Lucius Aelius Quarto
Ein Staatssklave führte Quarto in einen der weniger bevorzugten Trakte der Mercati Traiani. Schließlich hielt er vor einer Tür, hinter der sich, wie sich gleich darauf herausstellte, eine recht kleine, muffige, dunkle, weil fensterlos Kammer befand. Darin ein Schemel, ein roher Tisch und ein kleines Regal in dem ein paar staubige Schriftrollen lagen.
“Das Officium des Aediles Plebeii.“, stellte der Sklave nüchtern fest und machte eine einladende Geste, die man auch als unverschämt hätte deuten können.
Quarto nickte nur mit sauertöpfischer Mine, ließ sich den Schlüssel geben und schickte den Mann mit einer nachlässigen Geste fort.
Hier würde er also in seiner Amtszeit als Ädil die Schreibarbeiten verrichten und Besucher empfangen. Einladend war dieser Raum wirklich nicht und repräsentativ schon gar nicht. Platz bot er ebenso wenig wie Komfort, aber es war praktisch, ein Arbeitszimmer auf den Märkten zu haben und einen Raum, wo er zu erreichen war, wenn jemand ihn zu sprechen wünschte.
Marcus Flavius Obscuro
Ich machte mich auf dem Weg zum Aedilis, um einige Fragen bezüglich des Getreidetransport zu klären. Ich klopfte an.
Gaius Caecilius Crassus
Crassus kam in seiner Präti-Uniform und in Begleitung von 4CUlern zum Büro des Ädilen, vor welchem schon jemand anders stand, doch Crassus hatte nur wenig Zeit und die Sache dudeldete keinen Aufschub, er nickte einem CUler zu, der sich auch gleich dran machte an der Tür zu klopfen, wobei Obscuro nicht ganz sanft weggeschubst wird.....
Lucius Aelius Quarto
"Herrein!"
Gaius Caecilius Crassus
Ein 2.CUler öffnete beim "Herrein" die Türe und Crassus trat schnell ein. Er nahm mit schnellen und sicheren Blicken das Officium in sich auf, und schaute dann zu dem Ädil:
Salve Ädil.
Ich bin Gaius Caecilius Crassus, Princeps Prätorii, zuständiger Prätorianer über die CU.
Ich muss dich in einer recht wichtigen Angelegenheit sprechen...
Lucius Aelius Quarto
“Worum handelt es sich, Princeps Praetorii?“
Gaius Caecilius Crassus
Um mindestens einen, wenn nicht sogar noch mehr Brunnen...
Lucius Aelius Quarto
“Brunnen?“
Quarto legte Wachstafel und Griffel beiseite.
“Berichte mir worum es genau geht.“
Gaius Caecilius Crassus
Wir haben durch einige Bürger mitbekommen, dass im Stadtteil Via Lata immer mehr Menschen krank werden. Darauf hin habe ich einige Miles hingeschickt, die das Untersuchn sollten...
Auf jeden Fall meinte einer der dortigen Bewohner, dass es mit dem Brunnen zusammenhängt, er hätte so etwas schonmal erlebt. Auch scheint es nicht ganz unlogisch zu sein, denn jeder der Anwohner, benutzte das Wasser.
Crassus machte eine kurze Pause:
Ich werde nachher selber dort nach den Rechten sehen, wenn du willst kannst du ja mitkommen und dir selbst ein Bild von der Lage machen.
Lucius Aelius Quarto
“Das ist ein höchst bedenklicher Vorfall. Es war richtig von dir, dass du deshalb zu mir gekommen bist. Die Aufsicht der öffentlichen Brunnen fällt in meine Zuständigkeit. Dem muss unbedingt nachgegangen werden.“
Er schielte durch die noch halboffene Tür und sah einen weiteren Mann, der allem Anschein nach auch zu ihm wollte.
“Bitte lass mir einen deiner Miles da. Ich werde noch kurz mit dem anderen Besucher reden und mich dann sofort zu dem besagten Brunnen führen lassen.“
Gaius Caecilius Crassus
In Ordnung, Ädil. Es befinden sich schon 2Centurien bei den besagten Brunnen.
