Cubiculum | Aurelia Prisca

  • Mindestens fünf- oder sogar sechs volle Tage waren seit ihrer traumhaft-überwältigenden Hochzeitsfeier vergangen, als die feinfühligen Ohren der jungen Aurelia Prisca (nunmehr frischgebackene Frau Senator Aulus Flavius Piso) plötzlich im weitläufigen Korridor, welcher unmittelbar vor dem Hauptportal ihrer großzügig angelegten Privatgemächer endete, die sportlich-elastischen Schritte eines jungen Mannes vernehmen konnte. Nur wenige Augenblicke später folgte ein zaghaft-schüchterndes "Klopf" "Klopf", welches eigentlich so überhaupt nicht zur energischen Akustik der kurz zuvor vernommenen Geräusche passen wollte. Da stand offenbar jemand vor der Tür, welcher sich momentan so gar nicht wohl in seiner Haut fühlte.

  • Trotz der tragischen Ereignisse der vorangegangenen Wochen und Monaten, sowie den "kleineren Pannen" auf der Feier selbst, schwelgte Prisca noch Tage nach ihrer Hochzeit in der Erinnerung an diesen schönsten Moment in ihrem Leben. So saß sie da, in ihrem Korbsessel und träumte mit geschlossenen Augen vor sich hin, während durch das geöffnete Fenster angenehmes Vogelgezwitscher herein drang. Plötzlich vernahm die Aurelia jedoch Schritte und ein zaghaftes Klopfen, die sich störend zwischen den Gesang der Vögel mischten. Wer mochte das sein? "Herein!", rief Prisca seufzend über die unerwartete Störung, jedoch von guter Laune beschwingt und voller Neugier.


    Die Aurelia wandte den Kopf zur Türe und augenblicklich stahl sich ein sanftmütiges Lächeln auf ihr Gesicht. "Patraios! … ", nannte Prisca zunächst schwärmend den Eintretenden beim Namen und mit einer einladenden Geste bedeutete sie ihm näher zu kommen. "Setz dich zu mir! ...Was führt meinen getreuen Sklaven denn zu mir? … Und wo war er all die Tage geblieben, mein schöner griechischer Künstler,..hm?" In ihrer Stimme lag kein Vorwurf, eher ein leichtes Bedauern über das was sie im Grunde damit ausdrücken wollte. Prisca wusste selbst am besten, dass sich vieles verändert hatte seit dem Tag an dem sie die Frau eines Senators geworden war. Gleichwohl erinnerte sie sich an die vielen schönen Stunden, die sie zusammen mit ihrem "Schmuckstück" verbracht hatte und in denen er sie all ihre Sorgen hatte vergessen lassen. ...

  • "Herein!" Beim Klang ihrer liebreizenden Stimme zuckte ich schlagartig zusammen und ein tiefer melancolischer Seufzer entglitt meiner Brust. Ich fühlte mich unsagbar schlecht, gleich einem General nach verlorener Schlacht. Innerlich war ich voller Verzweiflung, der Liebeskummer nagte an meiner Seele wie ein Krebsgeschwür und bescherte mir depressive Stimmungen und ruhelose Nächte, hinzu kam der brennende Hass auf den hochgeborenen Nebenbuhler, welcher mich doch vor nur wenigen Tagen auf so unverschämt protzig-pomphafte Weise meiner ersten wahren Liebe beraubt...so glaubte ich es jedenfalls. Sie war jetzt nicht mehr die jungfräuliche Backpflaume, einsam aufgezogen im goldenen Käfig ihres Onkels, sondern eine vollwertige, verheiratete Frau und es war eine Liebesheirat und keine Verbindung aus Staatsräson! So sehr mich dieser Umstand als Mann und gebürtiger Grieche auch verletzte, Sie hatte es so gewollt und die Götter ebenfalls. Der Wille eines Sterblichen vermag nichts gegen den Willen der Unsterblichen und noch viel weniger der eines Sklaven! Mein angeborener Stolz ermahnte mich zu mehr Selbstbeherrschung, und mein Ego tat sein übriges. Auf keinen Fall sollte Aurelia Prisca erfahren wie ich wirklich dachte und fühlte, es hätte ihr wohl wenig behagt und meiner vergötterten aurelischen Venus irgendwie Kummer zu bereiten lag nicht in meinem Interesse. Ein Patraios quält nicht das was er eigentlich liebt, vielmehr leidet er selbst und erträgt es so gut er eben kann.


    Da saß sie also, in ihrem geliebten Korbsessel, gleich einer weiblichen Personifikation des Frühlings und lauschte huldvoll lächelnd dem Gezwitscher der ersten Vorboten einer wärmeren Jahresszeit. Aurelia Prisca war augenscheinlich sehr sehr glücklich und überaus zufrieden mit sich und der Welt und gab dabei ein so reizend malerisches Bild ab, das ich es nicht übers Herz brachte, diesen Moment des Friedens und der Glückseligkeit irgendwie durch unbedachte Worte der Eifersucht zu zerstören, stattdessen weidete ich mich an ihrem Anblick welcher so überaus wohltuend und herzerwärmend war. Offensichtlich war sie mir nicht böse, das ich so viele Tage lang durch Abwesenheit geglänzt hatte, Tage welche für sie zu den ultimativen Höhepunkten ihres bisherigen Lebens zählten und als sie dann auch noch so freudig überrascht meinen Namen über ihre Lippen brachte, konnte ich nicht umhin als ihr dafür mit einem freundlichen Lächeln zu danken. Es tat gut zu sehen und zu hören, das sie mich trotz Ehemann und Eheglück noch nicht vergessen hatte, denn anderes hätte ich wohl auch kaum ertragen können. Ich setzte mich also zu ihr und beantwortete ihre Fragen in einem höflich-förmlichen Ton und kam mir dabei vor wie eine schleimende Schranze vom Kaiserhof, aber Götter, wer wusste schon ob Aulus Flavius oder einer seiner Lakaien nicht grade jedes Wort brühwarm mitanhörte, also verbat sich jede all zu persönliche Vertrautheit von selbst.


    "Bitte verzeih mir Domina das ich deine mittägliche Ruhe störe, aber ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit dir persönlich meine aufrichtigen Glückwünsche zu deiner Vermählung zu übermitteln und dir zu sagen, wie sehr ich mich darüber freue, das die allmächtigen Götter deinen Herzenswunsch so glücklich haben in Erfüllung gehen lassen."


