenbarte sich auch schnell die überraschende Botschaft. Eine spontane Feierlichkeit im Hause ließ ich mir natürlich niemals entgehen, erst recht nicht, wenn diese einem so erfreulichen Anlass entsprang. Darüber hinaus versprach sie auch Kurzweil und ein paar neue Bekanntschaften, die einen guten Mann von seinen Pflichten ein wenig ablenken konnten, selbst wenn ich diese Pflichten sowieso oft genug mittels Unternehmungen zur Steigerung der Lebensfreude auf die lange Bank schob.

“Mein lieber Faustus...nein... Mein lieber Cousin, es ist mir eine Ehre an deiner kleinen Feierlichkeit teilzuhaben... und...“, sprach ich vor mich hin, um mir passende Worte zurecht zu legen.

Immerhin verlobte man sich nicht jeden Tag. Das war schon etwas Besonderes. Im Falle von Faustus empfand ich es schon als etwas sehr Außergewöhnliches, denn wie man hörte war er nicht unbedingt ein Mann der festen Bindung. Und erst recht nicht mit einer Frau.

“Mein lieber Cousin, verehrte Quintilia Valentia...“, murmelte ich weiterhin in meinen nicht vorhandenen Bart.

“Valentina!“, verbesserte Muckel, der schräg hinter mir ging.

“Oh ja...verehrte Valentina...Quintilia Valentina... Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, euch dieses geringe Geschenk zu eurer Verlobung....“

“Du willst ihnen dieses Ding wirklich schenken?“

Ich wendete mich noch im Gehen zu meinem Sklaven herum und warf ihm einen verständnislosen Blick entgegen. Dann schaute ich hinunter auf die Schatulle, die einen meiner kleinen Schätze verbarg. Beinahe schützend legte ich eine Hand darüber.

“Warum sollte ich es nicht schenken?“

“Naja,....“ Muckel zog eine recht angestrengt aussehende Grimasse. “Es ist schon ein bisschen... ich will nicht sagen...albern, aber...“

“Na, dann sag' es auch nicht!“, entgegnete ich eingeschnappt.

Zugegeben, eine meiner Pferdefiguren zu verschenken war nicht unbedingt die Idee des Jahres. Zum einen, weil nicht jedermann mit derartigen Dingen etwas anfangen konnte, zum anderen, weil ich mich nur höchst ungern davon trennte. Diese kleine, aus weichem Holz geschnitzte Quadriga hatte ich allerdings doppelt und somit würde der Trennungsschmerz nicht gar so harsch ausfallen. Außerdem war es ein Zeichen, dass dieses Präsent von Herzen kam, auch wenn es in aller Hektik herausgesucht worden war. Immerhin war dieses Fest derartig überraschend gekommen, dass es kaum eine Gelegenheit gab, sich: a. Lange Gedanken zu machen und b. Sich noch einmal in die Stadt zu begeben.

“Nun denn... er kennt dich ja,“, seufzte Muckel nun, während wir den Garten erreichten.

Dieser war wirklich hübsch her gemacht, denn zu der naturgegebenen Üppigkeit der Bepflanzung kamen noch träge klimpernde Osciliumscheiben und Girlanden. Ich staunte einen Moment lang nicht schlecht, was hier auf die Beine gestellt worden war. Als ich noch unter den Weinranken stand, kam auch schon eine Sklavin mit einem Körbchen auf mich zu und setzte mir unter einem Lächeln einen Kranz aus mir unbekannten weißen Blüten auf das Haupt, die mit meiner hellblauen Gewandung hervorragend korrespondierten. Ich nickte freundlich, straffte mich ein wenig und hielt auf den Gastgeber zu, neben dem sich seine Verlobte und ein weiterer junger Mann aufhielten. Unterdessen nahm ich auch wahr, wie eine noch recht jung wirkende Frau auf dem Kies beinahe stolperte. Sie hielt eine Kithara unter dem Arm und wollte wahrscheinlich durch musikalische Untermalung ein wenig zur Stimmung beitragen. Allerdings sah sie ein wenig verspannt aus. Fröhlich lächelte ich ihr entgegen und grüßte sie im Vorbeigehen mit einem aufmunternden: “Salve, schöne Dame!“ Ja, meine Laune war wirklich gut. Vor dem Gastgeber und quasi neben ihr, kam ich dann schließlich zum Stehen und wartete auf den Moment, das Geschenk zu überreichen.
Quintilia Valentina
Überwältigt von der Fülle und der Pracht die sich ihr hier in diesem Haus bot war sie noch ganz sprachlos als sie in den Garten traten. All die kunstvollen Statuen und Gemälde waren so beeindruckend und vor allem das, welches auch ihrem Zukünftigen am besten gefiel, hatte am meisten Eindruck auf sie hinterlassen. Es musste sehr schön dort sein wo er aufgewachsen war und Valentina war jetzt schon ganz verzückt, doch dann traten sie eben in den Garten und sie konnte gar nicht glauben was sie hier alles sah. Alles war wunderbar hergerichtet und die Sklaven eilten umher um noch die letzten Kleinigkeiten zu präparieren.
Ihr eigener Sklave war mittlerweile hoffentlich bei ihr Zuhause angekommen um ihre Nichten zu holen. Mardonius hatte sie hierher begleitet und vor der Türe gewartet. Nun, als klar war, wie sich der Abend entwickelte, hatte sie ihn auf schnellstem Weg zur Casa Quintilia geschickt um ihre beiden Nichten zu holen. Sie durften an so einem schönen Tag nicht fehlen. Sie hoffte er nahm die Beine in die Hand, sodass sie ihre Liebsten bald um sich hatte.
Die junge Quintilia war froh eines ihrer besten Gewänder ausgewählt zu haben, sodass sie wenigsten ein klein wenig etwas darstellte zwischen all den schönen Dingen die es hier gab. Und die Rosen, die sie alsbald im Haar trug rundeten ihre Erscheinung farblich passend vollkommen ab. Sie kam sich vor wie in einem Traum. Ein wunderschöner Traum, der hoffentlich nie wieder enden sollte.
„Danke, die sind wirklich schön und dir steht das auch besonders hervorragend.“
Meinte sie mit einem Blick auf Borkan.
„Nun, was könnten wir denn für dich aussuchen?“
Ging sie spielerisch auf die Neckereien ein, blickte aber hoch als sie feine Musik hörte, die aber gleich wieder abbrach. Es schien als näherten sich schon die ersten Familienmitglieder. Valentinas Nervosität wuchs. Bei den Sklaven und Bediensteten war es nichts besonderes, auch wenn sie ihnen mit dem nötigen Respekt entgegen getreten war. Familie aber war eine ganz andere Schublade. Sie hoffte so sehr, dass sie aufgenommen wurde. War sie doch die Neue und sicherlich war ihr familiärerer Hintergrund bekannt. Nervös strich sie Serapio unbemerkt über die Hand, während ihr Blick zwischen dem Inhalt des Korbes und dem Weg, der zu ihren Klienen führte, hin und her huschte.
„Nun, ich schwanke zwischen diesem unschuldig weißen Myrtekranz, der sich wunderbar auf deinem dunklen Haar abzeichnen würde oder dieser Kranz aus diesem kräftigen, dunkelrotem Oleander. Der würde farblich zu meinem Ring passen und somit gleich allen symbolisieren, dass ab jetzt zusammen gehören.“
Fast erschrocken blickte Valentina nach ihrem letzten Satz zu Borkan. So hatte sie das nicht gemeint. Nun ja doch schon gemeint aber nicht um ihn auszuschließen… Ach, das Ganze war wohl doch etwas komplizierter als sie dachte.
„Was meinst du?“
Raunte sie dann dem Dritten im Bunde zu, in der Hoffnung noch ein bisschen etwas gutmachen zu können.
Decima Camelia
Die Situation wurde immer unangenehmer und die Verspannung in Camelia steigerte sich noch beim Gruß eines recht ansehnlichen jungen Mannes. Seine Stimmung schien vortrefflich ganz im Gegensatz zu ihrer. Er gehörte offenbar zu den Bewohnern der Casa, so selbstsicher wie er sich benahm auch beim Übergeben eines Blütenkranzes. Als auch ihr der Korb mit den Kränzen entgegen gehalten wurde befand sich das lähmende Gefühl in ihr auf dem Höhepunkt. Wohl auch bemerkt von dem Mädchen. Griff diese doch sogleich beherzt nach einem Kranz aus himmelblauen sehr zarten Blüten und schob ihn ihr auf das dunkelbraune Haar. Ihr Lächeln kam genau richtig und Camelia lächelte das erste Mal ein wenig unverkrampfter zurück.