Crassus wandte sich kurz vom Ädilen ab:
Fiscus, du wartest vor der Tür bis der Ädil hier fertig ist, und kommst dann mit ihm zu dem Brunnen nach.
Ädil, man sieht sich bei den Brunnen.
Crassus salutierte wandte sich ab und ging durch die Tür, sagte dort zu Obscuro:
Du kannst eintreten.
Und ging mit den anderen Miles zum Brunnen. fiscus wartete vor dem Officium.
Marcus Flavius Obscuro
"Danke."
Ich trat ins Officum.
"Salve werter Ädil. Ich bin Nauarchus Marcus Flavius Obscuro bei der Classis Misenensis, dürfte ich mich setzen?"
Lucius Aelius Quarto
“Aber bitte doch.“
Quarto bot seinem Besucher mit einer einladenden Geste den einzigen noch freien Stuhl an.
“Womit kann ich dir helfen, Nauarchus?“
Marcus Flavius Obscuro
Ich setzte mich, sehr freundlich dieser Herr.
"Nun da der Posten des Praefectus Annonae vakant ist. Hoffe ich du bist der richtige Ansprechpartner. Ich möchte erfahren ob Rom über genügend Getreidevorräte verfügt oder ob die Flotte mehr einschiffen sollte. Des weiteren gab es Probleme in der Vergangenheit zwischen dem Getreideverantwortlichen und der Flotte?"
Lucius Aelius Quarto
“Ja, es ist richtig. Ich vertrete den Praefectus Annonae in seiner Funktion als Aufseher der Armenspeisungen.“
Er wühlte in den Wachstafeln, die seinen Schreibtisch bedeckten, bis er die richtige fand.
“Also… wenn ich bedenke, wie wenig Bürger sich in die aktuelle Frumentationsliste eingetragen haben… dann muss man wohl davon ausgehen das die Getreideversorgung in der Provinz Italia zurzeit hervorragend ist. Eine Intensivierung der Getreidelieferungen scheint momentan nicht nötig zu sein.“
Er legte die Tafel wieder weg.
“Gab es Probleme? Mir ist nichts davon bekannt.“
Marcus Flavius Obscuro
"Hervoragend, sollte sich etwas ergeben, bitte ich dich die Flotte bescheid zu geben. Damit kein Bürger hungern muss. Kurzes Gespräch, aber ein wichtiges. Hast du sonst noch Fragen?"
Lucius Aelius Quarto
Quarto überlegte kurz.
“Nein, momentan eigentlich nicht.“
Er erhob sich.
“Ich danke dir für deinen Besuch. Wir bleiben in Verbindung und wenn sich bezüglich der Getreideflotte etwas ergibt, werde ich mich an dich wenden. Du bist direkt in Misenum stationiert, nehme an?“
Marcus Flavius Obscuro
"Dass bin ich. Ich danke für deine Gastfreundschaft und werde dich nicht mehr länger stören. Vale!"
Alles schien in Ordnung zu sein und verließ daraufhin sein Officum.
Lucius Aelius Quarto
Nach dem Besuch des geheimnis- und vielleicht unheilvollen Brunnens in der Via Lata begab sich Quarto zurück in sein Officium, wo noch ein Stoß Wachstafeln der Bearbeitung harrten.
Müde und etwas abgekämpft setzte er sich an seinen Tisch und nahm sich leise seufzend die erste vor.
Medicus Germanicus Avarus
Der Sklave hatte ihm, wie sollte es anders sein eine sehr ungenaue Wegbeschreibung mitgegeben, wäre der Sack nicht zu faul gewesen, hätte er ihn den weg auch persönlich zeigen können. Doch hätte, wende, söllte zählte nun nichts, seine Träger suchten vergeblich das Büro. Schon fast wollte er zurück zur Casa Sedulus pfeifen, da kam einer seiner Sklaven mit einer positiven Aussage zurück. Er erfuhr den genauen Standort, einer der Standmieter hatte ihn verraten.
Da trat er nun davor, die Tür war schmal und alt, ein Klopfring gab es nicht, also ließ er den einen Sklaven die Türe behauen.