CURSUS: Ausgewählte Bauprojekte der Armee

Spurius Purgitius Macer
Ausnahmsweise ab sofort beginnt ein neuer Cursus der Academia. Diesmal handelt es sich um einen schweren Cursus zum Thema "Ausgewählte Bauprojekte der Armee".

Zugelassen sind alle Angehörigen des Militärs, die das Examen Tertium abgelegt haben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sim-Off: Weil ich euch ja mal wieder ziemlich lange habe warten lassen, geht es mit diesem Kurs jetzt ohne lange Ankündigung los. Zur Entschädigung für die lange Wartezeit ist er etwas kürzer als die anderen. Prüfungsfragen dazu stelle ich am Montag.

Den nächsten leichten Kurs werde ich im Laufe der nächsten oder spätestens übernächsten Woche wie üblich ankündigen und dann ein paar Tage später starten.
Spurius Purgitius Macer
In dieser Vorlesung, die zur Kategorie der schweren Vorlesungen gehört und Sie damit zum Examen Quartum führen soll, möchten wir uns mit ausgewählten Bauprojekten der Armee befassen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die alltäglichen Bauwerke wie Straßen oder der Aufbau eines Lagers, sondern außergewöhnliche Objekte, die selten sind oder einmalige Projekte, die aus mehreren Bauwerken bestehen und in ihrer Gesamtheit zu betrachten sind. Als Prüfungsleistung für die schriftliche Arbeit Ihres Examen Quartum würde es sich daher also anbieten, ein hier nicht besprochenes Projekt zu bearbeiten oder Teilaspekte der Vorlesung zu vertiefen.

Beginnen möchte ich mit einem Bauprojekt, welches Ihnen allen geläufig sein sollte und welches zweifellos ein ständiges Projekt sein wird, dass eine permanente Bearbeitung und Weiterentwicklung erfahren wird: der germanische und rätische Limes.

Sim-Off: Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Karte im Tabularium einen Grenzverlauf zeigt, der in der von uns gespielten Zeit so noch nicht existierte. Grenzverlauf und Art der Befestigung, die man üblicherweise kennt, werden nämlich erst in den nächsten 50 Jahren entstehen. Augenzwinkern


Mit der Eroberung des Agri decumates, also das östlichen Vorlandes des Oberrheins und des nördlichen Vorlandes am Oberlauf der Donau seit der Herrschaft des flavischen Kaiserhauses wurde ein Ersatz für die bisherigen Flussgrenzen nötig und zwar weniger aus streng militärischen Gründen als zur einfacheren Grenzkontrolle. Auf die Details der Germanienpolitik und die militärische Lage dort möchte ich allerdings nicht weiter eingehen, das wäre sicher eine eigene Vorlesung wert. Betrachten wir sie daher nur so weit, wie sie zum Verständnis der Lage nötig sind und widmen und stattdessen den bautechnischen Aspekte der Grenzsicherung.
Der Begriff des "Limes" leitet sich von den "limites" ab, also den Grenzschneisen, die in den Wald geschlagen wurden, um den Grenzverlauf zu markieren und sichere und überschaubare Patrouillenwege einzurichten. Die Einrichtung dieser Schneisen erfolgte dort, wo es irgendwie möglich war, einer möglichst geraden Linie oder einem ebenen Verlauf folgend, um gute Überschaubarkeit oder rasche Benutzung der Wege zu gewährleisten. Beispiele für Ersteres sind die beiden südlichen Abschnitte des germanischen Limes, Beispiele für Letzteres finden wir im Norden der Germania Superior.

Dieser nördliche Abschnitt des Limes war auch einer der ersten, der mit der systematischen Anlage von Kastellen entlang des Flusses Nidda gesichert wurde. Fünf Kastelle folgtem den Flußverlauf von der Mündung gegenüber dem Legionslager Mogontiacum in nordöstliche Richtung und waren durch eine Straße miteinander verbunden. Weitere Kastelle wurden weiter südlich auf der östlichen Rheinseite zur Kontrolle der dortigen germanischen Siedlungsgebiete und nebenflüsses des Rhenus und noch weiter im Süden in der Nähe des Vexillationslagers von Sumelocenna [=Rottweil] errichtet. Gleiches gilt für entlang der Flußgrenze im Nordosten Raetiens.
Alle diese Kastelle waren ca. 3 ha groß und konnten damit etwa eine Cohorte oder Ala aufnehmen. Errichtet wurden sie in sehr einfacher Bauweise: entweder werden Rasensoden abgestochen und zu einer Mauer aufgeschichtet, oder es wird ein Wall aufgeschüttet und mit einer Palisade aus Holz versehen. Die erste Lösung ist schneller umzusetzen, benötigt aber praktisch ständige Reparaturen aufgrund von Auswaschungen durch Regen. Die zweite Lösung ist aufwändiger, garantiert aber höhere Stabilität. Eine besondere Ausführung der Holz-Erde-Konstruktion stellt es dar, wenn eine hohe und eine niedrige Reihe von Holzpalisaden so parallel angelegt werden, dass der Zwischenraum mit Erde verfüllt und mit Holz abgedeckt werden kann, so das praktisch eine Reihen von mit Erde gefüllten Holzkästen mit Brustwehr die Verschanzung bildet. In allen Fällen wird das Lager noch von einem Graben umgeben. Die Innenbebauung wird aus Holz errichtet und entspricht der üblicher Standlager.
Verbunden werde die Lager auf direktem Wege durch einen neu angelegte Straße, die nicht nur Versorgungslinie von Süden nach Mogontiacum ist, sondern gleichzeigt auch das einzige sichtbare Zeichen des gültigen Grenzverlaufs.