Überhaupt schien die Stimmung auf sie positiv zu wirken. Zuerst kam Leben in ihre blauen Augen. Schweifend ging der Blick über die einzelnen Personen. Sie wagte sogar einen Schritt näher auf die Anwesenden zu und auch ihr Saiteninstrument mit dem Band am linken Handgelenk zu befestigen. So blieb ihr endlich mehr Handlungsfreiheit und sie fühlte sich nicht mehr so starr und bewegungslos.

Zuerst beobachtete sie die überaus hübsche Blonde. Offenbar die von ihrem Onkel auserkorene Frau, trug sie doch rote Rosen auf ihrem Haar und lächelte wie es Verliebte oftmals tun. Ihr Onkel, dessen Haar unverkennbar das eines Decimer und die Ähnlichkeit mit ihrem Vater nicht zu verleugnen war, wirkte auf sie sehr gut gelaunt. Ein Blick in sein Gesicht erhellte das ihre jetzt deutlicher und der Stolz seiner Nichte war nicht zu übersehen. Der Jüngere in der Dreiergruppe wirkte wie eine Figur aus einem Wandgemälde. Sein schwarzes Haar und der passende Haarschmuck hielten jedem Vergleich mit Wesen aus der Mythologie stand.

Von ihrer Vorstellungskraft bestärkt wurde ihr Blick mutiger und wanderte zu dem eben sie Grüßenden. Ihre Erwiderung kam zwar nun ziemlich verspätet und auch noch etwas zögerlich, jedoch gut hörbar vermutlich nicht nur für den sie gedacht war. Salve, junger Herr!
Marcus Iulius Licinus
Licinus, gemäß militärischer Gewohnheit früh dran, merkte, dass er wieder einmal zu den ersten gehörte, als er den Garten betrat. Wobei nein, sofort tat er das nicht, denn zu beginn musste er ersteinmal die Üppigkeit des Gartens bewundern. Die Szenerie war aber auch so das absolute Gegenteil der gesplitteten Lagerstraßen und der mit Feldwegen und Heerstraßen umzogenen Feldern Mantuas.

Nachdem er sich also gesammelt und genannte Erkenntnis gewonnen hatte, analysierte er die Lage. Da war Serapio, zwei junge Frauen zwei junge Männer. Die blonde direkt neben seinem Freund war wohl die Braut, den Rest kannte er nicht. Er setzte auf Verwandtschaft von Braut oder Bräutigam. Da diese bei einer Hochzeit den Vortritt bekommen sollten reihte Licinus sich dahinter ein und wartet bis er dran war.

Als er dann vor dem jugen Decimer stand reichte er ihm die Hand und die Worte kamen ihm nur stockend über die Lippen, so ergriffen war er davon, dass Serapio so glücklich zu sein schien. Genau genommen meinte der Präfekt den Tribunen der Garde noch nie so glücklich gesehen zu haben.
"Glückwunsch, Kamerad, Glückwunsch von ganzem Herzen! Hoffe du verzeihst, dass ich kein Geschenk bei mir habe. Deine Einladung kam ausgesprochen kurzfristig und ... überraschend. Hatte noch nicht mal Gerüchte gehört." letzteres mochte im fernen Mantua allerdings nicht allzu viel heißen. Dennoch war es für Serapio vemutlich eine Erlösung, als Licinus seine Hände löste, die zuvor wie eine eiserne Zwinge Hand bzw. Unterarm umschlossen hatten.
Dann wandte er sich an die Braut und wieder einmal wurde er sich seiner mangelnden Etikette bewusst. Er konnte einer völlig fremden kaum auf solche Art die Hand reichen, also stand er nun etwas steif da und wusste nicht, wo er seine Händer unterbringen sollte, während er mit nicht weniger Wärme in der Stimme fortfuhr.
"Auch die, werte Quintilia meine herzlichsten Glückwünsche. Ich wünsche euch beiden eine wahrlich glückliche Zukunft." Die hatten sie nun durchaus verdient, er wusste zwar nichts um die etwaigen Schicksalsschläge im Lebenslauf der jugnen Frau, aber er war sich sicher, dass Serapio allein genug für zwei hatte erdulden müssen.
Marcus Iulius Dives
Zitat:
Original von Marcus Iulius Licinus

Nachdem er in einer ersten Reaktion noch ganz und gar kategorisch ausgeschlossen hatte, auch nur einen einzigen Fuß auf den Boden dieser decimisch-quintilischen Verlobungsfeierlichkeit zu setzen, hatte Dives in dem späteren Gespräch mit seinem Großonkel seine Meinung noch einmal revidiert und sich partell umentschieden. Denn zwar sah er nach wie vor nicht, dass Serapio und er Familie oder Freunde waren - und der Decimer selbst hatte ja geschrieben, dass auch er glaubte, dass sich eine Freundschaft wenn dann überhaupt erst einmal wieder neu entwickeln müsste zwischen ihnen. Jedoch wollte der Iulier auch nicht, dass irgendwer noch glaubte, er wäre in irgendeiner Form eifersüchtig auf das, was Serapio hier scheinbar aufzubauen versuchte. Stattdessen nämlich war er noch immer verletzt von dem Vertrauensbruch des Decimers, der offenkundig seiner nun Verlobten frei heraus ausgeplaudert hatte, dass Dives und er sich einst sehr viel näher gekommen waren - und Dives folglich ebenfalls eine Vorliebe für das männliche Geschlecht hatte. Dazu addierten sich Serapios Beleidigung Torquatas sowie die ganze sonstige Liste der Dinge, welche der Iulier dem ehemals Geliebten mittlerweile so nachtrug.

Seinem eigenen Plan folgend begleitete der heute absichtlich nicht außergewöhnlich schick gemachte Großneffe seinen Großonkel bis in die Casa Decima und bis in deren Garten, wo die Feierlichkeiten offenkundig stattfinden sollten. Dort angekommen sah er sich sogleich um, da er seiner Idee folgend natürlich auch wollte, dass Serapio es sah und mitbekam, wie Dives schon kurz nach seinem Eintreffen hier bereits wieder verschwand. Zu seinem Unglück allerdings verpasste er den Zeitpunkt, zu welchem er eigentlich hatte gehen wollen und fand sich stattdessen nun neben seinem Verwandten stehend direkt vor den beiden Verlobten wieder.
"Salvete.", grüßte er nicht halb so freudig und von der allgemeinen Stimmung hier mitgerissen, wie sein Großonkel. "Auch meine Glückwünsche dem verlobten Paar." Der Quintilia schenkte er bei diesen Worten immerhin ein ansatzweise bemühtes Lächeln, welches beim Blick zu Serapio jedoch sogleich wieder erstarb. "Meine Frau kann heute leider nicht hier sein, da sie sich zur Zeit von Amtswegen aus in Misenum befindet.", erklärte er hernach unbeeindruckt von ihrer ausdrücklichen Ausladung. "Und ich selbst, man mag es mir verzeihen, kann ebenfalls nicht lange bleiben, da ich morgen eine wichtige Rede vor dem Senat zu halten habe." Und da jene Rede - sein quaestorischer Abschlussbericht - auch gut werden sollte, war bekanntlich jede Gelegenheit zur vorherigen Übung nur Gold wert. "Genauer gesagt intendiere ich, mich bereits jetzt gleich wieder auf den Heimweg zu begeben." - Im Gegensatz zum Decimer bei der Hochzeit des Iuliers... ohne hier nun eine große Szene zu veranstalten.
Decima Camelia
Innerlich durchschnaufend war Camelia froh den Zugang nicht noch länger blockiert zu haben. Ein paar Schritte trennten sie von dem Herrn in Uniform und die waren entscheidend nicht erneut in Schockstarre zu verfallen. Welch ein Auftritt! Den dargebotenen Ehrgeiz kannte sie von ihrem Vater und er nötigte ihr auch genau so viel Respekt ab wie damals im Kindesalter.

