[Culina] Die Küche

Marcus Iulius Licinus
Die Küche des Hauses beherbergt nicht nur alles, was man zum Kochen so braucht, sondern auch einen großen, etwas derben Tisch, an dem das Gesinde sein Essen einnehmen kann.
Marcus Iulius Licinus
Licinus führte Avianus in die Küche, ohne darüber nachzudenken, dass das für den jungen Mann ein Raum war, den er nicht allzu oft zu Gesicht bekam. Noch mehr dürfte Avianus aber von dem Bild irritiert sein, dass sich ihm bot. Er sah ein älteres Paar, dem Mann fehlte ein Teil seines linken Armes, auf der einen Seite des derben Tisches in einfachen, etwas verschlissenen tunicen sitzen. Auf der anderen Seite saß ein kleiens Mädchen in himmelblauem Kleidchen mit Bändern im Haar auf einem Stapel Kissen auf der Bank und am Kopf stand ein einfacher Klappsessel.
Es duftete nach ein paar Gewürzen und vor allen Stand je eine Schüssel mit dem Essen. Es gab Puls, den man sich mit allerlei Spetzereien aus der Tischmitte verfeinern konnte.

"Das sind Marius, mein Maiordomus -- sein wirklicher Name ist unaussprechlich --" sprach er an den jungen Iulier gewandt. "Ianitor und alles, was man sonst noch braucht. Bertrada ist seine Frau und Köchin, Ornatrix und der zweite Teil meines Hauspersonals. Und das" ein stolzes Lächeln trat auf seine Lippen "ist Esquilina, meine angenommene Tochter. Und die größte Naschkatze, die es gibt. Wenn du süßes Obst hast, versteck es gut, sie findet es." Esquilina wurde ein wenig rot und blickte unter den Tisch.
"Nun komm, mein Mädchen. Iulius Avianus hier ist der Sohn von Iulius Centho und dein Großcousin" oder irgendwie sowas jedenfalls, genau kannte Licinus diesen Verwandtschaftskauderwelsch in der Iulia nicht auseinander. Dann machte er es offizieller für die beiden Sklaven.
"Ich darf vorstellen Manius Iulius Avianus, der neue tribunus laticlavius."

"Du siehst, hier geht es etwas lockerer zu, als im Rest des Lagers, also nimm dir eine Schüssel und setz sich zu Esquilina."

Es folgte noch ein pflichtschuldiges Begrüßungsmurmeln der Hausskalven und ein neugieriger Blick aus Esquilinas großen Augen.
Manius Iulius Avianus
Anders als Licinus vermutet hatte kannte Manius die Culina der Villa in Rom und von dem Haus in Ostia wie seine Westentasche. Denn dort gab es etwas das er immer brauchen konnte. ESSEN! Denn Anders als seine Schwester die wie eine Spatz im Essen pickte, vertilgte er alles was ihm in die Hände fiel. Sein Bruder Tiberius hatte sich das bei ihm abgeschaut und war wie Er selbst in Locustas Küche als Buffetfräse bekannt. Diese Frau musst 100 sein, wenn Manius drüber nach dachtet und die Einzige Sklavin die es sich rausnehmen konnte ihm eines hinter die Ohren zu geben. Aber sie Kochte als habe sie auf dem Olymp gekocht. Darum Irritierte das Bild das sich im bot nicht im Geringsten den er war dass essen in der Gesindeküche gewohnt.
Das einzige was ihm wirklich irritierte war das sein Verwandter so einen kleinen Haushalte hatte. Der Mann war doch vermögend da konnte er es sich doch leisten, warum also sparen wo es doch nicht notwenige war? Na gut vielleicht war es die Gewohnheit. Er selbst war schon mit mehr Slaven hier angekommen. Aber das tat nichts zur Sache.

"Salvete miteinander." Grüßte er alle und hob die Hand zu einer lockeren Geste. Doch seine Mainieren vergas er nicht. Er wand sich der Haustochter zu und beugte extra noch mal zu der Kleinen. "Ich freue mich deine Bekanntschaft zu machen Esquilina. Und wenn du Obst so liebst ich habe welches aus Arelas mitgebracht das ist in Gallien." Sagte er zu der Kleinen. Dann sagte er auf die formelle Vorstellung. "Nun wenn es hier etwas lockerer zugeht sollten wir es dabei belassen. Ihr könnt mich Avianus nennen." Als Esquilina weiter verschämt auf den Boden gesehen hatte setzte er sich an den Nun auch für seine Verhältnisse rustikalen Tisch neben die kleine Verwandte. Denn für Römer waren adoptierte Kinder nichts anderes als leibliche Kinder. Also gab es für Manius keinen Unterschied. Er griff sich also unkompliziert eine Schüssel und einen Löffel.
Marcus Iulius Licinus
Obst mitgebracht. Das waren nun wirklich zwei einfache WEorte um Esquilina zum auftauen zu bewegen. Arelas kannte sie nun zwar nicht, aber das hielt sie nicht ab -- mit leiser Stimem zwar, aber eindeutig -- nachzufragen: "Was ist das für Obst aus Alelas?"

