Startseite | Suche | Alte Ausgaben: | zum Forum
Heute ist der ANTE DIEM III NON IUL DCCCLXX A.U.C. (5.7.2020/117 n.Chr.)
Rubrik wählen

Skandal von Nemi immer noch nicht aufgeklärt

ANTE DIEM VII KAL IAN DCCCLXI A.U.C. (26.12.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Religion, Spiele & Kultur
OMA - Skandal von Nemi immer noch nicht aufgeklärt
Als aufmerksamer Leser fragt man sich natürlich, was es eigentlich soll, so signifikant wichtige Meldungen nicht schon früher zu berichten. Da muss man als... jaja, wir kommen ja schon zur Sache.
Der Skandal von Nemi bleibt ominös und unaufgeklärt. Hatte die Acta anfangs noch (wortwörtlich) haufenweise Zeugen für die Ungeheuerlichkeit, die zu der Katastrophe und einem wütenden Mob auf den Straßen Roms geführt hat, musste die Acta diese Art und Weise der Befragung schnell aufgeben, um die aufgebrachten Familien nicht länger von einer würdevollen Bestattung abzuhalten. Würden wir nie tun, so was.
Allerdings bleibt der Casus damit so ominös wie unaufgeklärt. Fragt man die Falschen, stößt man auf stundenlanges wie unseriöses Gelaber, fragt man die Richtigen, stößt man auf eisiges Schweigen. Man will gar nicht wissen, wie es da den verantwortlichen Charakteren geht, die mit der Aufklärung der Umstände der gestörten Pax Deorum betraut sind.
Was jedoch nichts an der Sache ändert: die Pax Deorum IST gestört! Und öffentlich tut sich absolut nichts in der Sache... es wäre den Instanzen angeraten, etwas zu tun, um den wankelmütigen Pöbel zu beschwichtigen. Immerhin geht es hier, wie gesagt, um nichts anderes als den Frieden mit dem Göttern. Ein Umstand, den zu ignorieren sich absolut niemand erlauben dürfte. Aber anscheinend jeder tut, was kein gutes Bild auf den Zustand Roms wirft.

Stehaufmännchen jetzt Procurator a Memoria

ANTE DIEM IX KAL IAN DCCCLXI A.U.C. (24.12.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches, Politisches
OMA - Stehaufmännchen jetzt Procurator a Memoria
Wer kennt ihn denn nicht? Titus Verus von den Decimi. Es gibt kaum einen Menschen, bei dem sich so viel Umtriebigkeit und Engagement mit so viel Planlosigkeit vermengt. Was hat der Mann nicht alles gemacht? Vom Aquarius zum Magister Scriniorum, nur um dann als popeliger Probatus in der Classis einzusteigen. Es da bis zum Optio gebracht und als Held in einer Kampagne ausgezeichnet, die Freunde als Feldzug hochstilisieren und Kritiker als "kleines Scharmützel auf See" abtun. Es dann zum Ritter gebracht, gar Curator in der Kanzlei geworden. Nur um sich dann in den Ordo Senatorius erheben zu lassen, und bei seiner Bewerbung für das Vigintivirat in einer schon fast dramatischen Elegie zu scheitern. Ein Schlag den nicht jeder verkraftet, auch Decimus Verus hat hart daran zu knabbern gehabt. So hart, dass sich der Mann, der sich nicht unbedingt als Freund von Völkern außerhalb Italias bekannt gemacht hat, erst einmal ins germanische Exil zurück gezogen hat. Wohin weiß niemand. Er war einfach weg. Futsch, verschwunden, wech. Dann auf einmal, aus dem Nichts, war er wieder da. Einfach so! Und was macht er? Nein, er ruht sich nicht darauf aus, dass sich in seinem Leben bisher Sieg und Niederlage die Klinke gegenseitig in die Hand gedrückt haben. Nein, er beginnt WIEDER EINMAL von neuem. Als Scriba Personalis des Senators und Curators Marcus Vinicius Lucianus. Man kann hier feststellen: einen höher dekorierten Scriba hatte noch niemand. Niemand. Nicht einmal der Kaiser! Aber damit nicht genug... jetzt hat der geschäftige Decimer es wieder einmal in die Kanzlei geschafft. Als Procurator a Memoria. Man vermutet eine Freundschaft zum Praefectus Urbi dahinter, der es in seiner schon zuvor genannten Weitsicht versteht wichtige Positionen bestens zu besetzen. Also wieder einmal an der Spitze. Was, wieder einmal, Respekt verdient. Aber man fragt sich, was als nächstes kommt. Wahrscheinlich Wagenlenker. Oder Barbier.