Schmetterlingsartig begann der Blick der Braunhaarigen zwischen allen Anwesenden hin und her zu flattern als eine Art von Ansprache begann. Als der Redner dabei auch die Worte auf das nicht vorhandene Geschenk lenkte bildete sich ein wachsendes drückendes Knäuel in ihrer Kehle und brennende Röte stieg ihren Hals nach oben. Hatte sie doch auch kein Geschenk und das durch die romantische Stimmung irgendwie zu verdrängen versucht. Jetzt war es deutlich wieder gegenwärtig und kreisende Gedanken wirbelten hinter ihrer Stirn. Vielleicht sollte ich …? Zu Ende denken war derzeit noch unmöglich, dazu ihre bestehende Nervosität noch viel zu groß. Als Möglichkeit jedoch schloss sie es nicht sofort aus. Im Gegenteil. War es doch für sie etwas wo sie Selbstsicherheit beweisen und zeigen konnte, dass auch sie den Ehrgeiz einer Decima in sich barg.

Noch ein Gratulant, der sich wahrscheinlich im Hintergrund gehalten hatte und der jetzt seine Glückwünsche überbrachte. Nicht minder sonderbar seine Worte und auch die Ankündigung gleich wieder gehen zu wollen fand sie befremdlich für eine Verlobungsfeier. Doch stand ihr auch weiterhin nicht der Sinn eine Wertung dazu abzugeben. Viel verlockender war es eine der einladenden Klinen aufzusuchen und es sich bequem zu machen beim Beobachten des weiteren Geschehens.
Ihre Glückwünsche wollte sich Camelia noch aufsparen und später die Gelegenheit nutzen um das nun auch endgültig von ihr geplante Geschenk entsprechend präsentieren zu können.
Borkan
Zitat:
Original von Quintilia Valentina
...
„Nun, ich schwanke zwischen diesem unschuldig weißen Myrtekranz, der sich wunderbar auf deinem dunklen Haar abzeichnen würde oder dieser Kranz aus diesem kräftigen, dunkelrotem Oleander. Der würde farblich zu meinem Ring passen und somit gleich allen symbolisieren, dass ab jetzt zusammen gehören.“
Fast erschrocken blickte Valentina nach ihrem letzten Satz zu Borkan. So hatte sie das nicht gemeint. Nun ja doch schon gemeint aber nicht um ihn auszuschließen… Ach, das Ganze war wohl doch etwas komplizierter als sie dachte.
„Was meinst du?“
Raunte sie dann dem Dritten im Bunde zu, in der Hoffnung noch ein bisschen etwas gutmachen zu können.


Ich musste beinahe laut los lachen, konnte mich aber rechtzeitig bremsen, aber ein breites fröhliches Grinsen blieb. „Also das unschuldige, nein das trifft es nun wirklich nicht.“ ich zwinkerte Serapio verschwörerisch zu.
„Der dunkelrotem Oleander!“ sagte ich nun bestimmt, nahm jenen Kranz und lelgte ihn in Valentinas Hände, damit sie eben diesen Serapio auf das Haupt setzen konnte. „Es ist euer Tag, jeder hier soll sehen, dass ihr von nun an zusammen gehört. Und ja er passt hervorragend zu deinem Ring.“ sagte ich während ich ihre Hände bei der Übergabe des Kranzes kurz festhielt.
Bevor nun hier aber wohl gleich eine Schar von Gratulanten auftauchen würde, war es an mir meine Geschenke zu übergeben. Ich zog ein Tuch und einen farblich dazu passenden Gürtel hervor. Legte Valentina das Tuch um die Schulter und Serapio den Gürtel um die Tunika.
Einen Schritt zurück tretend betrachtete ich nun die beiden. Sie sahen wirklich gut aus, auch wenn mir das einen kleinen Stich versetzte, freute ich mich dennoch für die beiden. „Zeigt es ruhig allen, dass ihr nun zusammen gehört.“ Und Valentina flüsterte ich noch zu. „Jede Frau in Rom würde bei deinem Anblick heute vor Neid erblassen.“ Das ich da ein eine gan(s)z bestimmte dachte, würde sich die Quintila bestimmt denken können.
Dann kamen sie auch schon die ersten Gratulanten, ich nickte beiden lächelnd zu und verzog mich in eine ruhige Ecke von der aus ich alles gut sehen konnte, ohne jedoch zu stören.
Quintilia Sila
Einige Zeit hatten die Zwillinge im Balneum der Villa Quintilia verbracht, schließlich sollte das heute der erste so richtig offizielle Auftritt der beiden werden.

Hui was freute Sila sich.

Sila hatte es ja sogar geschafft, das sie Pina überreden konnte, sich schon am Abend vorher die Haare einzudrehen. Das Ergebnis war ein wunderbare Lockenpracht, die Sila bei sich und ihrer Schwester mit mit geschickten Fingern in Form brachte und mit einem, farblich zu den blauen Tuniken die sie trugen, passenden Band locker zusammenband.
Sie trugen beiden eine Kette aus weißen Perlen, auf jeden weiteren Schmuck wurde auch verzichtet.
„Wir sind jung wir müssen von nichts ablenken.“ Hatte Sila lachend zu ihrer Schwester gesagt. Oh ja Sila freute sich auf den heutigen Tag.
„Ein Feier Pina, eine richtige Feier. Hier in Rom. Oh dass habe ich mir so sehr gewünscht.“ Sila tänzelte fröhlich um ihrer Schwester herum. Zupfte mal hier an deren Tunika, mal dort, bis alles wirklich perfekt saß.

Sie waren also mal wieder äußerlich nicht zu unterscheiden und genau so traten sie nun auch vor ihre Tante und den Gastgeber.

„Salve Decimus Serapio vielen Dank für die Einladung und herzlichen Glückwunsch.“ Die Tante wurde mit einer Umarmung und lieben Worten bedacht. „Oh Tante. Es ist so eine Freude. Alles Glück dieser Welt für dich und für deinen Zukünftigen.“

Erst jetzt nahmen sich die Zwillinge Zeit die restlichen Gäste zu betrachten.
Quintilia Pina
Einige Zeit hatten die Zwillinge im Balneum der Casa Quintilia verbracht, schließlich sollte das heute der erste so richtig offizielle Auftritt der beiden werden.

Meine Herren was freute sich Sila.

Mit ihrer üblichen Überzeugungskraft, wie Sila das immer wieder schaffte wusste Pina auch nicht, hatte ihre Schwester es geschafft, dass Pina sich von ihr die Haare eindrehen ließ.
Pina hatte das Gefühl, dass ihr jedes Haar einzeln von Sila in Form gebracht wurde. Wie sie es hasste, die gefühlte Ewigkeit wegen so was still zu sitzen.
Dann noch dieser Aufwand mit dem farblich abgestimmten Tuniken und Haarbändern, vom Schmuck und dem Gedönse wollte sie erst gar nicht reden.

Dieser Tag wurde wie ihr schien extra für ihre Zwillingsschwester erfunden und erschaffen. Jetzt hatte sie Gelegenheit sich so richtig auszutoben. Sollte sie ruhig, dass Verhängnisvolle daran war nur, sie selber musste mit dadurch. Sie musste es über sich ergehen lassen nicht nur von Sila umtänzelt zu werden, nein sie musste es auch über sich ergehen lassen, dass Sila immer wieder etwas fand um an ihr herum zu zupfen, die reinste Marter.

