Allabendliches Essen im Kreise der Familie


  • Jeden Abend, nachdem das Tagewerk getan war, das Nachtagewerk auch, und das nach-dem-Nachtagewerk, traf sich die Familie zu einem ebenso kargen wie ausführlichen Mahl.


    Karg deshalb, weil man dem hart erarbeiteten Wohlstand immernoch nicht wirklich über den Weg traute, und bei dem blieb, was den meisten noch als angebrachtes Abendmahl erschien, und das war meist sehr bäuerlich.
    Ausführlich deshalb, weil bei diesem Abendmahl alle Mitglieder des Haushalts beieinander waren, Familie so wie Gesinde, und eben nicht nur miteinander aß, sondern auch sich auch die Ereignisse des Tages erzählte, Rat hielt und nach germanischer Sitte gemeinschaftlich Dinge beschloss.


    Im Sommer pflegte man bei gutem Wetter die Tische im Atrium aufzubauen, wo man sie zu einem großen Kreis arrangierte, an dem alle Platz hatten. Im Winter wurde das Abendessen in einem der größeren Nebenräume abgehalten, die, ganz anders als in römischen Häusern, keine genaue Bezeichnung hatten.

  • Ragin hatte schon immer ein Gespür dafür gehabt zur richtigen Zeit am richten Ort zu sein etwas zu essen zu bekommen, auch wenn man ihm das ganz und gar nicht ansah. So war er nach Albin und Marga der erste Duccier der sich zum Essen einfand. "Heilsa, ihr beiden" begrüßte er sie freundlich und setzte sich hin. Er hatte schon die Hand nach dem Brot ausgestreckt, als er Margas bösen Blick sah. Sie wollte immer, dass man auf alle wartete und weil Ragin einen helischen Respekt vor ihr hatte, zog er die Hand schnell wieder weg, schaute an die Decke und pfiff kurz ein wenig schief. Offenbar hatte Marga noch nie Hunger gehabt! Wie konnte man nur auf andere Leute warten, wenn einem ein leckeres Mahl direkt vor der Nase stand? Er betrachtete den Tisch und das Essen darauf etwas genauer. In Alexandria hette er eigentlich immer sehr pompös gegessen. Da gab es immer allerlei Firlefanz aus der Küche des Präfekten, oder er war bei jemandem anderen zm Essen eingeladen gewesen. So hatte es fast jeden Tag ein richtig großes Festessen gegeben. Aber das Essen hier, mochte es im Vergleich zu Alexandria auch noch so spartanisch sein, würde er jederzeit vorziehen. Denn es schmeckte nach zu Hause.

  • Mit zwei großen Eimern Wasser kam Sveija vom Garten her in die Küche. Sie waren für den Abwasch nach dem Abendbrot und zum anschließenden Säubern der Küche gedacht. Es war jeden Abend dasselbe, aber es musste natürlich getan werden. Bei einem derart großen Haushalt, der in seiner Größe mindestens einem Weiler, wenn nicht gar einem kleinen Dorf entsprach, war es nun einmal nötig, jeden Tag für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, und da Marga auch nicht jünger Wurde, hatten Lanthilda und Sveija schon vor einiger Zeit die ganzen schweren Arbeiten übernommen.


    Das Mädchen stellte die Eimer in einer ungefährdeten Ecke – hin und wieder ging es hier ganz schön hektisch zu – ab und setzte sich dann ebenfalls an den Tisch und wartete darauf, dass das Mahl begann...

  • Als nächstes betrat Silko die Küche. Er nickte Ragin, Marga und Albin zu und legte Sveija seine Hände auf die Schultern und drückte sanft. Er versuchte der jungen Magd so viel Halt wie möglich zu geben. Zumindest hatten ihre Albträume mittlerweile etwas nachgelassen. Aber auch Silko selbst war heute nicht allzu gut, denn er hatte eine wichtige Entscheidung getroffen, die er der Familie heute Abend mitteilen wollte. Nach einem kurzen Zögern setzte sich der Nubier dann auch an den Tisch, allerdings ebenfalls unwillig ein Gespräch zu beginnen. Er genoss lieber stumm den geruch des Essens, welches schon auf dem Tisch stand.

