Nach den Geschehnissen im Hain der Diana

  • Nachrichten verbreiteten sich manchmal mit erschreckender Geschwindigkeit. Und je schneller sie sich verbreiteten, desto schneller veränderten sie sich, was nicht immer etwas Gutes bedeutete. Heute zum Beispiel tat es das nicht, ganz und garnicht.
    "DER HAIN DER DIANA WURDE ENTWEIHT!!!", brüllte jemand mit schriller Stimme in dem für Rom typischen Straßentreiben, und sorgte damit augenblicklich für einen Verkehrsstopp. Sofort war ihm die Aufmerksamkeit mehrere Leute sicher, die sich teilweise auf's Mark erschrocken, teilweise einfach nur neugierig und teilweise einfach nur schwerhörig an ihn herandrängten.
    "Was sagst du da?", fragte eine ältliche Frau ungläubig, ihren Ohren nicht trauend.
    Der Mann, der keuchend die Worte in das Getümmel geschrien hatte ächzte, holte noch einmal tief Luft, und brüllte noch einmal einfach die Worte über die Köpfe seiner Zuhörer hinweg: "DER HAIN DER DIANA WURDE ENTWEIHT!! DER GÖTTERFRIEDEN IST GESTÖRT WORDEN!! UNS ALLEN DROHT UNHEIL!!!
    Diese Worte ließen einem einfach keine andere Wahl als sie zu verstehen, und die erste Reaktion war erst einmal stilles Entsetzen. Erst als eine Frau, selbst auf dem Weg zu einem Schrein der Diana, aufheulte weil sie ihren Plan der Bitte um Fruchtbarkeit durchkreuzt sah, erst dann breitete sich eine allumfassende Verzweiflung aus, Münder wurden aufgerissen, hilflose Rufe ausgestoßen und fassungslose Blicke ausgetauscht. Der Götterfrieden... der Pax Deorum... gestört? Das konnte nicht sein. Das DURFTE nicht sein!
    "Aber es sind doch Nemoralia!", rief einer, "Der Göttin sollten doch Opfer gebracht werden! Und nicht ihr Heiligtum geschändet!"
    Zustimmendes Raunen allerortens, das Fest der Diana für die Sklaven und die Frauen war natürlich im Bewusstsein aller, genau aus diesem Grund waren die Straßen noch voller als sonst vor Frauen, die ihren freien Tag genossen und in die verschiedenen Heiligtümer wanderten, wenn sie nicht den langen Weg zum Hain der Diana auf sich nehmen wollten. Und jetzt das! Viele sahen sich um ihre Gebete und Opfer betrogen..
    "WIE KONNTE DAS PASSIEREN?", schrie jemand mit besorgniserregender Lautstärke, und sofort wandte sich wieder zigfache Aufmerksamkeit auf den Verkünder der unheilvollen Nachricht.
    "Ein Weib... ein Weib hat den Hain geschändet! Man sagt, sie habe zuerst es zuerst mit einen Mann bestiegen, um ihn dann zu ermorden!", Hilflosigkeit wie Entsetzen sprachen aus dem Mann als er wiederholte was er selbst nur gehört hatte, und eben das breitete sich jetzt in Wogen auf den Straßen aus, hunderte Gespräche begannen auf einmal und immer wieder konnte man verzweifelte Schreie hören... aber auch immer öfter wütende.
    "IM HAIN DER JUNGFRÄULICHEN GÖTTIN! WAS FÜR EIN FREVEL!! UND DAS BEI DEN NEMORALIA? WELCH GRÖßTER FREVEL IST DIESEM WEIB EINGEFALLEN!!!"
    Zustimmendes Raunen verkündete von der Tendenz der Menschen, Empörung wurde laut, hier konnte man doch nurnoch von Absicht sprechen!
    "Sie wird sich dafür rächen... Diana wird das nicht ungestraft lassen... sie wird sich an uns allen rächen!"
    Gerade die Frauen, die in diesen Tagen um Fruchtbarkeit und eine leichte Geburt bitten wollten, erschreckte dies. Wütendes Gekeife wurde laut, Verwünschungen, Flüche, Beleidigungen. Und vor allem: allumfassende Hilflosigkeit und Angst. Und die brauchte ein Ventil..
    "WER BEI HEPHAISTOS ARSCH WAR DAS???", brüllte eine alte Matrona mit der Stimme der Authorität über die Straße, und augenblicklich verstummten das meiste Gerede um den Namen der Schuldigen zu erfahren.
    "Man weiß es nicht genau... man sagt, es wäre eine Fulvia. Fulvia Clerina, sagt man.", riet der Mann lauthals ins blaue hinein.
    "STERBEN SOLL SIE FÜR DIESEN FREVEL!!!", brüllte jemand, und andere fielen damit ein. "BEZAHLEN!!", "LEIDEN!!", "SÜHNEN!", "BÜßEN!!", "TOD DER FULVIA!"
    "BILDET EINEN WÜTENDEN MOB! FORMATION PRÜGELNDE WOLKE!"Die Menge steigerte sich immer mehr in ihre Wut hinein, denn es war niemand da um sie zu beruhigen, und ihnen ihre Angst zu nehmen. Alles was sie wussten war, dass jemand den größtmöglichen Frevel an ihrer Sicherheit begangen hatte: jemand hatte die Götter erzürnt. Auf's größtmögliche. Den heiligen Hain der jungfräulichen Göttin zu schänden, das war, als würde man sich an den Vestalinnen vergreifen. Schlimmer ging es kaum..
    "WAS SOLLEN WIR BLOß TUN?", war die meißtgeäusserte Frage in der aufgeheizten Straße, und hunderte Antworten von Lynchmord über den tarpejischen Felsen bis hin zum Massenopfer wurden laut.
    Letztlich entschied sich die kollektive Intelligenz für einen gemeinsamen Marsch zum Diana-Tempel um dort die Priester um Hilfe zu bitten.. während die Masse, die stetig wuchs und bald tausend erboste und ängstliche Menschen umfasste.
    Auf dem Weg dorthin wurden immer neue Informationen in die Masse getragen, die einem Katalysator gleich die Stimmung der Menge immer weiter aufheizte. Irgendwann war es nicht ein Mann gewesen, den die Frau bestiegen hatte um den Hain zu entweihen, nein, es waren ZEHN, und sie alle hätten sich im folgenden Blutrausch getötet. Und es war auch keine Fulvia mehr, nein, es war eine Flaminia, die das getan hatte. Und dann war da auch der ehemals unfreie Priester im Spiel, der die unselige Frau begattet hatte, und schließlich von ihr getötet wurde, um ihn Pluto zu opfern. Immer fantastischer wurde die Geschichte, bis sie kaum mehr Wirklichkeit besaß. Und so war die Geschichte, dass der Hain der Diana von einer Frau patrizischen Geblüts geschändet worden war, die auch noch mit einem Pontifex verheiratet war, nur eine von vielen Gerüchten die umgingen, den Mob aber nicht daran hindern konnte sich immer tiefer in seine Wut hinein zu steigern.