    Nach einem kurzen Räusperchen kam ich auf die Frage meiner Abwesenheit zu sprechen:


    "Wie du wohl wissen dürftest, hat mir dein Gemahl ein sehr großes Atelier einrichten lassen, wofür ich ihm auch ausgesprochen dankbar bin, stellt er mir damit doch Schaffensmöglichkeiten in Aussicht wie sie wohl nur sehr wenigen Künstlern hier in Rom zur Verfügung stehen dürften, mal abgesehen von den Malern und Bildhauern im Dienste der kaiserlichen Familie." "Allerdings sind die Bauarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen und so habe ich denn die letzten Tage im Kreise der verantwortlichen Arbeiter verbracht und fleißig bei der Renovierung mitgeholfen, denn immerhin ist es ja mein neuer Arbeitsplatz und wenn ich den Senator richtig einschätze wird er auch baldmöglichst Resultate sehen wollen, also verliere ich besser keine Zeit."


    Schweigend und etwas verzagt blickte ich sie an, immer noch insgeheim bangend, das sie mir Vorwürfe wegen meiner Abwesenheit bei ihrer Hochzeit machen könnte. Tilla Romania war mit Sicherheit dagewesen und hatte die Braut von vorn bis hinten bedient, während ich demonstrativ ferngeblieben war, was sich für einen richtigen "Cubicularius" oder Leibdiener eigentlich nicht gehörte, aber die Domina wusste ja selber nur zu gut was ich für sie empfand und obgleich ich um so vieles geringer war als Piso...meine Zuneigung und Gefühle für sie waren es nicht!

  • Es entsprach sicher nicht der Norm den Sklaven besondere Aufmerksamkeit zu schenken, oder sich gar Gedanken um sie und ihre Gefühle zu machen. Normalerweise tat Prisca das auch nicht, außer bei Tilla und Patraios - ihren beiden Leibsklaven. Diese Sonderstellung enthob die Beiden allerdings nicht von den üblichen Aufgaben und Pflichten und so war das Fehlen ihres "Schmuckstücks" bei der Hochzeit, der Aurelia durchaus aufgefallen. Schon längst hatte sie ihren cubicularius wegen seinem eigenmächtigen Handeln zur Rede stellen wollen, doch nun war Patraios von sich aus gekommen und seine Erklärung reichte aus um Priscas aufkommenden Unmut schnell wieder verfliegen zu lassen.


    Stattdessen wunderte sich die Aurelia nun über die distanzierte und gewählte Ausdrucksweise ihres Sklaven. War es wegen der neuen Umgebung, oder wegen der veränderten Situation in der sie sich beide befanden? Dieser Gedanke schoss Prisca zumindest durch den Kopf als sie den verzagten Blick ihres Sklaven auffing, denn sie kannte das sonst so feurige und ungezügelte Temperament ihres schönen Griechen (ihres Eros) nur zu gut. Einige Momente verstrichen, in denen Prisca ihren Sklaven lediglich mit einem gewissen Funkeln in den Augen betrachtete und die Erinnerungen an unzählige schöne Stunden vor ihrem geistigen Auge vorbei flogen, Stunden, in denen sie ihrem Schmuckstück geduldig Model gestanden hatte oder sich einfach von ihm hatte verwöhnen lassen (ohne dabei die Grenzen des gebotenen Anstands zu überschreiten).


    Schöne Stunden der Zweisamkeit, die sie nunmehr mit ihrem Liebsten verlebte, ohne einen Vergleich zwischen ihnen zu ziehen. Einen Flavier und einen Sklaven konnte (und wollte) die Aurelia auch nicht miteinander vergleichen. Es gab eben beide und jeder für sich faszinierte mit seiner eigenen besonderen Art und Weise: "Ich danke dir für deine Glückwünsche, Partaios, … obwohl ich es eigentlich nicht gut heißen kann, dass du mich an meinem schönsten Tag so einfach allein gelassen hast. Aber wie ich sehe hattest du gute Gründe dafür", bedankte sich Prisca schließlich mit meinem sanftmütigem Lächeln und nur wenig vorwurfsvoll klingend für die Glückwünsche ihres Sklaven.


    Leise seufzend lehnte sich die Aurelia zurück, bedachte Patraios dabei mit einem versonnenen Lächeln und stützte den Kopf auf einem Arm, während sie mit der Anderen gedankenverloren an ihrer Halskette herum spielte. "Ja ich denke mein Mann will bald schon Ergebnisse von dir sehen denn er ist ein Freund der schönen Künste, so wie ich es bin", ging Prisca nach einer weiteren kurzen Pause auf die Vermutung ihres Sklaven ein, wobei sie selbst schon sehr neugierig darauf war, welche Kunstwerke ihr begabter Grieche seit ihrer letzten Begenung fertig gestellt hatte: " Welche Resultate hast du denn bereits vorzuweisen? …Und … wann darf ich einen Blick darauf werfen?" Als seine Herrin bräuchte sie zwar nicht extra um Erlaubnis fragen, sie tat es aber um ihm zu zeigen wie sehr sie seine künstlerische Arbeit schätzte.

  • Zitat

    Original von Aurelia Prisca
    " Welche Resultate hast du denn bereits vorzuweisen? …Und … wann darf ich einen Blick darauf werfen?"


    Bei dieser überaus charmant gestellten Frage huschte mir ein spitzbübisch-verstohlenes Lächeln über die Lippen. Grund dazu hatte ich, denn erstens war ich eigentlich auch ganz froh und erleichtert darüber, das mir meine Herrin keine ernsthaften Vorhaltungen wegen meiner Abwesenheit bei ihrer Hochzeit machte und es mir offenbar auch nicht weiter nachtrug und zweitens das sie das Gesprächsthema umgehend auf die schönen Künste lenkte, von denen ich wesentlich mehr verstand als von den Rechten und Pflichten frisch angetrauter Ehepartner. Nun ja, meine Herrin würde sich ihren noblen Senatorengatten schon irgendwie zurechtbiegen, ganz so wie sie es sich wünschte, da hatte ich nicht die geringsten Zweifel, kannte ich doch ihre Kniffe und Tricks schon aus eigener Anschauung und Erfahrung und wer war ich sie nicht gewähren zu lassen?
    :]


    Bezüglich ihrer Frage antwortete ich:


    "Ich habe da etwas, was deinen Gatten vielleicht gefallen könnte, wenn du erlaubst gehe ich es holen."

