Flavius Sergius Fabritius
Ich bitte um Erlaubnis aus der Cohortes Viviliae austretten zu dürfen. ich fühle mich nicht würdig dort einzutretten, dazu habe ich mich nicht im Rekrutierungsbüro gemeldet oder den Test abgegeben.
Marcus Didius Falco
Der Magister Officium hörte sich die Worte des Probatus Fabritius an und antwortete ihm: "Darüber kann nur der Kommandeur selbst entscheiden."
Er betrat das Büro von Falco und sprach kurz mit diesem. Wieder zurück im Vorzimmer, sagte er zu dem Probatus. "Der Kommandeur erwartet dich. Ich hoffe du hast eine gute Begründung für dein Entlassungsgesuch.
Rein mit dir, Probatus." Mit diesen Worten hielt er dem Fabritius die Tür zum Büro von Falco auf.
Marcus Didius Falco
Der Meldereiter der Cohors II, welche für die Suburba mit zuständig war, wurde im Hauptquartier der Vigiles sofort zum Officium Praefecti weitergeleitet. Dort mußte er im Vorzimmer des Kommandeurs warten, bis dieser eine Stabsbesprechung beendet hatte. Danach wurde ihm vom Secretarius des Kommandeurs bedeutet, er dürfe jetzt das Zimmer des Präfekten betreten.
Der Unteroffizier salutierte zackig.
"Tesserarius Calacius mit einem dringenden Schreiben des Tribunus der Cohors II."
Ich nahm das versiegelte Schreiben entgegen und sagte dem Tesserarius, das er im Vorzimmer warten solle, da ich sicherlich eine Antwort für seinen Tribunen haben werde. Als ich allein war, öffnete ich das versiegelte Wachstäfelchen und begann zu lesen.
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An den Kommandeur
der Cohortes Vigiles
Marcus Didius Falco
Salve, Subpraefectus!
Heute nacht brannte in der Suburba eine Insula ab. Das Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäude konnte im letzten Moment verhindert werden. Es sind mehrere Todesopfer zu beklagen, deren genaue Anzahl noch nicht bekannt ist.
Bei der Evakuierung von Bewohnern konnte ein männlicher Haubewohner geborgen werden, der jedoch kurz darauf in meinem Beisein verstarb. Den letzten Worten vor seinem Tode war zu entnehmen, das diese Insula vermutlich durch den von uns und den Cohortes Urbanae gesuchten Berufsverbrecher Miror in Brand gesetzt wurde. Der Mann sprach mehrmals deutlich vernehmbar den Namen von Miror aus.
Die Vermutung einer Brandstiftung wird durch die Feststellung von Angehörigen meiner Einheit erhärtet, welche zu Rettungsversuchen das Haus betraten und dabei den Einsatz von Brandbeschleunigern feststellten.
Da eine Rettung des Gebäudes nicht mehr möglich ist, werde ich nach dem kontrollierten Niederbrennen der Insula die Überreste nach weiteren Spuren einer Brandstiftung bzw. nach Hinweisen auf Miror durchsuchen lassen.
Aus dem Haus konnte weiterhin eine weibliche Person gerettet werden, die aber gegenwärtig auf Grund ihres erlittenen Schocks nicht vernehmungsfähig ist. Ihre Vennehmung werde ich zum baldmöglichsten Zeitpunkt nachholen.
Über neue Erkenntnisse in diesem Fall werde ich Dich sofort unterrichten.
Vale
Numerius Olcinius Cantaber
Tribunus Vigilum
Cohors II Esquilinum
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Marcus Didius Falco
Zunächst fertigte ich eine
Depesche an den Kommandeur der Cohortes Urbanae an, in welchem ich Hungaricus das koordinierte Vorgehen von CU und Vigiles in diesem Falle und die Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe vorschlug. Wir mußten Miror´s endlich habhaft werden, bevor er noch mehr Menschen auf dem Gewissen haben konnte.
Nachdem dieses Schreiben auf den Weg ins Castra Praetria gebracht worden war, schrieb ich dem Tribunen der Cohors II Vigilum noch einige Zeilen, die der Tesserarius ihm überbringen würde.
Publius Matinius Agrippa
"Salve, mein Name ist Publius Matinius Agrippa und ich würde gerne den Kommandaten Falco sprechen."
