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euordnung der Provinzen

ANTE DIEM III KAL MAR DCCCLXI A.U.C. (27.2.2011/108 n.Chr.)
Rubriken: Politisches
   
IN NOMINE IMPERII ROMANI
ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI
DECRETUM IMPERATORIS


MIT WIRKUNG VOM
ANTE DIEM III KAL MAR DCCCLXI A.U.C. (27.2.2011/108 n.Chr.)


werden die Provinzen des Reiches wie folgt neu geordnet:

I. Die Provincia Germania wird geteilt gemäß ihrer Regiones in die Provinzen Belgica, Germania Inferior, Germania Superior und Reatia.

II. Die Provincia Illyricum wird geteilt gemäß ihrer Regiones in die Provinzen Noricum, Pannonia Inferior, Pannonia Superior, Dalmatia und Moesia Superior.

III. Die Provincia Thracia wird geteilt gemäß ihrer Regiones in die Provinzen Moesia Inferior und Thracia.

IV. Die Provincia Asia wird geteilt gemäß ihrer Regiones in die Provinzen Asia, Bithynia et Pontus, Galatia, Lycia et Pamphylia, Cappadocia, Cilicia und Cyprus. Asia, Bithynia et Pontus und Cyprus werden der Kontrolle des Senates unterstellt.

V. Die Provincia Syria wird geteilt gemäß ihrer Regiones in die Provinzen Syria und Iudaea.

VI. Die Provincia Mauretania wird geteilt gemäß ihrer Regiones in die Provinzen Mauretania Tingitana und Mauretania Caesariensis. Das Gebiet der Stämme der Numidier wird der benachbarten Provincia Africa Proconsularis zugeschlagen und damit der Kontrolle des Senates unterstellt.

VII. Die Provinzen Lusitania, Hispania Tarraconensis, Aquitania, Gallia Lugdunensis und Epirus werden der Kontrolle des Senates entzogen.

- DCCCLXI A.U.C. -




   

DECRETUM SENATUS


Der Senat der Stadt Rom beschließt eine Neuordnung der ihm unterstehenden Provinzen sowie der nachfolgende aufgeführten Regiones, einhergehend mit der Gültigkeit der Lex Provincialis aus dem sechsten Teil des Anhang des Codex Universalis für die aus der Neuordnung resultierenden Provinzen.

- Umwandlung der bisherigen Regio Sicilia in eine eigenständige "Provincia Sicilia".
- Umwandlung der bisherigen Regiones Sardinia und Corsica in eine eigenständige, zusammenhängende "Provincia Sardinia et Corsica".
- Umwandlung der bisherigen drei Alpenregionen in jeweils eigentständige Provinciae unter Verwaltung eines Procurator Augusti.
- Aufteilung der Provincia Hispania in drei eigenständige Provinciae gemäß der bisherigen Regiones.
- Aufteilung der Provincia Gallia in drei eigenständige Provinciae gemäß der bisherigen Regiones.
- Aufteilung der Provincia Africa Proconsularis in zwei eigenständige Provinciae gemäß der bisherigen Regiones.
- Aufteilung der Provincia Achaia in drei eigenständige Provinciae, namentlich "Provincia Achaia", "Provincia Macedonia" und "Provincia Epirus" sowie Zuordnung der Insel Creta zur Provincia Cyrene.




ANTE DIEM IV KAL MAR DCCCLXI A.U.C. (26.2.2011/108 n.Chr.)



