Bewerbung des Titus Petronius Marcellus für den Ordo Decurionum

  • http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/16.jpgIn der heutigen Sitzung stand ein Antrag des Magister Vici Titus Petronius Marcellus auf der Tagesordnung. Duumvir Spurius Turius Simplex ergriff das Wort:


    "Werte Decuriones. Es liegt mir ein Antrag unseres Magister Vici Titus Petronius Marcellus vor, der um die Aufnahme in den Ordo Decurionum unseres Municipium ersucht."


    Der Duumvir deutete auf den Petronier und sagte weiter: "Titus Petronius Marcellus, du hast das Wort. Überzeuge uns davon, dass du es wert bist Mitglied dieses Rates zu werden." Daraufhin setzte er sich wieder und begann ein bisschen abgelenkt an seinen Fingernägeln zu knibbeln. Draußen schien die Sonne unter wunderbaren Wetterbedingungen und Turius Simplex sehnte sich nach dem Korbsessel und der Nachmittagslektüre, die ihn in seinem Peristyl zuhause erwarteten.




    NDM

  • "Werte Decuriones,
    wie bekannt sein dürfte ist mir Mogontiacum zu einer zweiten Heimat geworden. Ich empfinde eine große Liebe zu Land und Leuten. Ich betrachte es daher als meine Pflicht mich für Stadt und Bürger einzusetzen. In meiner Zeit seit ich hier bin konnte ich dankenswerter Weise sehr viel von meinem Oheim dem ehemaligen Duumvier Marcus Petronius Crispus als Scriba lernen.
    Ich kenne die inneren Abläufe der Verwaltung und weiß mich des kleinen Dienstweges zu bedienen. Ebenso durfte ich meinen Oheim bei der Abhaltung und Planung der Drususspiele unterstützen.


    Durch meine Ernennung zum Magister Vici konnte ich nun erste politische Schritte unter der Obhut meines Patrons des großen und allseits geschätzten Numerius Duccius Marsus tätigen. Ich konnte nun im Rahmen meiner Tätigkeit neue Brunnen für den Vicus erstellen lassen um zum einen die Trinkwasserversorgung, aber auch die Wasserversorgung gegen das Eintreten von Bränden zu erhöhen.


    Bei den Recherchen hinsichtlich der Wasserzuführung für Mogontiacum im allgemeinen konnte ich dabei feststellen, dass seit längerem keine Überprüfung unseres Wassernetzes von den diversen Quellen über die Zuleitungen bis hin zu den Abnehmern stattgefunden hat. Im Hinblick auf die immense Wichtigkeit einer optimalen Wasserversorgung für unsere Stadt würde ich gerne als Aedil eine Gesamtüberprüfung unseres Wassernetzes durchführen. Dies wäre eine kostengünstige Massnahme da sie nur ein paar Sestzerzen kosten würde, die Stadt aber die Gewissheit hätte eine sichere und gesunde Versorgung mit Wasser zu besitzen.


    Weiterhin möchte ich einen geregelten Polizeidienst sowie eine geregelte Brandbekämpfung für unsere Stadt einrichten, damit wir auf einen sicheren Seite stehen. Hierzu sollten Beneficarii eingestellt werden, die sich aus Spenden von Gönnern finanzieren lassen könnten. Mir sind schon einige Gönner bekannt, die sicherlich hier ihre Unterstützung zukommen lassen würden. Somit würden keine Unkosten auf die Stadt zukommen.


    Selbstverständlich sind aus meiner Sicht auch die Überwachung unserer öffentlichen Gebäude sowie auch die Einhaltung von Gesetzen und der Marktverordnung wichtig.


    Ich würde es als hohe Ehre betrachten, wenn mich die anwesenden Decuriones als geeignet befinden würden mich und meine Schaffenskraft in den Dienst des Ordo Decurionum stellen zu dürfen."


    Der junge Petronier hatte mit begeisterter Stimme und der Liebe zu seiner Stadt zu den ehrenwerten und hochbeachteten Decurionen gesprochen. Aus der Ansprache kam der sprichwörtliche petronische Fleiß heraus für den alle Petronier bekannt waren.