Sie waren also mal wieder äußerlich nicht zu unterscheiden und genau so traten sie nun auch vor ihre Tante und den Gastgeber.

„Salve Decimus Serapio vielen Dank für die Einladung und herzlichen Glückwunsch.“ Die Tante wurde mit einer Umarmung und lieben Worten bedacht. „Oh Tante. Es ist so eine Freude. Alles Glück dieser Welt für dich und für deinen Zukünftigen.“

Erst jetzt nahmen sich die Zwillinge Zeit die restlichen Gäste zu betrachten.
Quintilia Valentina
Glücklich betrachtete Valentina ihren Zukünftigen der nun geschmückt war mit einem Kranz aus rotem Oleander. Soso, unschuldiges Weiß wäre also nicht so passend gewesen. Valentina hatte den verschwörerischen Blick zwischen den Männern sehr wohl wahrgenommen und in sich hinein gelächelt. Gut sah Serapio aus, das tat er ohnehin aber nun wirkte er gleich noch festlicher. Valentina hatte ein gutes Gefühl was ihre Beziehung zu Borkan betraf. Er machte auf sie auch einen offenen Eindruck und seine Umarmung vorhin war herzlich. Vielleicht war er eines Tages wirklich der Bruder, den sie so sehr brauchte.
"Kein unschuldiges Weiß also..." Lächelte sie und strich Serapio über die Schulter als müsste sie dort etwas abwischen.
Dann übergab Borkan seine Geschenke und Valentina war ganz gerührt, sie betrachtete das Tuch und fuhr mit den Fingern darüber, es war ein angenehmer Stoff, sie würde es in Ehren halten. Als der Freund sich dann entfernte, sah sie ihm kurz nach, dann konzentrierte sie sich auf die Gratulanten.

So gut sie konnte, versuchte Valentina ihre Nervosität zu verbergen.
Ein ihr unbekannter Mann trat heran und begrüßte Serapio mit Kamerad, also war er auch ein Soldat, schlussfolgerte Valentina und freute sich über die offensichtliche Freude des Kameraden.
Als er dann sie ansprach nickte sie ihm höflich zu. "Vielen Dank für deine Glückwünsche. Und, wenn mir diese Bemerkung erlaubt ist, mir ist es Geschenk genug dich kennen lernen zu dürfen."

Dann trat Dives auf den Plan und Valentina hielt kurz die Luft an. Ein Blick über dessen Schultern verriet ihr, dass er offensichtlich alleine war. Erleichtert atmete sie aus, blieb dennoch sehr distanziert. Etwas, dass ihr eigentlich nicht gefiel, doch auch sie wusste wann es besser war Abstand zu wahren. Und dieser Mann hatte nicht nur Serapio sehr wehgetan, das letzte Mal als sie sich sahen war er wutentbrannt davon gelaufen.
Dennoch war sich Valentina ihrer Pflicht bewusst und nickte auch Dives zu.
"Danke für dein Kommen und die Glückwünsche."
Sie überging absichtlich die Bemerkung mit der fehlenden Frau. Welch ein Jammer aber auch, doch Valentina schwieg sich darüber aus. Sie erinnerte sich stattdessen an die Worte von Borkan und über römische Frauen die vor Neid erblassten. Sie hatte sehr wohl verstanden, was er damit meinte und das alleine genügte Valentina.
"Nun dann wollen wir dich sicherlich nicht von deinen wichtigen Reden abhalten. Man muss schließlich Prioritäten setzen." Meinte sie dann mit einem Seitenblick zu Serapio, dem sie bei diesen Worten die Hand auf den Arm legte. Sie konnte sich kaum vorstellen, wie es in ihm aussehen musste. Sie sah es als große Geste an, dass Serapio ihm ebenfalls eine Einladung zukommen hatte lassen.

Zum Glück kamen in diesem Moment ihre beiden Nichten und vor Freude strahlend nahm Valentina beide überglücklich in den Arm. "Auch ich freue mich so sehr. Und danke für eure Segenswünsche."
Sie löste sich von den Beiden und sah sie aufmerksam an.
"Ihr seht wunderschön aus." Stolz strich sie beiden über die Wange. Nein, lange würde es sicherlich nicht dauern, dann waren ihre Nichten die Nächsten, auf deren Verlobungsfeier sie eingeladen waren.
"Kommt, suchen wir für euch auch noch einen Kranz."
Sie ging mit den Beiden ein paar Schritte zur Seite zu der Sklavin mit dem Korb voller Kränze. Sie wusste nicht ob es richtig war, doch vielleicht wollte Serapio noch ein paar Worte mit Dives wechseln, ohne dass sie dabei stand.
Decima Camelia
Zufrieden mit der gewählten Kline und es sich halb liegend bequem gemacht, sah Camelia dem Treiben zu. Zuerst einmal jubelte ihr Herz vor Begeisterung über die göttliche Erscheinung ihres Onkels mit dem roten Oleanderkranz auf seinem dunklen Haar. Jetzt war auch er passend gekränzt zu seiner wunderhübschen Braut. Schien er doch derzeit etwas sprachlos überwältigt von der Gesamtsituation und den übergebenen Geschenken des Jünglings.

Schlag auf Schlag ging es weiter. Schon erschienen die nächsten Gratulanten in Form doppelter Ausführung. Selbst die inzwischen entspannt wirkende Braunhaarige war genötigt sich die Augen zu reiben. Erst mit dem zweiten Blick gelang es ihr das Bild genauer zu erfassen. Tatsächlich waren es zwei überaus hübsche Mädchen. Anscheinend gut bekannt mit Valentina so herzlich wie die Begrüßung und die erhaschten Worte ausfielen.

Langsam kam Stimmung in das Szenario. Auch die Blauen von Camelia flatterten wieder wie Schmetterlinge durch das bunte Farbenspiel. Passend zu dem Grün der Buchbaumhecken und den überaus prächtig bestückten Blumenbeeten rundeten die Anwesenden das Bild. Hatte sie sich auf dem Weg hier her noch als Fremde gefühlt, konnte sie jetzt zunehmend bemerken wie der Wohlfühlfaktor nach oben stieg. Nun wartete sie nur noch auf den Augenblick der ihr günstig erschien um sich vorzustellen und auch ihre Glückwünsche los zu werden.
Mardonius
Mardonius bemühte sich nicht aufzufallen. Er war nicht sicher was man von ihm als Sklaven hier erwartete. Auf Sina und Pina aufpassen war sicher schonmal ein guter Anfang, aber nachdem er sie sicher hier hin gebracht hatte sollte die Situation ja jetzt übersichtlicher sein.