    Man wollte Blut für das Verbrechen sehen, das schließlich an ihnen allen begangen worden war, in dem man sie dem Zorn der Götter aussetzte.

  • Septima befand sich in einer tiberischen Sänfte auf dem Weg zur Casa Germanicer, wo sie ihre Freundin Serrana besuchen wollte, als aufgebrachte Stimmen von vielen wütenden Menschen an ihr Ohr drangen. Mit einer Hand schob sie die halb durchsichtigen Vorhänge der Sänfte ein Stück bei Seite, um einen ungehinderten Blick hinaus werfen zu können, wer und warum dieser Aufruhr verursacht wurde.
    Mit einer herrischen Handbewegung beorderte sie ihren Leibwächter zu sich. „Baldemar? Was ist da los?“ erkundigte sie sich bei ihrem custos corporis. Wenn er es selbst nicht wusste, sollte er sich halt erkundigen, oder einen der sie begleitenden Sklaven los schicken, um es heraus zu finden. „Können wir weiter gehen, oder blockieren sie die Straße?“

  • Nach den Geschehnissen im Hain, von denen Paullus wie immer keine Ahnung hatte wenns um wichtige Ereignisse ging, flanierte er nun in der besagten Gegend herum und traf überraschenderweise auf eine grosse Menschenmenge.
    Aculeo war ja nicht gerade erpicht darauf soziale Kontakte zu spinnen und entschloss sich einfach weiterzugehen als er einen ihm bekannten Haarschopf erspähte der am Rande der Menge stand.