  • Da war es wieder. Dieses spitzbübische Lächeln, auf seinen feinen Gesichtszügen, welches Prisca an ihrem 'Schmuckstück' insgeheim so liebte. Wobei es sich für einen Sklaven keineswegs ziemte, in Gegenwart der Herrschaft ein derart verstohlenes Lächeln aufzusetzen. Was er wohl gerade denken mag?, überlegte Prisca, während sie auf eine Antwort wartete und manchmal hatte sie da so ihre Zweifel, ob sich Patraios seiner Stellung wirklich bewusst war.


    Allein das eigenmächtige Fernbleiben von ihrer Hochzeit wäre Grund genug ihn zu bestrafen, doch lag es der Aurelia fern das zu tun. Im Gegenteil verband sie so viele schöne Erinnerungen und gemeinsame Stunden mit ihrem griechischen Künstler, dass Prisca ihm so manche Eigenheiten und Fehler liebend gern verzieh.


    "Du hast etwas?", horchte Prisca augenblicklich auf und die Neugier in ihren Augen war unverkennbar. Was mag das nur sein? "Gut gut. So hole es augenblicklich her", drängte sie ihn und im selben Atemzug fügte sie an: "Oder soll ich nicht lieber gleich mitkommen?" Beinahe hätte Prisca aufgelacht als sie sich selbst so reden hörte. Nun fragte sie schon einen Sklaven danach, was ihm lieber wäre, ja, sie bat ihn regelrecht darum und überließ die Entscheidung ganz ihm ...

  • Warum eigentlich nicht? Prisca hatte doch noch gar keine Gelegenheit gehabt, meine neuen Arbeitsräume zu besichtigen. Sie würde jedenfalls große Augen machen, denn immerhin konnte das neu errichtete Atelier vom Umpfang her mit den repräsentativsten Räumlichkeiten der Villa Flavia wetteifern und das hatte seinen Grund. Römische Kunst musste monumental sein, besonders dann wenn es sich um Werke handelte, welche man dem Kreise der Gens Flavia zuschrieb. "Aulus Augustulus Piso", wie ich Priscas Mann bereits scherzhaft in meinen Gedanken nannte, hatte da schon sehr spezielle Vorstellungen. Also warum sollte sich seine reizende Gattin nicht selber ein Bild von jener neuen "Musenwerkstatt" machen, welcher es so überaus an Beschaulichkeit und Intimität mangelte. Für innige Umarmungen und verstohlene Nackedeispielchen sicher nicht der richtige Ort, dafür wäre man hier in ihrem frisch renovierten Cubiculum sicherlich besser aufgehoben. "Darüber habe ich nicht zu entscheiden, du bist die Herrin hier!" entgegnete ich nur sanftmütig lächelnd, wohlwissend, das sie mir ähnliche Fragen eigentlich schon ziemlich oft gestellt hatte. Das erste Mal in einem Schwimmbecken, welches ich bereits jetzt schon so schmerzlich vermisste.

  • In der Tat kannte Prisca die neuen Arbeitsräume ihres Sklaven noch nicht, obgleich sie nicht davon ausging, dass diese den aurelischen Werkstätten in irgendeiner Art und Weise nachstünden. Schließlich besaß Patraios sämtliche Freiheiten und ihr vollstes Vertrauen, wenn es um die Ausstattung seines Ateliers, sowie der Auswahl der Farben, Utensilien und sonstigen Arbeitsmittel ging. Natürlich könnte sie die eine oder andere Anschaffung oder Ausgabe hinterfragen, was sie aber nicht tat da allein die Ergebnisse zählten. Und von diesen war die Aurelia mehr als überzeugt, hatte sie doch oft genug ihrem Sklaven bei seinem Schaffen über die Schulter geschaut (und nicht nur das). Leider war ihr dies in letzter Zeit nicht mehr so häufig ermöglicht gewesen, ein Umstand den Prisca jedoch umgehend ändern wollte (zumindest was das Begutachten der Räumlichkeiten an ginge).


    Natürlich war es im Grunde ihre Entscheidung und da Patraios dies betonte, ließ sich die Aurelia nicht zweimal bitten. "Dann lass uns gehen", meinte sie knapp und verstohlen lächelnd. Ihre Neugier war groß und mit dem Atelier verband sie die Erinnerung an viele schöne Stunden, zusammen mit ihrem 'Eros'. Mit einer eleganten Drehung erhob sich Prisca aus ihrem Sessel und mit einem erwartungsvollen Blick zu Patraios wartete sie darauf, von ihm dorthin geführt zu werden.


    "Hast du eigentlich alles Nötige für deine Arbeit, oder gibt es etwas das du noch brauchst?", fragte die Aurelia auf dem Weg dann beiläufig nach um sicher zu gehen, dass es ihrem Sklaven für seine Arbeit an nichts mangelte.

  • "Nein Domina, was Werkzeug, Marmor und Farbe angeht, so habe ich genug für die nächsten drei Jahre, aber ein- oder noch besser zwei Steinmetzgesellen die mir im Atelier zur Hand gehen wären ganz hilfreich, denn alleine werde ich die anspruchsvolle Auftragsliste deines Gatten wohl kaum in hinreichender Zeit bewältigen können."


    Mit diesen Worten und erregt pochenden Herzens öffnete ich meiner Angebeteten die Tür, um sie dann langsamen Schrittes hin zu meiner Werkstatt zu geleiten. So nahe war ich Aurelia Prisca schon lange nicht mehr gewesen und diesen kurzen Moment wollte ich unbedingt auskosten, also führte ich meine leichtfüßige aurelische Venus auf einen kleinen Umweg über verschlungene Pfade entlang protzig ausgeschmückter Wandelhallen vorbei an prächtigen Mosaikfriesen und erlesenen Bildsäulen und Büsten, welche hier und dort Nischen und Gänge schmückten und von der Kunstbesessenheit und Sammelwut der Flavier Zeugniss ablegten. Okay, ein paar der als angebliche Originale aus der Werstatt des Lysander deklarierten Standbilder waren in Wahrheit moderne Fälschungen, aber das sah nur der Fachmann und nicht der Laie, aber was Senator Piso nicht weiss macht Senator Piso nicht heiss...und ich gönnte es meinen griechischen Landsleuten den römischen Lackaffen, oder seinen Bevollmächtigten beim Ankauf bezüglich Alter und Herkunft der Statuen übers Ohr gehauen zu haben. Also tat ich so, als handele es sich tatsächlich um Originale und erzählte Aurelia Prisca noch ein paar nette, amüsannte Annekdoten dazu. Plötzlich sah ich dieses syrische Mädchen an uns vorbeihuschen, oder zumindest glaubte ich das es sich bei der Sklavin dort um Semiramis handelte. Jedenfalls brachte mich das wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und ich beschloss das heikle Thema mit dem verdreckten Balneum Servorum und seiner vergammelten Badewanne anzusprechen, wohlwissend das mich das eventuell ins Loch oder an den Pranger bringen konnte. Aber dennoch fand ich das Risiko lohnenswert, litt ich doch unter den dort herrschenden katastrophalen hygienischen Zuständen genauso wie meine armen Mitsklaven.