  • Sontje wusste, dass Abends fast immer zusammen gegessen wurde und das dann fast alle da sein würden. Ob es diesmal auch so sein würde? Nach den Hochzeiten war sie wieder wie immer in der Taverne arbeiten gegangen und hatte begonnen nach fast jedem anstrengenden Arbeitstag ein heißes Bad zu nehmen. Das tat schlichtweg gut... Ein nasses Laken auf den Schultern, welches die Tropfen ihrer noch nassen Haare auffangen sollte, betrat sie die Küche und setzte sich auf den Platz, der dem Küchenfeuer am nächsten war. So würden ihre Haare schnell trocknen. "Heilsa zusammen." begrüßte sie die Anwesenden. "Sag mal, Ragin, was ist denn mit dem Geschenk, dass du mir von deiner weiten Reise mitgebracht hast?! Ich habe nichts bekommen. Hast du es auf unserem Zimmer versteckt oder woanders zum Suchen abgelegt??" Margas mahnenden Blicken zum Trotz goß sie sich was zu Trinken ein... warme Milch mit Honig. Mit Bedacht nippte sie aus dem Becher, lauschte dem Feuer.

  • Ragin grinste breit. Er hatte die Schminke sogar dabei, denn bisher hatten er es immer verpasst das Geschenk zu übergeben. Auch Eilas Anteil hatte er dabei. Also zog er unter der Bank eines der zwei Holzkästchen hervor, in dem sich die Kosmetik befand.


    "Hier. Ich dachte ich brings zum Essen mit, dann vergess ich es nicht noch hundert Mal und hier ist die Chance am besten dich und Eila zu bekommen. Dann kannst du Silko nochmal anmalen" flüsterte er ganz leise, so dass es der nubische Hüne nicht hören konnte. Auch ragin nahm einen becher mit heißer Milch und Honig. Es gab wenig besseres vor einem Essen um Appetit zu machen.

  • Auch Vala nahm gerne an den abendlichen Essen teil, die die komplette Sippe und den Haushalt zusammenführte, und vor allem zum Austausch von Neuigkeiten diente. Und Neuigkeiten waren genau das, was Vala interessierte... er ließ sich auf einem Hocker neben dem Hünen Silko nieder, grüßte alle schon anwesenden mit einem knappen "nAbnd." und warf sich dann eine dieser grünen Dinger in den Mund, auf der er eine Weile lang herumkaute, bevor er es mit den Zähnen zu schälen begann..


    "Kann mir jetzt eigentlich jemand sagen, was das hier für Dinger sind? Ich finde sie großartig... also, wie heißen die?"