In einer zweiten Phase im Zuge der Chattenkriege am Ende der flavischen Dynastie wurden zwei bautechnische Änderungen in der Region vorgenommen, die zur Zeit noch nicht abgeschlossen sind: da die Grenzlinie erfolgreich nach Osten vorgeschoben wurde, werden zum einen die eben genannten Kastelle nun nach und nach von Grenzposten zu Versorgungsstützpunkten ausgebaut. Das bedeutet insbesondere, dass die Holz-Erde-Verschanzungen und Teile der Innenbebauung nun durch Steinbauten ersetzt werden. Zum anderen werden weiter östlich neue, meist kleinere Kastelle errichtet. Diese entstehen nun wieder in der einfacheren Bauweise aus Holz und Erde mit Holzeinbauten. Ihre Größe schwankt zwischen der für eine Centurie und der für eine Cohorte. Auch diese Kastelle werden nun wieder mit einem Weg verbunden, der gleichzeitig Versorgungslinie und Grenzweg ist. Besonders schön können wir die Präzision der Vermesser am mittleren Neckar beobachten, wo der Postenweg auf einer Länge von fast 20 Meilen schnurgerade verläuft. Ganz anders die Situation weiter nördlich im Taunus, wo der Weg den Höhenzügen folgt, so dass Kastelle immer mit möglichst raschem Zugriff auf das Umland und gutem Überblick ausgestattet sind. In einer kurzen Passage im Südosten der Germania Superior, zwischen Oberlauf des Necker und der Grenze zu Raetien, verläuft diese Kastelllinie noch hinter, also südlich der eben erwähnten alten Versorgungsstraße, bevor sich der Verlauf in Raetia dann wieder noch Norden bewegt.
Die Vollendung dieser bereits beachtlichen Bauleistung stellt allerdings die zur Zeit laufende Anlage von hölzernen Wachtürmen entlang dieser Postenwege dar. Sie werden je nach Gelände im Abstand von 300 bis 1500 Schritt errichtet und verfügen über eine Grundfläche von etwa 80 x 80 Fuß. Meist werden sie dreigeschossig errichtet, wobei der Eingang von außen nur über eine Leiter erreichbar im ersten Stock liegt. Das fensterlose Erdgeschoss ist von dort über eine Leiter im Inneren errichbar und dient der Lagerung von Vorräten. Im ersten Stock können die 4 bis 8 Mann der Turmbesatzung ihre Betten aufstellen. Der zweite Stock ist wiederum über eine Leiter im Inneren erreichbar und mit großen Fenstern und evtl. sogar einem äußeren Umgang versehen, auf dem die Soldaten Wache stehen und die Grenze beobachten können.
Spurius Purgitius Macer
Nachdem wir uns nun umfassend mit den Baulichen Maßnahmen zur Grenzsicherung in Germania befasst haben, wollen wir uns einem anderen Problem zuwenden und dabei der Donau stromabwärts folgen. Diese ist nämlich nicht nur ein wichtiger Grenzfluß, sondern sie stellt für die weiter stromabwärts gelegenen Provinzen auch eine wichtige Versorgungsroute da. Während der Warentransport flußabwärts problemlos möglich ist, müssen Schiffe, die aus dem schwarzen Meer kommen, gegen den Strom gezogen werden, um eine ausreichende Geschwindigkeit zu erreichen.
Im Bereich der Provinz Dacia fliesst die Donau nun in sehr tiefen Taleinschnitten, die keinen ebenerdigen Parallelweg zum Fluß ermöglichen. Dieses Problem konnte allerdings durch eine bauliche Maßnahme der dort stationierten Legionen, die auf die Versorgung per Schiff angewiesen sind, in zwei Phasen gelöst werden.

Zunächst wurde eine balkonartige Holzkonstruktion errichtet, die einen 10 Fuß breiten Steg trug. Davon lagen etwa 2 Fuß auf einer in den Stein gehauenen Felsbank auf, der Rest ragte über Stützen in den Fluß hinein. Wenngleich die Konstruktion für den normalen betrieb stabil genug war und im übrigen schnell errichtet werden konnte, so war sie doch sehr anfüllig für die Launen des Flusses. Hochwasser und insbesondere das Treibeis im Spätwinter zerstörten regelmäßig die Konstruktion und machten den alljährlichen nicht ganz ungefährlichen Einsatz der Legionäre nötig.
Deshalb wurde in einer zweiten Phase eine besser Lösung geschaffen. Statt einer schmalen Felsbank wurden nun eine Aushöhlung für den kompletten Weg von 10 Fuß breite und 10 Fuß Höhe in den Fels getrieben. Dadurch wurde die überkragende Holzkonstruktion überflüssig und der Weg war wesentlich weniger gefährdet. Natürlich kostete das Anlegen dieser Straße im fels sehr viel mehr zeit als eine einfache Reparatur des Steges, doch wenn wir es auf längere Zeit betrachten, war dies mit Sicherheit eine sehr lohnende Maßnahme.