  • http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/13.jpg Quintus Varius Celer war einer der Honoratioren Mogontiacums, der die städtische Ämterlaufbahn abgeschlossen und das Duumvirat mehrmals bekleidet hatte. Er studierte neue Bewerbungen für den Ordo Decurionum immer sehr aufmerksam und achtete penibel darauf, dass keine ungeeigneten Kandidaten aufgenommen wurden. Die Kandidaturrede des Petroniers - noch eines Petroniers! - verfolgte Varius daher mit großem Interesse.


    Was er zu hören bekam, war allerdings nicht gerade erfreulich. Marcellus unterstellte den städtischen Magistraten ja gerade, dass sie jahrelang ihre Arbeit nicht gemach hätten! Varius konnte das so nicht stehen lassen. Er bat um das Wort.
    "Titus. Petronius. Marcellus.", adressierte Varius den Bewerber gedehnt und betont langsam. "Dein Onkel, der geschätzte Pontifex Petronius, und dessen Sohn brachten diesem Gremium und den Magistraten unserer Gemeinde stets den nötigen Respekt und Anerkennung entgegen. Deine Rede, so möchte ich meinen, entspricht nicht ganz diesen Maßstäben, die deine Gens bisher gesetzt hat."
    Die Verstimmung war Varius bei genauerem Hinhören durchaus anzumerken.
    "Petronius, du sagst es habe seit längerem keine Überprüfung unseres Wassernetzes gegeben. Du sagst, du willst einen geregelten Polizeidienst und eine geregelte Brandbekämpfung einrichten. Du sagst, es sollten mehr Beneficarii eingestellt werden.


    Willst du nun etwa behaupten, dass die vorangegangenen Aedile der letzten Jahre ihre Arbeit nicht gemacht hätten? Ich kann das schwer glauben, denn sonst hätten wir über Jahre hinweg unbrauchbare Männer gewählt. Das sind schwere Vorwürfe, die du da gegen gestandene Männer dieses Gremiums erhebst!


    Außerdem steht Mogontiacum ein Collegium Fabrorum zur Verfügung, das damals von Lucius Petronius Crispus durchgesetzt worden ist. Als sein Verwandter solltest du eigentlich darüber bescheid wissen, dass die Brandbekämpfung in unserer Gemeinde damit ausreichend sichergestellt ist!


    Und was den Polizeidienst und die Beneficarii angeht, so steht es jedem Aedil frei, Männer zur Sicherung seiner Aufgaben in seine Dienste zu nehmen. Die Stadtverwaltung steht zudem immer in engem Kontakt mit der Legio Secunda Germanica, falls es besonders gravierende Probleme mit Kriminalität gibt. Es gibt insofern in dieser Richtung nichts mehr einzurichten!"


    Schließlich richtete Varius Celer das Wort an alle Decuriones: "Honoratiores Mogontiaci, die Motivation des jungen Petronius, sich für die Wasserversorgung und die Sicherheit Mogontiacums einzusetzen, ist sehr löblich. Ich kann nur gutheißen, dass ein Bewerber für den Stadtrat so engagiert vor uns spricht. Aber es kann und darf nicht sein, dass damit derart beleidigende Worte gegen die wohlverdienten Magistrate unseres Municipium einhergehen!"




    DECURIO - MOGONTIACUM

  • "Geehrter Quintus Varius Celer es liegt mir fern irgend jemanden in diesem hohen Hause beleidigen zu wollen. Im Gegenteil verehre ich den Ordo und seine Mitglieder über alles. Jedoch habe ich anhand meiner Nachforschungen feststellen können, dass die Gesamtsituation der Wasserversorgung immer wieder überprüft gehört, so auch in diesem Jahr. Hierbei geht es darum den Plan des Wassernetzwerkes nochmals zu überprüfen. Wie du sicherlich weisst wird hier in unserer herrlichen Stadt das Wassersystem in der Stadt permanent überprüft jedoch spreche ich hier von den Quellen und Zuführungen zu unserer Stadt.


    Auch der Schutz von Hab und Gut sowie Leib und Seele sind Punkte die, so möchte ich betonen, in der gegenwärtigen politischen Situation sehr wohl von Nöten sind. Der Schutz durch das Militär kann nur solange gewährleistet werden, solange dieses Anwesend ist. Wir alle hier wissen nicht wirklich wie sich die Situation im politischen Spiel entwickeln wird. Daher sollten wir gewappnet sein."

