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eserbrief

PRIDIE KAL NOV DCCCLX A.U.C. (31.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches
   
In re Terentius Lupus

Ich kann nicht verleugnen, dass ich mit tiefstem Entsetzen die Geschehnisse um den Tod des Vexillarius Terentius Lupus erfahren habe. Ich trauere um die bedauernswerte Rüstung, die nun sicher mit vielen deplorablen Rostbeulen überzogen ist und nun nicht mehr an jemanden vermacht werden kann, der bessere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sieht, als sich zu ertränken. Dass jedoch die Frage, ob der Tod des Gerüsteten von Dummheit oder Heldentum zeugt, aufgeworfen wird, ist eine interessante Debatte, und wir können die Existenz von Terentius Lupus wohl gut würdigen, beziehungsweise akzeptieren, beziehungsweise ihr posthum eine Art Sinn verschaffen, indem wir uns mit der Analyse des Problems beschäftigen.

Wie also können wir das Ertrinken an sich betrachten? Es ist der Tod durch Erstickung durch Wasser, welches in die Lungen eintritt. Um es anders zu formulieren, es geschieht, wenn man atmet, was der nicht Lebensmüde zu trinken pflegt, und ist eine Aktivität, mit der der Ertrinkende normalerweise bis zum Ende seines Lebens voll und ganz beschäftigt ist.

Es gibt viele interessante, aufregende, erbauliche und heitere Arten und Weisen zu ertrinken. Ertrinken kann man zum Beispiel, indem man besoffen in den Tiber fällt, oder ohnmächtig in einer winzigen Pfütze ertrinkt, oder im Zuge einer Orgie durch Wein, oder indem man ein bisschen zu lange einen in einem Teich verlorenen Schlüssel sucht, oder aber, indem man sich selber umbringt, oder – auch sehr beliebt und für den Mörder durchaus lustig und erbaulich – umgebracht wird durch Ertränken. Diese Arten, ums Leben zu kommen, sind aber an dieser Stelle irrelevant. Sehr beliebt ist aber natürlich auch das Ertrinken mithilfe von Balast, welches an dieser Stelle uns interessiert – und amüsant zum Zuschauen ist, ich spreche aus Erfahrung.

Wir stehen hier, um der Fragestellung vorzugreifen, zwei Faktoren gegenüber, und zwar das gerüstete Schwimmen und die Rettung eines Kindes. Ich habe vergeblich in meinem Kopf versucht, zu rekonstruieren, wie ein Gerüsteter in einen Fluss springen kann, dort ein Kind rettet, aber gleichzeitig ertrinkt. Denn es ist nun so, dass jemand, um ein Kind ans rettende Ufer zu bringen, selber ans rettende Ufer muss. Dies ist logisch. Wenn ich meine Tochter von mir zuhause in Tibur nach Rom bringen will, so muss ich selber nach Rom. Wenn ich sie ans rettende Ufer bringen will, muss ich selber auch ans rettende Ufer.

Was also, so frage ich mich, ist der Grund, wieso Terentius Lupus also scheinends mit dem Kind ans Ufer gekommen, aber doch ertrunken ist?
Die Erklärungen, die ich habe, ist, dass Terentius es nachher für klug befunden hatte, wieder in den Fluss zu gehen, um ein erfrischendes Bad zu nehmen, und dabei ertrunken ist. Oder aber er schaffte es bis ans Ufer, kippte dann aber spektakulärerweise zurück und ersoff, bevor man ihn aus dem Wasser rausziehen konnte. Da stellt sich die Frage – handelte es sich hier um einen seltenen Fall von Expressersaufen, also beschleunigter Tod, quasi Ertrinken für wahre Sportleute? Oder aber er schmiss das Kind gemeingefährlicherweise ans Ufer, bevor die Fluten des Rhenus ihn einholten? Unwahrscheinlich, da man für einen guten Wurf eine gute Standbasis haben muss, aber wer weiß, vielleicht war Terentius von Superkräften beseelt. Doch wenn er ein in der seriösen Wissenschaft so genannter Supermann war, warum ist er dann ertrunken?

Da ich diese Frage nur unzureichend beantworten kann, bitte ich einen Informierten darum, mir eine einleuchtende Erklärung zu geben.