Bleiben wir noch ein wenig beim Ausbau von Schifffahrtswegen und betrachten wir nun, wie man im besonderen Fall sogar Wasserwege neu anlegen kann. Auch wenn hierfür nicht zwangsläufig nur die Armee als Arbeitskraft zum Einsatz kommt, so sind doch auch immer militärische Aspekte, die die Anlage eines künstlichen Wasserweges mit begründen. Als konkretes Beispiel dient und dazu ein Schiffskanal, der vor etwa zehn Jahren instand gesetzt wurde, der aber selber viel älter ist. Dieser Kanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und ist somit für die Flottenbewegungen der Alexandrinischen Flotte von großer Bedeutung. Wir kennen ihn unter dem Namen Daraios-Kanal, da er vom Perserkönigs Daraios I. vollendet wurde.
Aber er war nicht der erste, der diese Landenge für die Schifffahrt öffnen wollte und er vollendete letztendlich nur etwas, was andere vor ihm begonnen hatten. Bereits unter Pharao Sesostris III. [1878-1841 v.Chr.] wurde ein erster Kanal gegraben um das Mittelmeer mit dem Roten Meer zu verbinden. Allerdings waren die alten Ägypter noch nicht gut genug organisiert für ein derartiges Projekt, und die Anlage versandete, bevor sie fertig gestellt wurde. Hunderte Jahre später machte Ramses II. [um 1280 v.Chr.] wiederum einen ähnlichen Versuch, der ebenfalls erfolglos blieb. Wiederum einige hundert Jahre später startete Pharao Necho II. [609-594 v.Chr.] den dritten Versuch mit einem Kanal vom östlichsten Nilarm zum Roten Meer. 120.000 Ägypter starben beim Bau und die Arbeiten wurden nach einem Orakelspruch eingestellt. Nachdem Ägypten von den Persern erobert worden war, vollendete Daraios I. den kanal dann doch noch etwa 100 Jahre nach Baubeginn.
Etwa 300 jahre später versandte der Kanal erneut und Ptolemaios II. Philadelphos liess ihn wieder instandsetzen, um die von ihm am Roten Meer gegründeten Handelsposten für Schiffe aus dem Mittelmeer erreichbar zu machen. Die mit dem steten Schiffsverkehr einhergehende regelmäßige Kontrolle und Ausbesserung hielten ihn lange in einem guten Zustand, bis er wie gesagt vor etwa 10 Jahren erneut neu ausgeschachtet werden musste, um ihn für unsere Flotte nutzbar zu halten.
Der Kanal kann in vier Tagen durchquert werden und ist so breit, dass zwei Trieren parallel passieren konnten. Der Startpunkt liegt etwas oberhalb der Stadt Bubastis, dann gelangt man zur Stadt Paumos um schliesslich in Rote Meer zu münden. Die eigentliche gerade Linie zwischen Start- und Endpunkt wäre deutlich kürzer, aber der Kanal folgt häufig Krümmungen, um natürlichen Hindernissen auszuweichen.
Vergleichbare Projekte aus rein militärischem Antrieb kennen wir auch aus anderen Provinzen, so z.B. die Fossa Drusiana und die Fossa Corbulonis im Norden Germanias, die die dortigen Flüsse und großen Seen vor der Nordsee miteinander verbinden, um die Schifffahrtswege zu verkürzen und den Weg hinaus aufs unruhige Meer zu vermeiden.
Spurius Purgitius Macer
Nachdem wir nun also schon Wasserwege angelegt haben, wo sich vorher fester Boden befand, wollen wir uns nun noch mit dem gegenteiligen Fall befassen: einen festen Weg anlegen, wo Wasser ist. Während das Anlegen von Dämmen oder der Bau fester Steinbrücken sicherlich ein interessantes Thema für eine Architekturvorlesung ist, soll und hier der militärisch, d.h. vor allem schnelle und provisorische Brückenbau interessieren. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Arten der Flußüberquerung: die Schiffsbrücke und die Ständerbrücke aus Holz.