  • Es war genau der richtige Tag um einmal dem Tempel der Diana einen kleinen Besuch abzustatten und der Göttin Obst und Blumen zu bringen. Doch Flora schlug nicht den direkten Weg ein, sondern spazierte, gefolgt von zwei Leibwächtern am Rande des Mercatus herum, um den kleineren Geschäften einen Besuch abzustatten. Hier fand sie meist ganz ausgefallene Kleider oder Schmuckstücke, die natürlich in der Garderobe einer jungen Patrizierin nicht fehlen durfte. Gerade als sie in die Menschen Menge zu den Tempel eintauchte, schien für einen Moment die Welt einzufrieren, als ein aufgebrachter Mann völlig kopflos verkündete, was sich im Hain der Diana ereignet hatte. Völlige Stille hatte sich für einen Augenblick über die Menge gesenkt und noch ehe die ersten Stimmen laut wurden und die Panik einsetzte, spürte sie eine Berührung an ihrem Arm. „Domina, wir sollten aus der Menge heraus!“ meinte einer der Sklaven angespannt und zog sie bereits sanft, aber recht bestimmt in eine der ruhigeren Seitenstraßen.
    Flora bekam das gar nicht wirklich mit, eher verfolgte sie die Wortfetzen und aufgeregten Stimmen die nun laut wurden und sich rasend schnell ausbreiteten. Frevel im Hain der Diana! Mord! Vergewaltigung! Unheil! Die wildesten Geschichten verbreiteten sich in Windeseile und peitschten die Massen auf. Aus der Fassungslosigkeit wurde schnell Panik und dann sogar Mordlust, weil der Frevel nicht ungesühnt bleiben sollte.
    „Der Pax Deorum ist in Gefahr!“ kreischte eine Frau in heller Panik und sackte dann bewusstlos in die Arme eines völlig fremden Mannes. „Wir sollten von hier weg!“ meinte einer der Custodes eindringlich zu ihr und sie nickte erst einmal nur völlig perplex. Folgte dann aber dem kräftigen Mann. Der andere deckte ihren Rücken und sah sich immer wieder angespannt um. Abrupt blieben beide plötzlich stehen als ein Mann ihnen in den Weg trat. Flora prallte etwas unsanft gegen den einen Sklaven, sie hatte nicht auf den Weg geachtet, in ihren Gedanken kreisten immer noch die Gerüchte um her. „Was ist los?“ fragte sie und blinzelte an dem Sklaven vorbei. Ein kurzes Lächeln erhellte ihr Gesicht. „Germanicus Aculeo! Was machst du denn hier?“

  • Eigentlich nur spazieren gehen aber wie du selbst siehst..is es Essig mit Ruhe und Insichgehen.


    Was ist da überhaupt los? Ich habe nur etwas von Mord und Vergewaltigung gehört. Und das hier, an einem Ort an dem man Frieden und Liebe bekommen sollte. Kurz blickte auf die Blumen und das Obst. Und Blumen und Obst.. anschliessend grinste er breit.


    Ich freue mich wirklich dich wieder zusehen, Flora? Da ihre Schwester und sie eineiige Zwillinge sind war es unmöglich die beiden auseinander zuhalten. Er seufzte.
    Sie war die die er als erste Frau in Rom kennenlernte neben ihrer Schwester. Und er hatte sie bis jetzt nicht vergessen, vielleicht verdrängt aber nicht vergessen.

  • „Ich war grad auf dem Weg zum Diana Tempel“, erzählte sie ihm und warf einen Blick zurück auf die aufgebrachte Menschenmasse. „Ich weiß nicht was los ist… Irgendwas muss im Hain der Diana vorgefallen sein. Irgendetwas schreckliches, wenn man den Gerüchten glauben schenken soll. Ich sollte nach Hause und Marcus Fragen, er ist Pontifex und müsste es wissen, oder aber zumindest Bescheid bekommen…“, meinte sie nachdenklich. Ein wenig Besorgnis schwang in ihrer Stimme mit. „Ich wollte Diana eigentlich ein kleines Opfer bringen…“, meinte sie, als er nach dem Obst und den Blumen fragte. „Aber daraus wird wohl nichts…“, fügte sie hinzu und war recht froh, dass die beiden Sklaven so geistesgegenwärtig gewesen waren und sie nun nicht mehr mitten in der Menge war.