    "Ach liebreizende, holde Domina, du Blume der Frauen von Rom, bitte verzeihe mir wenn ich unsere angenehme Konversation über die Bildhauer des antiken Pergamon für einen kurzen Moment unterbreche, um dir nun mein Leid zu klagen, aber ich mache mir große Sorgen bezüglich der hygienischen Zustände in den Sklavenquartieren, wo ich seit meiner Ankunft untergebracht bin."


    Hierauf senkte ich dehmütig schüchtern mein Haupt und erwartete erstmal schweigend die Reaktion meiner Herrin, bevor ich das brisante Thema näher zu erläutern begann.

  • "Nun, wenn es nichts weiter ist. Falls sich keine geeigneten Gesellen im Hause finden lassen, werden wir eben ein paar fähige Sklaven für dich kaufen", meinte Prisca so salopp, als würden sie mal eben ein paar Süßigkeiten beim Händler um die Ecke holen gehen. Diesen Wunsch würde sie ihrem Sklaven jedenfalls ohne lange nachzudenken gewähren, ganz im Gegensatz zu seinem weiteren Anliegen, welches er kurz darauf anzusprechen wagte. So schmeichelnd sein Kompliment mit der 'Blume von Rom' auch war, so wenig hatte Prisca augenblicklich Lust über die hygienischen Zustände in den Sklavenquartieren zu sprechen. Eigentlich wollte sie gar nicht darüber reden, schließlich war es nicht ihre Aufgabe und außerdem fand sie es ziemlich dreist, die Hygiene bei den Flaviern zu kritisieren selbst wenn es sich dabei um die Sklavenquartiere handelte.


    "Genug!", gebot Prisca mit fester Stimme Einhalt: "Ich werde mich jetzt ganz sicher nicht mit solchen Dingen befassen." Nicht jetzt und auch in Zukunft nicht. "Komm! Ich möchte endlich deine Arbeiten bewundern" Mit diesen Worten schritt Prisca voran in das Atelier und bewunderte die vielen Kunstwerke ohne zu ahnen, dass deren Schöpfer bald und völlig unerwartet aus dem Leben scheiden würde. Über die genauen Umstände seines Todes wurde nichts bekannt und es steht auch nichts geschrieben, so wie über viele Schicksale, die der Lauf der Zeit mit sich nimmt - so wie der Wind die Blätter - ohne eine Spur zu hinter lassen ...


    ~~ finis ~~

  • ... hatte die Nachricht von dem Brand auf einem ihrer vielen Landgüter die Herrin erreicht, worauf sie mich wiederum sofort losgeschickt hatte zu klären, was genau dort geschehen war. Also machte ich mich auf den Weg nach Antium, wo das besagte Gestüt zu finden war. Der Blitz hatte des nachts, während eines schweren Unwetters, dort eingeschlagen worauf es völlig nieder gebrannt war. Zehn von insgesamt zwanzig Pferden fanden den Tod in den Flammen, ebenso wie vier Sklaven, bei dem Versuch sie zu retten. Zusammengerechnet wohl kein großer Verlust für die Herrin, hatte sie doch anfangs nicht einmal gewusst von welchem Gestüt überhaupt die Rede war. Aber gut, letzendlich ging es darum sich vor Ort ein Bild von dem Ausmaß der Schäden zu machen und deshalb schickte sie mich dorthin. Leider war es mir auf dieser Reise nicht vergönnt 'meine' Tilla an meiner Seite zu haben und so schickte ich mich an, nach getaner Arbeit möglichst schnell nach Rom zurück zu kehren. Tja, nur etwas anders als geplant, hatte ich unvorhergesehener Weise noch "etwas" im Gepäck. Aber der Reihe nach! Davon wollte ich er Herrin ohnehin gerade berichten, nachdem ich mit einer Verbeugung ihr Gemach betreten hatte:


    "Salve Herrin! Ich bin zurück aus Antium, um dir Bericht von dem Brand zu erstatten", grüßte ich und wartete einen Moment, bis sie mir ihre Aufmerksamkeit schenkte und ich weiter sprechen durfte:


    "Herrin leider bringe dir keine besonders guten Nachrichten aus Antium. Bei dem Unwetter, vor etwa drei Wochen, muss ein Blitz die Ställe in Brand gesetzt haben.", versuchte ich den Hergang so weit wie möglich zu rekonstruieren: "Das Feuer muss ziemlich schnell und heftig um sich gegriffen haben, nachdem zuvor wochenlang die Sonne geschienen hatte und alles Brennbare reichlich Nahrung bot. Zehn deiner Pferde konnten nicht mehr gerettet werden, die übrigen zehn Pferde habe ich nach Ostia verlegen lassen. Ich hoffe das war in deinem Sinne", erklärte ich meine eigenmächtige Handlung denn es war aus meiner Sicht das Beste, die Tiere auf das elterliche Anwesen der Herrin zu bringen und damit kam ich auch fast schon zum Schluss: "Das Haupthaus, sowie die übrigen Gebäude und die Unterkunft der Sklaven sind bis auf die Grundmauern abgebrannt. Außerdem sind vier von den zehn dort lebenden Sklaven, einschließlich Caecus der Verwalter bei dem Versuch ums Leben gekommen, die Pferde zu retten. Von den überlebenden Sklaven, habe ich fünf dort zurück gelassen um nach dem Rechten zu sehen und bis du entschieden hast, was weiter geschehen soll. ", endete mein Bericht und ich holte tief Luft. Wenn meine Herrin genau mitgezählt hatte müsste sie nun darauf kommen, dass ein Sklave in meiner Aufzählung fehlte. Da ich aber ihre grauen Zellen nicht über Gebühr beanspruchen wollte, löste ich die Rechnung schnell auf, indem ich räuspernd zur Seite trat und abschließend noch hinzu fügte: "Das hier ist übrigens Mara. Sie war die einzige Magd auf dem Anwesen und naja, … nachdem dort nicht mehr viel steht und der Wiederaufbau sicher dauern wird, dachte ich es sei das Beste, sie mit nach Rom zu nehmen." Noch eine eigenmächtige Entscheidung meinerseits. Was soll´s. Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern und schob Mara sanft nach vorne, damit die Aurelia sie in Augenschein nehmen konnte.