  • http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/13.jpg "Und dennoch hast du es getan!", empörte Varius sich, als Marcellus versicherte er habe niemanden beleidigen wollen. Das klang ja nett, aber in den Kopf des Petroniers konnte man ja nicht hineinsehen. Varius hielt die Rede für pure Provokation.


    "Natürlich gehört die Gesamtsituation der Wasserversorgung immer wieder überprüft", echauffierte der Varier sich daraufhin erneut. Er schien sich langsam in die Sache hineinzusteigern. "Ah, und jetzt sprichst du doch nur noch von den Quellen und Aquädukten, oder wie?" Varius schnaubte aufgebracht. Nein, er war überhaupt nicht begeistert davon, wie Marcellus sich hier präsentierte. Er gewann den Eindruck, dass dessen Wahlprogramm weder Hand noch Fuß hatte.


    Zur politischen Situation gab er aber auch noch seinen Senf dazu: "Wie sollen wir uns denn wappnen? Falls die Legionen wieder nach Süden ziehen sollten - Fortuna verhüte es! -, heben wir eben erneut eine Miliz aus. Das hat letztes Mal doch gut funktioniert!" Celer sah sich um. Er wirkte als wolle er noch etwas hinterherschieben, beließ es aber dabei. Offensichtlich riss er sich am Riemen, um nicht gänzlich über die Stränge zu schlagen in dieser Diskussion.




    DECURIO - MOGONTIACUM

  • Zunächst hatte Witjon die Bewerbungsrede seines Klienten mit Zuversicht angehört. Im Laufe der Vorstellung fiel ihm jedoch der ein oder andere Schnitzer auf. Manchmal ließ Marcellus es am nötigen Fingerspitzengefühl fehlen, so schien es Witjon. Die Art und Weise wie Quintus Varius Celer daraufhin jedoch verbal auf den Petronier eindrosch, konnte Witjon so nicht tolerieren. Er erhob sich und fuhr dazwischen:


    "Varius, mäßige dich besser! Mein Klient hatte sicherlich nicht im Sinn, die Leistungen gewesener Magistrate zu schmälern. Titus Petronius Marcellus hat das Beste für unser Municipium im Sinn und ich darf euch allen, werte Decuriones, empfehlen ihn als neues Mitglied in diesem Gremium willkommen zu heißen. Ich bin fest davon überzeugt, dass er seinen Worten bald wirkungsvolle Taten folgen lässt."


    Dass Marcellus sich in seiner Rede und seinen Antworten hier und da mal in Erklärungsnot brachte oder von nicht ganz richtigen Ausgangslagen ausging, war Witjon aber leider schon aufgefallen. Er schrieb das dem Eifer zu, den der junge Petronier stets an den Tag legte und der dazu führte, dass Marcellus manchmal über das Ziel hinaus schoss.

  • Für Marcellus war es ungewohnt, dass er so angegangen wurde bei der Präsentation seiner Ziele und Vorstellungen. Celer schien ihm nicht besonders zu vertrauen. Wie sollte er nur den Mann auf seine Seite ziehen? Wie der Petronier kurz rekaptulierte hatte er sich wieder einmal durch seine Begeisterung in eine dumme Situation gebracht. Ach diese Politik, Marcellus Ziel war es doch einfach nur Offizier bei den Adlern zu werden. Musste denn dieser fürchterliche Umweg über die Politik sein. Aber so war es vermutlich, wer Karriere machen wollte musste mit den Wölfen heulen. Ganz abgesehen davon wollte Marcellus egal in welcher Situation der Ehre der Petronier und der Duccier gerecht werden. Er hatte gute Freunde mit seinem Patron und dem Oheim gewonnen. So konzentrierte er sich um auch Celer auf seine Seite zu bekommen. Irgendwie musste es doch gelingen an den Mann heranzukommen und mit ihm ein vernünftiges Gespräche zu führen.