    Sie war etwas geistesabwesend, erst als er sie nach ihrem Namen fragte, schenkte sie ihm wieder die Aufmerksamkeit. „Mhm? Oh…! Flora stimmt schon. Mir geht’s gut. Aber ich denke ich sollte wirklich nach Haus. Du kannst mich gern begleiten!“ schlug sie vor.

  • Der Tag der Nemoralia war für Lepidus gewöhnlich ein Tag zum entspannen. Alte Bekannte zu treffen oder einfach dies zu tun, was schon lange hinausgeschoben war. Wie auch in diesem Jahr, Lepidus hatte sich mit Vala verabredet um alte Freundschaften zu pflegen oder einfach nur wie es Männer in diesem Alter taten durch die Straßen zu ziehen.
    Hier ein Gespräch, dort ein Lachen ließen eine für den Tag passende Atmosphäre aufkommen.
    >Vala, wie sieht es eigentlich mit dir und der Frauenwelt aus.....?<
    Weiter kam Lepidus nicht als er eine große Menschenmenge auf sich zukommen sah. Er blickte doch etwas irritiert zu Vala und schüttelte ungläubig den Kopf.
    >Bei den Göttern, was ist das?<
    Die beiden liefen gegen den Strom der Menschen und Lepidus schnappte immer wieder ein paar Brocken der Worte, die aus dem Mob kamen auf.
    >Hast du das auch gehört Vala, irgendetwas scheint im Hain der Diana vorgefallen zu sein.<
    Lepidus blickte sich kurz um und es machte den Anschein, als ob der Mob sich in Richtung des Heiligtums der Diana zu wälzte.
    >Mord..? hast du das auch gehört, die sind ja wie wild geworden und aus ihren Kehlen ist das Wort Mord zu hören.<
    Lepidus streckte seinen Kopf heraus um aus den unzähligen Worten etwas brauchbares zu erhaschen.
    >Eine Frau soll soll ihren Liebhaber im Hain der Diana ermordet haben?<
    Dies war das, was Lepidus aus dem Geschrei heraushören konnte.
    Wäre dies war, was Lepidus hier vernahm so war das eine unglaubliche Entweihung.

  • "Och, najo... hier und da, weißt ja..", wollte Vala gerade die Frage seines Freundes weggrinsen, als dieser abrupt stehen blieb und nach vorne starrte. Der junge Germane folgte seinem Blick, und irritiert kniff er die Augen zusammen: "Was bei Loki?"
    Als ehemaliger Kindersoldat war Vala den Eindruck einer heranströmenden Menschenmenge schon gewohnt, und trotzdem hatte er nicht damit gerechnet, sie mitten in Rom anzutreffen. Lepidus wählte, zu Valas Ver- und Bewunderung den Weg weiter geradeaus, mitten durch die Menschen hindurch, denen man die Aufregung und die Angst vom Gesicht ablesen konnte..


    "Ja, seltsam... und wenn es wahr ist, ungeheuerlich.", schrie Vala im Krawall der Menge seinem Freund zu, und hörte hier und da andere Versionen der Geschichte.


    "Oh... der meinte gerade, sie sei vergewaltigt worden. Und wieder einer meinte, es seien gleich zehn Männer gewesen, die sie im Hain der Diana geopfert haben soll.", irgendwann drehte Vala einfach um, packte seinen Freund bei der Schulter und tat ihm dasselbe, bevor er ihm erklärte, dass sie der schier unglaublich großen Masse zum Heiligtum folgen sollten, um heraus zu finden wer es nun wirklich gewesen war. Und was passiert ist.