  • Noch immer war Elfleda das Haus ein wenig fremd. Sie war nun zwar schon einige Wochen mit Lando verheiratet und lebte mit ihm hier, aber noch immer hatte sie sich noch nicht vollständig eingewöhnt. Es waren vor allem Kleinigkeiten, die ihr alles noch immer etwas fremd erschienen ließen.
    An den vielen Stein hatte sich elfleda mittlerweile schon gewöhnt. In der Casa war auch viel Holz verbaut und überal gab es Ecken und Spalten für die vielen Hausgeister und Elfen. Aber es war doch etwas anderes, als ein Langhaus. Vor allem die Mehrgeschossigkeit war zwar nicht vollkommen fremd, aber doch sehr ungewohnt. Die meisten Gebäude, die sie kannte, hatten nur einen zum Heuboden ausgebauten Dachstuhl, wenn überhaupt. Und das Loch mitten im Haus war auch etwas, an das sie sich einfach nicht wirklich gewöhnen konnte.
    Und es gab eine Tafel für alle. Auch noch im Kreis angeordnet – oder einem Vieleck, das einem Kreis mit etwas Phantasie nahe kam. Nungut, hier gab es ja auch nicht soviel Gesinde, dass sich die Teilung wirklich lohnen würde. Es war mehr wie auf einem der Höfe außerhalb des Dorfes, wo auch der Bauer mit seinen Knechten am selben Tisch saß. Aber Elfleda war es nicht gewohnt, mit dem Gesinde an einer Tafel zu sitzen. Nicht, dass sie es vollkommen ablehnen würde, aber bislang hatte sie die Standesunterschiede doch stärker gelebt als es hier nun üblich war. Und der Anblick des schwarzen Mannes war für Elfleda noch immer sehr ungewohnt, auch wenn sie nach wie vor nichtmal mit der Wimper zuckte, wenn sie ihn sah. Eine Schwäche einzugestehen kam überhaupt gar nicht in Frage.
    Elfleda setzte sich neben ihren Mann an die Tafel und schaute erstmal nur über das Essen. Auch wenn es für viele karg erscheinen mochte, für sie war es für ein normales Abendbrot fast schon üppig. Es war von allem ein wenig da, und keiner musste Angst haben, dass er hungern würde. Wer konnte schon mehr Ansprüche an ein Essen haben?
    Und trotzdem saß sie heute etwas appetitlos da. Irgendwie war ihr nicht so wohl heute, fast ein wenig übel. Essen würde sie freilich trotzdem etwas, schließlich war sie weder dumm noch verschwenderisch. Aber für den Augenblick genügte es ihr, erst noch ein wenig einfach da zu sitzen und zu warten, ob das Hungergefühl nicht doch einfach noch kommen würde.
    Vala saß ihr gegenüber und mampfte fröhlich grüne Dinger, von denen sie auch nicht den Namen wusste. Also zuckte sie nur leicht mit den Schultern, irgendeiner würde es bestimmt wissen. Dabei fiel ihr ein, dass sie mit Marga ohnehin noch sprechen wollte, wie es mit den Vorräten aussah. Wahrscheinlich war es nicht wirklich nötig, dass sie sowas im Kopf hatte, aber sie war so erzogen worden, dass das Aufgabe der Hausherrin war. Und als Landos Frau sah sie sich durchaus auch in dieser Rolle.

  • Auch Albin saß schon am Tisch, weil eben niemand wusste, wann und ob jeder zum Essen erscheinen würde. Sontje und Ragin wurden mit einem stummen Nicken begrüßt, und irgendwann traf auch Alrik ein, sowie Lando und seine Frau.


    "Das sind Oliven.", beantwortete Albin die Frage des jungen Richsohnes, der nicht abwarten wollte bis alle am Tisch saßen, und sich sofort ein paar der grünen Südfrüchte einverleibte, "Verschluck dich nicht am Kern, Junge."


    Wenig später trudelten auch alle anderen langsam ein, Phelan aus dem Tempelbezirk, Witjon aus der Regia, Arbjon von den Dingen, mit denen er sich während seines Heimaturlaubs beschäftige, Dagmar mit ihren Kindern sowie Eila, die aus der Schola heimkehrte. Mit Pepino, der als Stallbursche auf dem Dachboden einer der Ställe residierte, traf auch der letzte ein, und so war man bereit, gemeinsam das Mahl einzunehmen.


    Wie jeden Abend war es am Familienoberhaupt, das kurze Dankgebet zu sprechen, mit dem die Familie sich für die guten Zeiten, in denen sie zur Zeit lebte, bei den Göttern bedanken würde, und so sah Albin Lando erwartungsvoll an...

  • So lange wollte Silko nun nicht mehr warten. Seine Entscheidung brodelte in ihm und wollte jetzt raus. Also erhob er sich neben Alrik und schaute finster in die Runde.
    "Ich habe euch etwas zu sagen. Ihr wisst, dass ich kein Mann vieler Worte bin. Aber heute muss es einmal sein. Ich möchte euch allen danken. Als Sklave kam ich zu euch, aber ihr habt mich gut behandelt, besser als ich es je zu hoffen gewagt hätte. Ihr seid zu meiner Familie geworden.