Nun aber zur eigentlichen Beantwortung der Frage. Die Acta stellt die Sachlage so dar, als ob Heldentum und Dummheit sich ausschließen. Das tun sie nicht, vielmehr gehen sie meistens Hand in Hand. Wenn wir uns die Geschichten aus dem Altertum anschauen, sehen wir diese übervölkert von Helden, die das, was ihnen an Hirnschmalz fehlt, in ihre Muskeln haben. Wir staunen zum Beispiel über die Geschichte von den Argonauten. Unbenommen der Tatsache, dass ein paar von ihnen überlebten, war das, was sie taten, unglaublich dumm. Und unglaublich glorreich und heldenhaft. Es war heldenhaft dumm. Es war dumm, aber heldenhaft, was sie taten. In dieser Tradtion sehe ich auch Terentius Lupus, der das war, was der Pöbel sagt, und das, was Terentius Primus sagt. Er war ein dummer Held. Ein heldenhafter Dümmling. Helden, wie man sagt, sterben jung. Und dumme Helden sterben noch jünger, wie uns dieser Vorfall bewies.

Man kann also sagen, in Erwiderung auf die Frage, der Terentier war ein vollgerüsteter ersoffener idiotischer Held, dessen Tod vermutlich die durchschnittliche Intelligenz pro Kopf in Germanien in die Höhe rasseln lassen hat, aber dessen durchschnittliche Tapferkeit pro Kopf ebendort sinken lassen hat. Zudem bescherte sein Tod uns eine wahre Kopfnuss, denn wie Terentius das Kind ans Ufer schaffte, und durch logische Inferenz ebenfalls ans Ufer gekommen sein muss, aber trotzdem ertrank, ist schleierhaft. Es gibt dem Tod des jungen Mannes etwas mysteriöses, etwas mythisches, einen Stoff, aus dem Legenden gestrickt sind. Vielleicht wird man sich ob dessen noch in tausend Jahren Geschichten erzählen über Vexillarius Terentius, dem dümmsten Helden aller Zeiten.

Hochachtungsvoll,
Publius Publilius Publicola


Richtigstellung der Richtigstellung

ANTE DIEM V KAL NOV DCCCLX A.U.C. (28.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches
Die sensationsgeifernde Redaktion der Acta Diurna sieht sich infolge soviel Groll unserer Berichterstattung gegenüber sehr betrübt. Mehr noch: künftige Ausgaben des allseits beliebten wie auch streitbaren (!) Verlautbarungsorgans standen auf der Kippe, weil die Redaktion sich beharrlich weigerte aus der Ecke heraus zu kommen und mit der Schämerei aufzuhören. Der Hunger setzte diesem kollektiven Schuldbekenntnis allerdings ein ziemlich natürliches Ende.
Jetzt, mit gefülltem Magen, stellen wir uns die Frage was diesen Marcus Terentius Lupus zu einem Helden machen soll.
Legen wir die nach erster wie letzter Recherche gesammelten Informationen zusammen:

1. Marcus Terentius Lupus ist in voller Rüstung in den Rhenus gesprungen.
2. Marcus Terentius Lupus ist im Rhenus ersoffen.
3. Marcus Terentius Lupus hat vorher noch ein Kind vor demselben Schicksal gerettet.
4. Das Kind war nicht gerüstet.
5. Marcus Terentius Lupus wird von einigen als Mensch mit verminderter kognitiver Leistungsfähigkeit gehandelt, weil er in voller Rüstung in den Rhenus gesprungen ist, und dabei natürlich ertrank.
6. Gaius Terentius Primus hält Marcus Terentius Lupus für einen Helden, weil der ein Kind gerettet hat bevor er vollgerüstet im Rhenus ersoff.
7. Die Redaktion der Acta Diurna gab in einem Artikel über das Gerede auf dem Markt das Gerede auf dem Markt wieder.
8. Gaius Terentius Primus schreibt einen wütenden Leserbrief, weil die Redaktion der Acta in einem Artikel über das Gerede auf dem Markt das Gerede auf dem Markt wiedergegeben hat, und nicht, dass Gaius Terentius Primus Marcus Terentius Lupus für einen Helden hält, weil er ein Kind gerettet hat bevor er vollgerüstet im Rhenus ersoff.
9. Die Redaktion der Acta schämt sich wirklich sehr dafür, in einem Artikel über das Gerede auf dem Markt das Gerede auf dem Markt widergegeben zu haben, und nicht, dass Gaius Terentius Primus Marcus Terentius Lupus für einen Helden hält, weil er ein Kind gerettet hat bevor er vollgerüstet im Rhenus ersoff.
10. Die Redaktion der Acta zeigt sich versöhnungsbereit, und erklärt hiermit, dass Gaius Terentius Primus Marcus Terentius Lupus für einen Helden hält weil er ein Kind gerettet hat bevor er vollgerüstet im Rhenus ersoff, während das Gerede auf dem Markt besagt, dass dieser ein Mensch mit verminderter kognitiver Leistung war weil er vollgerüstet in den Rhenus gesprungen ist.