Kaltstart für Römanen

ANTE DIEM XI KAL IAN DCCCLXI A.U.C. (22.12.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Militärisches
ANTUA - Kaltstart für Römanen
Der neu ernannte Tribunus Angusticlavius der ersten Legion, also DER Legion, heißt Titus Vala von den Duccii. Ein Mann, der aus stadtrömischer Perspektive aus dem Nichts kam, sitzt nun als Tribun in der wichtigsten Legion des römischen Reichs. Man kann sich nun fragen wie ein absoluter Niemand wie dieser Duccius, einer Familie entstammend, deren politischer Einfluss normalerweise an den Grenzen der Provinz Germania rapide schwindet, es auf diesen Posten geschafft hat. Einen Posten, der normalerweise Abkömmlingen aus der Nobilitas vorbehalten bleibt (man werfe hier einfach mal ein paar Namen wie die Octavii, die Aurelii oder die Annaei in den Raum). Die Arbeit des Mannes als Vigintivir, und sein mit dem Namen Marcus Vinicius Hungaricus nicht unbedingt namenloser Patron, schienen überzeugend genug zu sein. Überzeugend genug, dass der Legionslegat Titus Aurelius Ursus nichts besseres vor hat, als dem jungen Duccius wenige Tage nach seinem Antritt gleich das komplette Kommando über die Legion in die Hand zu drücken, um bei der Einsetzung des neuen Praefectus Praetorio anwesend sein zu können? Entweder haben wir es hier mit dem Geheimtipp eines militärischen Genies zu tun, einem von Fortuna schon fast ge.. küssten jungen Mann oder mit einem aufstrebenden Homo Novus, der weiß, welche Hebel ihn nach oben führen. Andererseits gilt es hier vorsichtig zu sein. Rom hat sich schon einmal an einem germanischen Eisen verbrannt, das man zu einer scharfen Klinge formen wollte: Arminius, ick hör dir tapsen.

Neuer Praefectus Praetorio eingesetzt

ANTE DIEM XV KAL IAN DCCCLXI A.U.C. (18.12.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Militärisches
OMA - neuer Praefectus Praetorio eingesetzt
Quintus Turbo von den Marii ist neuer Praefectus Praetorio, nachdem sein Vorgänger Publius Acilius Attianus in den Ruhestand gegangen wurde. Die Vita des neuen Teilherrschers über die mächtigste Truppe unter Waffen in Rom liest sich relativ unspektakulär. Aufstieg in der zwölften und vierten Legion, dann über die Vigiles und die Praetorianer zur pannonischen Flotte, und jetzt wieder zurück zu den Praetorianern. Ein Mann aus den Rängen, niemand aus der Nobilitas. Ein weiteres Zeichen für den Bedeutungsverfall des alten römischen Stadtadels? Wahrscheinlich. Und ein weiteres Zeichen für den gewieften Geist hinter der Stirn des Praefectus Urbi, der durch seine Menschenkenntnis zahlreiche Posten mit den bestmöglichen Charakteren zu besetzen vermag? Absolut sicher.
Fragt sich nur, wie lange man es noch duldet, dass der zweite Platz neben dem Marius noch unbesetzt bleibt, nachdem Tiberius Prudentius Balbus nach wie vor verschollen ist; ein Schicksal, das einige seiner Vorgänger teilten. Aber vielleicht kommt das dem neuen Praetorianerpraefekten gar nicht so ungelegen... sich unbeschwert von langwierigen Diskussionen einarbeiten und erst einmal das eigene Profil schärfen zu können.

erbung - Aegyptus Lapideus

PRIDIE ID DEC DCCCLX A.U.C. (12.12.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches
   
Aegyptus Lapideus


Aegyptus edelster Steinmetzbetrieb blickt auf eine Tradition von über 20 Generationen von Steinmetzen zurück. Die Kunst des Steinbearbeitens, geerbt von den Erbauern der Pyramiden und des Leuchtturms von Alexandria, stets weiter verbessert und perfektioniert.

Alle Werke sind Einzelstücke, Kunstwerke die selbst dem edelsten Mann noch zu Ruhm gereichen und die erlesenste Sammlung bereichern. Zudem gehört zu jedem Kunstwerk eine Urkunde die ihre Herkunft bestätigt und sie als Orginal ausweist.