    "Geehrter Quintus Varius Celer ich danke dir für deine Anmerkungen und nehme sie wirklich als Anregung für mich an. Ich bin noch jung an Jahren und besitze noch nicht die Erfahrung der hochedlen hier anwesenden Decurionen. Sollte ich mich im Ton vergriffen haben entschuldige ich mich hier nochmals aufrichtig vor dir und dem hohen Hause. Ich liebe unsere Stadt über alles und möchte wirklich nur das Beste für Mogontiacum erreichen. Auch wäre ich dir sehr dankbar wenn du mich beraten und unterstützen könntest mit deinem großen Erfahrung. Meine Ziele sind dahingerichtet, dass wir ein so hohes Maß an sozialer Sicherheit wie auch der öffentlichen Sicherung für die Stadt erringen können um den Menschen noch lange Jahre des friedvollen Lebens hier zu ermöglichen. Alleine kann ich kaum was bewirken, doch unter der Obhut des Ordus kann ich von der Weisheit und dem Können lernen und dieses Wissen hilfreich einsetzen."


    Marcellus hoffte das er Celer ansprechen und erreichen konnte. Er wollte auf gar keinen Fall hier jemanden angreifen oder verletzen. Vielleicht konnte er tatsächlich von Celer lernen. Jede kleine Hilfe war gut um sein großes geheimes Ziel zu erreichen. Alles was an Erfahrung und Wissen jetzt einfloss konnte er später sicherlich in der Legion gut gebrauchen. Wichtig war aber auch für den jungen Petronier, dass er sich mehr mit seinem Patron absprach. Marcellus musste einfach mehr darauf achten wie er was vorbrachte und seine Ungeduld zügeln. Marcellus lerne aus den Situationen und lerne von erfahrenen Leuten und dem Alter. Lass dich nicht auf dumme Machtspiele ein, sondern gehe gerade deinen Weg. Ja so wollte Marcellus es halten.

  • Natürlich war auch Crispus in die Curia gekommen, um die Kandidaturrede seines Neffen zu hören - und ihn zugleich zu unterstützen. Während er Marcellus reden hörte, musste er allerdings feststellen, dass er die Rede gemeinsam mit ihm noch einmal hätte durchgehen sollen, denn vor allem die Sache mit den Beneficarii und dem Collegium Fabrorum war tatsächlich ein Irrtum, den man leicht hätte ausräumen können - peinlicherweise war Crispus ja selbst führend daran beteiligt gewesen, die Miliz auszuheben und auch das Collegium Fabrorum einzurichten!


    Trotzdem war das natürlich kein Grund, den Jungen nicht zu unterstützen - und vor allem nicht, ihn derartig von der Seite anzumachen! Denn der Alte empfand jeden Angriff auf ein Familienmitglied als direkten Angriff auf sich selbst!


    "Marcellus ist ein guter Junge, Decuriones! Ich persönlich werde ihm zur Seite stehen und empfehle euch dringend, ihn in den Ordo aufzunehmen und auch zum Aedil zu wählen!"


    schaltete er sich daher ebenfalls ein und fixierte Varius Celer mit einem feindseligen Blick.

  • http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/13.jpg Quintus Varius Celer sah sich plötzlich seinerseits in der Defensive. Damit hatte er gerechnet. Womit er nicht gerechnet hatte war, dass quasi keine Wortmeldungen zu seinen Gunsten von anderen Decuriones zu hören waren.


    "Dann bleibt mir nicht mehr als zu hoffen, dass Procurator Duccius und Pontifex Petronius richtig liegen", verkündete er lahm in Erwiderung des feindseligen Blicks von Crispus. Seinen Standpunkt hatte er mehr als deutlich gemacht, deshalb setzte er sich hin und hielt fortan den Mund.

    http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/16.jpg


    Der Duumir Spurius Turius Simplex hatte die heftige Diskussion erstmal beobachtet ohne einzugreifen. Endlich einmal wieder richtig Zoff. Das letzte Mal hatte er eine derart emotionale Diskussion erlebt, als die Lex Municipalis von Petronius Crispus in den Rat eingebracht worden war. Und das war schon eine halbe Ewigkeit her.


    Schließlich hatten sich die Gemüter aber wohl wieder beruhigt ohne, dass ein Eingreifen des Duumvir vonnöten gewesen wäre. Simplex konnte daher ganz entspannt fragen: "Nun, da das geklärt ist, gibt es weitere Fragen an den Kandidaten?"