Senat diskutiert über Provinzen

PRIDIE ID FEB DCCCLXI A.U.C. (12.2.2011/108 n.Chr.)
Rubriken: Politisches
anchem Leser dürfte es vielleicht noch bekannt sein: unter dem Consulat des Manius Tiberius Durus vor einigen Jahren wurde eine Inquisitio Senatus eingesetzt, die sich mit Klagen aus den Provinzverwaltungen auseinander setzen sollte – die zu jener Zeit häufiger Roms Ohren erreichten. Wir erinnern uns: der göttliche Iulianus hat eine Reform verfügt, die die Provinzen teils erheblich vergrößerte. Und genau das war der Umstand, der besagte Klagen nach sich zog: zu groß seien die Provinzen und der damit verbundene Verwaltungsaufwand.
Die Leitung der Inquisitio, die sich nun mit der Provinzreform befassen sollte, wurde dem jetzigen Consul Spurius Purgitius Macer zugeteilt. Unterstützt wurde er von den Senatoren Medicus Avarus von den Germanicern sowie Kaeso Modestus von den Aennaern. Das Dreier-Gespann befasste sich mit der Thematik, untersuchte die Klagen und insbesondere, ob die Reform Nachteile für die provinzielle Verwaltung hervorgerufen hat. Sie erstellte einen Zwischenbericht – und danach schlief das Thema offenbar ein. Mangelndes Interesse im Senat, so mag es auf manchen wirken, da einem Antrag des Purgitiers auf eine Verlängerung der Untersuchung nicht nur nicht stattgegeben, sondern noch nicht einmal darüber abgestimmt wurde. Die Klagen aus den Provinzen schienen abgenommen zu haben, die Statthalter hatten sich an den Zuwachs an Größe und damit Verwaltungsaufwand gewöhnt – in jedem Fall ergab sich ganz offensichtlich nicht die Notwendigkeit einer weiterführenden Diskussion über die Größe der Provinzen.

Dennoch hat der damalige Leiter der Inquisitio und jetzige Consul nun die Gelegenheit genutzt, in seinem Consulat dieses Thema noch einmal auf die Tagesordnung des Senats zu bringen. Dem Wortlaut des Purgitier zufolge behandelte sein damaliger Zwischenbericht als erstes die Frage, ob sich die Großprovinzen finanziell bezahlt gemacht hätten. Aus dem darauf folgenden Vortrag hätte man beinahe schließen können, dass dies der einzig relevante Punkt sei, denn der Consul berichtete zunächst ausführlich über die finanziellen Folgen der Reform. Dies mag nun daran liegen, dass der Zwischenbericht der Inquisitio keine wirkliche Beurteilung hierüber hatte abgeben können – zu wenig Zahlen hätten den drei Senatoren vorgelegen, zu wenig qualitative Daten über die einzelnen Provinzen und deren Verwaltungen. Nun allerdings, so der Consul, hätten ihm aufgrund seines Amtes mehr valide Daten vorgelegen; und seine Schlussfolgerung aus eben jenen ist deutlich: finanziell lohne sich die iulianische Provinzreform kaum. Den gesenkten Ausgaben, die die geringere Zahl der Statthalter mit sich bringt, stehen die größeren Kosten sowohl durch mehr und längere Reisen gegenüber als auch durch verzögerte Entscheidungsfindungen wegen der größeren Distanz, die die Entscheidungsträger oder deren Botschaften zurückzulegen hätten. Zwar sei durchaus ein gewisses Einsparpotential von mehreren hunderttausend Sesterzen erzeugt worden – dies, und damit kam der Consul zum eigentlichen Kern, stünde jedoch in keinem Verhältnis zu dem zusätzlichen Aufwand, den die Statthalter zu bewältigen hätten.
Bemerkenswert an diesem Teil des purgitischen Vortrags ist wohl vor allem eine Sache: so sicher seine Worte klangen, so fest seine Meinung zu stehen schien – trotz allem gab er, beinahe am Ende seiner Rede, zu, nach wie vor nicht genug Zahlen gehabt zu haben. Mehr noch: nur eine Provinz sei es gewesen, die er beispielhaft geprüft habe. Offen gelassen hat er hingegen, auf welcher Grundlage er nun wirklich zu den Schlüssen gekommen ist, die er gezogen hat. Ebenso wenig wurde wirklich klar, welche Provinz die Grundlage für seine neuerliche Untersuchung bildete, was merkwürdigerweise keinen der anwesenden Senatoren interessierte, obwohl es durchaus logisch erscheint, dass die Gegebenheiten in den Provinzen so verschieden sind, dass nicht notwendigerweise von einer auf alle geschlossen werden kann.