Beginnen wir mit der heute üblichen und schnelleren Schiffsbrücke. Wie der Name erahnen lässt, wird sie errichtet, indem mehrere Schiffe, Boote oder Flösse mit den Längsseiten nebeneinander vertäut werden, um so die Breite des Flusses zu überspannen. Je nach Situation können diese Wasserfahrzeuge entweder aus einem benachbarten Hafen den Fluß entlang zur benötigten Stelle geschickt werden, oder sie müssen vor Ort hergestellt werden. In letzterem Fall empfiehlt es sich dringend, zunächst die Breite des Flusses festzustellen, um gleich die richtige ANzahl von Botten herzustellen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass für die Arbeiten zusätzlich einige Botte als schwimmende Arbeitsplattformen benötigt werden.
Um der Strömung zu begegnen, müssen die Brückenschiffe mit Balast auf dem Grund des Flusses befestigt werden. Dazu stellt man große Weidengeflechte her, die mit Steinen gefüllt werden können. Diese versenkt man im Fluss und kann die Schiffe mit starken Tauen daran befestigen. Die nebeneinander liegenden Bootskörper werden dann mit langen Balken überdeckt, um einen ebenen Weg zu erreichen, der auch die Nutzung mit Fahrzeugen und Lasttieren ermöglicht. Dabei ist ein Kompromiss zwischen eine leichten, beweglichen und einer schweren, stabilen Konstruktion zu wählen. Die leichte Konstruktion belastet die verwendeten Schiffe nur wenig und erlaubt so die Benutzung der Brücke mit schwerer Last, ohne dass die Schiffe untergehen. Andererseits brechen dünnen Konstruktionen bei starker Belastung oder großen Schwankungen des Wasserspielgels leicht. Die schwere Konstruktion ist wesentlich robuster, erfordert aber auch große und stark belastbare Brückenschiffe, da sie ein hohes Eigengewicht hat.
Brücken dieser Art sind relativ schnell zu bauen und erfordern abgesehen von den gerade genannten Hinweisen und evtl. dem Wissen um den bau von Booten oder Flößen wenig zusätzliches technisches Wissen.

Im Gegensatz dazu steht die für fast jede beleibige Last konstruierbare sehr stabile hölzerne Ständerbrücke, die deutlich mehr technisches Wissen erfordert. Auch sie wird oder wurde im militärischen Bereich eingesetzt, z.B. von Gaius Julius Caesar bei den ersten überquerungen des Rhenus mit größeren Truppen. Dieser Brückentyp entsteht, indem lange Holzbalken von einen Floß aus leicht gegen die Stromrichtung geneigt in den Flußgrund gerammt werden. Im Abstand der gewünschten Brückenbreite werden dann stromaufwärts ebenfalls Balken eingerammt, diesmal in die andere Richtung geneigt. Die aus dem Wasser ragenden Enden werden dann wiederum mit weiteren Balken miteinander verbunden. Von diesen so entstehenden Brückenjochen können mehrere über die Breite des Flusses verteilt nebeneinander gesetzt werden. Die Querbalken werden abschließend mit Brettern überdeckt, die den Fahrweg bilden. Die Konstruktion ist nahezu unabhängig von Schwankungen des Wasserspiegels und die Belastbarkeit der brücke ist durch die Stärke der Querbalken und die Dichte der Joche bestimmt. Um die tragenden Pfosten vor Treibgut im Fluß zu schützen empfiehlt es sich, stromaufwärts weitere Balken als Fänger einzurammen.
Der Bau derartiger Brücken ist zeitintensiver als der Bau von Schiffsbrücken und setzt sowohl die Anwesenheit erfahrener Techniker als auch Zugriffsmöglichkeiten auf ausreichend lange und stabile Baumstämme zum Schlagen der Balken voraus.
Flavius Duccius Germanicus
Fleissig kritzelnd auf der Wachstafel saß er in irgendeiner Reihe und hörte zu.


Sim-Off: Klasse, ein paar fragten sich schon, wann der nächste Kurs kommt großes Grinsen
Spurius Purgitius Macer
Prüfungsfragen zum Cursus
"Ausgewählte Bauprojekte der Armee"
(Examen Quartum)


1. Beschreiben Sie die Maßnahmen, die in der ersten Phase das Limesausbaus ergriffen wurden.
2. Wie werden einfache Limeskastelle errichtet? Nennen Sie mindestens zwei Konstruktionsweisen.
3. Nennen Sie Gründe, die für oder gegen einen schnurgeraden Verlauf eines Grenzweges sprechen.
4. Welche Bedeutung messen Sie den Wachtürmen am Limes bei?
5. Halten Sie den baulichen Aufwand für eine massive Befestigung des gesamten Limes mit Wall, Graben und Pallisade für gerechtfertig? Berücksichtigen Sie dabei auch den Personalbedarf für eine sinnvolle Besetzung der Posten!

6. Welche Bedeutung haben bauliche Maßnahmen an Flüssen für die Armee?
7. Erläutern Sie den nutzbringenden Einsatz der Armee am Beispiel des Donau-Treidelpfades aus der Vorlesung.
8. Nennen Sie Gründe, die für die Anlage eines Kanals als künstlichen Schifffahrtsweg für die Flotte sprechen.
9. Halten Sie den Aufwand für Kanäle immer, in bestimmten Fällen oder nie für gerechtfertig?

10. Beschreiben Sie den Aufbau von Schiffsbrücken sowie deren Vor- und Nachteile.
11. Beschreiben Sie den Aufbau von Ständerbrücken sowie deren Vor- und Nachteile.
12. Wägen Sie Vor- und Nachteile der Brücken ab: welchen Typ würden Sie bei einem kurzen Feldzug bevorzugt einsetzen?
13. Unter welchen Bedingungen würden sie den anderen Typ einsetzen?

