[Forum Romanum] Templum Concordiae

Gaius Plinius Secundus
Dies ist der Tempel der Concordia, der Göttin der Eintracht!



[Bild bzw. Grundriß folgt noch]


Am 16. Januar eines jeden Jahres wird hier ein Fest zur Tempelweihe gefeiert.


Sim-Off: Errichtet wurde der Tempel 367 v.Chr. als Symbol für das Ende der Stämdekämpfe zwischen Patriziern und Plebejern.
Er liegt NW des Forum Romanum am Fuße des Captols. Tiberius baute ihn 10 n.Chr. um, so dass der Tempel eher breit (45m) als tief (24m) war.
Gaius Plinius Secundus
*wie versprochen begab ich mich zum Tempel der Concordia, um ein Sühneopfer zu bringen um Concordia zu besänftigen. Denn das, was sich zur Wahlkampfzeit immer abspielt, würde ihr garantiert nicht gefallen. Die Wortgefechte wurden immer schlimmer und hatten so ein nidriges Niveau. Ich wollte auch zu ihr beten, sich dafür stark zu machen, Frieden im Volke zu verbreiten.

"Oh Concordia, große Göttin der Eintracht, ich rufe dich an, damit du dieses Opfer entgegen nimmst. Vergib dem Volke, welches sich immer zu neuen auf dem Forum mit Worten bekämpft, anstatt sich gemeinsam für Rom strak zu machen und helfe uns, für Frieden, Moral und Anstand zu sorgen, helfe uns im Einklang zu handeln und friedlich Lösungen zu finden, GEMEINSAM!"

*ich opferte ihr eine Ziege... doch das Opfer stand nicht unter einem guten Zeichen. sie lehnte es ab. War sie so schwer zu besänftigen?*

"Oh Concordia, bitte vergib uns und unterstütze meine Bitten!"

*ich ließ ein Schaf hohlen und opferte dies ebenso. Diesmal war alles korrekt, das Opfertier makellos und angenommen.*

"Oh ich danke dir Concordia, möge dein Segen immer über das römische Volk verweilen."

*zufrieden verlies ich den Tempel*
Marcus Sergius Stephanus
Voller Ehrfurcht betrat ich den Tempel der Concordia in aller Frühe.

Die letzten Tage hier in Rom hatten mich aufgewühlt. Die Nachrichten vom Aufstand, dann dieser Brief des Verräters, die Rede dieser blinden Seherin und schließlich das großartige Opfer an die Ceres. Deshalb suchte ich Ruhe hier im Tempel. Ruhe für mich und für ROM.

Immer wieder in solchen Zeiten, in denen Römer gegen Römer kämpften, sei es mit Worten oder mit Schwertern, war dieser Tempel für mich und große Volksmengen DER Anlaufpunkt, so auch heute.

Ich stellte mich vor das Kultbild der Concordia und begann leise, aber doch hörbar zu beten:

"O Concordia, Göttin der Eintracht, die Du den Römern immer hold warst und der Stadt und dem Erdkreis immer beistandest in allen Zeiten. Die Du die discordia zwischen Patriziern und Plebejern beilegtest und die grausamen Bürgerkriege - in alten Zeiten, gewähre uns die Gnade Deiner göttlichen Eintracht!
Gieße über uns allen Dein Füllhorn aus, damit wir miteinander unseren Feinden entgegengehen und zur höheren Ehre Roms gelangen!
O Concordia Augusta! Steh unserem Augustus bei, in diesen Tagen der Not, hilf ihm, dass er Garant dieser Eintracht werde und so Quelle all unserer Bemühungen um Frieden und Heil sei.
O Concorida Militum! Sei auch bei unseren tapferen Soldaten und erweiche die Herzen der, die sich gegen Rom erheben, und lass sie einsehen, dass Du mit allen auf der Seite Rom stehst.
O Concordia Romae! Steh uns allen bei. Schenke uns Frieden und die wahre Eintracht der Herzen, die uns alle und vor allem Rom begleiten, schützen und bewahren wird!"
Lucius Aelius Quarto
Quarto betrat den Tempel der Concordia. Es war ein beeindruckendes, breites Bauwerk am Fuße des Capitolshügels, mit schlanken, hohen Säulen.
Er ging hinein.
Vor dem Bildnis der Concordia, mit ihren gütig ineinander gefalteten Händen, ihrer Opferschale und ihrem Füllhorn, kniete er nieder.
“Ich danke dir dafür, dass du mir all die Jahre Hoffnung gabst – Spes.
Ich danke dir für das Glück das du mir schenktest – Felicitas.
Für die Gerechtigkeit, die mir widerfuhr – Iustitia.
Für Frieden – Pax – und Freiheit – Libertas und für meine wiedererlangte Ehre – Honos.“