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    "Salve Herrin!", grüßte Mara mit zitternder Stimme und machte eine tiefe Verbeugung, bei der sie fast aus dem Gleichgewicht geraten wär. Nach einem kurzen Straucheln fing sie sich gerade noch, worauf sie hastig den Kopf und den Blick ganz weit nach unten senkte. Das Mädchen war sichtlich nervös und etwas verstört und wäre am liebsten im Boden versunken. Kein Wunder. Nachdem sie gut drei Jahre lang auf einem friedlichen und abgelegenen Anwesen bei Antium gedient hatte, war Rom und der ganze Trubel hier doch etwas viel für sie. Entsprechend unwohl fühlte sie sich in ihrer Haut, noch dazu die musternden Blicke der Herrin deutlich spürend und nicht wissend, was nun weiter mit ihr geschehen würde.

  • In der Tat wusste Prisca selbst nicht genau, wie viele Ländereien, samt Grundbesitz und Inventar sie tatsächlich besaß und es interessierte sie auch nicht sonderlich. Hauptsache die Sesterzen klimperten ordentlich in der Geldtruhe. Was sie auch taten da üblicher Weise alles in geregelten Bahnen lief und sich zuverlässige Verwalter vor Ort um den Besitz der Aurelia kümmerten. Außerdem vertrat sie nach außen hin - insbesondere bei größeren geschäftlichen Entscheidungen und Abschlüssen - stets ihr Tutor, ihr lieber Cousin Ursus, dem Prisca in diesen Dingen blind vertraute und dessen Rat sie in der Regel auch befolgte. Da ihr Cousin jedoch leider noch immer in Mantua stationiert war und es viel zu lange gedauert hätte ihn zu informieren, entschied die junge Aurelia kurzerhand selbst, ihren custodes nach Antium zu schicken damit dieser dort nach dem Rechten sehen konnte.


    Nun war Hektor zurück und Prisca hörte aufmerksam zu was er zu erzählen hatte. Ach ja das Gestüt bei Antium, fiel es ihr wieder ein, wobei der aufgezählte Verlust die Aurelia nicht sonderlich schockierte. Zehn Pferde? - das war ärgerlich. Vier Sklaven? - das war egal. Nur schade um Caecus den Verwalter, dachte Prisca und winkte schließlich ab. "Nun gut, der Verlust schmerzt mich nicht besonders. Ich werde später darüber entscheiden, sobald Ursus zurück in Rom ist und ich ihn um Rat fragen kann ", vertagte sie kurzerhand alle weiteren Entscheidungen. Ein Gestüt mehr oder weniger fiel nicht ins Gewicht und das Anwesen (so schön es auch am Meer gelegen war) stellte nicht das primäre Reiseziel der jungen Patrizierin dar.


    Dann aber machte Prisca große Augen als ihr zum Schluss eine völlig verstörte Sklavin vorgeführt wurde.Wie bitte? Du schleppst mir hier ein Ding an, das kaum auf eigenen Beinen stehen kann?, warf Prisca ihrem Leibwächter einen bösen Blick zu, doch nachdem sie die junge Frau kurz in Augenschein genommen hatte fand sie sein eigenmächtiges Handeln gar nicht mehr so verkehrt. Das junge Ding machte einen ganz brauchbaren Eindruck und eigentlich hatte Prisca ohnehin vor gehabt noch eine weitere Leibsklavin anzuschaffen, da Saba natürlich auch den Verwandten in der villa Aurelia weiterhin zur Verfügung stehen sollte.


    "Schon gut. Du kannst gehen, Hektor! … Und sage Tilla Bescheid, dass ich sie sofort sehen will!", gab Prisca ihrem Leibwächter mit einem Wink zu verstehen, dass er nicht mehr gebraucht würde und ohne ihn weiter zu beachten, widmete sie stattdessen ihre ganze Aufmerksamkeit der verstört wirkenden Sklavin, die stumm mitten im Zimmer stand.


    "Komm her und zeig dich!", forderte Prisca in einem deutlich sanfteren Tonfall, anders als sie es bei Hektor zu tun pflegte, und winkte mit der Rechten die Neue zu sich: "Dein Name ist also Mara. Wie alt bist du? Woher kommst du und wie lange bist du schon in Diensten? Hat Caecus dich gekauft und welche Fähigkeiten besitzt du?, stellte Prisca eine ganze Reihe von neugierigen Fragen auf einmal und erwartete eben so prompte Antworten, da sie ihre kostbare Zeit nicht ewig für eine einfache Sklavin verschwenden wollte. ...

  • Daß Hektor alleine und ohne sie auf Reisen ging, nur weil irgendwo der Blitz eingeschlagen und die Herrin es befohlen hatte, gefiel Tilla nicht. Der Blitz hatte Leben ausgelöscht. Deshalb hatte sie ihren Geliebten schweren Herzen von dannen ziehen lassen und gehofft, dass ihm unterwegs nichts passieren würde. Inzwischen war er zurück und anstatt zu ihr, geradewegs zur Herrin gegangen. Er hatte ein junges Mädchen mitgebracht, sagten die Mitsklaven! Wer war das? Ziemlich aufgebracht war Tilla vom Garten, wo sie den Rosenstrauch wässerte, zum Gemach ihrer Herrin gestürmt. Die Stimmen von drinnen verrieten ihr, dass die Audienz noch nicht beendet war. Mit verschränkten Armen tigerte Tilla auf ihren Geliebten wartend vor der Tür auf und ab. Der dann auch raus kam. Bei seinem Anblick war ihre plötzliche Eifersucht allerdings schnell verflogen. Schön, dich zu sehen! Sie gab ihm einen Kuß zum Ausdruck, daß sie ihn vermisst hatte und umarmte ihn um die Taille herum. Hast du dich bewährt? Bist du wieder ihr Leibwächter? Oder soll ich deswegen mit ihr sprechen? fragte sie ihn aus, über ein Thema, was ihr ebenso am Herzen lag, wie das Wohl ihrer Herrin. Er sollte wieder das tun was er am besten konnte. Allerdings sollte der Moment der Zweisamkeit nicht lange währen, denn die Herrin rief nach ihr. Diesen besonderen Augenblick allerdings wollte Tilla nicht ohne die Antworten ihres Geliebten verlassen und liess die Herrin somit ein paar Lidschläge länger auf ihre erste Leibsklavin warten.