    "Also... egal ob sie jetzt vergewaltigt wurde, oder mit ihrem Liebhaber ein Schäferstündchen abgehalten hat..", rief Vala dem konzentriert dreinblickenden Lepidus zu, "..das Leben dieser Frau ist vorbei. Seid ihr Römer es nicht, die Vergewaltigung mit Ehebruch gleichsetzen? Ja, das seid ihr. Ob sie es jetzt freiwillig getan hat oder nicht, sie hat den Hain der Diana entweiht.. mit Mord gleich hinzu. Weißt du, wie eure Priester sowas normalerweise ahnden?" Ihm drängte sich die Geschichte der Lucretia auf, die sich entleibt hatte, nachdem sie gewaltsam genommen wurde. Er konnte das zwar nicht nachvollziehen, aber einige Römer konnten es anscheinend: Vala wurde hier und da angerempelt, als ein Krawallmacher große Reden schwingend durch die zähe Menge rannte, und sie kamen irgendwann kaum ein Stück vorwärts, weil sich anscheinend immer mehr Menschen dem Zug zum Dianatempel anschlossen.


    Mord. Lust. Frevel. Unheilige Mischung, wie Vala fand.

  • Varena kam gerade mit einem Korb vom Markt in Begleitung von einem Sklaven der Casa Octavia. Ihre Dienerin Atia hatte es vorgezogen zu Hause zu bleiben, da es heute sehr heiß war und sie ihre Gesundheit schonen musste. Eigentlich wollte die junge Octavia nur ein paar Blumen kaufen und sie im Korb zum Heiligtum der Diana bringen. Als sie jedoch den Markt verließ und die Straße in Richtung Heiligtum einschlug, brandete ihr schon eine Menge und ein unglaublicher Krach entgegen.


    Die Leute schienen hochgepeitscht, als gäbe es eine drohende Naturkatastrophe. Eigentlich wollte sie am Rande dieser Menge bleiben und sofort den Heimweg antreten, doch als sie sich zu ihrem Sklaven umdrehte stellte sie entsetzt fest, dass dieser von ihr getrennt wurde. Erst jetzt konnte sie das Geschrei ein wenig besser auseinander halten und einige Fetzen davon verstehen. Etwas Schreckliches schien passiert zu sein, doch ehe sie mehr erfahren konnte, wurde ihr der Korb aus der Hand geschlagen. Varena wurde wie durch eine Strömung mitten in die Menschenmasse gezogen und musste wohl mitlaufen, wollte sie nicht zertrampelt werden.


    Sie versuchte immer wieder zu hüpfen und zu rufen, um ihren Haussklaven wieder zu finden, doch sie war einfach zu klein. Mehrere hochgewachsene Männer waren in ihrer Nähe und machte es ihr unmöglich aus zu brechen. Die junge Frau seufzte und ließ sich von der Menge treiben und vielleicht fand sie ja noch mehr heraus, als die paar Fetzen die in ihrer Nähe immer wieder wiederholt wurden. Und vielleicht tauchte ihr Sklave ja auch wieder auf.

  • Zitat

    i]Original von Aurelia Flora[/i]


    Gerne mach ich das Flora. Was hast du nun mit den Blumen und dem Obst vor? das willst du sicher nicht verderben lassen oder? Und glaubst du nicht dass der Pontifex schon bescheid weiß? Nach der Masse zu urteilen dürfte es schon ene Weile her sein dass hier etwas geschehen ist.


    Die Menge wurde immer mehr. Passanten die vorüberkamen blieben stehen und gafften nun wie alle anderen ohne wirklich etwas sehen zu können.


    Dann sah er einen jungen Frauenkopf immer wieder aus dem Meer von Leuten auftauchen und erkannte Varena.



    Oh sieh mal Flora. Eine Bekannte und deutete mit der Hand in Varenas Richtung. Anscheinend sucht sie jemanden... er winkte nun ebenfalls um auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht konnte er so der jungen Octavierin helfen

  • Leicht zuckte sie mit den Schultern, sie hatte sich keine Gedanken mehr um die Blumen und das Obst gemacht. Sicherlich würden die Sklaven der Aurelia schon wissen, was sie damit machen konnten. „Die Sklaven werden sich drum kümmern!“ antwortete sie ihm ehrlich und fühlte sich etwas unwohl in ihrer Haut. Die vielen Menschen machten ihr doch ein wenig Angst, wie froh war sie zwei aurelische Leibwächter an ihrer Seite zu haben, die ein wachsames Auge auf die Menge hatten. Als der Germanicer winkte folgte sie seinem blick und entdeckte eine etwas hilflos wirkende Frau. Noch ehe sie etwas sagen brauchte, löste sich einer der Sklaven von ihrer Seite und dirigierte dezent Aculeos Bekannte aus der menge heraus, in die ruhigere Seitengasse.


