Rundgang AQT + QP

Aulus Quintilius Trogus
Vom Tor kommend, liefen Trogus und seine Cousine nun durch einen offenen Bereich der Castra, vorbei an einigen Lagerhäusern und anderen Bauten die nicht von Bedeutung waren. Ihr Ziel war klar ersichtlich, die Principia des Lagers in dem nicht nur der Tribun zugange war, sondern auch der Tribun und der Praefectus der Cohorte.
"Jetzt nochmal. Du bist auf offizielle Einladung des Tribuns hier, daher wird der Rundgang auch unter diesem Deckmantel stattfinden. Wir müssen erst in die Principia, der Bau vor uns, dort wird dich der Tribun empfangen. Danach darf ich dich noch durch die Castra Praetoria führen, aber natürlich ohne die Gebäude zu betreten, dass ist Zivilisten niemals gestattet."

Um sie herum liefen Soldaten der Urbaner, aber auch einige wenige der Garde in schwarz. Alle schauten etwas verwundert, aber dank Pinas guter Kleidung schöpften sie nur wenig Verdacht.
Quintilia Pina
Pina war zuerst schon ein wenig verwundert, als Trogus sie so schnell vom Tor aus durch das Gelände schleuste. Zuerst nahm sie an, es wäre doch nicht ganz legal. Als er dann aber den Tribun erwähnte, fragte sie erschrocken. „Hast du Schwierigkeiten oder machst du gerade etwas verbotenes? Dann lass uns zurückgehen, ich möchte nicht dass du Ärger bekommst.“
Gleich als sie ihre Fragen gestellt hatte, fiel ihr aber ein, er hatte doch gesagt der Tribun wolle sie begrüßen. Mit dem schlechte Gewissen, was ihr bestimmt im Gesicht geschrieben stand, schaute sie Trogus an.
Aulus Quintilius Trogus
Trogus lachte über die leichte Verunsicherung seiner Cousine. "Nein, kein Ärger. Es ist nur so dass du nicht einfach so einen Rundgang bekommen kannst. Als ich beim Tribun angefragt habe ob ich dir die Castra zeigen darf war die Bedingung, dass ich dich zuerst zu ihm bringe. Damit bekäme das Ganze auch einen offiziellen Anstrich und es wäre OK wenn du hier bist."
Die beiden liefen, bewusst nicht zu schnell, die via praetoria entlang. Pina hatte so genug Zeit sich auf dem Weg noch umzusehen und Trogus konnte ihr bereits ein paar Dinge erklären.
"Auf der linken Seite des Lagers sind die Urbaner untergebracht, auf der rechten die Prätorianer. Ich kann dir natürlich nur den Teil der Urbaner etwas besser zeigen, aber kann dir auch gleich sagen dass es bei der Garde nicht anders aussieht. Alle Militärlager sind gleich, dieses hier herbergt eben nur nicht eine Legion." Und da die Principia eben für beide Einheiten genutzt wurde, fiel diese etwas größer aus als es eigentlich der Fall war.
"Wir kamen vom Porta praetoria und laufen nun die via praeotria entlang zur Principia. Dort ist sozusagen das Kommandozentrum, wo der Tribun dich bereits erwartet."
Quintilia Pina
Erleichtert atmete Pina auf. Dann konnte sie sie von jetzt ab ja den Rundgang genießen. Aufmerksam hörte sie Trogus zu und war ihm dankbar, dass er nicht mit so einen typisch langen Männerschritt los ging.
„Komandozentrum“, wiederholte Pina, ja sicher dort ist der Tribun. „Damit hatte ich gar nicht gerechnet, dass ich dort hineinkommen“, meinte sie. Überhaupt, ich kann dir gar nicht sagen, was das hier für mich bedeutet. Ich verspreche dir, dich nie mehr mit etwas zu belästigen.“
Aulus Quintilius Trogus
"Würdest du auch gar nicht, wenn der Tribun dich nicht sehen wollen würde. Und nein, du hast mich nicht belästigt. Ich hatte nur Angst um dich und Sila, Rom ist kein Ort wo man alleine herumlaufen sollte, schon gar nicht als junge Dame."
Nun standen sie bereits vorm Gebäude.
"Dann mal hinein mit uns."