Bei genauerer Betrachtung dieser Umstände wird sehr schnell klar, dass die Einschätzung von Gaius Terentius Primus Marcus Terentius Lupus zu einem Helden machen soll. Das Gerede auf dem Markt macht ihn allerdings zu einem Menschen der vollgerüstet in den Rhenus gesprungen ist und dabei ertrank, und das eindeutig wertend. Wir stellen dabei nicht die unglaubliche Leistung in Abrede, vorher noch ein Kind zu retten. In voller Rüstung. Eine wahrhaft sagenhafte Leistung. Noch sagenhafter wäre es gewesen, hätte er sich vollgerüstet noch mitsamt Kind an Land retten können. Hat er aber nicht. Das führt uns nun zu folgender Frage: Was wiegt nun schwerer?
Das von Gaius Terentius Primus beanspruchte Heldentum ob des drohenden Ertrinkens des Kindes?
Die auf den Märkten immer wiederkehrende Behauptung der Dummheit des Ersoffenen?

An dieser Stelle ist dummerweise der komplette Anstand der Redaktion aufgebraucht, weshalb wir es uns nun besonders einfach machen: Wir bitten um Leserzuschriften! Ja, richtig gelesen! Schreibt uns! War der Mann ein ersoffener Held? Oder ein vollgerüsteter Idiot?
Jeder zehnte Zuschreiber bekommt einen Kurs im blitzschnellen Entrüsten gratis!

Die Krux mit den Söhnen

ANTE DIEM IX KAL NOV DCCCLX A.U.C. (24.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches
rsprünglich sollte an dieser Stelle eine ausführliche Berichterstattung über den Prozess Faustus Octavius Macer gegen Marcus Decimus Livianus erfolgen. Wie vielleicht der ein oder andere mitbekommen haben mag, wurde der hochdekorierte Kommandant der Legio II von besagtem Octavius angeklagt wegen Rechtsbeugung in zwei Fällen.
Das Kuriose ist, dass diese Fälle nicht einmal den Octavier in irgendeiner Form betreffen, nein. Es geht um die Einbürgerung eines Libertinus während der nun schon über ein Jahr zurückliegenden Amtszeit des Decimers als Prätor, und um die Adoption von Faustus Decimus Serapio. Vielleicht war es gesteigertes Gerechtigkeitsempfinden, vielleicht kann man auch auf politische Beweggründe schließen, die den jungen Octavier nach all dieser Zeit dazu trieben, Anklage zu erheben.
Die bisherigen vier Prozesstage als langweilig zu beschreiben trifft den Kern des ganzen wohl sehr genau. Der Angeklagte kann aufgrund seines Kommandos natürlich nicht selbst am Prozess teilnehmen und schickt deshalb nur seinen Verwandten, niemand geringeren als den Magister Iuris Marcus Decimus Mattiacus. Doch auch ein so berühmter Verteidiger verschafft dem Prozess wohl nicht die nötige Aufmerksamkeit. Der Versuch, die Zuständigkeit des Gerichtes anzuzweifeln, wurde beiseite gefegt, und die Zeugen der Verteidigung waren wohl auch eher da, um ihr persönliches Leid darzulegen und die Ungerechtigkeit der Welt zu beklagen. Die Anklage hingegen stützt ihre gesamte Beweisführung auf ein einziges Schriftstück, nach welchem Decimus Livianus der Einbürgerung des Libertinus zugestimmt hat. Nachdem diese Entscheidung aber schon längst rückgängig gemacht und der Mann wieder seinem Stand angemessen Nicht-Bürger ist, kann man über die Immanenz dieses Beweises nun geteilter Meinung sein. Und was die Adoption von Decimus Serapio angeht, scheint überhaupt kein stichhaltiger Grund für eine Klage vorzuliegen. Das spannendste dürfte also wohl das Urteil sein, das dieser dahingezogenen Langeweile ein Ende setzt.