    „Ich hoffe das Marcus etwas weiß und wenn nicht, dann werde ich es ihm wohl erzählen, was los ist… das ist einfach nur furchtbar“, sagte sie und schenkte dann der Octavia ein Lächeln. „Salve! Ich hoffe du fühlst dich nicht durch meinen Sklaven bedrängt. Aber du sahst so aus, als könntest du Hilfe gebrauchen! Ich bin Aurelia Flora“, stellte sie sich vor.

  • Varena hüpfte und zuckte durch die Menge, als sie in einiger Entfernung Aculeo und eine andere Frau bemerkte. Sie versuchte ihnen etwas zu zurufen, aber in diesem Gemenge war das vollkommen aussichtlos. Nach ein paar Minuten allerdings kam ein muskulöser Leibwächter und fischte sie regelrecht aus diesem Meer an Leibern und dirigierte sie zu Aculeo und der Frau. Als sie endlich dort ankam richtete sie fix ihre Kleider, denn ihr Aufzug war durch das Bad in der Menge eher desolat.


    "Salve Aculeo..." Scheu blickte das Mädchen zwischen Flora und Aculeo hin und her, da sie nciht recht wusste was sie von dieser Situation halten sollte. Als die Frau das Wort an sie richtete, wurde das Mädchen wieder ein wenig selbstbewusster. "Ich danke dir, Herrin. Dein Sklave hat mir sozusagen das Leben gerettet. Und ich bin Octavia Varena."

  • Salve Varena man konnte deutlich erkennen dass die Stimmung zwischen den beiden etwas steif war. Der Grund blieb verborgen und er würde auch nicht so schnell ans Tageslicht kommen.


    Als nun Flora das Wort ergriff war Aculeo froh darüber nicht weitersprechen zu müssen. Flora lächelte der jungen Octavierin zu, genaus offen und freundlich wie sie es bei ihm gemacht hatte als sie sich zum erstenmal über den Weg gelaufen sind.


    Ruhig blieb er neben den beiden Damen abwartend stehen. Dann fiel sein Blick wieder auf das Obst in welches nun einer der Sklaven hielt und üerlegte ob er sich nun etwas nehmen sollte. Der Blick des Sklaven ließ ihn anders überlegen

  • „Wir sollten noch ein paar Schritte uns von der Masse entfernen“, riet einer der Leibwächter der kleinen Gruppe. Flora nickte zustimmend, wer wusste schon, welche Irren sich in dieser Masse mit bewegten und die Menge noch mehr anstachelten. Nicht das am Ende eine unschuldige Aurelia Opfer dieses Mopps wurde.
    Das Varena etwas schüchtern im ersten Moment war, entging ihr ein wenig, sie war schließlich selbst ganz durcheinander und konnte noch gar nicht fassen, was sich um sie herum abspielte. Wie würde dies nur Enden? Es würde sie nicht verwundern, wenn einige Halunken die Panik ausnutzen würden um zu plündern und andere Verbrechen zu begehen. Etwas irritiert sah sie dann aber die Octavia an, als diese sie mit Herrin ansprach. Das war nun wirklich ungewohnt. Sonst war sie immer eines der Blümchen gewesen und nun war sie plötzlich eine Herrin. „Es freut mich dich kennen zu lernen“, erwiderte sie etwas perplex. „Ich lade euch Beide in die Villa Aurelia ein, hier wird es langsam zu ungemütlich“, schlug sie dann vor. Auch weil sie Marcus erzählen musste, welches Chaos in Rom herrschte.

  • Gerade als Varena Flora antworten wollte, nahm die Lautstärke der Menge noch einmal ein ganzes Stück zu. Steine wurden geworfen und man sah nur zwei oder drei Gestalten, die der Zierlichkeit nach, Frauen gewesen sein mussten geduckt wegrennen. Die Gewalt schien sich nun allgemein gegen Frauen zu richten und sie warf Flora einen ängstlichen Blick zu. "Wir sollten wirklich sofort verschwinden, Aurelia Flora. Die Steine..." Atemlos brach Varena ab und raffte ihre Tunika zusammen um notfalls besser laufen zu können. "Das Angebot mit der Villa Aurelia nehme ich natürlich fürchterlich gerne an...Ich glaube momentan ist es überall besser als hier..."