Wobei übersichtlich waren die Beiden nun wirklich nicht. Er konnte sie so wie sie herausgeputzt waren wirklich nicht unterscheiden. War das jetzt Pina gewesen und dann Sina die gratuliert hatten oder umgekehrt. Ohh das würde noch kompliziert werden! Aufmerksam achtete er darauf das er die Zwei nicht aus den Augen verlor.
Cnaeus Decimus Casca
Auf den Gruß der jungen Unbekannten hin nickte ich wohlwollend und wartete dann ab, bis ich meine herzlichen Segenswünsche überbringen konnte. Noch ging es einen Moment um die Kränze, welche das Haupt zieren sollten, also wollte ich mich nicht vordrängen. Dabei beäugte ich vorsichtig die Verlobte meines Cousins und den weiteren Begleiter, der daneben stand. Offenbar wirkten alle zufrieden und auch glücklich. Da sich aber bereits hinter mir weitere Gäste tummelten, um auf den Moment der Gratulation zu warten, beeilte ich mich ein wenig und brachte meine Glückwünsche hervor. Mein Präsent überantwortete ich dem Gastgeber und sah sogleich den Moment gekommen, um mich ein wenig zurück zu ziehen und alles von einiger Distanz aus zu beobachten. Immerhin wollte ich nicht neugierig wirken, obgleich ich es natürlich war.
Ich begab mich hinüber zu einer Anordnung von Klinen und beschaute mir die bunte Gästeschar, welche nach und nach immer zahlreicher wurde. Bekannte Gesichter fand ich kaum unter ihnen, doch wem war ich in Rom seit meiner Ankunft schon groß begegnet? Darüber hinaus hatte ich auch mein Ohr nicht für irgendwelchen Tratsch hergegeben. Auf einer der Klinen ließ ich mich nieder und beauftragte Muckel damit, mir etwas Schmackhaftes zum Trinken zu organisieren. Mein Knie schmerzte ein wenig, also streckte ich mein Bein aus und sog noch einmal die Atmosphäre des Gartens in mich auf. Ganz wunderbar war alles gestaltet und es würde sicher auch Eindruck machen. Welchen Eindruck ich selber machte, bekümmerte mich in jenen Moment nicht sonderlich. Wahrscheinlich wirkte ich ein wenig wie bestellt und nicht abgeholt, doch ich war fest entschlossen, dieses Fest auf mich wirken zu lassen. Erst jetzt bemerkte ich, dass sich die junge Frau mit der Kithara neben mir befand. Wieder lächelte ich ihr entgegen und nickte freundlich, doch dann war Muckel auch schon zurück.

“Hier, dein Wein!“ Mit etwas Nachdruck hielt er mir den Becher entgegen, in den ich einen kurzen Blick warf.
“Ja, ein wirklich köstliches Elixier!“ Ich zwinkerte der Unbekannten zu und nahm einen kräftigen Schluck.
Decima Camelia
Nun war der Augenblick gekommen, den Camelia für günstig hielt ihre Glückwünsche und ihr Geschenk zu übergeben. Darum entging ihr auch gänzlich das Zuwinkern des jungen Herrn, der nach seinen Glückwünschen in ihrer Nähe Platz fand. Eigentlich war es ja keine wirklich fassbare Gabe und sie etwas zögerlich ob es den beiden Brautleuten gefallen würde. Trotzdem wollte sie es jetzt endlich versuchen und nicht noch länger vor sich her schieben.

Auf der Kline sich zum Sitzen aufrichtend und das Band der Kithara fest um das linke Handgelenk schlingend schlug sie die erste Saite kurz an. Damit wollte sie die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich ziehen und gleichzeitig sehen ob ihr Instrument die Fahrt gut überstanden hatte.
Einige Wimpernschläge trat erneut Ruhe ein und dann begann sie mit den Fingern der rechten Hand ihren Gesang zu begleiten.

Ein lustig Vöglein ist die Liebe
sobald der Mensch sie leben lässt.
In Frieden möcht sie sich ausbreiten
möcht fliegen in des Himmels Weiten
sich halten auch vom Wind gepresst.

Auch Sehnsucht kann die Liebe sein,
dann trägt sie schwer an ihrer Last.
Zerbrechlich scheint das Herz dabei
in Träumen, Zweifel, Tränen, Schrei
hast du den Augenblick verpasst.

Drum sollte Liebe ehrlich bleiben
kräftig wachsen und gedeihn.
Zwei Menschen können sie erleben
sich nicht nur Zärtlichkeiten geben
auch Fehler sollten sie verzeihn.


Der Anfang hörte sich noch etwas weniger melodisch an bis das Spiel ganz zu ihrem wurde. Dazu ihre sehr klangvolle Stimme. Der Text ganz dem Paar gewidmet vermittelte ihr die Selbstsicherheit für die sie in Verbindung mit ihrem Instrument schon immer bekannt war. Als der Gesang sein Ende fand schlug sie zum Abschluss noch einige Töne mit Links.
Nachdem auch diese Töne verklungen und nur noch das Herz der Dunkelhaarigen den Takt mitschlug erschien ein sachtes Lächeln auf ihren Lippen und es folgte eine kurze Pause.

Schließlich hob sie ihre Stimme noch einmal.
Hoffentlich hat euch mein kurzfristig ausgedachtes Geschenk gefallen und ihr behaltet es in guter Erinnerung. Es ist ganz das Eure! Von Herzen wünsche ich euch Glück. Ihr seht Beide so wunderhübsch aus und ich freue mich so sehr hier das Fest mit euch feiern zu dürfen.
Ein wenig runter gerasselt und im Vergleich zum Gesang etwas hölzern klangen die Worte jetzt schon. Allerdings schien Camelia recht zufrieden damit und das fand sich jetzt auch spontan in ihren Blauen wieder die zu Strahlen begannen.
Faustus Decimus Serapio
Myrte! Ich lachte, schnitt eine entsetzte Grimasse und protestierte prustend: "Ich bin doch nicht die Braut!" Die unschuldige jungfräuliche Braut! (Wir erprobten hier zwar gerade eindeutig neue und unkonventionelle Formen des Zusammenlebens und der Beziehungsgestaltung - aber das, das ging gar nicht... Meine Verlobte hatte es faustdick hinter den Ohren, hinter ihrer unschuldigen Miene...
Borkans Zwinkern ließ mich gleich wieder losprusten, und ausgelassen schlang ich den Arm um seine Schultern, und drückte ihn übermütig. Dann neigte ich meinen Kopf vor Valentina und ließ mich von ihr bekränzen – mit dem roten Oleander, zum Glück. Der passte auch besser zu meiner safrangelben Tunika... die Borkan mir nun locker gürtete. Ich hatte ganz und gar nicht mit einem Geschenk gerechnet, und dieses weitere Zeichen seines Großmutes rührte mich sehr.
"Danke, Corazón..."
(Ein Gürtel, den er mir um meine Lenden schlang... die Bedeutung war nicht schwer zu erkennen.)
"Allerdings" stimmte ich seinen Worten, an Valentina gewandt zu, "Erblassen und verblassen!"
Am liebsten hätte ich auch ihn direkt an meiner Seite gehabt, aber... er hatte schon recht, es war Valentinas Tag. (Oder Abend.)

Während ich noch ganz überwältigt von all dem war, hatte Valentina sich bereits gefasst und begrüßte die ersten Gäste.
Licinus war der erste der uns gratulierte. Überglücklich dass er gekommen war nickte ich strahlend, aber auch ein wenig verbissen, denn mein Unterarm, der da in seinem stählernen Griff verschwunden war, meldete sich schmerzhaft...
"Danke! Danke mein Freund, danke von Herzen. Wie großartig dass du gekommen bist!" Und ich lachte, als er sich so höflich entschuldigte kein Geschenk zu haben. "Haha, Unsinn, wir haben euch doch alle überfallen mit unserer plötzlichen Einladung, es ist ja auch überraschend über uns gekommen, dieses Glück."
Auch wenn es natürlich aus Vernunftgründen entsprang, es war doch wahrlich: ein Glück.
Ich beugte mich zu Licinus und raunte ihm heimlich zu: "Konnte gar nicht glauben dass sie mich nimmt!"
Licinus wiederzusehen erinnerte mich nebenbei daran, das Dokument, das schon seit Monaten irgendwo in dem zu-erledigen-Haufen in meinem Officium verschwunden war, endlich, nun ja, zu erledigen. Er hatte mir, wie ich damals in meinem Zorn gefordert hatte, das Land zurückgeben wollen. Das war sehr anständig von ihm, doch mein Zorn war verflogen und das Land, aus dem er so viel gemacht hatte, war nun mal seins, und sollte es auch bleiben.
"Also iss und trink und sei fröhlich mit uns!" forderte ich ihn grinsend auf, schnappte einem Sklaven einen Silberkelch vom Tablett und drückte ihn Licinus in die Hand. Es war, nebenbei erwähnt, ein guter Massiker, mit dem unsere Diener alle Gäste gleich versorgten. Da der Abend noch jung war, war der Wein auch (noch) so verdünnt wie es sich gehörte.
Die allerersten Speisen wurden auch aufgetragen, auf Spießen arrangiert und als handliche Häppchen. Da alles heute ein wenig durcheinander ging (was auch ganz gut so war), und es keine formelle Cena war, wurden die Vorspeisen einfach kreuz und quer herumgereicht.
"Und hiermit wirst auch du..." sagte ich in scherzhafter Feierlichkeit zu meinem ältesten Freund, und fischte einen Kranz aus dem Korb, "für heute Abend dem Gott des Festes geweiht!"
Zack, hatte er ihn auf den Kopf gedrückt bekommen! Es war aber ein ganz dezenter, mit Efeu und Passionsblumen.