    Aber ich habe auch noch eine andere Familie. Meine Familie in Nubien ist eine reiche und mächtige Adelsfamilie. Ich weis dass ich dort vermutlich als tot gelte und wenn nicht wird mein Platz schon längst von einem Nachfolger eingenommen sein. Deswegen wollte ich eigentlich nie wieder nach Meroe zurückkehren. Mein Stolz sagte mir, dass ich es nicht aushalten würde dort jemanden sagen zu müssen, ich sei einn Sklave gewesen. Aber die Zeit bei euch hat mich auch Demut gelehrt. Es ist keine Schande euer Sklave gewesen zu sein, auch wenn ihr dieses Wort normal nicht benutzt. Aber mit dieser Erkenntnis ist nun auch der Wunsch in mir erwacht meine Heimat noch einma zu sehen. Ich möchte noch einmal die nubische Sonne auf meiner Haut spüren und ich möchte sehen, wie es meiner Familie geht. Meine Geschwister werden schon Kinder haben, und ich möchte sehen was aus der Frau geworden ist, die mir einst versprochen war. Und ich möchte noch einmal den Nil sehen!"


    Silko stand da und schaute zur Familie, auch wenn sein Blick verriet, dass er in weite Ferne starrte. Dort sah er sein früheres Leben, seine Verlobte, seine Heimatstadt Meroe und das Ufer des Nils.


    "Deswegen habe ich beschlossen euch morgen zu verlassen. Ich werde nach Nubien reisen um all diese Dinge zu tun, die ich euch gerade aufgezählt habe. Lando sagte ich bin frei, aber ich denke ich kann es erst glauben, wenn ich Meroe vor den Gräbern meiner Ahnen stehe. Aber es gibt keinen Grund traurig zu sein, denn ich habe nicht vor dort zu bleiben. Der Silko der ich heute bin passt nicht in das Leben des alten Silko. Ich weis, dass mein Platz an der Seite meiner neuen Familie ist, hier in Mogontiacum bei der Gens Duccia. Aber wie ihr wisst ist die Reise lang und gefählich, es wird also eine ganze Weile dauern, bis ich zurück komme."

  • "Ich kann dir nicht versprechen, ob es noch einmal eine Gelegenheit geben wird Silko in weiss zu sehen." flüsterte sie verschmitzt in Ragins Ohr hinein. Sontje nahm die Kiste entgegen, bedankte sich mit einem Blick und öffnete sie, um sogleich die innenliegenden Dinge zu bestaunen. "Oh.. so viel? Mensch, Ragin! Danke schön!" Sie knuffte den jungen Mann in die Rippen, schloß die Kiste und setzte sie auf ihrem Schoß ab.


    Die bisher fehlenden Duccier trudelten endlich ein. "heilsa.. heisa.. heisa..." begrüßte Sontje sie, lächelte Elfleda an. Nach dem vor dem Essen üblichen Gebet konnten sie nun zugreifen. Sontje griff nach etwas Brot und schmierte Honig drauf. Diese Schnitte paste zur heissen Milch! genäßlich biss sie hinein, überliess es Albin valas Frage zu beantworten. Silko hielt eine kleine Rede. Was wollte er tun? "Oh.." brachte Sontje überrascht übver die Lippen und schluckte. "Aber.. aber unser Ragin war doch gerade erst unten.. warum bist du nicht mit ihm mitgegangen?" fragte sie leise, blickte die versammelte Runde betroffen an. Ihr Blick verweilte bei Arbjon und landete zuletzt bei Phelan.

  • "Wir bitten, ihr Götter, seid unserm Haus steter Gast, tagein, tagaus, und helft, dass wir der Gaben wert, die eure Güte uns beschert.", mit diesen Worten eröffnete Lando das Abendmahl des Tages, griff zu einem Laib Brot, schnitt diesen in Grobe Stücke, reichte diese herum und beschmierte dann sein eigenes mit Schmalz, packte ein paar Karottenscheiben darauf und biss dann herzhaft hinein. Kaum hatte er den ersten Bissen getan, stand Silko wieder auf, und eröffnete ihnen allen, dass er sie verlassen würde. Lando wusste natürlich von dem Vorhaben, und kaute in dem Moment einfach still weiter, während alle anderen den dunklen Nubier überrascht anblickten.