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    Der sanfte Tonfall der neuen Herrin war genau das, was Mara brauchte, um ihre offensichtliche Verstörung zu überwinden. Mara trat vor, zeigte sich und ihre Kleidung mit einer Drehung, wobei klar wurde, dass der Reisestaub noch auf ihr ruhte. Hektor hatte sie ohne Umschweife direkt hergebracht. "Ich bin 14 Sommer alt. Caeceus sagt aber, dass ich schon älter sein müsse, weil ich so alt aussehe." erwiderte sie. "Geboren bin ich auf einem Bauernhof in der Nähe von Antium, wo es Tradition ist, daß ausgewählte Mädchen ab zehn oder elf Jahren auf deinen Hof gehen, um dort beim Bewirtschaften zu helfen. Alle Bauernhöfe drumherum tun das. Nur die Söhne bleiben zu Hause. Caecus hat meinen Eltern, trotz der Tradition, ganz bestimmt Geld für mich ausgegeben. Ich habe von meiner Mutter nicht viel gelernt, da sie immerzu schwanger war und Milch für ihre Kinder geben musste. Vater dagegen war nicht müde mir alles wichtige für die Arbeit auf deinem Hof beizubringen. Am liebsten kochte er für uns, beschäftigte sich mit dem Kissen polstern und deren Verkauf auf dem Markt. Auf deinem Hof durfte ich für bestimmte Zeit in jeden Bereich reinschauen und landete als Köchin im Bauernhaus. Ich mag es mit Holz zu arbeiten. Am Tag, bevor der Blitz kam, habe ich beim Weidezaun reparieren mit dem Hammer meinen Daumennagel getroffen. Er ist immer noch blau aber das wird vergehen." Mara musterte Prisca. "Und du bist die reiche Frau, der der Hof gehört? Dein Leibwächer Hektor ist ganz schön schlimm verliebt, er hat immerzu von Tilla gesprochen!"

  • Zitat

    Original von Tilla Romania
    Daß Hektor alleine und ohne sie auf Reisen ging, nur weil irgendwo der Blitz eingeschlagen und die Herrin es befohlen hatte, gefiel Tilla nicht. Der Blitz hatte Leben ausgelöscht. Deshalb hatte sie ihren Geliebten schweren Herzen von dannen ziehen lassen und gehofft, dass ihm unterwegs nichts passieren würde. Inzwischen war er zurück und anstatt zu ihr, geradewegs zur Herrin gegangen. Er hatte ein junges Mädchen mitgebracht, sagten die Mitsklaven! Wer war das? Ziemlich aufgebracht war Tilla vom Garten, wo sie den Rosenstrauch wässerte, zum Gemach ihrer Herrin gestürmt. Die Stimmen von drinnen verrieten ihr, dass die Audienz noch nicht beendet war. Mit verschränkten Armen tigerte Tilla auf ihren Geliebten wartend vor der Tür auf und ab. Der dann auch raus kam. Bei seinem Anblick war ihre plötzliche Eifersucht allerdings schnell verflogen. Schön, dich zu sehen! Sie gab ihm einen Kuß zum Ausdruck, daß sie ihn vermisst hatte und umarmte ihn um die Taille herum. Hast du dich bewährt? Bist du wieder ihr Leibwächter? Oder soll ich deswegen mit ihr sprechen? fragte sie ihn aus, über ein Thema, was ihr ebenso am Herzen lag, wie das Wohl ihrer Herrin. Er sollte wieder das tun was er am besten konnte. Allerdings sollte der Moment der Zweisamkeit nicht lange währen, denn die Herrin rief nach ihr. Diesen besonderen Augenblick allerdings wollte Tilla nicht ohne die Antworten ihres Geliebten verlassen und liess die Herrin somit ein paar Lidschläge länger auf ihre erste Leibsklavin warten.


    Der Verlust des Gestüts beeindruckte die Herrin anscheinend wenig und auch an meinen eigenmächtigen Entscheidungen schien sie sich nicht großartig zu stören. Ich war froh darüber, dass sie es so gelassen aufnahem, aber auch ein wenig verwundert, kannte ich doch ganz andere Seiten an ihr. Aber egal, jedenfalls kam ich ihrer Aufforderung gerne nach und verschwand aus dem Zimmer, ehe ihr noch etwas einfiele.


    Draußen vor der Türe überraschte mich sogleich Tilla mit ihrer Anwesenheit. Wo kam sie so plötzlich her? Hatte sie gelauscht? Leider hatte ich keine Gelegenheit gefunden sie gleich nach unseer Ankunft zu begrüßen, aber anscheinend hatten andere Sklaven ihr von meiner Rückkehr erzählt. "Tilla!", rief ich erfreut ihren Namen aus und fand mich sogleich in einer Umarung wieder. Von Tillas Eifersucht auf Mara merkte ich natürlich nichts, dafür schmeckte ihr Kuss zu meiner Begrüßung einfach zu gut.


    "Ich ... hoffe ... es ...", antwortete ich meiner Liebsten zwischen den Küssen, denn bei dem einen wollte zumindest ich es nicht belassen. Also zog ich Tilla sanft an mich und bedeckte ihre Lippen mit weiteren zärtlichen Küssen. Mmh, wie hatte ich ihren Duft und ihre zarte Haut vermisst! Ob die Herrin miene Dienste als Leibwächter wieder beanspruchen würde konnte ich nicht mit Gewissheit sagen, aber: "Zumindest war sie nicht sauer, dass ich einfach entschieden habe die restlichen Pferde nach Ostia bringen zu lassen und ..." Ich machte eine kurze Pause, da mich das Verlangen übermannte Tilla erneut und innig zu küssen, während meine Hände zärtlich ihren Po streichelten. "Ich hab dich so sehr vermisst, matia mou*..", wisperte ich schließlich und ließ meinen Schatz nur widerwillig wieder los.