Indes übernahm es der Hausherr selbst, seinem Gast den Becher zu füllen. Er war zugegeben gespannt, wie der jugne Mann reagieren würde, denn die Getränke hier am Tisch hatten mit dem heimischen Traubenwein doch wenig am Hut. Stattdessen trank man hauptsächlich Obstweine. Während er ihm den Becher reichte fragte er:
"Was gibt es neues in Rom, wie war die Reise?"
Manius Iulius Avianus
Manius wand sich wieder der kleinen Cousine oder eher Tante zu. "Ich haben fünf Amphoren mit eingelegten Früchten mitgebracht. Pflaumen, Kirschen und Apfel sind da drin. Ich werde dir einen hohlen lassen dann kannst du probieren. Ist das ein Angebot? " Fragte er lockend an Esquilina gewandt. Die Früchte waren in einer Flüssigkeit aus Honig, dem Saft von Zitronen und Wein eingelegt. Was süß und sauer zugeleich schmekte und genau Manius Geschmakt traf.

"Nun ich würde mal behaupten politisch hat sich alles wieder normalisiert, eingeschlafen könnte man schon fast sagen. Ich war mit Vater und Aviana beim Augustus zur Cena da war nichts mehr zu merken von etwaigen politischen Verwirrungen. So weit ich das beurteilen kann." Beruhigte erst mal den Verwandten auf die ihn wohl drängendste Frage. Denn das war wohl etwas das eine Soldaten fern der Heimat am meisten interessierte. Dann wurde ihm ein Becher gereicht und Manius trank ohne nachzudenken. Im ersten Moment sah er sicher etwas überrascht aus aber das Getränk war nicht übel das sah man auch. "Nicht übel was ist das? "
Marcus Iulius Licinus
"Kirschen!" entfuhr es Esquilina mit einem seeligen Lächeln. Kirschen gab es hier im norden viel zu selten. Der größte Nachteil der neuen Heimat. Auch wenn Schnee toll war -- sofern man nciht davon krank wurde -- ein Land mit so wenig Kirschen war für das junge Mädchen kein Schlaraffenland.
Licinus indes kontne ob der kindlichen Freude nur schmunzelt brummen und gutmütig meinen: "Erst wird aufgegessen, junges Fräulein! Danach kannst du dich von Manius füttern lassen." Und mit einem schnellen Blick gab er dem jugnen Mann zu verstehen, dass er zwar großzügig sein durfte, es aber nicht übertreiben sollte. Oder er versuchte es zumindest, aber die heimelige Situation machte es nicht einfach auch nur einen Funken Strenge zu zeigen.

"Hach die hohe Politik. Nein, dass meinte ich gar nicht mal so sehr, dennoch danke. ich meinte, was macht die Familie. Der Postdienst hier oben ist im Winter ... schwierig." Erklärte er. Dass die Politik im Moment ruhig war bekam man sogar hier oben mit. Die Nachfragen aus Rom klangen anders, hatten andere Schwerpunkte, man konzentrierte sich schien's wieder mehr auf das was außerhalb des limes vorging.

"So was ähnliches wie Wein, nur aus Äpfeln, nicht aus Trauben. Es ist etwas sauer, aber man gewöhnt sich dran. Außerdem wird viel Met getrunken, aber das Zeug ist mit zu babbig. Außerdem gibt es Weinersatz mit ziemlich jeder Sorte Obst. Was davon deins ist musst du selbst herausfinden. Wenn du aber auf Braten stehst ist hier dein Land."
Manius Iulius Avianus
Mit den Kirschen schien Manius die kleinen Cousine am Haken zu haben. Na hoffentlich puhlte sie nicht nur die Kirschen auch der Amphore. "Ich werde dir eine Amphore bringen lassen." Sagte er mit einem ebenso entwaffnenden Lächeln. Wenn man die Frauen alle so leicht für sich gewinnen konnte. Dann war das ein Geschenk der Götter.

Der Präfekt schien bereits an die Gegebenheiten in Rom gewohnt zu sein. So das er hier nicht die kleinen Details aus dem Politischen Leben ausbreiten musste. "Oh nun ja von der Familie gibt es auch nicht allzu viel neues. Ich weiß nicht wie weit du im Bilde bist. Onkel Markus hat sich mal etwas zurück genommen aber er wird mittlerweile sicher wieder voll in der Politik drin sein. Vater wollt irgend ein politisches Projekt mit Markus anschieben aber erinnere mich aber nur noch das es was mit der Freilassung von Sklaven zu tun hatte." Er hatte das ganze zu Anfang mal flüchtig mitbekommen aber ganz ehrlich interessierte ihn das nicht sonderlich. So wie der Rest der Politik ihn ehrlich auch nicht sonderlich interessierte.