Bei jeder inbrünstig genannten, alten römischen Tugend, deren Personifizierung Concordia war, neigte er kurz das Haupt.
Lucius Aelius Quarto
Nach längerer Zeit betrat der Consul wieder einmal den Concordiatempel. Ihn begleiteten die zwölf Liktoren und einer Anzahl seiner Klienten.
Heute wurde das Fest zu Ehren der Göttin gefeiert und so war die übermäßig breite, doch nicht sehr tiefe Cella gut gefüllt. Natürlich bahnten ihm seine Männer recht schnell einen Weg durch die Menge der anderen Gläubigen und sie umringten ihn, als er vor dem Bildnis der Concordia niederkniete.
“Oh Concordia, Hüterin der Eintracht, schenke dieser Stadt deine Gunst. Lass Zwietracht enge Bahnen kennen. Führe die abtrünnig Denkenden wieder auf den Pfad römischer Tugend. Schütze unseren Kaiser und das feste Band, das ihn mit dem Volk vergindet. Lass uns Römer eng beieinander stehen, jeder Gefahr und jedem Feinde trotzen und lass die kommende Zeit des Wahlkampfes in Würde und Anstand geschehen.“
Es war ein frommer Wunsch, angesichts der sprichwörtlichen Streitlust seines Volkes, aber man konnte es ja einmal versuchen, dachte er sich.
PLUTO

Von wo war dieses Unwetter so plötzlich gekommen? Hatte es über dem Meer Kraft gefunden um dann, vom Favonius getrieben, herüber geweht zu werden? Oder war es über dem Campus Solonius im Süden gewesen, wo es dann der Auster gepackt und hierher gebracht hatte? War es am Lacus Regilius im Osten entstanden und dann als Vertrauter des Solanus gekommen? Vielleicht hatte es aber auch im Nordwesten, bei Veji angefangen und war dort auf den Caurus gestoßen.
Nein, niemand konnte das mit Bestimmtheit sagen. Es schien vielmehr so, als hätten sich die Wolken direkt über Rom zusammengeballt. Eben noch war es ein freundlicher Novemberabend gewesen, bevor ein fernes Grummeln kommendes Unheil ankündigte. Die drohenden Wolken schwollen an, griffen aus, wölbten und blähten sich. Die Sonne war eben hinter dem Horizont untergegangen. Doch ihre letzten Strahlen erfassten die Wolkenberge und ließen sie rot und gelb, und wie Kupfer und Gold aufleuchten, als würde in ihrem Inneren ein infernalisches Feuer wüten.
Wieder ein Grollen, aber lauter. Es klang zornig, als wenn ein gewaltiges Untier vom Himmel steigen würde. Zuerst kleinere, dann größere Blitze irrten zwischen den schroffen Hängen, den Tälern und den Gipfeln dieser sich auftürmenden Gebirgslandschaft aus glimmenden Wolken umher.

Es soll Menschen geben, die solche Schauspiele dem Zufall zuschreiben, oder unerklärlichen aber ganz gewöhnlichen Mechanismen der Natur. Doch wer mit Vernunft gesegnet ist der weiß genau, dass diese Leute Narren sind, welche die Augen vor der Wirklichkeit verschließen und die Wahrheit leugnen. Denn das, daran konnte kaum ein Zweifel bestehen, war Summanus' Werk. Er, der die Welt mit seiner sengenden Peitsche strafte, die Inkarnation des göttlichen Pluto, der aus den Tiefen der Unterwelt hinauf zum Himmel gestiegen war, um am nächtlichen Himmel seine Blitze zu schleudern.

Das tat er an diesem Abend dreimal. Nur drei Blitze, will man angesichts dieser unheilsschweren Himmelsfinsternis sagen, doch es waren schreckliche und beängstigende Entladungen. Und war nicht auch das ein Zeichen?

Der zweite Blitz würde im Garten der Villa Flavia Felix wüten.

Der dritte Blitz traf am Ende das Haus der Tiberier und entfachte ein Feuer.

Aber noch davor glomm der erste Feuerstrahl auf. Mit lautem Knall entsprang er seiner Wolkenheimat und suchte sich seinen Weg zur Erde. Grässlich zerriss er den dunklen Abendhimmel und schlug dann direkt vor dem Tempel der Concordia ein. Er sengte die steinernen Stufen und hinterließ ein schwarzes, wie von Ruß geschwärztes Mal.