Beim nächsten Gast jedoch, da wagte ich das nicht. Dives, Marcus (weniger dulcis) Dives.
Er gab sich zwar etwas stachlig, doch immerhin war er überhaupt gekommen, und ich war in der Stimmung heute die ganze Welt zu umarmen, und ihm alles zu vergeben. Er hatte es ja auch nicht leicht, und gewiss – das hatte ich auch vorhin zu Borkan und Valentina gesagt – gewiss hatte er das, was er da im Theater gesagt hatte, gar nicht so gemeint...
Unverdrossen lächelte ich ihm zu. Ich spürte Valentinas Hand auf meinem Arm, fast schien es mir sie wolle mich beschützen. Oder mir den Rücken stärken. Was für eine großartige Frau! Ich warf ihr einen liebevollen Blick zu und begrüßte den süßsauren Gast:
"Danke Dives. Ich freue mich um so mehr, dass du trotzdem gekommen bist. Heißt das, du bist nun zum Senator erhoben worden? Du hast es ja schon längst verdient."
Das war allerdings wahr. (Aber vielleicht hatten die alten Herren Senatoren Bedenken, neben seiner Beredsamkeit allzu gemütlich zu wirken.)
"Aber komm, einen Becher Wein kannst du doch mit trinken, nicht? Und einen Bilch essen, oder zwei..."
Auch ihm drückte ich, wie Licinus einen Kelch in die Hand, und bot ihm das Tablett mit den Bilchen in Mohn an.
"...und dir vielleicht auch einen Kranz aussuchen..."

Luftigleicht war der Auftritt der beiden Nichten in Begleitung ihres wachsamen Sklaven.
"Salvete ihr zwei Grazien, ihr Sylphen! Dankeschön!" Fast hätte ich den Mädchen durchs Haar gewuschelt, doch gerade noch rechtzeitig zuckte meine Hand wieder zurück – sie wären mir sicher böse wenn ich ihre kunstvollen Lockenfrisuren zerzauste.
"Willkommen! Sehr euch nur um, das Haus wird ja wohl auch bald euer Heim sein -" Oder? Fragend blickte ich zu Valentina, wir hatten noch gar nicht konkret darüber gesprochen, und ich wollte ihr natürlich nicht reinreden. Das Haus war ja das Reich der Frauen.

Als ich aufblickte, sah ich mich meinem Cousin Casca und seinen Glückwünschen gegenüber, und nun war es Zeit für eine herzliche familiäre Umarmung.
"Casca! Das ist mein Cousin Casca, aus Piraeus" stellte ich ihn dann kurzerhand der ganzen Runde vor, "Ein großer Liebhaber und Kenner Ovids und der römischen Damenwelt!"
Und zu Casca, der sich niedergelegt hatte, und dann wieder kreuz und quer, machte ich alle zumindest flüchtig miteinander bekannt:
"Du kennst meine rarissima carissima Valentina ja noch gar nicht. Und ihre zauberhaften Nichten. Aber meinen Freund Borkan kennst du ja schon von Drusillas Hochzeit nicht wahr? Und das hier ist mein alter Freund Iulius Licinus, und Kriegskamerad, wir sind damals zusammen durch ganz Mesopotamien spaziert – und er hat sich nur unter großen Schmerzen von seiner Legion getrennt, um uns heute zu besuchen" flaxte ich, dabei war es natürlich Zufall dass er in Rom war, "Und Iulius Dives, Zukunft der römischen Politik, der sich unter noch viel ärgeren Schmerzen von seiner Rede für morgen losgerissen hat, und..."

...Und ein leiser Saitenklag schwebte durch den Garten, ließ die Gespräche ruhen. Ich blickte zur Künstlerin, eine junge Dame, eine elegante Erscheinung, die ihr Haar zu einem dunklen Knoten geschlungen trug. Ein bisschen erinnerte sie mich an meine Schwester Seiana... aber noch mehr an meine Nichte Milonia. Eindeutig gehörte sie zu unserer Sippschaft. Wen hatte Casca (den ich für ihren Begleiter hielt) uns da mitgebracht?
Sie sang. Sie sang und spielte für uns. Mir stockte der Atem, so schön war das, so wunderschön... Ich lächelte Valentina zu, ergriff ihre Hand, und saß ganz andächtig und still neben ihr auf der Kline. Fast wünschte ich, wir wären wirklich Liebende, romantisch Liebende, dann wäre dieser Abend perfekt, genau wie in einer Geschichte. Doch es gab ja so viele Formen von Liebe... Agape, Eros, Philia. Wie magisch angezogen wanderte mein Blick zu Borkan, und ruhte mit warmem Glanz auf ihm, während die Sängerin die herrlichen Verse sang...
Als sie schließlich verstummte applaudierte ich ergriffen.
"Danke! Tausend Dank!!" Ich sprang auf und ging auf sie zu. Mir kam ein Verdacht. "Camelia?" Ja natürlich! Meine kleine Nichte: "Carmelita!!" rief ich sie bei ihrem iberischen Kosenamen und schloß sie überschwänglich - mit Rücksicht auf die Kithara nur nicht ganz so stürmisch – in die Arme.
Decima Camelia
Damit konnte sie nicht rechnen und noch weniger mit dem Kosenamen. Ja natürlich! Onkel Serapio hatte sie immer so genannt. So lange war das her und aus ihren Gedanken verdrängt. Zuviel war seitdem passiert und deshalb entsprang ihrer Kehle jetzt auch ein fröhliches Glucksen.

Seinen Überschwang nahm sie erwidernd entgegen und ließ sich wie eine kleine Carmelita von ihm herzen. All die Anspannung, die Gedanken sie sei eine Fremde waren durch seine Umarmung wie weggeblasen und so spontan wie er sie umschloss, so spontan landete ein Kuss auf seiner Wange und ein erneuter glucksender Ton folgte errötend. Jedoch auch sofort der Blick über seine Schulter zu Valentine. Dazu ein leichtes Räkeln um sich wieder aus seinen Armen zu befreien und ihn mit gespielt mahnenden Blick zuzublinzeln.

Was soll deine Braut von dir halten wenn du eine ihr unbekannte Dame zerdrückst? Ihr Lächeln wurde dabei immer breiter und der Blick in sein Gesicht erzeugte ganz viel Wärme in ihrem aufgeregt klopfenden Herzen. Du hast mich erkannt nach so langer Zeit! Mehr Feststellung als Frage als sie wieder zu Stimme kam. Ich wollte dich überraschen und wie ich sehe ist es auch gelungen. Ein letztmaliges leises Glucksen folgte und sie war freigekämpft.
Marcus Iulius Dives
Zitat:
Original von Quintilia Valentina
"Danke für dein Kommen und die Glückwünsche."
"Nun dann wollen wir dich sicherlich nicht von deinen wichtigen Reden abhalten. Man muss schließlich Prioritäten setzen."

Zitat:
Original von Faustus Decimus Serapio
"Danke Dives. Ich freue mich um so mehr, dass du trotzdem gekommen bist. Heißt das, du bist nun zum Senator erhoben worden? Du hast es ja schon längst verdient."
"Aber komm, einen Becher Wein kannst du doch mit trinken, nicht? Und einen Bilch essen, oder zwei..."
"...und dir vielleicht auch einen Kranz aussuchen..."