Kunden erhalten außerdem Zeit ihres Lebens das Recht gratis im Kapeleion Archaon, Alexandrias edelstem Gasthaus zu übernachten und zu speisen.

Bestellungen und Anfragen einfach an das Kapeleion Archaon adressieren, die Kosten des Cursus Publicus übernehmen wir!


Aegyptus Lapideus
~Kunst vom Fachmann, keine Regalware~


eserbrief - Wider das reitende Weibsvolk!

ANTE DIEM V ID DEC DCCCLX A.U.C. (9.12.2010/107 n.Chr.)
Rubriken: Leserbriefe
   


Wider das reitende Weibsvolk!


Als Fuhrmann bin ich so einiges Gedrängel auf den Straßen gewohnt. Hier ein Kollege, der unbedingt noch eine Lieferung Pisse zu den Färbern im Nachbardorf bringen muss, bevor das Nachtvolk die Knüppel wetzt, da ein Bote des Cursus Publicus, der meint absoluten Vorrang zu haben, und dort eine Familie an Tagelöhnern, die nichts besseres zu tun hat als auf der Suche nach Arbeit die Straße zu verstopfen. Man gewöhnt sich einfach dran, was will man sich darüber empören, wenn es doch eh jeden Tag geschieht?

Was allerdings meinen altrömischen Kragen platzen lässt, ist, mittlerweile mit ansehen zu müssen, wie sich die Verkommenheit unserer Zeit und die Verrohung der Sippen auch auf die tugendhaftesten römischen Frauen niederschlägt! Und das allzu offensichtlich, kaum verhohlen und schon fast STOLZ zur Schau gestellt.
Mir ist vor kurzem mal wieder fast das Bier aus der Hand gefallen! Nichtsahnend wollte ich gerade auf der Via Flaminia in die ewige Stadt rollen, als mir ein junger Bursche auf dem Pferd entgegengeprescht kam, voll der Freude endlich der stickigen Stadt entkommen zu sein. So weit, so gut. Als ihm allerdings in nicht weniger halsbrecherischem Tempo ein Weib nachfolgte, traute ich zuerst meinen Augen nicht. Doch, wirklich, es war ein Weib! Auf einem Pferd! Jung wie der Kerl zuvor, nicht weniger erleichtert und vollkommen sorglos. Ihre Kleidung ließ auf eine Römerin schließen. Eine RÖMERIN! Ich habe garnicht gewagt hinzusehen, wie diese Frau sich auf dem Sattel hielt, aus lauter Angst, das Weib könnte sich tatsächlich... nein, ich will es hier nicht ausschreiben.
Kein barbarisches Weibsstück, wie sie so oft in Rom auf den Sklavenmärkten für teuer Geld verkauft werden, nein, eine echte Tochter Roms. Auf dem Rücken eines Pferds. Je mehr ich über diese Ungeheuerlichkeit nachdachte, desto bewusster wurde mir, dass das viel öfter vorkommt, als man denken mag. Anscheinend schwingen sich Frauen immer öfter auf Pferderücken, und sind sich dabei garnicht der Unschicklichkeit bewusst, derer sie anheim fallen. Dessen nicht genug, wissen die denn garnicht, dass so etwas der Fruchtbarkeit schadet? Sollte eine tugendhafte Römerin sich nicht ihrer obersten Pflicht bewusst sein, Rom starke Söhne und pflichtsame Töchter zu schenken? All das wird riskiert mit ein wenig Spaß! Ist Rom schon so weit gekommen?

Als traditionsbewusster Römer fordere ich hiermit jeden verantwortungsbewussten Vater, Ehemann und Vormund auf, diesem Treiben Einhalt zu gebieten! Wenn die barbarischen Frauen sich so gebärden, kann uns das nur recht sein, aber dass römische Frauen so gedanken- und rücksichtslos ihr und die kommenden Leben gefährden, das will ich nicht akzeptieren. Das DARF ich als Römer nicht akzeptieren.

Valete bene,
Paullus Herennius Hostilianus Votienus

P.S.: Wenn ich schon schreibe, möchte ich an dieser Stelle Titus grüßen, den alten Saufsack! Und Agathoclea von der vierten Ecke! Und natürlich Nero Cadius Luscinus, der so freundlich war diesen Brief für mich zu schreiben.