Was wiederum interessant war, waren die Gespräche, die im Zuschauerraum stattgefunden haben. Da unterhielten sich beispielsweise zwei edle Damen, wie es sein könne, dass fast alle männlichen Teilnehmer dieses Gerichtes unverheiratet wären. Und tatsächlich, sieht man sich die Herren einmal an, muss man ihnen recht geben.
Die Anklage, Octavius Macer, aufstrebender Politiker, jüngst zum Senator ernannt, und noch unverheiratet. Dabei haben die Octavier in ihren Ahnenreihen nicht gerade wenige Ritter und Senatoren vorzuweisen. Aktuell auch den Praefectus Legionis der XXII. Welcher übrigens auch unverheiratet ist.
Die Verteidigung: Decimus Mattiacus. Seine ganzen Verdienste aufzuführen würde Seiten füllen. Noch immer gilt er als DIE Koryphäe in Rechtsfragen. Ritter, und in den Ordo Senatorius erhoben. Unverheiratet.
Der Prätor: Kaeso Annaeus Modestus. Schon seit langen Jahren Senator, Quindecemvir und noch immer auf dem aufsteigenden Ast der Macht. Verwandt mit dem Procurator a libellis. Unverheiratet.
Weiter auf der Bank der Iudices: Manius Tiberius Durus. Vielleicht überraschend, aber jüngst auch wieder auf dem Markt der Heiratsfähigen angelangt. Und das als Senator und Pontifex.
Selbst der abwesende Angeklagte, der Praefectus Legionis und Senator Decimus Livianus ist unverheiratet!

Und geht man die Reihen der Senatoren und Ritter durch, muss man erschreckt feststellen, wie wenig von ihnen schon mit einem Erben versorgt sind. Da stellt sich die Frage: Was ist da los? Hat Rom nicht genügend Frauen in gebährfähigem Alter zu bieten, die in Frage kämen, oder aber wollen diese Männer schlicht nicht heiraten? Haben sie gar Angst, sich eine Frau zu suchen? Es kann doch nicht sein, dass sich Roms Gentes so fremd geworden sind, dass man keine politischen Allianzen mehr miteinander eingehen möchte?
Oder liegt es gar an den Frauen? Wurden sie von ihren Vätern zu sehr verwöhnt und sind nicht mehr zufrieden mit politischer Macht, Geld, Rang und der Ehre für die Familie? Wobei hier die Frage wäre, was eine Frau denn NOCH wollen könnte.

Vielleicht haben die Männer Roms sich auch überlegt, dass es viel einfacher ist, einen aufstrebenden jungen Mann als Erben zu adoptieren. Bereits erwähnter Tiberius Durus hat es ja auch schon erfolgreich vorgemacht. Nur sollte man wohl vorsichtig sein, wen man dazu auserwählt, sonst findet man sich bald auf der Anklagebank wieder. Wo es bei einem Libertinus wohl unstrittig ein Verstoß gegen Moral und Sitten ist, sollte man bei eigenen Verwandten wohl erst noch auf das morgen erwartete Urteil achten. Oder aber, die Männer Roms nehmen doch den schwierigeren Umweg und heiraten endlich.

eserbrief

ANTE DIEM XIV KAL NOV DCCCLX A.U.C. (19.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Neues aus Germania, Gesellschaftliches
   
Richtigstellung.

Der Sensationsgeifernden Schreiberschaft der acta diurna sei es nahegelegt bei ihren Recherchen vielleicht einmal intensiver und direkter nachzuforschen.
Aus der Ferne über Sachverhalte zu berichten die man vom Hörensagen erlangt ist zwar unerhört interessant und manipulierbar, haben aber mit dem tatsächlichen Abläufen nicht viel gemein.

Der Soldat, der sich in voller Rüstung in den Rhenus geworden hat,...nachdem er den Helm abgenommen hatte, tat dies nicht freiwillig sondern zur Rettung eines Kindes.
Zeugenaussagen zufolge rettete er das Kind auch und wurde, wie ihr rudimentär richtig berichtetet hiernach Opfer des Rhenus.
„Ersoffen“ um ein Kind aus den Fluten zu retten. Es gibt sinnlosere Tode im Imperium.
Mag dies auch für die Angehörigen ein schwacher Trost sein, aber er gab sein Leben für das eines Anderen. Wir sehen zu ihm auf.
Vexillarius Marcus Terentius Lupus, welcher zur Beförderung zum Decurio vorgeschlagen war hat in seinem kleinen Finger mehr Anstand und Ehre bewiesen als ihr Tabulakratzer in eurer ganzen Schreibfabrica aufzubringen vermögt!