Erwartbar. Das war in einem Wort das, was dem Iulier - der es in der Tat nur selten vermochte sich derartig kurz zu fassen - durch den Kopf ging bei den Worten der quintilischen Verlobten. Denn nachdem sie nicht nur wusste, dass Dives ein Freund ihres Ex-Verlobten Aculeos war; und nachdem sie nicht nur wusste, dass Dives der Ehemann Faustas war; wusste sie ja seit einiger Zeit einer decimischen Plaudertasche sei Dank auch, dass Dives durchaus nicht ungern mehr als nur Freundschaft zu manch anderen Männern pflegte beziehungsweise im Falle Serapios gepflegt hatte. Dass sie folglich die iulische Ankündigung, sich bereits gleich wieder auf den Heimweg begeben zu wollen, nur allzu gerne zu unterstützen schien, leuchtete Dives da mehr als ein - genauso wie es ihm einleuchtete, dass er an keinem der drei genannten Punkte allzu schnell würde etwas ändern könnten, sodass ein Bemühen um ein besseres Verhältnis zu ihr am Ende vermutlich eh vergebens wäre, was selbiges Bemühen schlussendlich schon von Beginn an nur als reine Zeitverschwendung erscheinen ließ. Wie er von der Quinilierin in der Folge also lediglich eine oberflächliche Höflichkeit erwartete, würde auch er sich folglich auf exakt dies beschränken. Zudem würde diese Frau eh in absehbarer Zeit als Gattin Serapios in dieses Haus einziehen, sodass eine etwaige Freundschaft zu ihr auch einen vermehrten Kontakt zu Serapio implizierte. Und auf ebenjenen vermehrten Kontakt, davon war immerhin der divitische Kopf bereits mehr als überzeugt, wollte Dives nur allzu gerne verzichten.

"Mitnichten.", gab sich der Iulier weiterhin möglichst wortkarg und ging darob auch nicht näher darauf ein, ob er nun meinte, mitnichten zum Senator erhoben worden zu sein, oder es mitnichten verdient hätte, zum Senator erhoben zu werden, oder aber mitnichten der Meinung war, dass ein zweifellos befangener Praetorianertribunus überhaupt objektiv einzuschätzen vermochte, inwieweit der Iulier - und Vater einer so unwürdigen Vestalin - auch nur irgendetwas verdient hatte.
"Eher..." nicht. Das hatte er sagen wollen. Doch da hatte er den Weinkelch bereits in die Hand gedrückt bekommen und konnte ihn folglich nun nicht wieder von sich weisen, ohne damit grob unhöflich sein. Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als den Kelch zunächst zu behalten. "Nein, danke." und "Wirklich nicht.", lehnte er dafür umso entschiedener irgendwelche Speisen sowie - und das bei ihrer Geschichte erst recht - irgendeinen Blumenkranz ab. Und anschließend dann stand er nun also da, neben seinem Großonkel, der vermutlich nicht den Hauch einer Ahnung hatte, was in Dives vorging und ihn zu seinem derartigen Handeln trieb, auf einer Verlobungsfeier, bei der die Verlobte den Iulier nicht leiden konnte und der Iulier den Verlobten nicht mehr, inmitten des Gartens der Casa Decima, gefesselt an diesen blöden, aufgedrängten Weinkelch. Er hätte, so ging ihm auf, niemals erst hier aufschlagen sollen.

Zitat:
Original von Faustus Decimus Serapio
Und zu Casca, der sich niedergelegt hatte, und dann wieder kreuz und quer, machte ich alle zumindest flüchtig miteinander bekannt:
"Du kennst meine rarissima carissima Valentina ja noch gar nicht. Und ihre zauberhaften Nichten. Aber meinen Freund Borkan kennst du ja schon von Drusillas Hochzeit nicht wahr? Und das hier ist mein alter Freund Iulius Licinus, und Kriegskamerad, wir sind damals zusammen durch ganz Mesopotamien spaziert – und er hat sich nur unter großen Schmerzen von seiner Legion getrennt, um uns heute zu besuchen" flaxte ich, dabei war es natürlich Zufall dass er in Rom war, "Und Iulius Dives, Zukunft der römischen Politik, der sich unter noch viel ärgeren Schmerzen von seiner Rede für morgen losgerissen hat, und..."

Er musste den Wein wieder loswerden, nahm er sich vor. Denn einerseits stieg ihm der Trunk des Bacchus stets sehr schnell zu Kopfe - und dann könnte er wohl durchaus nicht länger garantieren, dass er hier nicht am Ende doch noch eine peinliche Szene machte. Zudem auf der anderen Seite wäre er ohne den Kelch auch endlich wieder frei zu gehen.
'Borkan', drang es ihm just in diesem Augenblick ans Ohr. Der war also auch hier. Und er hatte dem Decimer wohl (bisher) nicht vor allen anderen Gästen versucht, diese Verlobung und den damit versprochenen Ehebund auszureden. Weder das eine noch das andere - denn Dives hätte es durchaus gern gesehen, wenn Serapio diese Problematik auch einmal aus der divitischen Perspektive erlebt hätte - trug zu irgendeiner Stimmungsbesserung beim Iulier beim. So letztlich bestand sein 'Lächeln', als man ihn den übrigen Gästen vorstellte, auch weiterhin aus nicht mehr als einem leichten Zucken seiner Mundwinkel. Begeisterung hatte einen Namen; den divitischen allerdings - hier und heute - definitiv nicht. Es folgte eine Gesangseinlage... und hier nun sah der Iulier seine Chance gekommen:

"Ein Hoch auf den glänzenden Apoll, der in seiner Weisheit, Macht und höchsten Kunstfertigkeit dieser reizenden jungen Dame diese klangvolle Stimme sowie die Inspiration für diesen ausgesprochen schönen wie unterhaltsamen Vortrag schenkte! Dem Apollon!", erhob er seine Stimme und seinen Weinkelch gleichermaßen an Gastgeber und Gäste gewandt, nur um hernach exakt jenen Gott, der den Iulier einst von seiner Liebe zu Serapio befreite, mit einem mehr als ausgiebigen Trankopfer zu bedenken: Anstatt nur ein paar Tropfen des guten Weins zu verschütten und den Rest letztlich selbst zu trinken, verschüttete Dives großzügig den gesamten Kelchinhalt. Symbolisch nippte er hernach noch einmal an dem Kelch, wobei ihm zumindest der Geruch des verschütteten Weins noch ein wenig in die Nase stieg. Anschließend dann begaben sich seine Augen auf die Suche nach einem Diener des Hauses, um sich bloß schleunigst seines leeren Kelches zu entledigen. Denn ganz wie er gesagt hatte, intendierte er zu gehen und dieses Fest so rasch wie möglich wie zu verlassen. Seine Augen suchten...
Marcus Iulius Licinus
Zitat:
Original von Faustus Decimus Serapio
Während ich noch ganz überwältigt von all dem war, hatte Valentina sich bereits gefasst und begrüßte die ersten Gäste.
Licinus war der erste der uns gratulierte. Überglücklich dass er gekommen war nickte ich strahlend, aber auch ein wenig verbissen, denn mein Unterarm, der da in seinem stählernen Griff verschwunden war, meldete sich schmerzhaft...
"Danke! Danke mein Freund, danke von Herzen. Wie großartig dass du gekommen bist!" Und ich lachte, als er sich so höflich entschuldigte kein Geschenk zu haben. "Haha, Unsinn, wir haben euch doch alle überfallen mit unserer plötzlichen Einladung, es ist ja auch überraschend über uns gekommen, dieses Glück."
Auch wenn es natürlich aus Vernunftgründen entsprang, es war doch wahrlich: ein Glück.
Ich beugte mich zu Licinus und raunte ihm heimlich zu: "Konnte gar nicht glauben dass sie mich nimmt!"