14. Vergleichen und kommentieren Sie Zeit- und Materialaufwand für folgende Maßnahmen:
- Marschlager <-> dauerhaftes Standlager am Limes
- Behelfsbrücke <-> dauerhafte Brücke

15. Wählen Sie sich ein Beispielprojekt aus der Vorlesung aus und erläutern Sie, welche nicht-militärischen Nutzen-Effekte bei der Umsetzung dieses Projektes zu erwarten sind. WIegt dieser Nutzen einen Teil des Aufwandes auf?


Täuschungsversuche werden mit dauerhaftem Ausschluß von der Academia bestraft!

Die Antworten sind innerhalb von sieben Tagen beim Legaten schriftlich einzureichen. Zum Bestehen des Examens müssen 13 der 15 Fragen korrekt bzw. ausführlich und gut begründet beantwortet werden. Bei Fragen zu Ihrer Meinung ist es nicht erforderlich, die Meinung des Dozenten zu teilen. Bei Fragen nach Einschätzungen und Vergleichen ist es erwünscht, weitere Quellen als nur die Vorlesung zu Rate zu ziehen.

Ferner reichen Sie bitte mit Abgabe ihrer Antworten auch einen Themenvorschlag für ihre Dissertation und ein erstes Konzept ein. Befassen Sie sich mit einem beispielprojekt, welches ind er Vorlesung nicht besprochen wurde. Auch eine detailierte Betrachtung eines Ausschnitts aus dem Limesbau ist erlaubt.
Sim-Off: Und damit genug Material zur Auswahl ist, dürft ihr natürlich auch über den Limes (oder andere Projekte) im 2. Jh. n. Chr. schreiben, wenn ihr wollt. Augenzwinkern
Spurius Purgitius Macer
"Ich freue mich bekannt geben zu dürfen, dass die drei folgenden Studenten ihre Arbeiten fristgerecht eingereicht haben und die nötige Punktzahl erreichen konnten:

Herius Hadrianus Subdolus (15 von 15)
Marcus Decimus Livianus (13 von 15)
Flavius Duccius Germanicus (13 von 15)

Von diesen drei Kandidaten werden wir bald auch ihre Dissertationsvorträge hier an dieser Stelle zu hören bekommen."
Marcus Didius Falco
"Meinen herzlichen Glückwunsch den drei Studenten zur erfolgreichen Beantwortung der Prüfungsfragen. Ich bin mir sicher das sie ihr Wissen mit interessanten Dissertationen untermauern werden." smile

Applaus


"Eine Frage an den Leiter der Academia Militaris. Ist in diesem Jahr noch mit einer weiteren Möglichkeit zu rechnen, dass Examen Tertium abzulegen?"

Sim-Off: Ich hätte furchtbar gern schon diesmal mitgemacht, aber die Zeit der Prüfung fiel haargenau in eine Phase, wo es mir aus RL-Gründen absolut nicht möglich war die Zeit dafür aufzubringen.
Spurius Purgitius Macer
Zitat:
Original von Marcus Didius Falco
"Eine Frage an den Leiter der Academia Militaris. Ist in diesem Jahr noch mit einer weiteren Möglichkeit zu rechnen, dass Examen Tertium abzulegen?"

"Vorgesehen ist dies in jedem Fall - ob es sich umsetzen lässt, wird die Zeit zeigen. Als nächstes steht erstmal ein leichter Kursus zum Examen Secundum auf dem Plan.

Und nun wird Flavius Duccius Germanicus uns seine Dissertation vortragen - er wird uns über den obergermanisch-rätischen Limes berichten."
Flavius Duccius Germanicus
Einführung

Der Limes, ein Grenzsystem an den nördlichen Grenzen des römischen Imperiums, hat vielfältige Funktionen für das Reich. Neben der Funktion als militärisches "Frühwarnsystem" dient er auch als Zollgrenze und ihre Grenzübergänge als "Marktplätze" für den Außenhandel.
Der Obergermanisch-Rätische Limes wurde errichtet um die Landstriche auf dem östlichen Rheinufer zu kontrollieren. Dieser Grenzwall ist mit Kastellen, Wachtürmen, Mauern und Palisaden versehen, um die Sicherung möglichst komplett zu gewährleisten.
Bisher ist der Limes noch nicht zu Ende errichtet, weshalb man von einer Verlängerung der derzeitigen Strecke ausgehen kann.



Lage

Der Limes an sich führt von Abusina über Castra Regina an Aquilea vorbei und macht bei Lorch einen beinahe 90° Knick gen Norden bis Miltenberg, wo er über den Moenus hinweg noch einige Kilometer der nördlichen Richtung folgt, ehe er wieder westlich und ein Stück südlich an Saalburg vorbei vollends gen Westen bis Rheinbrohl. Von da aus war der Rhein die natürliche Grenze des Imperiums. So umfasst der Limes Raetia und Germania Superior.