  • Aculeo blickte zum Himmel..würde dieser nun herunterfallen und ihm auf den Kopf? Er brauchte nun einen Plan..einen verflixt guten Plan.


    Vielleicht würde man ihm glauben er sei der Mörder und könnte nun so dem ganzen hier entkommen, obwohl...dann ans Kreuz genagelt werden war keine so gute Alternative.


    Daher lächelte er nun und nickte


    Ja ich denke auch dass es nun besser ist von hier zu verschwinden. Wer weiß was uns alles am Weg so begegnet.
    Sichtlich verunsichert wie er nun den beiden Damen gegenüber verhalten sollte ging er einfach ein paar Schritte voraus. Nicht zu schnell um nicht den Eindruck zu erwecken er wäre auf der Flucht.

  • Neben der Sänfte. Wie immer. Baldemar knurrte ab und zu. Seine Augen verengten sich leicht. In der Ferne sah er bereits eine Menschenmenge. Der Germane befahl den Weg am Rande der Menschen entlang zu nehmen. Da würden sie niemals durch kommen. Der Weg zur Casa Germanicer führte sie hier entlang. Sie mussten trotz allem recht nahe an den Menschen vorbei. Baldemar war angespannt. Die Hand bereit den Dolch zu ziehen.
    Er sah Septima. Schnell war er direkt neben ihr. Um zu verhindern, das ihr etwas zustoßen würde. Er gab Zeichen, das die Sklaven ja weiter gehen sollten. Ihre Handbewegung war schon fast überflüssig. Er verdrehte die Augen. Frauen. Römer.
    Ich weiß es nicht. Gab er zur Antwort. Seine Augen sahen sich unbeirrt um. Er atmete tief durch. Es wird schwer. Aber wir sollten in Bewegung bleiben. Er holte sich einen Sklaven zu sich und zog ihn am Kragen zu sich. Er flüsterte etwas in dessen Ohr. Dabei gingen sie weiter.
    Er wird sich um hören. Wir sollten weiter gehen. Der Marser sah sie eindringlich in die Augen. Rasch. Die Wörter die er aufschnappte. Die Rufe. Die Bewegung der Menschenmenge. Das alles gefiel ihm ganz und gar nicht.
    Er sah sich um. Baldemar deutete den Weg an, den sie zu gehen hatten. Einer der Sklaven ging vorne. Er achtete auf Baldemar. Gab die Richtungsänderungen vor. An sich war es mit Sänfte viel zu schwer und auffällig. Septima? Raunte er ihr zu. Besser wir gehen und die Sänfte kommt nach. So würden die Sklaven sie besser beschützen können. Die Männer könnten sie umringen. Sie waren genug. So wären sie um einiges beweglicher.

  • Die junge Frau in der tiberischen Sänfte verdrehte kurz die Augen Richtung Himmel. Ihr custos corporis war mal wieder sehr sparsam mit seinen Antworten. Sie kamen der Menschenmenge immer näher und inzwischen konnte Septima den ein oder anderen Wortfetzen vernehmen, immerhin sprach der aufgeregte Mob sehr laut.
    „Der heilige Hain der Diana wurde entweiht?“ wiederholte sie leise, behielt aber die Hand am Vorhangstoff, um weiter die Menschenmasse beobachten zu können.
    Auf der anderen Seite der tiberischen Sänfte unterhielten sich zwei Frauen. Sie sprachen recht leise miteinander, so dass Septima sie nicht verstehen konnte, was nicht weiter verwunderlich war, bei diesem Lärm auf der Straße.
    Abwehrend hielt Septima ihre schlanke Hand empor, als Baldemar sie dazu aufforderte, die Sänfte zu verlassen. „Was! Jetzt? Bist du denn verrückt?“ echauffierte sie sich über ihren Leibwächter. Sie sollte jetzt aus der Sänfte aussteigen und sich der aufgebrachten Menge, wenn auch nur am Rande des Mob, präsentieren?
    Andererseits war es Baldemars Aufgabe, sie zu schützen. Dies schien er besser zu können, wenn sie zu Fuss weiter gingen. Nicht das jemand die Tiberia auf der anderen Seite der Sänfte hinaus zerren würde, um sie anschließend zu lünchen, nur weil sie etwas bessseres war wie der Rest der aufgebrachten Menge.
    „Halt! Ich gehe zu Fuss weiter.“ erklang die herrische Stimme von Septima aus der Sänfte. Wie immer hielt sie Baldemar die Hand entgegen, denn in ihrem Zustand war sie froh, wenn er ihr ein wenig beim aussteigen behilflich war.