Ihr solltet euch allesamt in Grund und Boden schämen!

Gaius Terentius Primus



EILMELDUNG - Spurius Purgitius Macer kandidiert für Consulat - EILMELDUNG

ANTE DIEM III ID OCT DCCCLX A.U.C. (13.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches, Politisches
oeben erreichte uns eine Meldung von höchster Brisanz: Spurius Purgitius Macer kandidiert bei den nächsten Wahlen für das Consulat!

Man erinnere sich: das letzte Mal, als der Mann sich für eine Wahl im Senat aufstellen ließ, konnte er spektakuläre 100% (in Worten: einhundert Prozent) hinter sich vereinen!
Jetzt fragt man sich natürlich, ob es ihm gelingen wird dieses wahnsinnige Ergebnis erneut zu erzielen! Und vor allem: warum erst jetzt? Man munkelt, dass seine Ehefrau Albina von den Tiberiern ihren Mann dazu getrieben habe. Andere glauben, dass der Mann, der im Reich schon so gut wie alles geschafft hat nun auch diesen letzten Gipfel erklimmen will. Was wird folgen?

Aus Gründen dieser aufsehenserregenden Entscheidung haben sich einige Wettbüros entschieden, Wetten auf den Wahlerfolg des Purgitiers zu eröffnen. Im Moment liegt die Quote bei 10:1 für eine Wiederholung des Wahlerfolgs. Wir beobachten gespannt, was da noch kommen mag... und wetten natürlich mit. Auf den Purgitius, was sonst?

Spenden

ANTE DIEM VII ID OCT DCCCLX A.U.C. (9.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches
ie Redaktion der Acta Diurna bedankt sich ganz herzlich bei allen fleißigen Spendern für die Unterstützung unserer Arbeit.

Diesmal gilt unser besonderer Dank Tiberius Octavius Dragonum für seine besonders freigiebige, andauernde Unterstützung der Acta Diurna sowie Marcus Decimus Mattiacus, für seine großzügigen Spenden sowie den beigelegten kleinen Bemerkungen, die die Acta-Redaktion stets aufs Neue zu erheitern vermögen.


Für weitere großzügige Spenden bedanken wir uns außerdem bei:

Aelia Vespa
Aulus Flavius Piso
Cleonymus
Mamercus Brigio
Marcus Iulius Licinus
Marcus Iulius Sparsus
Marcus Vinicius Lucianus
Primus Decimus Magnus
Publius Matinius Agrippa
Quintus Octavius Augustinus Minor
Tiberia Albina


Von der Möglichkeit des Erwerbs von Kleinspenden wurde ebenfalls wieder reger Gebrauch gemacht - oft auch mehrmals - so von:

Ánthimos Bantotakis
Appius Terentius Cyprianus
Aurelia Narcissa
Caius Aelius Archias
Caius Iulius Casca
Caius Sergius Curio
Claudia Catilina
Claudia Romana
Decima Valeria
Duccia Venusia
Faustus Decimus Serapio
Faustus Octavius Macer
Flavia Celerina
Furia Calliphana
Gaius Octavius Victor
Gaius Pompeius Imperiosus
Germanica Calvena
Gnaeus Iulius Labeo
Iulia Corona
Lucius Artorius Graeceius
Lucius Iunius Merula
Lucius Septimius Palaemon
Numerius Duccius Marsus
Numerius Furius Iuvenalis
Paullus Atius Scarpus
Paullus Aurelius Pegasus
Paullus Germanicus Aculeo
Publius Iunius Brutus
Servius Artorius Reatinus
Sextus Tiberius Valens
Tiberia Alba
Tiberia Septima
Tiberius Aurelius Avianus
Titus Decimus Cursor
Valgiso

An dieser Stelle nochmals der Hinweis für alle Leser:
Nutzt die Möglichkeit der Kleinspenden zu je 10 Sesterzen. Erhöht eure Lebensqualität und unterstützt die Arbeit der Acta Diurna, damit wir Euch, liebe Leser, noch besser und aktueller informieren können.