Lageplan des Limesverlaufes
Sim-Off: Die Karte ist leider nicht historisch an das zweite Jahrhundert angelegt, weshalb man hier den gesamten Limes schon sieht, obwohl dieser erst ca. 260 n. Chr. seine uns bekannte Ausdehnung hatte




Geschichte

Von 834 bis 849 wurde unter dem Kaiser Domitian erstmals der Plan einer zusammenhängenden Grenzbefestigung gefasst, der später zum Limes führte. Noch während des Krieges gegen die (831 bis 833) wurde damit begonnen erste Schneisen in die damals noch sehr dichten Wälder zu schlagen und durchgehende Patrouillenwege angelegt. Im Verlaufe des mittleren 9. Jahrhunderts wurden die Grenzlinien im südgermanischen Raum immer mehr Richtung Nordosten vorgeschoben, um eine möglichst kurze Verbindungsstraße zwischen dem Nieder- und Mittelrhenus und der raetischen Provinz zu schaffen.
Um 853 wurde der Limes in Germania superior errichtet und durch Kastelle gesichert. Später sollen noch Limespalisaden vor den Patrouillenwegen errichtet werden und weitere Steinkastelle und Wachtürme.



Funktion und Bauphasen

Das Wort Limes bedeutet eigentlich Weg, Besitzgrenze oder auch in den Wald geschlagene Schneise. Die Vorläufer des befestigten Limes waren demnach auch nur Grenzwege oder Waldschneisen, die zur Markierung des Grenzverlaufes dienten. Der durchgehende Limes entstand und entsteht immer noch erst mit der Zeit und wird das Ergebnis zahlreicher, wie bereits getätigter und noch zu tätigenden Grenzkorrekturen sein.
Der Limes war ursprünglich nicht als Verteidigungslinie gedacht, sondern sollte in erster Linie den Grenzverlauf zwischen dem römischen Imperium und Germania Magna als Zollgrenze markieren. Zudem soll es kleineren Stammesgruppen, die in den römischen Provinzen auf Raubzüge aus sind, schwer machen unbemerkt die Grenze zu verletzen. Der Rückweg mit Beutegut soll somit auch erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht werden.
Entdeckt man von den Wachtürmen eine Grenzverletzung, so werden Rauchzeichen, Feuer- oder Hornsignalen als Alarmsignale an die nächstgelegenen Kastelle gesendet und die dort stationierten Soldaten können schnell ausrücken und die Feinde auftreiben und vertreiben oder festsetzen. Wenn es sich um größere Angriffe handelt, müssen die nächstgelegenen Legionen ausrücken.
In Germania Superior besteht der Grenzwall vielfach noch nur aus einem Postenweg, auch wenn hier Pläne bestehen ihn vollends dem Raetischen Vorbild anzupassen und ihn mit Wällen, Palisaden und Türmen überall auszustatten.
Der Limes bestand früher ausschliesslich aus Waldschneisen mit Patrouillenwegen und höchstens noch hölzernen Wachtürmen. Mittlerweile ist man dabei zusätzlich Limesweit eine hölzerne Palisadenwand zu errichten und hier und dort die Holztürme durch Steintürme zu ersetzen. Die erste Bauphase bestand ausschliesslich darin, Schneisen in die dichten Wälder zu schlagen und einen möglichst gerade Grenzverlauf und Grenzwege zu errichten dadurch. Überall an diesen Grenzwegen wurden auch Holztürme, in einem durchschnittlichen Abstand von 800 Metern errichtet. Um das Jahr 853 herum folgten in einem zweiten Schritt weitere Wachtürme aus Erde und Holz, gleichzeitig wurden Palisaden aus Holz errichtet. In Raetia beginnt man langsam damit die Holzpalisaden durch eine Mauer zu ersetzen und alle bisherigen Holztürme zu Steintürmen umzufunktionieren.


Der Limes in der ersten Bauphase, Ende des 1. Jh.


Der Limes in der zweiten Bauphase, ab 2. Jh.


Kastelle am Limes


Die aus militärischer Sicht wichtigste Einrichtung am Limes sind die Kastelle. Marschlager und Standlager werden immer nach einem einheitlichen Grundmuster erbaut. Die Standlager sind größtenteils rechteckig, wobei die Seitenkanten ein Verhältnis von 2:3 haben sollen.
Die vier Tore liegen sich paarweise gegenüber und werden von sich in der Mitte kreuzenden Straßen verbunden, der Via Praetoria und der Via Principalis.
Direkt über dem Kreuzungspunkt befindet sich die Principia. Entlang der Lagerumwallung führt übrigens die Via Sagularis.
Am Limes haben die Kastelle etwa einen Abstand zueinander von 8-10 km. Die hier stationierten Truppen stellen auch die Besatzungen in den Wachtürmen in der Nähe sowie für Patrouillengänge.
Es gibt dabei die unterschiedlichsten Arten der Kastelle, die man am Limes finden kann.