"Wo du Recht hast..." antwortete Licinus, als sich der künftige Bräutigam nun seinerseits, nun vielleicht nicht entschuldige, die Situation aber abtat. "asber eure Hochzeit kündigt ihr langfristiger an, ich bin schließlich nciht jeden Tag zufällig in Rom, hörst du?!" konnte er nicht umhin noch zu flachsen. Zumal dem Chef einer Legionsverwaltung, der auch unter schwierigsten Bedingungen die Truppe versorgen können musste, es schon fuchste nicht rechtzeitig ein Geschenk aufgetrieben haben zu können.
Die geflüsterten Worte ließ er jedoch unkommentiert, zu kurz war der Moment, den Serapio sich herabbeugte und stattdessen gab er ihm nur einen aufmunternden Klaps auf den Arm, mit dem dieser danna uch aus der Schraubzwinge erlöst wurde.

Zitat:
Original von Quintilia Valentina
So gut sie konnte, versuchte Valentina ihre Nervosität zu verbergen.
Ein ihr unbekannter Mann trat heran und begrüßte Serapio mit Kamerad, also war er auch ein Soldat, schlussfolgerte Valentina und freute sich über die offensichtliche Freude des Kameraden.
Als er dann sie ansprach nickte sie ihm höflich zu. "Vielen Dank für deine Glückwünsche. Und, wenn mir diese Bemerkung erlaubt ist, mir ist es Geschenk genug dich kennen lernen zu dürfen."


In dem Trubel vergaß Licinus auch, sich der Braut vorzustellen, die seine Entschuldigung gleichsam charmant abtat. "Oh die Freude ist ganz auf meiner Seite." Er hätte gern noch mehr über sie erfahren, war sich aber sicher, dass sich auf dem Abend dazu noch genug Gelegenheit ergeben würde, also wollte er die folgenden Gratulanten nicht aufhalten.

Zitat:
Original von Faustus Decimus Serapio
"Also iss und trink und sei fröhlich mit uns!" forderte ich ihn grinsend auf, schnappte einem Sklaven einen Silberkelch vom Tablett und drückte ihn Licinus in die Hand. [...]
"Und hiermit wirst auch du..." sagte ich in scherzhafter Feierlichkeit zu meinem ältesten Freund, und fischte einen Kranz aus dem Korb, "für heute Abend dem Gott des Festes geweiht!"
Zack, hatte er ihn auf den Kopf gedrückt bekommen! Es war aber ein ganz dezenter, mit Efeu und Passionsblumen.


Zuvor, und bevor er sich wehren konnte, bekam er aber noch einen Becher Wein und -- oh, ihr Götter -- einen Blumenkranz in die Hand bzw. auf den Kopf gedrückt. 'Marspiter, wenn mich die milites so sehen würden' schoss es ihm durch den Kopf. Aber seine Gedanken schweiften weiter und er hörte schon Esquilinas neidische Worte ob der Blumen. Also tat er es mit einem sachten nachsichtigen Kopfschütteln ab und ermahnte sich selbst sich zu entspannen. "Danke!" murmelte er noch.


Zitat:
Original von Marcus Iulius Dives, Quintilia Valentina und Faustus Decimus Serapio
[Gegenseitige Begrüßung]


Licinus, der sich noch nicht hatte komplett wegdrehen können, war verwundert um nicht zu sagen überfordert von dieser Art der Begrüßung. In den Reden aller drei Beteiligten schwang etwas mit, was er nicht im geringsten zu deuten vermochte. in seiner Verlegenheit nahm er einen großen Schluck aus dem Trinkpokal, den er erhalten hatte und fragte sich, was das alles zu bedeuten hatte.

Erdrehte sich ruckartig weg, als er feststellte, dass er mit leicht geöffnetem Mund der Szene beigewohnt hatte. Was beim Styx ging hier vor? Die Drehung allerdings minderte mitnichten seine Verwirrung vielmehr verstärkte sie sie, denn er sah plötzlich doppelt:

Zitat:
Original von Quintilia Pina, Quintilia Sila, Quintilia Valentina und Faustus Decimus Serapio
[Auftritt der Nichten]

Für einen Moment dachte er, sich einfach zu schnell gedreht zu haben, aber das zusätzliche Bild verschwand nicht.
Praepositio prima: Er sah doppelt. Zwei Mädchen, völlig identisch.
Praepositio secunda: Der Wein war eindeutig verdünnt. Außerdem hatte er erst einen Schluck getrunken, wenn auch einen großen.
Conclusio: "Zwillinge!"
murmelte amüsiert er in seinen nciht vorhanden Bart hinein. "Junge, du wirst alt."

Mit diesem Gedanken war er einen weiteren Blick über all das Jungvolk, dass hier versammelt war und stellte nicht nur fest, dass er vermutlich tatsächlich der älteste in der Runde war, nein auch, dass sich zwei neue Gesichter in den Reigen der Begrüßenden gemsicht hatten.

Zitat:
Original von Cnaeus Decimus Casca und Decima Camelia
[Cousin, Nichte und Gesang]


Der junge Mann wurde als erster in den allgemeinen Begrüßungsreigen einbezogen und Serapio übernahm die Aufgabe alle einander bekannt zu machen. Auch wenn Licinus es nett gefunden hätte, die Nichten auch beim Namen zu nennen, so fand er es doch gut, den Namen des unbekannten Mannes neben der Braut zu erfahren. Dem Namen nach wohl doch nicht der Bruder derselben, wie eingangs vermutet. Als dann die Reihe an ihm war, konnte er sich einen leichten konter nicht verkneifen, und da er hier nicht über den Krieg reden wollte bleib nur:
"Schmerzen allerdings, wenn ich mir ausmale, dass die nur die Hälfte von dem anstellen, was wir damals angestellt haben..." Nicht, dass sie so wilde Burschen gewesen wären, und Licinus Hang Dinge eher zu oft zu durchdenken als zu wenig, hier kontne er sich locker geben und endlich mal wieder herumflachsen, was sich im Lager, ausgenommen mit Esquilina in seinem Haus, natürlich völlig verbot. Wie hieß es so schön, die Spitze ist einsam.

Die junge Dame hatte sich dagegen zu den Klinen begeben und begann sich selbst auf einem Instrument begleitend eine Ode auf die Liebe zu singen. Das war so ganz anders als die Militärmusik auf Hörnern und Flöten, vollkommen anders, ungewohnt, und doch -- nicht ohne Reiz, ganz im Gegenteil. Aber vielleicht doch nicht wirklich sein Fall, zu zerbrechlich. Aber Serapio gefiel es sicher, der die schönen Künste schon immer mehr hatte genießen können als Licinus

Dieser sah sich bestätig, als Serapio nach dem Ende ihren Vortrages auf die junge Frau zustürmte und sie in den Arm nahm. Licinus unwillkürlich sein Namensgedächtnis. 'Carmelita', da klingelte schon irgendwas, aber Licinus gelang eine Zuordnung nurso fern, dass er sich sicher war, dass sie irgendwie Serapio verwandt war. Darauf hätte er auch so kommen können, wenn er sich die Szene vor sich besah, wie Carmelita sich aus der Umklammerung zu lösen versuchte und den tribunen scherzhaft schalt. Währendessen brachte Dives.

Zitat:
Original von Marcus Iulius Dives
"Ein Hoch auf den glänzenden Apoll, [...]


"Dem Apollon!" stimmte er ein. Etwas zu laut vermutlich, denn wie immer, wenn er laut wurde, schaltete seine Stimme sofort in den modus campi, wessen er sich aber nicht bewusst war.
Stattdessen bemerkte er aus dem Augenwinkel das übergroße Trankopfer seines Neffens. Was hatte das denn nun wieder zu bedeuten. Licinus rechte Braue hob sich kurz fragend, so langsam kam ihm die ganze Sache unheimlich vor. Und richtig, die lange verdrängte Szene auf Dives eigener Hochzeitsfeier schob sich zurück in sein Gedächtnis. Sollte das der Grund für alles sein? Vermutlich.