Hm ein Obstwein also na ja schlecht war das ja nicht. "Nun man kann es schon trinken. Ich denke man gewöhnt sich dann." Ühm lecker Barten. Nun das schien der Punkt zu werden an dem Germanien angenehme Seiten zu bekommen schien, er grinst. "Oh wie mir scheint ist nicht alles schlecht in Germanien." Ob man es glaubte oder nicht Manius konnte trotz seiner Figur Unmengen an Essen vertilgen.
Marcus Iulius Licinus
"Da fällt mir ein, ich schuldete Dives noch immer eine Antwort auf diesen Brief." fiel es Licinus recht unvermittelt wie Schuppen von den Haaren.
"Relativ schlecht bin ich im Bilde. Die Postverbindung im Winter hier hoch ist nicht unbedignt perfekt, weißt du?"
Die politischen Initiativen ersparte der junge Mann ihm den Göttern sei dank. Er hätte mit diesen rechtlichen Kleinkram ohnehin nichts anfangen können.

"Wenn man davon absieht, dass es zu kalt, zu nass und zu dunkel ist, kann es ganz angenehm hier sein." lachte Licinus spöttisch. "Aber sag, was sind deine Pläne, wie lange hast du vor hier Dienst zu tun."
Manius Iulius Avianus
Hm die Post schien nicht sonderlich gut zu laufen. Er selbst würde wohl bald an seinen Vater schreiben und berichten wie die Reise verlaufen war. "Warum schickt ihr eure Post über die Berge und nicht die Flüsse entlang. Ich bin von Ostia nach Arelas gefahren in nur zwei Tagen da wäre ich über Land nicht mal in Pisae. Dann den Rhodanus hinauf bis Cabillonum dann ein Stück über Land bis Augusta Raurica und dann den Rhenus hinauf. Alles in allem knapp 12 Tage und sicherer ist es noch dazu. Wäre es nicht besser ihr schickt die Post über diesen Weg statt über die Berge?" Erklärte Manius seine Reiserute. Warum sollte man sich durch die Alpen quälen wenn man so bequem über Flüsse fahren konnte.

Manius lächelte ebenfalls sarkastisch auf die Bemerkung. "Na ja mein Vater wird sich schon etwas dabei gedacht haben. Er wollte das ich hier herkommen also mache ich das Beste draus." Sagte er zwischen zwei Löffeln Puls. Er wäre gern nach Afrika oder Syrien gegangen da war es warm und es bot sich ein angenehmes Leben. Aber das war wohl auch der Grund warum es eben nicht dahin gehen sollte. "Nun erst mal das Jahr und dann hoffe ich das man mich nicht zu den Unfähigen zählen wird und wieder nach Rom weglobt." Es war ja so das die Kommandeure die Jungen Tribunen beurteilten und wer als förderungswürdig galt wurde weiter als Tribun oder zum mindeste wieder als Tribun mit anspruchsvolleren Militärischen Aufgaben betraut als nur reine Verwaltungsaufgaben. Und das war Maniuns große Hoffnung den er langweitete sich bei Politik und würde viel lieber Militärische Aufgaben übernehmen. Also wollte er hier gleich zeigen das er keiner dieser weichlichen Senatorensöhnchen war.
Marcus Iulius Licinus
"Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Das ist Aufgabe des Cursus Publicus und der untersteht nicht meiner Amtsführung." So gerne Licinus auch alles selbst erledigt hätte, dass konnte er nicht, denn a) war er auch nur ein Mensch und b) hatte er keine Lust auf das Kompetenzgerangel mit der zivilen Administration und noch schlimmer unterstand der Cursus ja der Garde und in deren Dinge mischte sich ein einfacher Soldat einfach nicht ein.

"Du willst dich also beweisen" Licinus grinßte gespielt fies. "Also gut, du hast dich gerade freiwillig gemeldet, den nächsten Übungsmarsch zu organisieren. Die Regularien dafür sind dir ja sicher bekannt. Wir haben ein Gelände nord-nord-östlich von Moguntiacum, dass zum Lagerbau benutzt werden kann, ohne dass ich eine Beschwerdeflut der örtlichen Bauern bekomme. Die genaue Lage kannst du in der principia bekommen." Eine hervorragende Gelegenheit die Fähigkeiten seines doch sehr jungen Verwandten zu testen. "Die genauen Einheiten lasse ich dir noch zukommen." was nur eine freundliche Umschreibung für "ich muss noch sehen, wie hart die Nuss werden soll, die du zu knacken hast" war.
"Wenn du es wirklich drauf anlegst, wir machen aus dir schon noch einen Offizier. Aber ich verspreche dir, das wird kein Zuckerschlecken!" Licinus war in seinem Element