Der Duccius ist tot. Es leben die Duccii?

ANTE DIEM VII ID OCT DCCCLX A.U.C. (9.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Neues aus Germania, Politisches
iberius Lando von den Ducciern ist tot. Ein Verlust, der sicherlich nicht nur die Redaktion der Acta Diurna arg getroffen hat. Ganz Mogontiacum und weite Teile der Provinz Germania Superior schienen still zu halten, und das ist schon eine Leistung wenn man bedenkt, dass das Leben im Norden sowieso ein wenig langsamer zu verlaufen scheint. Mittlerweile hat sich die Schockstarre wieder gelöst, und das Geschacher um die Nachfolge im enormen Machtvakuum, das der Duccier hinterließ, ist mittlerweile in vollem Gange. Und sowieso: was soll das Gerede von einem Unfall in den Wäldern, bei dem das Oberhaupt der Duccii und die mächtigste Gestalt in Mogontiacum ums Leben gekommen sein soll? Augenzeugen der wahrhaftig opulenten Bestattung nach Tradition der Stämme des Nordens berichten von der Beerdigung eines Kriegers. Nicht von der Abschiedsnahme von einem Mann, der dummerweise vom Pferd fiel. Es gibt Stimmen, die der Meinung sind, dass Duccius Lando in einem alten Ritual der Germanen umgekommen sein soll. Andere berichten von der auffallenden Unterwürfigkeit einer Familie, die den Duccii vormals noch feindlich gegenüber gestanden hatte; interessanterweise direkt nach dem Tod zweier Familienmitglieder, zeitgleich mit dem des Duccius Lando. Wer da irgendwelche germanischen Mauscheleien und düsteren Rituale vermutet, mag vielleicht gar nicht mal so falsch liegen.
Fakt ist jedoch, dass die Duccii ernsthafte Probleme haben ihre Führungsfigur auszutauschen. Die von Freunden und Feinden zugleich als stolze und selbstbewusste, aber ebenso junge Duccia Elva, Tochter eines Fürsten der freien Stämme, arbeitet mit Numerius Duccius Marsus, ebenfalls eine sehr große Figur auf dem provinziellen Spielbrett, hart für einen Erhalt der Machtposition. Und das wohl mit Recht: auch die Gegenseite scheint ihre Chance als gekommen anzusehen, denn Mogontiacum ist im Moment eine Ausgeburt der politischen Geschäftigkeit, und damit Gesprächsthema bis in die weiter entlegenen Provinzen hinein.
Mag es da als Zufall gelten, dass kurz zuvor der Senator und Patron der Stadt, Medicus Germanicus Avarus nach Mogontiacum gekommen ist? Wir werden sehen, und die kalte Provinz im Norden etwas genauer im Auge behalten.