Kleinkastelle
Kleinkastelle haben im Durchschnitt nur eine Größe von 0,03 ha. Sie haben in der Urform nur ein Tor und sind oft von nur einem Graben umgeben. Der
Innenausbau ist U-förmig angeordnet. Es gibt aber auch Kleinkastelle mit zwei gegenüberliegenden Toren und Mannschaftsbaracken links und rechts der Straße. Die Besatzungsstärke schwankt zwischen 12 und 80 Mann. Diese Kastelle dienen mehr der Kontrolle des Menschen- und Warenverkehrs als militärischen Zwecken und befinden sich oft an günstigen Eintrittsstellen im Limesgebiet.

Querschnitt durch einen WachturmHolzturm bei Lorch



Fazit

Der Limes ist ein stark bewachtes Grenzgebiet, dass zu den am besten gesichersten zählt. Aber er ist keine reine militärische Grenze. Die gesamte Grenze ist vielmehr auch und im großen Maße als wirtschaftliche Grenze anzusehen, da trotz der starken militärischen Präsenz viele Grenzübergänge möglich sind, die von römischen Soldaten gesichert sind, aber einen regen wirtschaftlichen Austausch ermöglichen. Durch die starke militärische Präsenz am Limes direkt und in dessen Nähe, herrscht hier ein stetiger Bevölkerungswachstum, der darauf zurückzuführen ist, dass zum einen die Familien der Soldaten diesen nach Germanien folgen, als auch Händler und Handwerker die Möglichkeit sehen in Kastellumsnähe Geschäfte mit den Legionen abschliessen zu können. Desweiteren versucht man weiterhin bevorzugt römische Legionäre anzusiedeln oder Auxiliarsoldaten, denen nach Abschluß der aktiven Dienstzeit das römische Bürgerrecht verliehen wird und denen ein Anrecht auf den Erwerb einer Parzelle zusteht. Der Limes ist somit nicht einfach nur eine geographische Markierung, sondern Schutz, Wirtschaftsmagnet und ein bauliches Meisterwerk, das wohl noch viele Jahrhunderte so bestehen wird.
Spurius Purgitius Macer
Der Leiter der Academia nickte zum Ende des Vortrags. "Ich danke für diesen sehr schönen Vortrag."
Macer wandte sich an die Zuhörer im Auditorium der Academia: "Möchte jemand Fragen oder Anmerkungen zum Vortrag vorbringen?"
Traianus Germanicus Sedulus
Ich hörte mir den Vortrag von Flavius Duccius Germanicus an den ich sehr ausfürlich fand, doch eine winzige Kleinigkeit störte mich daran.

Du sprichst hier von einem Krieg den Kaiser Domitian geführt hat, doch nennst Du nicht den Feind. Also gegen wen kämpfte er zur Zeit als der Limes zu bauen begonnen wurde?
Flavius Duccius Germanicus
Ups, da war ihm glatt ein Teil seines Satzes abhanden gekommen.

"Es geht dabei um den Krieg gegen die germanischen Chatten."
Traianus Germanicus Sedulus
Gut, ich danke Dir. smile Das war wirklich ein gelungener Vortrag. Applaus
Lucius Annaeus Florus
Da ich erst gerade neu zu der Legio II nach Germania versetzt worden war, horchte auch ich diesem Vortrag sehr gespannt zu, handelte er doch von einem Gebiet, das ich zwar noch nicht kannte, aber in dem ich in der nächsten Zeit meinen Dienst versehen würde.

Am Ende waren alle Fragen in mir geklärt und sowohl Funktion, als auch Bauweise und andere Details dieser ominösen Grenze hatten sich mir eingeprägt.

Wie viele andere applaudierte auch ich dem Redner. Applaus
Marcus Decimus Livianus
Sim-Off: Meine Arbeit nur Halb-SIMON zu betrachten, da der Hadrianswall zur hier simulierten Zeit noch nicht existiert hat.


Livianus betrat aufgeregt das Rednerpult und legte sich seine Unterlagen zurecht, ehe er mit der Lesung seiner Arbeit begann.

Einführung

Quer durch Britannia führt eine weitere mächtige Befestigungsanlage, welche die nördlichste Grenze unseres Imperiums vor Angriffen der dort ansässigen Pikten verhindern soll.

Lage

Der Wall wurde in Ost-West-Richtung, mehr oder weniger parallel zu der bereits existierenden Grenzlinie gebaut, dem aus Forts und Vorposten entlang einer Militärstraße bestehenden „Stanegate“ (dt. Steinstraße). Der Wall hat eine Länge von 80 römischen Meilen (117 Kilometer) und reicht von Maia im Westen bis Segedunum im Osten. Von Segendunum aus fungiert das Mündungsgebiet des Flusses Tyne als natürliche Grenze bis zur Ostküste. Zwischen Segedunum und dem Kastell in Arbeia besteht jedoch Sichtverbindung.