Zurück aber zur Diskussion um die Provinzen. Nach seinen Betrachtungen über den finanziellen Aspekt der Provinzreform kam Purgitius Macer nun auf jenen Punkt zu sprechen, der nach der Reform zu Klagen der Provinzverwaltungen und damit zur damaligen Inquisitio führte: der deutliche erhöhte Aufwand, den die Statthalter dadurch hätten. Mit drastischen Worten schilderte der Consul seine Meinung zu dieser Aufgabe, die eine sei, „an der die meisten nur scheitern können“. Und hier offenbart sich des Molossers Kern, so scheint es: die Provinzen sind derzeit nicht wirklich zu verwalten durch ihre Größe.
Die Diskussion im Senat verlief erstaunlich friedlich – noch nicht einmal der Praefectus Urbi nutzte die Gelegenheit, um einen größeren Wirbel zu veranstalten, wenngleich er mitnichten darauf verzichtete, seine Meinung kundzutun und den Senat ein weiteres Mal auf seine Grenzen hinzuweisen. Denn die Diskussion beschränkte sich nicht nur auf die senatorischen Provinzen, sondern drehte sich auch um die kaiserlichen – obwohl, wie der Consul ausdrücklich betonte, bezüglich der kaiserlichen Provinzen selbstverständlich keine Entscheidung getroffen werden, sondern lediglich eine Empfehlung an den Kaiser ausgesprochen werden könne.
Noch erstaunlicher erscheint die verhältnismäßig ruhige Debatte, die sich recht schnell auf Detailfragen konzentrierte, wenn man bedenkt, dass der Purgitius zwischen den Zeilen durchaus Provokantes von sich gab. Erwähnt wurde bereits, dass der Consul für die Schlüsse, die er zieht, lediglich die Daten einer Provinz herangezogen hat, und auch diese offenbar nicht vollständig. Weiterhin lässt sich aus seinen Worten schließen, eine Statthalterschaft in einer derart großen Provinz sei im Idealfall nur einem Consular zuzutrauen, und eben jenes sei eben nicht Voraussetzung, um als Legatus Augusti pro Praetore benannt zu werden. Ob ein ehemaliger Consul jedoch zwangsläufig der bessere Statthalter ist, darüber kann man sich streiten, es kann und darf sogar bezweifelt werden, wurde allerdings von keinem der Anwesenden angesprochen – ebenso wenig wie die Tatsache, dass mit einer wachsenden Anzahl von Provinzen auch die Zahl der Statthalter wachsen muss, und mit ihnen wohl auch die Zahl derer wachsen wird, die kein Consulat zuvor absolviert haben. Eine erneute Provinzreform, wie sie dem Purgitius vorschwebt, würde die Anzahl der Posten deutlich erhöhen. Dies jedoch war ein Punkt, der von dem Consular selbst im Verlauf der Diskussion durchaus selbstkritisch angemerkt wurde, nicht jedoch von einem der Senatoren – hier gab es eher Zustimmung dafür, dass es entsprechend mehr Posten und mit ihnen angemessene Entschädigung gäbe für verdiente Männer.
Der wohl wichtigste Punkt wurde in der gesamten Diskussion allerdings nur am Rande gestreift: das Militär. In den derzeit größten Provinzen unterstehen dem Kommando des Statthalters fünf bis sechs Legionen, was unbestritten selbst in besten Zeiten ein Risiko darstellt, eines, das kaum ein Kaiser eingegangen ist. Die Macht, die damit einhergeht für den jeweiligen Statthalter – oder jene, die auf einen entsprechenden Posten aus sind – hätte eigentlich Grundlage genug für eine hitzige Diskussion gegeben. Dass diese bisher ausgeblieben ist, mag indes nicht wirklich überraschen angesichts des in den letzten Jahren eher zurückhaltenden Senats.

Der Senat hat gewählt

ANTE DIEM IV NON FEB DCCCLXI A.U.C. (2.2.2011/108 n.Chr.)
Rubriken: Politisches
al wieder fanden die jährlichen Wahlen durch den Senat statt, um die Magistrate für das kommende Jahr zu bestimmen. Und auch diese Wahl hatte wie schon die letzte einige größere und kleinere Überraschungen zu bieten.

