Ein Picknick auf dem Lande

  • Ich wartete am Treffpunkt, den ich Strabo genannt hatte und ging mit meiner Leibsklavin durch, ob ich auch nichts vergessen hatte. Musiker, Essen, von dem eine Cohorte satt werde würde, eine kleine Zeltüberdachung, falls es zu sonnig werden würde oder nieseln, ein flauschiger Teppich mit Liegekissen und eine bequeme Sänfte für die Reise.
    Zufrieden nahm ich mir eine Handvoll Kirschen und machte zufrieden Zielübungen auf einen nahegelegenen Baum.

  • "Na, komm, Rufus! Die Dame wartet nicht ewig und du sturer Bock musst jetzt gerade deinen Willen durchsetzen!"


    Dieses Pferd regte mich auf. Ständig bockte es herum und zeigte mir die kalte Schulter. Doch das war auch eines der Abschiedsgeschenke meines Vaters und so wollte ich ihn nicht verkaufen. Im Prinzip war der alte Kerl treu, aber er hatte einen eisernen Willen. Trotzig warf ich mich in den Sattel. Der Treffpunkt war etwas weiter abseits vom pomerium, sodass ich lieber einen guten Eindruck auf dem Pferd machen wollte.


    "Komm schon!", redete ich auf ihn ein.


    Nur widerspenstig setzte er sich in Bewegung und ging bald im gemächlichen Trab durch die Straßen. Endlich ließen wir das pomerium hinter uns und ich gab ihm die Sporen. Er wurde schneller und ich überquerte einen Hügel, auf den Kamm ich schon den Treffpunkt sah. Da hatte sie aber viel Aufwand betrieben, dachte ich lächelnd und verlangsamte den Lauf des Tieres.
    Schließlich kam ich neben dem der kleinen Gruppe an und stieg ab. Ein Sklave kümmerte sich um den Gaul, während ich nun zum Baum vor ihr ging und Honoria nur anlächelte.


    "Salve Honoria, ich danke dir sehr für deine Einladung! Wie ich sehe, übst du dich im Zielen..."

  • "Na da sollte er sich vorsehen...", sagte ich grinsend.


    Die Sklaven hatten nun alle Sachen verstaut und die Sänfte stand bereit. Rufus stand neben einem Sklaven, der wohl glücklich damit war, nicht die Sänfte oder andere Gegenstände tragen zu müssen.


    Galant führte ich Honoria zur Sänfte und half ihr hinauf. Endlich nahmen wir Platz und die Träger gingen im gemächlichen Tempo voran. Ich saß neben Honoria und betrachtete sie lächelnd. Da fiel mir etwas ein und ich fühlte in eine meiner Taschen. Schließlich förderte ich vorsichtig ein etwa dattelgroßes Stück Gold hervor.


    "Hier, das ist mein dankbares Geschenk für die Einladung. Das ist Gold aus Dakien..."


    Sim-Off:

    WiSim ;)

  • "Oh Strabo, du weisst schon wie man eine junge Frau beeindruckt. Dabei bin ich schliesslich diejenige, die dir zu Dank verpflichtet ist."
    Die Träger brachten uns in ein nahgelegenes Wäldchen, wo schon ein paar Sklaven, eine Lichtung, von Holzresten und Unrat befreit hatten.

  • "Aber nicht doch. Schließlich ist es der Dank eines Mannes, der sich geehrt fühlt."


    Endlich hielten die Sänftenträger und einige Sklaven waren dabei, das Zelt aufzubauen. Ich stand zuerst auf und verließ die Sänfte. Galant reichte ich Honoria die Hand und geleitete sie zum Teppich, der eilig ausgelegt worden war. Ein paar weiche Kissen wurden darauf plaziert und wir konnten es uns gemütlich machen. Lächelnd nahm ich mir eine Traube und ließ sie in meinem Mund verschwinden.