    "Hat mir mal jemand das Wasser?", fragte er daher arglos in die Runde. :D

  • Noch vor dem Segen, was Elfleda normalerweise nicht so wichtig war, heute aber irgendwie störend fand, stand der Nachtalb auf und verkündete, dass er gehen würde. Sie schaute kurz ein wenig verwirrt zu ihm hoch. Nicht, dass sie traurig wäre, wenn er ginge, aber sie wusste nicht, dass er das so einfach konnte. Die Unfreien, die sie kannte, waren alle mit Eiden an die Sippe gebunden, und die meisten dieser Eide erstreckten sich auch auf eine potentielle Zeit, in der sie Freie wären. Wobei das nicht allzu oft vorkam, dass wirklich ein Unfreier zu einem Freien wurde.
    Aber Lando schien es nicht zu stören, und Elfleda wäre sicher nicht traurig, wenn dieser seltsame Mensch eine Weile weg von Oda wäre. Sie glaubte zwar nicht, dass der damalige Versprecher ihrer Freundin tiefere Bedeutung hatte, aber sicher war sicher. Außerdem war er ihr unheimlich.
    Lando sprach den Segen, was Elfleda mit einem gemurmelten "So sei es" beantwortete und fragte nach Wasser. Sie reichte ihm den Krug, der in ihrer Nähe stand, während die meisten um sie herum mit Essen anfingen. Ihr stieg der Geruch des Brotes in die Nase, und ihr war furchtbar übel davon. Nachdem sie den Krug mit einer vielleicht etwas schnellen Bewegung vor Lando abgesetzt hatte, damit er sich selbst einschenken konnte, rieb sie sich ein wenig über den rebellierenden Magen. Sie wurde doch wohl nicht etwa krank? Sie konnte es sich nicht leisten, jetzt krank zu sein, dagegen musste sie umgehend etwas unternehmen.
    Da Marga die uneingeschränkte Herrin in der Küche war, wandte sich Elfleda also auch direkt an die Unfreie. Sie würde über die Kräuterbestände am besten bescheid wissen.
    “Marga? Haben wir Minze? Oder Beifuß, Brennnessel, Liebstöckel oder Lorbeer?“
    Zumindest für Brennnessel sollte schon wieder die Zeit sein, die wuchsen bereits im Frühjahr zuhauf. Die Frage war nur, ob sie im Garten auch eine hatten, aus der sie sich schnell einen Sud kochen konnte.

  • "Oliven, sagst du?", blickte Vala die grüne Frucht zwischen seinen Fingern fragend an, und stopfte dann die nächste in seinen Mund. Lando hielt das Tischgebet, das Vala unkommentiert ließ, und ließ sich dann ein Stück Brot reichen, das er sorgfältig in Stücke schnitt, und diese dann mit Käse und einem sauren Brei vertilgte.


    Dann stand Silko plötzlich neben ihm auf, und Vala hörte der dunklen Stimme des Hünen aufmerksam zu. Irgendwie musste er schmunzeln, hätte er Silko sowas wie Heimatgefühle doch nicht zugetraut.
    "Na dann, schwarzer Mann... wenn das dein erster Akt in deiner neugewonnen Freiheit sein soll, wünsche ich dir viel Glück und Erfolg auf deiner Reise.", Vala grabschte nach einem Becher und einer Karraffe mit dünnem Bier, verband beides und hob schließlich ersteres gut gefüllt in die Höhe, "Dann wollen wir mal auf dich, deine Freiheit und deine dir bevorstehende Reise anstoßen. Auch wenn du in dieser Runde eine ziemlich breite Lücke hinterlassen wirst, wünschen wir dir dennoch, dass du findest was du suchst."


    Vala sprach diesen Trinkspruch auf den Nubier, wartete bis alle anderem sich diesem angeschlossen hatten, und ihren Teil zu seiner Reise gesagt hatten, bevor er sich wieder dem Essen widmete.

  • Silko wollte also nach Süden, das traf sich eigentlich recht gut...


    Sag, Silko, kannst du deine Abreise noch um ein paar Tage verschieben? Ich euch nämlich mitteilen, meine Familie, dass auch ich abreisen muss. Ich habe einige Befehle aus Rom erhalten, die mich nur noch kurz in Germania verweilen lassen. Der Dienst ruft und ich schätze, es wird eine ganze Menge Schreibarbeit auf mich warten. Es war sehr schön, wieder einmal hier bei euch zu sein. Und vor allem war es mir ein Vergnügen, dabei zu sein, wie zwei so bezaubernde junge Frauen zu unserer Sippe stoßen.