Quintilia Pina
Pina trat aus dem dem Officium des Tribunus Aulus Iunius Avianus nach draußen und schaute sich nach Trogus um. Lächelnd trat sie auf ihm zu,“es kann weiter gehen, schließlich will ich dir nicht zu viel von deinem Feierabend stehlen.“
Aulus Quintilius Trogus
Trogus lächelte seine Cousine an. "Da bist du ja wieder! Ich hoffe das Gespräch mit dem Tribun war angenehm." Immerhin hatte er eh keinen Schimmer warum der Iunius mit Pina reden wollte, einen Grund fand er nicht wirklich, aber es ging ihn ja auch nichts an. "Und mach dir keine Sorgen, auf diese Abend meinen Feierabend zu verbringen macht mir nichts aus, im Gegenteil. Also wollen wir?" Er wieß in Richtung Urbanerlager, denn dort wollte er ihr nun einige Orte kurz zeigen, bis er dann zu den wichtigen Einrichtungen überging.
Quintilia Pina
„Aber sicher doch, es ist immer angenehm mit ihm zu sprechen“, antwortete Pina. Ob es für seine ihm untergebenen so war, wusste sie nicht, bestimmt käme es da auf die Umstände an. „Freut mich, es täte mir Leid wenn meine, sagen wir, Beharrlichkeit dich in irgendwelche Schwierigkeiten bringen würde. Ja lass uns los gehen, ich bin wirklich schon sehr gespannt, was es hier alles so gibt.“
Aulus Quintilius Trogus
Sim-Off: Ich lass alles mal hier passieren, ist einfacher


Trogus setzte sich in Bewegung und ging zu einem der Unterkünfte der einfachen Soldaten. "Also, in einem solchen Bau wohnen wir. Es gibt jeweils einzelne Räume für eine Gruppe von 10 Personen, dem so genannten Contubernium. Eine ganze Centurio ist hier also untergebracht, ebenso wie der Centurio selbst und sein Optio. Was du siehst sind die einzelnen Räume, davor gibt es noch jeweils einen Abstellraum für unsere Ausrüstung. Ist aber recht eng da drin." Genau Details, vor allem was den Geruch anging, ersparte er sich. Es war nur logisch dass 10 Männer auf einem Haufen nicht unbedingt den besten Geruch abgaben. Vor den Baracken saßen gerade einige Soldaten und mahlten das Getreide in den Mühlen, schleiften ihre Schwerter nach und machten sie sauber.
"Und so sieht dann meine Freizeit aus. Getreide mahlen, Waffen und Rüstung sauber halten, nichts besonderes wie du siehst."
Quintilia Pina
Mit leicht gekrauster Stirn schaute Pina den Soldaten zu ehe sie sich wieder ihrem Vetter zuwandte. Sagtest du gerade unsere Freizeit? Das Verstehe ich nicht, Schwerter schleifen, Rüstung säubern und der gleichen gehört doch zu eurem täglich Brot, was hat das mit Freizeit zu tun? Und was ist mit eurem Essen, das kocht ihr euch auch selber?“ Die letzte Frage kam schon fast entsetzt. Was macht ihr denn wirklich, außer schlafen, an echter Freizeitgestaltung?“ So hatte sie sich das Leben als Soldat nicht vorgestellt.
Aulus Quintilius Trogus
Trogus lächelte über das was Pina sagte. "Ja, alles was nicht in der Dienstzeit passiert ist ja Freizeit und dann tun wir genau das hier. Und ja wir kochen selbst, ich glaube das ist auch besser so, denn so kann jeder was dazugeben dass den Puls genießbarer macht, manchmal haben wir sogar richtig viel Fleisch oder Gemüse hier." Was sogar recht oft der Fall war, es hatte eben Vorteile direkt in Rom zu sein und nicht am Rande des Imperiums.
Was die Freizeitgestaltung anging, oder vielmehr den Rest davon, wurde Trogus nun sehr direkt, auch wenn es ihm fast ein wenig leid für seine Cousine tat. "Nun, manche gehen noch in das nächste Lupanar, andere versaufen ihren Sold in der Taberna. Wieder andere verlieren ihn beim Würfeln. Aber ich denke jeder hier war schonmal im Lupanar, auf die Dauer gesehen."