Auch dieses Mal hatte der Praefectus Urbi eine umfangreiche Wunschliste für diverse Ämter vorzulegen. Zehn Vigintivirate und ganze fünf Quästorenstellen wurden so direkt besetzt, entsprechend dem Wunsch des Praefectus Urbi in seiner Eigenschaft als Stellvertreter des Kaisers. Bei der Wahl im vorangegangenen Jahr war diese Wunschliste noch etwas kleiner gewesen, so wurden dann „nur“ 5 Vigintivirate und 3 Quästuren direkt vergeben. Dieses Mal aber scheint Potitus Vescularius Salinator weitaus mehr fähige Männer gefunden zu haben, die den Wünschen des Kaisers so direkt entsprechen. So blieben den übrigen Bewerbern nur die andere Hälfte der Vigintivirate und nur eine einzige Quästorenstelle, um die sie sich überhaupt bemühen konnten. Auffällig hierbei ist, dass vor allem jene junge Männer sich hervorgetan zu haben scheinen, die im vorangegangenen Jahr noch zu Vigintiviren erhoben worden waren. Caius Servilius Erauscus, Marcus Hosidius Pannonicus und Tiberius Erucius Vorenus haben in ihren Vigintiviraten scheinbar derart geglänzt, dass sie gleich zu Quästoren befördert wurden, ohne ein Jahr warten zu müssen oder Tribunate abzuleisten. Wir hoffen, dass ihr Elan weiter anhält und sie sich auch in ihren Quästuren derart verdient um die Res Publica machen.
Noch mehr beeindruckt haben dürften folgende beiden Männer: Caius Cilnius Buteo war bis vor zwei Jahren noch Centurio bei der Legio XIII Germania, bis er als Candidatus Augusti zum Triumvir capitalis ernannt wurde. Ebenso Quintus Marius Pullo, ein Verwandter unseres neuen Praefectus Praetorio Quintus Marius Turbo, der vor zwei Jahren noch Praefectus Castrorum der Legio VII Claudia war und letztes Jahr ebenfalls zum Triumvir capitalis bestimmt wurde. Scheinbar waren beide Männer so überzeugend, dass ihnen sofort der Senatorenstand verliehen wurde und ihnen der Rang eines gewesenen Quästors zugesprochen wurde, ohne dass diese dieses Amt ausfüllen mussten.
Einzig die Berufung von zwei Personen dürfte den konservativeren Senatoren etwas im Magen liegen. Lucius Domitius Scordiscus, Sohn des Fürsten der Skordisker, wird im nächsten Jahr zum Quattuorvir urbis purgandis ernannt. Ebenso Publius Ventidius Achelos, Edler aus der Polis Zeugma. Bestimmt aber liegen gewichtige Gründe für die Ernennung der beiden homines novi vor und wir dürfen auf ihre weitere Karriere gespannt sein.

Bei den höheren Ämtern gab es weniger Überraschungen. Manius Flavius Gracchus schaffte es auch diesmal, den Senat von seiner Eignung als Prätor zu überzeugen und konnte 75% der Stimmen für sich gewinnen. Und dies trotz des Einwurfs des Praefectus Urbi, dass der Flavier bei seiner letzten Wahl, wo er für dieses Amt sogar über 80% der Stimmen für sich gewinnen konnte und einen triumphalen Sieg über den Triumphator Maximus Decimus Meridius feiern durfte, das Amt dann nicht angetreten hat. Wegen einer bedauerlichen Krankheit, die ihn außer Gefecht gesetzt hatte, musste er sich damals zurückziehen aus dem öffentlichen Leben. Aber scheinbar hat das dem Vertrauen der Senatorenschaft in ihn nicht nachhaltig geschadet, ist das Ergebnis doch auch dieses Mal beeindruckend.

Ebenso gratulieren wir Tiberius Aurelius Avianus zu seiner Wahl zum Aedilis Curulis. Der aufstrebende Senator konnte immerhin knapp 70% der Curia von sich überzeugen und wird uns so im nächsten Jahr hoffentlich mit ruhigen Märkten und sehenswerten Spielen versorgen. Er tritt damit in die Fußstapfen des verstorbenen Marcus Aurelius Corvinus, der vor einigen Jahren dieses Amt ausfüllte, und zeigt sich damit der Öffentlichkeit als würdiger Nachfolger dieses Mannes. Zumindest setzt der Senat ähnlich großes Vertrauen in ihn wie in seinen verschiedenen Onkel, erreichten beide doch ähnliche Stimmzahlen.

Eine kleine Überraschung gab es dann doch, als Iulius Centho aufgefordert wurde, zu sprechen. Statt des frischgebackenen Senators trat ein Bote vor die patres consripti, um eine kleine Botschaft zu verlesen. Offensichtlich hatte der Iulier einen Reitunfall erlitten, der ihn für das komplette Amtsjahr von allen öffentlichen Pflichten ausschließt, da er sich der Erholung widmen muss.

In wenigen Wochen nun dürfen wir die neuen Magistrate dann auch offiziell zu ihren Ämtern beglückwünschen, wenn sie ihre jeweiligen Plätze einnehmen.