    Arbjon nahm einen Schluck Wasser.


    Wenn du also deine Abreise noch ein wenig aufschieben könntest, Silko, könnten wir zusammen nach Süden reisen.


    So, jetzt war es raus, Arbjon musste zurück nach Rom...

  • Lando aß einfach weiter, während die anderen erzählten. Er schnitt ein Stück Kohl in einfache Scheiben, legte ein wenig einfachen Bärlauch drauf und verleibte sich dies mit kleinen Stücken Käsen ein. Auch er hob den Becher, und lächelte dem schwarzen Hünen mit vollem Mund aufmunternd zu, sie hatten lange und ausführlich über das Vorhaben des Nubiers gesprochen, und Lando hatte Vorkehrungen getroffen, um dem Wächter der Casa jede Unterstützung zukommen zu lassen, die er brauchte.


    Als Arbjon seinen Abreisewillen bekannt tat, wurden Landos Lippen schmal. Er hatte eigentlich gehofft, noch ein wenig länger auf die Anwesenheit des Praetorianers bauen zu können, der trotz seiner Abwesenheit in Rom eine verlässliche Stütze der Familie war.

  • "So sei es," antwortete auch Witjon auf Landos Tischgebet. Er schnappte sich Brot und Käse und stopfte sich dann erst einmal Oliven in den Mund, ähnlich wie Alrik, nur nicht ganz so gierig. Und dann verschluckte er sich beinahe an einer Olive. Silko wollte sie also verlassen? Witjon schaute den großen Nubier erschrocken an. Er verstand seine Beweggründe, dennoch machte es ihn traurig, dass der Hüne gehen wollte. Und dann kündigte Arbjon auch noch sein Fortgehen an. Alrik sprach einen Trinkspruch auf Silko, der Witjon zum guten Freund geworden war. Der junge Duccier hob seinen Becher und stimmte in den Trinkspruch ein. "Alles Gute, mein schwarzer Freund." Er zwang sich zu einem Lächeln, das ziemlich schief wurde. Plötzlich schien sein Appetit verflogen zu sein.

  • Oda kam auch in den gemeinschaftlichen Speiseraum, sie hatte sich langsam eingelebt und fühlte sich recht wohl. Mit Marga verstand sie siech gut und auch der Rest des Hauses hatte sie gut aufgenommen.
    Albin war ihr sogar so was wie ein Vaterersatz geworden und sie schenkte ihm daher auch den ersten freundlichen gruß.
    Der nächste Blick war zu Elfi, schon seit ein paar Tagen hatte sie ein seltsames Gefühl. Ihre Freundien hatte sich verändert, nicht in ihrer Art aber im Gesicht. Das sie jetzt am Tisch saß, vor all den guten Sachen und keinen Hunger oder Appetit zu haben scheint, bestätigte ihren Beobachtung. Sie hoffe das es nicht etwas war , was Elfi gegessen hatte und nicht vertrag sondern etwas anderes.
    Oda nahm sich vor mit ihr zu reden und setze sich nun auch an den Tisch.
    „Heila zusammen.“ Grüßte sie die anwesenden.

  • Erst prostete er Alrik zu und dann auch allen anderen Familienmitgliedern:


    "Ich danke euch für eure Wünsche. Ich bin sicher wir werden uns wiedersehen."


    Dann schaute er Arbjon an. Eigentlich hatte er gleich morgen aufbrechen wollen. Andererseits konnte er seinem Freund das nicht abschlagen und es war weitaus sinnvoller zusammen zu reisen als alleine. Außerdem hatte er über ein Jahrzehnt gewartet, da kam es auf ein paar Tage sicher nicht mehr an. Also nickte er.


    "Wir werden einen Teil meiner Reise zusammen beschreiten mein Freund. Mit dir zu reisen wird mich für ein paar Tage Wartezeit sicher entschädigen. Aber wenn ich jetzt nicht bald etwas zwischen die Zähne bekomme, werde ich gar nirgends hinreisen."


    Mit einem Grinsen setzte er sich wieder auf die Bank und brach sich ein großes Stück Brot ab.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!