    Sim-Off:

    Edit: Auf Wunsch ;)

  • Der Sklave kam rasch wieder. Er informierte Baldemar leise. Der Marser sah sich besorgt um. Er raunte ihm zu, ob er die Rädelsführer hatte ausmachen können. Ein Nicken. Eine Entscheidung. Sie sahen sich tief in die Augen. Sie waren sich einig. Ein solcher Mop musste von seinen Köpfen beraubt werden.
    Ruckartig sah er zu Septima. Ja. Bestätigte er ihre Vermutung. Er kam ihr sehr nahe. Die Frauen die sich auf der anderen Seite der Sänfte unterhielten nahm er nicht wahr.
    Ob er verrückt war? Eine Mischung aus Wut und Bitte stand in seinen Augen. Jetzt wollte sie doch aussteigen? Frauen. Der Germane schüttelte leicht den Kopf und half ihr hinaus. Dabei kam er ihr nahe. Nur um ihr leise das zu zu raunen, was er schon zuvor hatte sagen wollen.
    Die Menschen wollen Blut. Sie werden es sich suchen. Wie es aussieht bei den Patriziern. Er sah ihr direkt in die Augen. Hielt sie noch leicht am Arm fest. Mein Vorschlag. Das Blut der Rädelsführer. Fragend sah er sie an. Es waren Römer. Aber auch Abschaum.
    Die anderen Männer waren alarmiert. Die lösten sich von der Sänfte um sie zu schützen. Nur die nötigsten blieben zurück, um die Sänfte an ihr ursprüngliches Ziel zu bringen. Sie gingen sofort weiter. Um von Septima abzulenken. Alle die nun bei Septima standen sahen sich kurz an. Andeutungen. Nicken. Baldemar erfuhr so, das sie alle einen Dolch hatten. Gut.

  • Wie eine Mauer bauten sich die Sklaven vor der kleinen Gruppe auf und warfen denjenigen finstere Blicke zu, welche eine Gefahr für ihre Herrin darstellen konnten. Die Gemüter heizten sich immer mehr auf, immer wieder stachelten Einzelne die Menschen zu Dummheiten an. Nun flogen sogar schon die ersten Steine. Mit bangem Blick verfolgte Flora die ausufernde Gewalt und nickte dann, als Varena auf ihr Angebot einging. Es war wohl auch Besser, wenn sie sich von der tobenden Masse entfernten. Aculeo ging den Frauen voran und die Leibwächter sicherten deren Rücken. Gemessenen Schrittes entfernten sie sich von der tobenden Masse, als ihnen plötzlich sich einige Männer in den Weg stellten. Unheil glitzerte in ihren Augen, besonders, als sie den Halbmond an Floras Sandalen entdeckten. „Sieh an! Da ist sie! Die Frevlerin!“ brüllte einer der Männer und machte einen bedrohlichen Schritt auf die Gruppe zu.
    Flora erstarrte und gab einen erschrockenen Laut von sich. „Ich war gar nicht im Hain der Diana!“ stotterte sie erschrocken und wollte gar nicht glauben, dass man sich an ihr vergreifen wollte. Ängstlich machte sie einen Schritt zurück und spürte dabei den breiten Körper eines Leibwächters hinter sich.
    „Lügnerin! Schlampe!“ zischte ein hagerer halbwüchsiger und spuckte angewidert auf den Boden. „Für dein Vergehen sollst du büßen!“ erklang es von einem Anderen. „Wagt es ja nicht, der domina auch nur ein Haar zu krümmen!“ knurrte einer der Leibwächter wütend und stellte sich nun schützend zwischen sie und dem Pöbel. Es gab leider weder ein vor noch ein zurück. Vor ihnen bauten sich die streitlustigen Kerle auf, hinter ihnen brodelte der wütende Mopp.

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