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Heute ist der ANTE DIEM III NON IUL DCCCLXX A.U.C. (5.7.2020/117 n.Chr.)
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Senat hat gewählt

ANTE DIEM IV NON SEP DCCCLXI A.U.C. (2.9.2011/108 n.Chr.)
Rubriken: Gesellschaftliches, Politisches
nd erneut ist ein weiteres Jahr vergangen, so dass der Senat wieder über die zu besetzenden Posten innerhalb des Cursus Honorum abgestimmt hat. Und auch dieses Jahr wurde vom Recht des Kaisers, Candidati Principis zu benennen, reichlich Gebrauch gemacht.

So begrüßen wir zunächst zwei neue Senatoren im Plenum der Curia Iulia. Caius Gavius Apicius ist einer der Glücklichen. Im letzten Jahr erst wurde der Mann in den Ordo senatorius erhoben und zum Quästor der Provinz Pannonia Superior ernannt. Eine Stellung, die seinen Vater Marcus Gavius Apicius, den ehemaligen Procurator Illyriens, mit Stolz erfüllen dürfte, ebenso wie dessen jetzige Berufung in den Senat.
Der andere Glückliche ist der ebenfalls letztjährige Quästor der Provinz Asia, Quintus Scaevius Camerinus. Der Sohn des Praefectum Vigilium wurde vor zwei Jahren in den Ordo senatorius erhoben und leistete erst seine Arbeit als Tresvir Capitalis. Ohne die sonst übliche Pause zwischen den Ämtern überzeugte er wohl im letzten Jahr bei seiner Arbeit als Quästor, so dass ihm nun gleich der weitere Weg in den Senat geebnet wurde.

Doch auch einige Ämter wurden so neu besetzt. Wie bereits in den Jahren zuvor wurden einige Quästuren direkt auf Wunsch des Imperators vergeben. Hierbei dürfen wir zunächst einmal Lucius Domitius Scordiscus, den Sohn des Fürsten der Skordisker, zu seinem neuen Posten als Quaestor Provincialis für die Provinz Asia beglückwünschen. Wiewohl er kein gebürtiger Römer sein mag, so hat seine Arbeit als Quattuorvir urbis purgandis vor zwei Jahren den Kaiser wohl davon überzeugt, dass er auch zu höherem berufen ist. Sollte er seine Quästur ähnlich erfolgreich hinter sich bringen, dürfen wir ihn wohl in Kürze auch in den Reihen des Senats begrüßen.
Ebenso Publius Ventidius Achelos, der im kommenden Jahr als Quaestor Urbanus direkt in Rom tätig sein wird. Die Ventidier scheinen hierbei besonders im Vertrauen des Kaisers zu stehen. Publius Ventidius Achelos wurde vor zwei Jahren noch zum Quattuorvir urbis purgandis als Candidatus Principis ernannt, sein Bruder Quintus Ventidius Achelos ist im noch laufenden Amtsjahr als Decemvir litibus iudicandis tätig. Somit sind es gleich zwei Männer aus der Polis Zeugma, die hier dem Cursus Honorum folgen können.
Als dritten Wunschkandidaten beglückwünschen wir Publius Neratius Victor zu seiner direkten Ernennung als Quaestor Consulum. Der Sohn des Praefectus Alae I Ulpiae Miliariae wurde noch vor 2 Jahren in den Ordo Senatorius aufgenommen und zum Tresvir Capitalis ernannt.

Soweit noch nicht viel anders als in den Jahren zuvor und damit nicht weiter verwunderlich. Doch dieses Jahr verkündete der Praefectus Urbi dem Senat überraschenderweise auch die Besetzung höherer Ämter auf Wunsch des Kaisers.
So setzt Tiberius Erucius Vorenus seinen Höhenflug durch die Ämter mittels Direkteinsetzung durch den Kaiser weiter fort. Der Sohn des ehrenwerten Senators Caius Erucius Vorenus, der bereits seine Erhebungen zum Vigintivir, Tribun, Quästor und letztes Jahr schließlich zum Senator der direkten Benennung als Candidatus Principis zu verdanken hatte, wird im kommenden Jahr als Aedilis Plebis seine Arbeit tun. Mit Ausnahme des Tribunus Plebis wurde ein solch hohes Amt zuletzt immer durch die Senatoren gewählt. Und wiewohl Tiberius Erucius Vorenus als Sohn eines Senators kein Homo Novus ist, ist dieser Schritt des Kaisers doch ungewöhnlich.
Doch auch eine Prätur und ein Consulat wurden direkt vergeben. Das erstaunliche hierbei ist, dass die beiden Ämter hierbei durch Vater und Sohn besetzt werden. So ist im nächsten Jahr der ehemalige Iuridiculus der Provinz Illyricum Lucius Vipstanus Sermo einer der beiden Consuln, während sein Sohn Lucius Vipstanus Maecilianus Sermo im nächsten Jahr Prätor Urbanus sein wird. Letzterem wurde vor zwei Jahren die Ehre zuteil, direkt durch den Kaiser zum Tribunus Plebis ernannt zu werden, und das ohne zuvor von sich außerordentlich reden gemacht zu haben.

Im Bereich der restlichen, vom Senat gewählten Ämter wollen wir zuletzt noch ein paar Zeilen über Quintus Flavius Flaccus berichten, der mit 68,75% der Stimmen ein solides Ergebnis erzielen konnte. Als Spross aus flavischem Hause setzten die Senatoren ihr Vertrauen wohl in den Patrizier, der bis dahin weder durch Werbung noch durch große öffentliche Auftritte auf sich aufmerksam gemacht hat. Wenngleich das Wahlverhalten der Senatoren von Beobachtern als sehr zurückhaltend beschrieben wurde, was wohl auf die recht umfangreiche Liste an Candidati Principis, die im Vorfeld der Wahl verlesen wurde, zurückführbar sein könnte, oder auf die sommerlichen Temperaturen, die einigen der Wahlberechtigten wohl doch zusetzen.
Der Flavier wird zwar nicht sein Wunschamt als Tresvir aere argento auro flando feriundo erhalten, dem römischen Volk dafür aber als Decemvir litibus iucandis dienen.

In wenigen Wochen dürfen wir also die neuen Magistrate dann auch offiziell zu ihren Ämtern beglückwünschen, wenn das Amtsjahr vorübergeht und sie öffentlich auf ihre neuen Ämter vereidigt werden.