Marcus Didius Falco
Als mir die Anwesenheit des Volkstribunen gemeldet wurde ließ ich Agrippa sofort in mein Officium vorlassen.
Ich begrüßte ihn herzlich.
"Salve, mein Freund. Schön Dich wiederzusehen."
Publius Matinius Agrippa
"Salve Falco, es freut mich auch dich wieder zu sehen."
Agrippa setzte sich auf dem ihm zugewiesenen Stuhl.
"Wie gehts der Familie?"
Marcus Didius Falco
Ich ließ uns von meiner Ordonnanz Getränke servieren und antwortete dann auf die Frage meines Freundes.
"Agrippa, mit meiner Famila habe ich es sehr gut getroffen und mit Liliana bin ich einfach glücklich. Sie zu heiraten war die wichtigste und beste Entscheidung in meinem Leben.
Wie geht es dir, mein Freund. Hast Du dich inzwischen in Hispania eingelebt? Dein Umzug kam für mich doch sehr überraschend damals."
Publius Matinius Agrippa
Dankend nahm ich die Erfrischung an.
"Freut mich zu hören, alter Freund."
"Mir gehts soweit gut, in Hispania habe ich mich bereits sehr gut eingelebt und fühle mich mittlerweile in Tarraco zu Hause. Falls dich dein Weg irgendwann nach Tarraco verschlägt, soll mein Haus dein Haus sein."
Marcus Didius Falco
"Danke. Ich werde dein Angebot früher oder später sehr gern in Anspruch nehmen. Leider halten mich meine zahlreichen Verpflichtungen die meisten Zeit in Rom fest. Wo übernachtest Du eigentlich während deiner Romaufenthalte, mein Freund? Gern kannst du in dieser Zeit auch in der Casa Didia wohnen. Mein Haus ist auch das deine, wenn du möchtest."
Publius Matinius Agrippa
"Gerne nehme ich dein Angebot an, alter Freund."
Agrippa machte eine kurze Pause.
"Wie Vigiles geweiden unter deiner Führung prächtig."
Marcus Didius Falco
"Danke, mein Freund. Ich bin der Überzeugung, das die Existenz der Vigiles für die Sicherheit der Stadt Rom und ihrer Bürger von großer Bedeutung sind. Daher tue ich mein Möglichstes, um die Vigiles rasch zu einer schlagkräftigen Einheit aufzubauen."
Ich nippte von meinem Getränk.
"Dein Besuch hier ehrt mich und es ist schön das wir uns nach dem nervenaufreibenden Wahlkampf einmal wiedersehen. Mir ist wichtig, das unsere Freundschaft darüber keinen Schaden genommen hat."
Publius Matinius Agrippa
"Es war in der Tat ein nervenaufreibender Wahlkampf, der mich sehr viel Kraft gekostet hat. Aber wir waren vor diesen Wahlen Freunde und werden es auch nach den Wahlen weiterhin sein, Marcus."
Publius Matinius Agrippa
"Ich danke dir für deine Gastfreundschaft, alter Freund, es wird Zeit das ich aufbrechen, ich habe dich bereits viel zu lange von der Arbeit abgehalten."
Marcus Didius Falco
"Für einen guten Freund wie dich habe ich immer Zeit, Publius. Aber zu Hause bei mir in der Casa Didia läßt es sich viel gemütlicher plaudern. Es würde mich sehr freuen, wenn du uns während deines Rom-Aufenthaltes die Ehre erweisen würdest, uns zu besuchen. Liliana würde sich ebenfalls sehr freuen. Du warst schließlich unser Trauzeuge und hast zum Gelingen des schönsten Tages in unserem Leben beigetragen."
Publius Matinius Agrippa
Die Pflicht in Spanien ruft zwar, Marcus. Du kennst mich, zu einem Becher Wein und einem Pläuderstünchen unter Freunden sage ich niemlas nein.
Marcus Didius Falco
"Auf deinen Besuch in der Casa Didia freue ich mich sehr, alter Freund. Es ist viel zu lange her, das wir gemeinsam einen Becher Wein in geselliger Runde geleert haben."
Tiberius Germanicus Parcus
Nach einem gestreckten Galopp erreicht der Tribun Cantaber das Officium des Präfekten.
Er klopfte an, wartete kurz und trat dann ein.
Ich wünsche den Präfekten Falco zu sprechen!
sagte er nur kurz