Sim-Off: Sagt nicht, ihr währt nicht gemahnt worden: Mitteilung der Spielleitung: Götter cool
Das Jahr ist verstrichen und ihr habt es versäumt Summanus zu besänftigen. Blitz
Manius Flavius Gracchus
Bereits in der Nacht hatte sich die Kunde des Blitzeinschlages in Rom verbreitet unter jenen, welche des Nächtens wachten und Kunde verbreiteten - kaum Frauen und Männer vertrauensseliger Natur -, furchtvoll geflüstert oder in drohendem Unterton, gepaart mit Weissagungen über das anstehende Ende des Imperium Romanum, in Verbindung mit schattigen Wesen, welche um den Lichtstrahl sich hatten gerangt, Höllenhunden vom Grunde des Hades, welche seither um den Tempel der Concordia schlichen und deren Geheul wie auch das gierigen Lachen aus Summanus' Kehle die ganze Nacht hindurch deutlich zu hören gewesen war, Schauermär und lebendiger Albtraum, welche auch mit dem Anbeginn des Tages sich nicht hatten von den allmählich den Horizont erklimmenden Strahlen der Sonne verdrängen lassen. Doch während des Nächtens niemand hatte gewagt, das templum zu betreten, standen nun am Morgen zahlreiche Neugierige und Gaffer um den Vorplatz des Tempels - in Abstand, doch nahe genug alles zu sehen, was es zu sehen gab. Zu sehen indes gab es nicht sonderlich viel, von dem schwarzfarbenen Rußflecken auf den Stufen abgesehen - welcher seiner Schlichtheit zum Trotze durch seine Entstehung nicht weniger beeindruckend war denn die mit ihm verbundenen Gespinste in den Köpfe der Menschen.
"Macht Platz für den Pontifex Flavius!"
Wo nötig mit grobem Gedränge und Ellenbogeneinsatz schafften einige der flavischen Klienten - Veteranen vorwiegend, welche Gracchus von seinem Vetter Felix hatte geerbt und welche üblicherweise ihm eher lästig waren - eine schmale Gasse zu den Stufen des Tempels, doch die meisten Neugierigen traten ohnehin freiwillig zur Seite, denn sich mit göttlichen Zeichen und dem dahinter stehenden Willen zu befassen war nun einmal die Aufgabe der Sacerdotes Roms, die damit gleichsam für die pax deorum Sorge zu tragen hatten und somit auch des einfachen Bürgers Wohl diesbezüglich garantierten. Der Pontifex Cornelius befand sich bereits an dem Orte des Geschehens, grüßte Gracchus wortlos mit einem Nicken.
"Mich wundert es nicht"
, sprach er nachdenklich, fügte keine weitere Erklärung an und blickte mit düsterer Miene auf den schwarzarbenen Flecken auf den Tempelstufen.
"Wurde bereits ein Augur verständigt?"
"Ja, ich habe einen Mann zum Auguraculum entsandt. Wie ich diese Vogeldeuter kenne, haben sie gestern Abend jedes Zucken am Himmel genauestens verfolgt, aber natürlich warten sie lieber, bis ihnen jemand mitteilt, wo die Einschlagstellen sind, als selbst danach zu suchen."
Gracchus' senkte ein wenig seine Stimme.
"Im Hortus der Villa Flavia ist ebenfalls ein Blitzschlag hernieder gegangen."
Cornelius zuckte ein wenig zurück, hob seine Hand und steckte den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger, das mano fico zur Abwehr des Bösen zu formen.
"Dius Fidus, Flavius!"
Beschwichtigend winkte der Angesprochene ab.
"Der Blitz schlug in einen Baum, brannte einen Ast daraus und hinterließ sein Zei'hen am Stamme. Der Baum steht allerdings no'h."
Der Pontifex Cornelius war nicht augenblicklich beruhigt, wiegte langsam den Kopf, ehedem er jedoch zugeben musste, dass dies bei weitem kein Unheil war.
"Nun, in diesem Falle hatten du und deine Familie augenscheinlich doppeltes Glück."
Gracchus nickte, lenkte jedoch mit einer Handbewegung zu den Stufen hin vorerst von jenem arbor felix im Hortus der Villa Flavia ab.
"Hast du so etwas schon einmal erlebt in deiner Zeit als Pontifex?"
Cornelius schüttelte langsam den Kopf, wollte eben zu einer Antwort ansetzen, als aus den Reihen der Neugierigen eine laute, schrille Stimme sich erhob.
"Wir werden sterben! Wir werden alle sterben! Der Kaiser hat uns ins Verderben geführt! Der Zorn der Götter hat Rom in seinem Herzen getroffen! Das Reich ist dem Untergang geweiht! Pluto wird aus seinen dunklen Hallen steigen und diese Stadt mit Mann und Maus in sich verschlingen!"
Mit einer unwillkürlich erhobenen Augenbraue drehte Gracchus sich ein wenig, den Ursprung des Kreischens auszumachen. Hetzreden und Massenpanik war in solcherlei Fällen das letzte, was ein Staat konnte gebrauchen.