Quintilia Pina
„AH?!“ Dieses „AH?!“ von Pina hörte sich, verwundert, fragend, staunend, erkenntnisbringend an. Es drückte alles gleichzeitig an. Pina hatte allmählich eine Vorahnung, der Besuch hier würde sie zu ganz neuen Erkenntnissen in Bezug auf das Militär bringen. Sie nickte nur zu Trogus Erklärungen zum Thema kochen und Puls.
Was Trogus ihr danach sagte, war nicht wirklich fremd für Pina. In Mantua hatte sie die Soldaten der Legio oft über würfeln oder Lupas reden gehört. Sie hatte in ihrer kindlichen Naivität, gedacht, so wie die Soldaten darüber sprachen, es gehöre zum normalen Leben für sie. Jetzt wo sie älter war, wusste sie nicht wie wichtig solche Vergnügen für viele war. Was hatte sie denn schon wirklich für eine Ahnung von Männern, nur weil sie als Kinder den Exerzierplatz beobachtet hatten und nachspielten, wusste sie doch gar nichts.“Gehen wir weiter“, kam nur kurz von ihr. Sie wollte nicht weiter darauf eingehen. Sie wollte auch nicht wissen ob Trogus schon einmal ein Lupanar aufgesucht hatte.
Aulus Quintilius Trogus
"Ja, lass uns mal weitergehen, hier geht es lang." Er zeigte auf einen unscheinbaren Bau der etwa genauso groß war wie die Baracken der einfachen Soldaten, aber nur einen Eingang hatte und auch mittig im Lager lag. "Das hier ist das Armamentarium, die Waffekammer für Urbaner und die Garde. Jeder Soldat muss bei seinem ersten Tag hier dorthin und bekommt seine Ausrüstung zugewiesen, auch bekommen wir dort unseren Ersatz, sollte mal etwas kaputt gehen. Allerdings kostet es dann durchaus einen kleinen Batzen Sesterzen, zumindest wenn es um Rüstungsteile oder Waffen geht."
Was viele Zivilisten einfach nicht wussten, oft kauften die Tirones den Veteranen die alten Waffen und Rüstungen ab, sollten diese passen. Dafür ging dann der Sold einiger Wochen oder Monate drauf, aber so war es eben.

Hinter dem Armamentarium befand sich ein größerer Bau, dem man schon ansah was darin sein würde. "Dahinter befinden sich die Lagerthermen, aber ich denke das hast du auch erkannt. Es ist eine der besonderen Orte hier, denn es gibt uns einen Ort wo wir uns auch mal entspannen oder auch eine Massage erhalten können."
Quintilia Pina
„Wie kostet einen Batzen? Das ich den Schaden, den ich selber willkürlich verursache, bezahle leuchte mir ja ein aber gibt es denn keinen natürlichen Verschleiß, denn nichts wird doch ewig halten und was kann ein Soldat für Schäden die das Alter verursacht.“ Pina schnaubte verärgert, da gaben die Männer alles für Rom und mussten laufen. auch dafür noch bezahlen.
„Wenigstens das Vergnügen gönnt man euch“. Verägert kam dies von Pina. Sag mir bitte, als du dich entschlossen hast diesen Weg ein zu schlagen, hast du es dir so vorgestellt?“
Hatten all die Blicke, belustigte, mitleidige, verwunderte, welche die Männer ihr hier in Rom zuwarf, das ausgesagt, was sie gerade dachte. Es ist nichts so wie es scheint und ein jedes Ding hat seinen Preis. Außerdem liebe Pina, warst du ein naives Dummchen.
Immer größere Enttäuschung machte sich in ihr breit.
Aulus Quintilius Trogus
"Nein, der Verschleis wird ersetzt, auch wenn etwas im Krieg kaputt geht. Aber es ist eben so dass die Waffen die du hier bekommst nicht die besten sind, wenn du was ordentliches haben magst muss das schon handgemacht sein und nicht Massenware. Und die bezahlt man dann eben selbst, aber so etwas ist wirklich viel wert. Stell dir mal vor du musst jahrelang einen Helm tragen der dir nicht richtig passt, oder ein Schwert halten dessen Griff sich in die Hände schneidet." Was bei den meisten Soldaten einfach zutraf, Trogus hatte da Glück, der Helm zwickte nur ein wenig und der Schwertgriff lag fast gut in der Hand, allerdings war die Lorica ein Problem, wegen dem er gerade sein Geld sparte.