    DECURIO - MOGONTIACUM
    NDM

  • Marcellus schwitze ohne Ende, das war aber eine harte Geschichte bis jetzt gewesen. Eigentlich war er davon ausgegangen, dass alles glatt gehen würde wie bisher, doch mit Celer schien er einen Gegner bekommen zu haben, der aus was auch immer für Gründen ihn nicht mochte. Marcellus war sich nicht bewusst gewesen wie sehr ein paar ungenaue Worte Menschen gegen ihn aufbrachten. Für den Petronier war eigentlich alles, denn er wollte wirklich hilfsbereit sein und für seine Stadt alles mögliche bewerkstelligen.


    Ein dankbarer Blick an den Patron sowie an seinen Oheim. Er bewunderte beide Männer über alles ihre Gewandtheit und ihr reichhaltiges Wissen. Hoffentlich wurde Marcellus auch einmal so gesegnet von den Göttern.

  • Witjon nickte seinem Klienten aufmunternd zu. Diesen heftigen Angriff hatten er und Crispus wirksam abwehren können. Dass Varius Celer sich schließlich halbwegs kleinlaut ohne großartiges verbales Nachtreten zufrieden gab, wertete Witjon als Debattensieg. Auf die Frage des Duumvirs Turius winkte Witjon ab. Er hatte nichts mehr zu sagen und ein erwartungsvoller Blick in die Runde zeigte ihm, dass die anderen Decuriones offenbar auch keine Wortmeldungen mehr vorbringen wollten.

  • Der Petronier atmete erst einmal ordentlich durch. Patron und Oheim hatten ihn aus dieser unangenehmen Situation herausgeholt. So wie es jetzt aussah durfte er damit rechnen nicht weiter angegriffen zu werden. Marcellus war sich im klaren dass er ohne entsprechende Hilfe mit wehenden Fahnen untergegangen wäre. Doch jetzt konnte er sich auf seinen Wahlkampf konzentrieren, wenn nicht noch etwas außergewöhnliches passieren sollte. Schließlich wollte er doch wirklich für sein Mogontiacum da sein und helfen wo es nur ging.

  • In der heutigen Sitzung wurde Petronius Marcellus vorstellig, um die Aufnahme in den Ordo Decurionum zu ersuchen. Wie immer saß der duccische Pontifex dicht bei seinem Vetter in Mitten ihrer Bekannten, Fürsprecher und Freunde. Eine weitere große Partei im Ordo bildete die petronische Seite, angeführt von Petronius Crispus. Natürlich war es klar, dass Witjon seine Seite darauf geimpft hatte für seinen Klienten abzustimmen. Ebenso hatte Crispus seine Stimmen im Ordo gesichert. Eine fast narrensichere Ausgangssituation für den jungen Marcellus! Was sollte da schon schief gehen?


    Je mehr Marcellus von seinen Plänen und Vorstellungen Preis gab, desto mehr Augenbrauen wanderten in Richtung der Stirne der Decuriones. Seine Begeisterung und seinen Eifer konnte man nicht überhören - eine positive Eigenschaft. Leider hatte er seine Hausaufgaben nicht ganz gemacht, hatte er sogar die Errungenschaften aus den eigenen Reihen seiner Verwandten nicht bedacht - peinlich. Dennoch hielt sich der duccische Pontifex zurück und lauschte weiter der Debatte, die sich hier angeführt von dem Varier entwickelt hatte. Ja, der ehemalige und mehrfache Duumvir hatte natürlich Recht, aber dennoch war es ein absolut unerwünschtes Verhalten, das er hier an den Tag legte. Demnach nickte er zustimmend, als sein Vetter seinen Klienten in Schutz nahm und den Varier maßregelte.


    Letztendlich ließ sich auch dieser von der duccischen und petronischen Seite bzw. stellvertretend von Witjon und Crispus beschwichtigen, sodass zur Abstimmung voran geschritten werden konnte.


    Nach dieser Sitzung würde Phelan sich einige Momente am Abend Zeit nehmen, um diese Sitzung zu rekapitulieren. Er wollte seinen Klienten, der ebenfalls bald für den Ordo vorsprechen würde, mit der bestmöglichen und fundierten sowie gesicherten Rede kandidieren lassen, damit solche Schnitzer, wie sie Marcellus passiert sind, ausbleiben.

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