Todesfälle in Rom

ANTE DIEM III NON OCT DCCCLX A.U.C. (5.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches
ast scheint es sich zu einer Unglücksserie zu mausern, die namhafte Familien Roms derzeit im Griff hält. Neben dem Skandal um die Entweihung des Hains der Diana, der nach wie vor untersucht wird, gibt es mehr als einen Todesfall, der Rom erschüttert. Nicht nur Caius Aelius Archias' Leben hat ein jähes Ende genommen (wir berichteten), auch patrizische Gentes werden gebeutelt vom Dahinscheiden gleich mehrerer Mitglieder.
Des Aelius' Tod, insbesondere die Wahl des Ortes, gibt nach wie vor Anlass zu Spekulationen. Zwar verdichten sich inzwischen die Hinweise, dass tatsächlich kein Mord vorliegt, sondern ein Freitod – so soll der Verstorbene mehrere Abschiedsbriefe hinterlassen haben. Umso mehr wirft dies jedoch die Frage danach auf, weshalb der Aelius ausgerechnet den Tarpejischen Felsen als Bühne wählte für seinen Suizid. Ebenso offen sind nach wie vor die Umstände, die zu dem Haftbefehl und der Konfiszierung seiner Besitztümer geführt haben. Die Vermutung mag nahe liegen, dass beides miteinander in Verbindung steht, jedoch gibt es hierfür noch keine Beweise.
So hart die Kaiserfamilie getroffen sein mag von dem Verlust und den damit aufkommenden Gerüchten, so hart wurde auch die Gens Flavia getroffen in diesen Tagen. Zwei Töchter des Hauses sind innerhalb kürzester Zeit gestorben: Flavia Vera ist dahin gerafft worden nach einer schweren Krankheit. Lange hatte sie an dieser laboriert, war infolgedessen bereits seit Wochen ans Bett gefesselt und wurde nicht mehr außerhalb der Villa Flavia gesehen. Der zweite Todesfall indes überrascht ganz Rom: Flavia Celerina, so wurde bekannt, ihres Zeichens Frau des Senators und Pontifex Marcus Aurelius Corvinus, wurde von den Göttern geholt. Völlig unerwartet und in der Blüte ihres Lebens scheint dies geschehen zu sein und überrascht daher nur umso mehr. Die Todesursache ist noch unklar, sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, wird die Acta hierüber berichten.
Beinahe noch überraschender ist die Nachricht vom Tod des Ehemanns der Flavia - Marcus Aurelius Corvinus. Noch am Tag des Dahinscheidens seiner Frau hat er sich selbst das Leben genommen. Der Zusammenhang scheint offensichtlich ob der Geschehnisse; ob er den Freitod jedoch aus Gram wählte oder weitere Gründe eine tragende Rolle spielten, ist an dieser Stelle noch völlig offen. Dass vor kurzem Aurelia Laevina, Gattin des Manius Tiberius Durus, verschwunden ist, macht den Verlust von Aurelius Corvinus und seiner Frau für die Gens Aurelia nur noch schwerer zu verkraften.

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen.

Marktgerede - kurz zusammengefasst

ANTE DIEM IV NON OCT DCCCLX A.U.C. (4.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Neues aus Aegyptus, Neues aus Germania, Gesellschaftliches
uch wenn der uns drohende Zorn der Götter die Bürger Roms und aller Städte in Atem hält: ab und an drängt sich doch ein anderes Thema in die Gespräche, die man auf dem Markt so mithören kann. Wer ganz genau hinhört wird erkennen, dass die Menschen zwar aus Furcht vor den Göttern erstarren, allerdings frei genug sind, um sich noch über das eine oder andere den Kopf zu zerbrechen. Um das vermeintliche Wissen nicht den wenigen Köpfen vorzubehalten, fassen wir an dieser Stelle grob zusammen, was man sich so alles erzählt:

AEGYPTUS - die große Hitze in der Kornkammer des Reichs macht den Truppen schwer zu schaffen. So sehr, dass der Mini-Feldzug zur Befriedung von durch Aufständische und/oder Räuber und/oder marodierende Stämme und/oder Wüstenungeheuer und/oder entlaufener Katzen im Süden der Provinz nur schleppend voranläuft. Man munkelt, dass der Praefectus Aegyptus Appius Terentius Cyprianus nur auf der Suche nach einer für ihn sehr wichtigen Wüstenschönheit ist, um die zu finden er seinen gepanzerten Spürhund Tiberius Octavius Dragonum, ehrfurchtsvoll 'Dominus Galelula' genannt, ausgesandt hat um mit seinen Truppen die Wüste zu durchkämmen.

GERMANIA - hat man in der Acta noch kürzlich von Visionären gesprochen, die in der Lage sind Dinge zu sehen, die sich vor anderen verbergen, so scheint einer dieser Helden mittlerweile die Ala II zu kommandieren. Das Problem ist allerdings, dass es keine Heldentaten sind, die Gaius Terentius Primus sieht, sondern eine leere Stadtverwaltung. Die Eques murren schon, er sei auf einem Auge blind, dass er die Stadtverwaltung vor lauter Bäumen nicht sieht. Von einer marodierenden Barbarenhorde, die im Handstreich die Civitas entvölkerte, ist uns auch nichts berichtet worden. Wo er andere Dinge nicht sieht, die andere sehen, sieht er gottseidank aber an anderer Stelle wieder Dinge, die andere wiederum nicht sehen. So zum Beispiel eine vollkommen verlotterte Ala II. Da fragt man sich, was bei den im Moment sowieso schon arg gereizten Göttern sein Vorgänger, Lucius Silanus aus dem Haus der Iunii, da eigentlich getrieben hat? Drei ganze Jahre war er da stationiert, und hat es nicht fertig gebracht die Einheit in Stand zu halten? Nun, wie dem auch sei: der Terentier hat es sich zur Aufgabe gemacht die Rüstungen wieder auf Hochglanz zu schrubben, wenn nötig durch eigene Hand! Die Provinzkasse hat er im Zuge dessen auch gleich mal mit Forderungen konfrontiert, die selbst einem bewährten Kaltblüter wie Marcus Vinicius Hungaricus die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. Das schafft nicht jeder.