Bau und Überblick

Auf den Befehl des römischen Kaisers Hadrian, begannen im Jahre 122 die Soldaten aller drei auf der britischen Insel stationierten Legionen mit dem Bau des Walls.
Der Wall ist eigentlich nur ein Teil des Verteidigungssystems, das von Norden nach Süden gesehen, aus folgenden Elementen besteht:

• einem Glacis
Glacis werden im Festungsbau Erdanschüttungen vor dem Graben genannt, die zum Feind hin so abfallen, dass kein toter Winkel entsteht.
Das Glacis war im Idealfall unbebaut und nicht mit Bäumen bewachsen, um gegnerischen Truppen jede Möglichkeit zur Deckung zu nehmen. Zudem wurden auf einem Glacis oftmals tiefwurzelnde Gewächse angepflanzt, um das Ausheben von Annäherungsgräben zu erschweren. Im Laufe der Zeit wurde das Glacis immer höher aufgeschüttet, um gegnerischen Truppen das Heranarbeiten an die Befestigungsanlagen zu erschweren.

• dem Wall selbst

• einer Militärstraße

• dem Vallum - zwei großen Dämmen mit einem Graben dazwischen


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Im Vergleich zum Obergermanisch-raetischem Limes, von dem zuvor Tribun Germanicus sprach, ist der britannische Wall eine besser befestigte Verteidigungslinie.

Der Wall selbst hat eine Breite von circa sechs bis acht römische Fuß. Entlang des Walls liegen 15 römische Kleinkastelle und zwischen diesen im Abstand von je einer Drittelmeile kleine Türme. Die Kastelle haben in der Regel eine Fläche von 18 m².


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Ausserdem befinden sich im Wall insgesamt 80 Tore im Abstand von je einer römischen Meile. Zwischen den Toren liegt jeweils ein Turm, der zur Beobachtung und zur Signalübermittlung dient. Er verläuft meist auf den Kamm der Höhenzüge und erstreckt sich so von einem Horizont zum anderen. Der Wall ist weiß gekalkt und somit über weite Strecken bereits sichtbar. Über die Hälfte des Bauwerks ist aus Stein, nur der westlichste Abschnitt mit 31 römischen Meilen ist ein mit Holz verstärkter Erdwall. Nur die Türme wurden hier aus Stein errichtet.

Fazit

Auch wenn der Wall einen Wehrgang hat so ist das Bauwerk nicht als Plattform für den Kampf gedacht, denn man muss sich im Klaren sein, dass der Wall für eine große feindliche Armee zwar ein schwieriges aber nicht unüberwindbares Hindernis darstellt. Gerade verlaufende Grenzlinien erleichtern der römischen Armee, Truppen zu bewegen, den Handel in der Region zu kontrollieren und feindliche Raubzüge zu verhindern.
Zusammengefasst ist der Wall ist ein Bauwerk, welcher durch seine imposante Erscheinung die Macht Roms bekundet und sein eigentlicher Zweck ist die Trennung der Barbaren von den Römern.
Spurius Purgitius Macer
Macer dankte auch diesem Vortragenden für seine Ausführungen sowie die gelungenden Illustrationen durch einige Zeichnungen und gab ihm mit einem freundlichen Nicken zu verstehen, dass die Aufregung zuvor völlig unnötig war.

"Ich erlaube mir anzufügen, dass dieser Wall ein sehr schönes Beispiel ist, wie man es mit der exakten Umsetzung einer Planung auch übertreiben kann: einge der Tore im Abstand von einer Meile existieren nur, weil der Plan sie dort vorsah - die Geländeverhältnisse erlauben an diesen Stellen manchmal gar kein Passieren der Grenze!

Gibt es aus dem Auditorium noch Fragen oder Anmerkungen? Wir sind ja in der glücklichen Lage, hier einmal zwei Grenzwälle direkt miteinander vergleichen zu können."
Lucius Annaeus Florus
Ich gab mit einem Handzeichen zu verstehen, dass ich eine Frage hatte:

Wenn ich richtig informiert bin, so ist immer dort, wo ein Tor in einer Mauer ist, oder war, diese Mauer weniger stark und somit anfälliger für Angriffe.

Wenn das Gelände aber bei einigen Toren nicht für eine Passage der Grenze geeignet war, warum hat man denn diese Tore überhaupt gebaut und den Wall so geschwächt? Das ergibt für mich keinen Sinn. Gibt es dazu Angaben?
Spurius Purgitius Macer
"Nein, genau Angaben kann ich dazu leider nicht machen. Zumindest in einem mit bekannten Fall dürfen wir allerdings davon ausgehen, dass die Schwächung der Mauer zu vernachlässigen ist, da das Tor direkt wieder zugesetzt wurde. Es existiert also nur als architektonisches Element und niemals als tatsächlicher Durchgang."

Sim-Off: Mist, ich finde die Publikation und die Abbildung zu dem Ding nicht mehr... unglücklich
Lucius Annaeus Florus
Auf der einen Seite war diese Antwort ziemlich einleuchtend, auf der anderen passte sie mir doch nicht so ganz, daher hackte ich nach:

Das dachte ich mir schon, aber selbst wenn die Öffnung zugesetzt wurde, dann ist die Mauer an dieser Stelle doch meist schwächer oder weniger dick. Wenn es aber darüber keine Angaben gibt, dann lassen wir es dabei bewenden und lernen, dass man nicht übereifrig an einem architektonischen Ideal festhalten soll Augenzwinkern