Es war nicht schwer zu erraten dass Pina die traurige Wahrheit nicht gut zu gefallen schien, aber es war auch nicht verwunderlich. Wie sooft lagen Vorstellung und Wahrheit etwas auseinander. "Nun, ich habe es mir nicht ganz so vorgestellt, aber ich wusste auch dass es nicht so ist wie es nach außen scheint. Manche kommen hier doch sehr desillusioniert her, denken sie machen schnell Karriere und Geld, aber so ist es eben nicht. Wir werden aber gut bezahlt und jeden Tag genug zu Essen zu haben ist für viele auch nicht selbstverständlich, auch nicht hier in Rom." Von daher konnte man kaum klagen.

Sie gingen nun an den Latrinen vorbei, was er nicht groß kommentieren musste da man es auch so deutlich merkte. Leider gab es hier keinen anderen Weg, es stank eben von allein Seiten gleich intensiv. Dann kam aber der Exerzierplatz in Sicht. "So, hier verbringen wir nebem dem Tor auch viel Zeit. Wie du dir denken kannst ist das hier der Exerzierplatz, an diesen Baumstämmen wird der Schwerthieb geübt." Er ging mit ihr näher heran, so dass sie Zeit hatte es sich anzusehen. "Dahinten stehen Ziele aus Stroh für das Pilum und die Hasta, ansonsten wird eben viel marschiert und geübt. Aber wie du siehst wird das hier schnell schlammig und dann auch etwas unangenehm, es härtet eben ab."
Titus Octavius Frugi
„He Quintilier, wie hast du es geschafft die Kleine hier rein zu schleusen und was noch wichtiger ist, wo ist ihre Schwester?“ Frugi stieß seinem Freund Pomp in die Seite und grinste. Die beiden waren gerade auf dem Weg zu den Thermen.
Aulus Quintilius Trogus
Trogus schaute sauer hinüber zu dem immer vorlauten, nervigen Octavier.
"Besuch des Tribuns Frugi, also halt lieber deine Klappe wenn du nicht die Latrinen saubermachen magst... die kommenden Wochen." Thema erledigt, Nervensäge ruhig gestellt. "Geht lieber in die Therme Dumm und Dümmer, da nervt ihr niemanden."
Titus Octavius Frugi
„Ach und du bestimmst das jetzt, auf Grund wessen?“ Der Miles grinste zu erst noch, doch was dann kam konnte er nicht einfach schlucken. Abermals stieß er Pomp an und wies mit dem Kopf zu dem Tiro. Zuerst schien der nicht zu wollen, ging dann aber doch mit.
Sie schlenderten auf das Pärchen zu und hackten sich in Trogus Arme ein. „Sagtest du was von Latrinen? Muss du dringend dahin? Sollen wir dir behilflich sein. Weißt du Dumm und Dümmer machen das sehr gerne. Na was ist Kleiner?“ Drohend lächelt Frugi ihn an. „Denn weißt du Papa Tribun ist jetzt nicht hier aber wir.“
Aulus Quintilius Trogus
Kleine Sticheleien unter den Soldaten waren ja nix neues, aber dass die zwei sich wirklich trauten unter Anwesenheit eines Gastes des Tribuns so eine Aktion zu starten, das hatte Trogus natürlich nicht mit eingeplant.
Als die zwei ihn also flankierten flüsterte er nur noch, damit Pina nicht soviel mitbekommen konnte. "Jungs lasst die Scheiße, die Kleine rennt zum Tribun und dann seit ihr am Arsch das will doch keiner. Wenn ihr schon die Revanche für den Kommentar wollt, dann macht das wenn sie weg ist, damit kann ich leben."
Titus Octavius Frugi
Frugi war im Grunde ein friedliebender Kerl, er glaubte auch, dass die Kleine die Cousine von Trogus war, wie dieser gesagt hatte. Er hatte aber auch seinen Stolz und lies sich und seinen Freund nicht gerne dumm nennen und das in Gegenwart eines so hübschen Mädchens. Nur zögernd antwortete er genauso leise. „Gut über dass was und wie werden wir uns dann einig werden“. Auf sein Zeichen wurde der Tiro losgelassen. „Wir wollen mal nicht so sein und euch Turteltäubchen alleine lassen. Wir sind die letzten die dafür kein Verständnis haben.“
Ein paar Schritte später meinte Frugi dann, „der Kleine denkt ich glaube ihm das Märchen vom Gast des Tribuns. Der wird sich noch wundern.“