AEGYPTUS - was auch immer man von diesem Mann hört, man fragt sich, was Lucius Centho von den Iuliern umtreibt. Im ersten Anlauf gescheitert, im zweiten mit Biegen und Brechen in das Vigintivirat gewählt und jetzt auch mit den schlechteren Ergebnissen der letzten Wahl. Man sollte meinen, der Mann wüsste, dass er nicht unbedingt den besten Stand hat. Umso unverständlicher ist es, dass der vom Senat zum Quaestor der Classis in Misenum gewählte Iulier besseres zu tun hätte, als die ersten Monate seiner Amtszeit damit zu vertrödeln einige Klinken zu putzen, um sich hinter der angeschlossenen Tür über sein Amt zu beklagen.
Da der Mann jetzt mittlerweile tatsächlich in Aegyptus angekommen ist, mag man hoffen, dass seine Motivation hinsichtlich seines Amts zugenommen hat. Denn für einen Mann, der sich öffentlich auf die Fahnen geschrieben hat seiner doch arg ins untere Mittelmaß der römischen Gesellschaft abgerutschten Gens wieder zu altem Glanz zu verhelfen, ist dies doch eine äußerst fragwürdige Art der Öffentlichkeitsarbeit.

GERMANIA - die Legio II scheint ernsthafte Probleme bei der Ausbildung zu haben. Erst berichtet man von geringen Neuzugängen bei stetem Schwund an Soldaten durch Desertation oder Krankheit, so darf man neuerdings anhören, dass die Bildung der schon gestandenen Soldaten ebenfalls zu wünschen übrig lässt. Jüngst wurde von einem Fall berichtet, in dem ein Soldat der zweiten Legion in voller Rüstung in den Rhenus gesprungen ist. Selbstverständlich ist er ersoffen.
Betroffen ist man in Mogontiacum vor allem, weil dieser Todesfall eine eklatante Schwäche in der Ausbildung der Soldaten offen gelegt hat: Eisen am Körper sorgt nicht nur dafür, dass man vor Schlag, Stich und Treffer geschützt wird, nein, es sorgt auch dafür, dass man sofort zig Minae schwerer wird. Und jedes Schulkind weiß, was Wasser von schweren Sachen hält. Nur bei der Legio II weiß man das anscheinend nicht.
KORREKTUR: soeben ist dem Schreiber berichtet worden, dass ihm ein eklatanter Fehler in der Recherche zu diesem Thema unterlaufen ist; weshalb dies nun korrigiert gehört. Der Soldat ist selbstverständlich NICHT in voller Rüstung in den Rhenus gesprungen. Er hat vorher seinen Helm abgenommen.

ufruf der Legio I Traiana Pia Fidelis

KAL OCT DCCCLX A.U.C. (1.10.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Militärisches
   

Bürger Roms!


Die Adler Roms stehen für Ordnung im Chaos, für ein Rechtssystem gegen die Barbarei und für Zivilisation.

Willst Du ein Teil davon werden?

Dann schließe Dich den Reihen der Legionen an!
Diene Mars! Diene dem Kaiser! Diene Roma! Diene somit letzlich Dir selbst!

Bist Du zwischen 17 und 29 Jahre alt?
Bist Du gesund?
Bist Du unverheiratet?
Kannst Du einen guten Leumund vorweisen?
Dann geh sub aquila!

Nicht nur das abenteuerliche Leben des Soldaten erwartet Dich!
Erlerne ein Handwerk! Studiere die Medizin! Bilde Dich weiter! Finde den Weg zu den höheren Rängen!

Vergil sagte: Denke daran, Römer, dass es an Dir ist, die Völker zu beherrschen!

Komm also zur ältesten, zur kampferfahrensten, zur ausgezeichnetsten, zur besten ... zur Ersten Legion!

Die Legio I Traiana Pia Fidelis steht für Treue, Opferbereitschaft und Perfektion. Geh zu den Meistern, gib Dich nicht mit weniger zufrieden!