Der Weg zur Villa

Marcus Aemilius Classicus
Die Soldaten hatten die Castra in Richtung des Hauses des Vesculariers verlassen.

Wir werden schauen wo Dein Sklave abgeblieben ist. Ich werde Dir Bescheid geben.


Dann machte man sich weiter auf den Weg immer auf den Pöbel und die Frau in ihrer Mitte achtend. Nicht, dass noch jemand versuchte sie zu bfreien.
Flavia Nigrina
Nigrina verzog leicht das Gesicht, und ganz flüchtig kam ihr der Gedanke, Rabatz zu machen. Darauf zu bestehen, dass sie jetzt nachsehen sollten, wo ihr Leibwächter war. Aber... sie war müde. Einfach nur müde. Und der Sklave konnte ja ohnehin nicht bei ihr bleiben. Nach einem kurzen Zögern also zuckte sie einfach nur die Achseln und akzeptierte widerspruchslos, was der Soldat ihr sagte. „Tu das“, murmelte sie nur. „Ihr habt doch sicher Sänften?“ Bei den Göttern, sie hatte keine Lust, noch mehr zu Fuß zu gehen. Und auch wenn sie hier als Gefangene abgeliefert worden war, war sie jetzt Gast des zukünftigen Imperators. Sie konnte nicht anders, als das so zu sehen, sie musste verdrängen, wenigstens für den Moment, dass sie nach wie vor im Grunde nicht mehr war als eine Gefangene. Eine Geisel. Ihr Stolz war das einzige, was sie im Moment noch aufrecht hielt, und der klammerte sich daran, dass der Vescularius sie wenigstens so weit angemessen behandelte. Er hatte sie in sein Haus eingeladen, basta. Das sollte ja wohl irgendwas wert sein.
Marcus Aemilius Classicus
Ich kann Dir nur mit einem Ochsenkarren dienen antwortete Classicus ruhig. Er fand die Frage nach einer Sänft etwas arrogant, war die Frau doch kurz zuvor dem Carcer entgangen.

Von dem was er von dem Gespräch des Imperators und der Frau mitbekommen hatte, war sie so eine Art Trophäe des Vesculariers.

Ich kann Dir den Weg nicht ersparen. Wir müssen jetzt los.

Mit der Aufforderung nahm er die Frau leicht am Arm.
Flavia Nigrina
Na super. Was für eine Wahl war DAS denn bitte? Ochsenkarren! Hatten die nichts Standesgemäßes für hochrangige Gäste da?
Bevor sie allerdings etwas dazu sagen konnte, redete der Urbaner schon weiter und nahm ihren Arm, und irgendwie klangen seine Worte nun so, als ob zu Fuß gehen die einzige Wahl war. Nigrina presste die Lippen aufeinander und zog ihren Arm weg, um die Berührung wieder zu lösen. „Dann sollten wir wohl gehen“, machte sie, aber es klang nicht so trotzig, wie sie es gern gehabt hätte. Eher müde. Es wurde Zeit, dass sie endlich irgendwo ankam, dass sie etwas essen konnte und sich waschen und schlafen. Da war es ihr beinahe schon egal, dass es zur Casa Vescularia ging, und nicht nur zur Villa Aurelia. Oder Flavia.
Marcus Aemilius Classicus
Nachdem die Flavierin eingesehen hatte, dass sie um den Fußweg nicht herumkam, machten sie sich auf den Weg.

Um Deinen Begleiter werden wir uns später kümmern ! Ich werde Dir Bescheid geben, wenn ich etwas erfahre. Ich weiß ja wo ich Dich finde!

Aus Höflichkeit lies Classicus nun den Arm der Flavierin wieder los.
Flavia Nigrina
Ja, das wusste er dann wohl nur zu gut. Nigrina bezweifelte, dass sie so bald die Möglichkeit haben würde dem Vescularius zu entgehen. „Ich nehm dich beim Wort“, erwiderte sie, nach wie vor eher müde als trotzig, als der Urbaner noch mal auf ihren Sklaven einging. Sie wollte den Parther wieder haben... aber der Vescularius schien da ja nichts dagegen zu haben, solange er nur woanders untergebracht wurde. „Wie ist dein Name?“
Marcus Aemilius Classicus
Mein Name ist Marcus Aemilius Classicus.

Da Classicus nur wusste, das es sich um eine Flavierin handelte, aber nicht um welche genau, fragte er sie auch nach ihrem NAmen.

Verzeih mir, dass mir Dein Name nicht bekannt ist, aber nicht alle aus der Hause der Flavier kenne ich. Darf ich Deinen Namen auch wissen ? fragte er höflich zurück.
Flavia Nigrina
Aemilius Classicus also. Den Namen musste sie sich merken, nur für den Fall dass ihr Sklave irgendwie... abhanden kam. Und er hatte ja gesagt, er würde sich darum kümmern. Als er sie dann nach ihrem fragte, warf sie ihm einen flüchtigen Blick zu, taxierte ihn kurz. „Flavia Nigrina“, antwortete sie dann. Was dem Kerl vermutlich auch nichts sagen würde. Und sogar in ihrem Zustand verspürte sie Ärger darüber... weil sie so dicht davor gewesen war, endlich wirklich bekannt zu werden. Ihr Mann war zum Senator ernannt worden, es war nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis er Ädil, Prätor, Consul geworden wäre... dazu vielleicht noch oberster Haruspex. Und dann hätte auch jeder den Namen seiner Frau gewusst. So dicht davor... und dann so was.