    "Ach ja, was ich eigentlich sagen wollte. Ich habe eine Sklavin aus Antium mitgebracht. Sie heißt Mara und sie hatte auf dem Gestüt gedient. Ich denke sie wird hier bleiben, nachdem dort kein Stein mehr auf dem anderen steht und du sollst dich um sie kümmern, so wie ich die Herrin einschätze. Die Aurelia will dich übrigens sofort sehen", erklärte ich Tilla schnell in ein paar Worten was se drinnen erwarten würde, ehe ich zur Seite trat und meine Liebste im Zimmer verschwinden sah.

    Sim-Off:

    *matia mou (griechisch: mein schatz, wörtlich. meine augen)

  • Auf Priscas Befehl hin machte sich Hektor sofort auf die Suche nach Tilla und bis diese hier wäre, würde sie sich weiter der neuen Sklavin widmen.Na ja, mal abgesehen davon, dass sie ungewaschen ist, scheint das junge Ding ja recht hübsch zu sein, stellte Prisca einigermaßen zufrieden und mit einem kritischen Blick fest. Schließlich umgab sie sich nur mit schönen Dingen und dazu zählten auch ihre Leibsklavinnen, wenngleich deren Schönheit selbstverständlich niemals mit der ihren konkurrieren durfte. Außerdem legte die Aurelia viel Wert auf absoluten gehorsam und Ergebenheit und in diesem Punkt musste Mara wohl noch etwas geschliffen werden, da deren anfängliche Schüchternheit und Verstörtheit erstaunlich schnell, einem relativ gelöstem Mundwerk Platz machte und ein wahrer Redeschwall auf die Aurelia ein prasselte. "Schweig! Als Sklavin solltest du besser wissen wer deine Herrschaften sind und abgesehen davon hast du nur Fragen zu stellen, die der Befriedigung meiner Wünsche dienen. Verstanden?!", schnitt Prisca der jungen Frau schließlich das Wort ab, nachdem diese sich auch noch erdreistete ihr Fragen zu stellen und von Hektors Liebe zu Tilla daher zu faseln. Das ging der Aurelia eindeutig zu weit.


    "Wenn du sonstige Fragen hast, stell sie Tilla. Sie wird im übrigen für dich verantwortlich sein und dir alles zeigen und beibringen. Du tust was sie sagt, egal was und wenn du nicht folgst, wirst du bestraft", stellte die Aurelia unmissverständlich klar, dass Mara in der Hierarchie der Sklaven denn allerletzten Rang einnehmen würde. Wenn überhaupt erlaubte Prisca nur Tilla, persönliche Fragen zu stellen und das auch nur, wenn sie in der Stimmung dazu war. "Mit Kochen und Holzarbeiten wirst du jedenfalls nicht viel zu tun haben, so lange du mir dienst. Aber wenn du es darauf an legst und faul bist, oder du dich als unfähig erweist, wirst du sehr schnell merken welch niedere Tätigkeiten es für derlei Sklaven gibt", sprach die Aurelia mit gerümpfter Nase eine letzte Drohung aus. Auf die drakonischen Bestrafungsmethoden der Flavier wies sie erst gar nicht hin, denn davon würde Mara schon noch früh genug von den anderen Sklaven zu hören bekommen.


    Damit war aus Sicht der Aurelia eigentlich alles gesagt. Jetzt fehlte nur noch Tilla und dann könnten die beiden Sklavinnen endlich mit ihrer Arbeit beginnen.

  • Auch Tilla mochte es nicht bei dem einen Kuss zur Begrüßung belassen und genoß es, seine Lippen wieder auf den ihren zu spüren. Dass seine Hände zu ihrem Po runterwanderten war schön und es erregte sie, aber sie durfte sich gerade jetzt nicht erregen lassen. Deshalb folgte sie mit einer Hand der seinen und schob sie sachte hinunter. Ich dich auch! erwiderte sie mit einem verliebten Lächeln über beide Ohren hinaus. Hektor gab Auskunft was passiert war und was gerade los war. Die Herrin hatte immer noch nicht geklärt, ob Hektor wieder in seinen Status als Leibwächter zurückkehren durfte. Tilla nahm sich vor, es endlich in die Hand zu nehmen und ein gutes Wort für Hektor einzulegen. Er war mit jemandem weiblichen zurückgekehrt? Und nun sollte sie sich um die andere kümmern? Mara hieß sie und war wie sie alle ebenfalls Sklavin. Da war die Eifersucht wieder, die Fremde wollte sie sofort sehen! Schön, dass du wieder daheim bist. Sehen wir uns heute abend? Ob im Stall oder in der Nische würden sie sicher noch absprechen können. Hektors Rückkehr musste gefeiert werden. Ein letzter Kuß landete auf seinen Lippen. Tilla klopfte an, öffnete die Tür und schloß sie hinter sich. Ihr Blick flog sogleich auf die Fremde! Mit Erstaunen stellte sie einige Eifersuchts-Irrtümer fest und war sehr erleichtert. Mit einer jüngeren Sklavin hatte sie nicht gerechnet. Ob die Neue sprechen konnte? Salvete! lautete ihr gehauchter Gruß an die beiden Frauen. Herrin, wann darf Hektor wieder Leibwächter sein? Er vermisst es Leibwächter zu sein. Jeden Tag trainiert und stählt er seinen Körper. Er hat den Auftrag in eurem Sinne ausgeführt! Bitte, Herrin, gebt ihm dafür seine Stelle zurück! setzte sich Tilla mit diesen Worten für ihren Geliebten ein.