    "Ich hoffe, mein Brief ist noch rechtzeitig angekommen. Dieser Aurelier hat mich wirklich aufgebracht."

  • "Ja ein wirklich unmöglicher Mensch. Vor allem hat er sich vollständig ins politische Abseits gestellt. Bei seiner nächsten Kandidatur auf der Rostra wird er einige unangenehme Fragen beantworten müssen"

  • "Nicht das ich wüsste. Die Tiberier haben dort lange gelebt und haben da auch ein leerstehendes Haus, aber Verwandte halten sich dort nicht auf. Am meisten freue ich mich auf die Schiffspassage nach Tarraco. Und dich verschlägt es in das barbarische Germamien?"

  • "Ja, das barbarische Germanien. Dort, wo ich hinkomme, ist die Bevölkerung bereits zivilisiert. Im Sommer wird es dort besonders schön sein. Aber natürlich ist dagegen Hispania wirklich eine Wohltat, ein wunderbares Klima, wunderbarer Wein und eine Lebensart wie sie die Götter nicht besser haben könnten."

  • "Du hast recht, Hispania soll traumhaft sein." gedankenverloren räkelte ich mich auf meinem Kissen und sah den klaren Frühlingshimmel an.
    "Ich kann es noch gar nicht glauben, dorthin zu kommen."

  • Ich ließ mich zurückfallen und blickte den Wolken hinterher. Langsam wurde ich dieses Themas überdrüssig und überlegte.


    "Ich habe gehört, dass deine Cousine Livia geheiratet hat. Wie war es denn auf der Hochzeit?"

  • "Traumhaft. Es war eine schöne Feier und es waren viele, viele bedeutende Persönlichkeiten da, sogar unser Kaiser persönlich, gab dem Paar die Ehre. Ich wünschte, meine Hochzeit könnte irgendwann auch so prächtig werden, aber ich denke, ich werde zu unbedeutend sein." seufzte ich auf.

  • Ich blickte zum Himmel und runzelte plötzlich die Stirn. Dachte sie wirklich schon ans Heiraten? Ich lachte still in mich hinein und sah sie dann genau an.


    "Zerbrech dir doch jetzt mal noch nicht deinen Kopf darüber. Deine Hochzeit wird wundervoll. Davon bin ich überzeugt."

  • "So sind wir Frauen eben. Aber mich haben eigentlich auch mehr die wichtigen Personen interessiert. Ich bin ehrgeizig, weisst du. Im Gegensatz zu dem Aurelier, halte ich viel von Frauen in der Politik und werde beweisen, dass das auch in unserer Generation läuft."

  • "Oh, Iuppiter, welcher Mann könnte diesen Ansprüchen gerecht werden?", scherzte ich lachend und blickte sie dann wieder genau an.


    "Aber ich vertrete deinen Standpunkt. Wenn man die Frauen aus dem Senat fegt, so werden sie zwangsläufig auch aus dem öffentlichen Leben vertrieben!", meinte ich und meine Miene verfinsterte sich.

  • Ich blickte wieder zum Himmel und legte die Stirn in Falten, als sie mich über die Gens befragte.


    "Vielleicht nicht so groß wie die mächtigeren Gentes. In den letzten Monaten sind einige Familienmitglieder verstorben und haben eine große Lücke hinterlassen. Aber wir haben noch immer einige Mitglieder. Und deine?"

  • "ich habe eine grosse Familie, verteilt in Roma und Germanien. Vielleicht lernst du auch meinen Verwandten den Tribun Tiberius Vitamalacus und seinen Sohn Lupus kennen. Aber er dient in Coloniae Claudiae Arae Agrippinensum, du musst sicher nach Mogontiacum."

  • "Für die Chronik werde ich aber sicher auch Germania Inferior bereisen müssen. Daher kann ein Abstecher zur IX. Legio Hispania nicht schaden.
    Na bei solch einer großen Familie hast du ja sicher viel Unterstützung erfahren..."

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