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    Mara klappte den Mund zu und sah zu Boden. Sprechen durfte sie nur noch, wenn sie gefragt wurde. Ha, Papa hatte es genauso gehalten. Und dennoch ein paar Fragen zum Verständnis und Nachfragen zugelassen. "Verstanden, Herrin!" Hektors große Liebe namens Tilla sollte außerdem über sie bestimmen sowie ihre Fragen beantworten. "Ja gut!" Och, kein Kochen und Holzarbeiten mehr? Das war schade! Sie würde es vermissen. "Ich werde nicht faul sein, Herrin." Auwei, sie hatte gesprochen ohne gefragt zu werden oder die Erlaubnis dazu zu haben. Sie legte die Hände ineinander und auf den Rücken. Beim Geräusch der Tür drehte sie sich um und musterte die andere Frau, die herein kam. Das musste Tilla sein. Potzblitz, war die fesch! Da konnte man Hektor gratulieren. Seltsamerweise bewegte diese die Lippen ohne einen Ton zu von sich zu geben. "Was hat sie gesagt? Ich habe nichts verstanden!" beschwerte sich Mara, die keine Ahnung hatte, dass es stumme Menschen gab. "Was ist mit ihr?" Natürlich fiel ihr auf, dass sie schon wieder ohne Erlaubnis den Mund aufgemacht hatte. Aber was konnte sie dafür?

  • Mara
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    Sie war kurz vorher durch den Seiteneingang angekommen und hatte den ianitor mit einer Frau und zwei fremden Männern sprechen gesehen und gelauscht. Die Frau und ihre Begleitung stellten sich ais ihre Herrin und die Leibwächter aus, die Prisca neben Tillas Freund Hektor außerdem noch zu ihrer Sicherheit beschäftigte. Wie schön, die Herrin war wieder zu Hause. Ob die drei Botschaften sie erreicht hatten? Sie konnte sie nachher fragen, wenn sie mit ihrer Erlaubnis sprechen durfte. Der ianitor verriet derweil den dreien die Details, wegen denen sie sich auf den Weg zu Esther gemacht hatte. Diese Details waren nun unnütz. Der ianitor hatte alles ausgeplaudert. Mara brach das heimliche Lauschen ab und sah zu, dass sie die Küche erreichte.


    Von dort trug sie ein Tablett zu den Räumen der Herrin und bereitete die üblichen Getränke und einen Imbiss sowie eine Schale getrockneter Früchte und Nüsse vor. Die Bürste lag griffbereit, ebenso die Kleider der Herrin, die bis heute in den Truhe gelagert worden waren. Mit hängendem Kopf saß Mara verbotenerweise auf Priscas weichem Bett und betrachtete das unnütz gewordene papyrus, welches sie von Tillas Mutter Esther bekommen hatte. Die proskription war das und darauf stand, dass ein flavischer Familienangehöriger gesucht wurde. Er sollte ums Leben kommen und niemand würde dafür bestraft werden. Wenn Tilla hier wäre, dann könnte sie sich mit dieser darüber unterhalten, was ihr durch den Kopf ging. Aber Tilla war nicht hier, sie saß im carcer oder lag leblos in einem der Massengräber, die für die Toten des Notstands ausgehoben worden waren. Das wusste die Herrin bestimmt nicht. Mara seufzte und lauschte nach draußen hin, nach Schritten und jedweden Geräuschen.

  • Nachdem Prisca den flavischen Ianitor im Atrium zurück gelassen hatte, wandelte sie zunächst nachdenklich durch die villa Flavia, ehe sie schließlich den Weg zu ihrem cubiculum einschlug. Dort angekommen fand sie erfreulicherweise wenigstens eine von ihren beiden Leibsklavinnen vor, auch wenn es "nur" Mara war und nicht Tilla, die sie eigentlich gehofft hatte anzutreffen. Auf eine herzliche Begrüßung musste die junge Sklavin deshalb verzichten und abgesehen davon war Prisca noch immer beschäftigt, iihre Gedanken zu ordnen: "Mara! Lass mir ein kleines Bad ein und bringe mir etwas zu essen und zu trinken. … Anschließend wirst du mir nochmal genau erklären was es mit den Briefen auf sich hat und mir sagen, was du von den Vorkommnissen hier in Rom weisst" Zumindest den Namen ihre Sklavin benutzte Prisca und auch ihre Stimme klang weitaus weniger herrisch als sonst was Mara - auf sich bezogen - wie ein Lob werten durfte. Mit dem kleinen Bad war im übrigen das wannenförmige Becken im angrenzenden Raum gemeint und nicht das große balneum, welches Prisca ansonsten gerne nutze. Heute musste es schnell gehen, denn Prisca spürte wie die Erschöpfung langsam ihren Körper lähmte. Sie brauchte dringend Schlaf und sie hoffte nur, dass ihr genügend Zeit bliebe, um die nötigsten Dinge hier in Rom zu regeln …

  • Die Lage ist sehr ernst, stellte Prisca händeringend fest, nachdem sie die ersten Informationen und Nachrichten ausgewertet hatte. Ihr Cousin Sextus und der Hausherr der Flavier standen auf der Todesliste des Präfekten, der Ehemann ihrer Cousine hat Selbstmord begangen. Von Flora keine Spur und auch alle restlichen Familienangehörigen waren spurlos verschwunden. Nun ja eine Spur gab es zumindest noch: Die zu ihrem Cousin Ursus nach Mantua, doch ob es dort viel sicherer war wie hier bezweifelte Prisca, wenn sie die Geschehnisse und Ereignisse zusammenzählte und daraus ihre Schllussfolgerungen zog. Sie kam immer zum gleichen Ergenis: Aurelier und Flavier dürften aktuell nicht gerade sehr hoch im Ansehen des Präfekten stehen und keinen leichten Stand haben im Reich. Und was soll ich jetzt tun? Ursus warnen - zu ihm reisen - hier bleiben und mich verstecken - Freunde und Klienten kontaktieren - und und und ... die Gedanken drehten sich immer wieder im Kreis.


    Doch die Zeit drängte und so fasste Prisca schließlich einige Entschlüsse und Pläne, die sie sofort in die Tat umsetzen wollte: "Hektor soll heute noch nach Manuta aufbrechen und meinem Cousin von der Lage hier in Rom berichten. Vielleicht sind die Informationen ja hilfreich für ihn. Ein weiterer Bote soll nach Misenum reiten und Melanchomas auftragen, die Nordwind nach Massillia zu segeln. Dort soll er auf weitere Befehle warten. Einar soll sich in der Zwischenzeit auf die Suche nach Tilla machen und Du ... Du wirst zusammen mit Bernuf meine Freundinnen und einige Freunde der Familie aufsuchen und ihnen folgende Botschaft von mir überbringen ...", diktierte die Auerlia ihrer Leibsklavin die Worte, die Prisca mitzuteilen hatte ...

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