> Off XXIV - Magister Domus Augusti Auf der Suche nach Didia Lucia

Publius Decimus Lucidus
>>> Casa Fabia

Im Officium angekommen ließ ich einen Scriba die Ergebnisse der letzten Lectio holen. Schwer beladen mit zahlreichen Unterlagen kehrte er in mein Büro zurück und lud die schwere Last auf dem Schreibtisch ab.

"Als erste wühlen wir uns durch dise Unterlagen hier, hier sind alle Bewohner Roms gelistet, welche sich bei der letzten Lectio gemeldet hatten."
Decima Aemilia
Entgeistert start Aemilia die Berge von Unterlagen an. geschockt
"Alle Bewohner Roms? Und die soll ich mir alle durchlesen?"
Sie schaut fragend zu Lucidus auf.
"Das wird doch Jahre dauern... Gibt es keinen schnelleren Weg?"
Aemilia schaudert. Sie hasst Büroarbeit.
Publius Decimus Lucidus
"Du kennst doch ihren Namen, wenn du genau schaust, siehst du, daß diese Liste alphabetisch geordnet ist. Die Beamten des Tabulariums haben ganze Arbeit geleistet.."

Ich begann sorgfältig Pergament für Pergament umzublättern und deutete dabei auf die fortlaufende Numerierung.

"Siehst du, es dauert sicher nicht lange bis du sie gefunden hast."

Ich ließ von dem Stapel ab und klatschte in die Hände um einen Sklaven aus seiner Starre zu lösen. Er kam näher und nahm meine Aufforderung Wein zu bringen gehorsam zur Kenntis.
Decima Aemilia
Aemilia seufzt erneut. Sie lässt sich lustlos auf den Stuhl plumpsen und nimmt die Pergamente genauer in Augenschein. Buchstaben. Überall Buchstaben. Dicht gedrängt auf unzähligen Dokumenten. Leicht verzweifelt blickt sie zu Lucidus auf, der jedoch weder Gnade noch Mitleid für sie zu haben scheint. Noch einmal seufzt sie und schaut wieder auf die Pergamente. Lustlos blättert sie ein wenig herum und sucht ziel- und planlos nach dem Namen von Didia Lucia.
"Ich find sie nicht..."
Sie seufzt traurig und blättert weiter herum, während sie unbewusst den Kopf an seine Hüfte lehnt. Nach einer Weile springt ihr auf einmal ein Name ins Auge und plötzlich wieder guter Dinge beugt sie sich über das Dokument.
"Juhu! Da ist sie!" fröhlich
Stolz grinst sie zu Lucidus hinauf und zeigt ihm die Fundstelle.
"Und nun?"
Publius Decimus Lucidus
Ich beugte mich vornüber und nahm die Stelle die mir Aemilia zeigte genauer in Augenschein. Mit zusammengekniffenen Augen starrte ich auf die schlampig geschriebenen Buchstaben, feuchtete einen Zeigefinger an und wischte über die besagte Stelle am Pergament.

"Tatsächlich, das ist sie..."

Ich richtete mich wieder auf, streifte Aemilias Haar und sog dabei dessen Duft ein. Erinnerungen an vergangene Tage stiegen empor und beherrschten mein Denken. Mir wurde ganz flau bei diesen Gedanken...

"Seltsam.."

Angestrengt versuchte ich Aemilia nicht anzusehen, das lenkte mich zu sehr ab.

"Das bedeutet, daß sie sich zum Zeitpunkt der Lectio noch in Rom aufhielt und erst später verschwand. Hmm.. als nächstes sollten wir uns die Unterlagen des Meldeamtes bringen lassen."

Ich winkte wieder dem Sklaven und gab ihm diese neue Aufgabe, er eilte sofort los um den entsprechenden Scriba aufzusuchen. Ich wandte mich wieder zu Aemilia.

"Wein?"
Decima Aemilia
Erleichtert, nun endlich von der lästigen Suche erlöst zu sein, lächelt Aemilia ihn guter Dinge an und nickt.
"Gerne. Warum nicht? Für mich jedoch verdünnt..." fröhlich
Sie grinst ein wenig verlegen. Der Ianitor sieht sie immer so böse an, wenn sie angeheitert heimkehrt. Ihr Blick fällt auf die beiden Karaffen, die der Sklave vorhin hereingebracht hat. Wie selbstverständlich erhebt sie sich und schenkt zwei Becher ein, den eigenen Wein großzügig mit Wasser verdünnend. Dann kehrt Aemilia wieder zu dem Schreibtisch zurück und 'serviert' Lucidus sein Getränk.
"Wohl bekomms!" zwinkert sie ihm zu und nimmt einen kleinen Schluck aus ihrem eigenen Becher. fröhlich

Eine kleine Stille entsteht, während der Aemilia die Gesichtszüge des Senators nachdenklich mustert und seinen Blick einzufangen versucht. Gerade öffnet sie den Mund und will zu einer Frage ansetzen, da werden sie von dem zurückkehrenden Sklaven unterbrochen. Entgeistert verfolgt Aemilias Blick den riesigen Dokumentenstapel, der soeben auf dem Schreibtisch abgeladen wird.
"Ähm..." geschockt
Leichte Panik macht sich auf ihren Gesichtszügen breit.
"Ähem..." geschockt
Hilfesuchend schaut sie zu Lucidus hinüber.
"Das alles? Wirklich? Muss ich das alles durchsuchen?"
Sie schluckt.
"Hilfst du mir wenigstens?"
Der flehendste Bettelblick der bekannten Welt ist ein nichts gegen die schweren Geschütze, die Aemilia nun gerade auffährt.
Publius Decimus Lucidus
Ich nahm einen kräftigen Schluck aus meinem Becher und schaute sie belustigt an. Sie gab mir immer wieder Gelegenheit meine bösartige Seite auszuleben. Ich genoss es, keine Frage..

"Fang ruhig damit an, ich bedarf erst einiger stärkender Becher hiervon.."

sagte ich und hob meinen Wein demonstrativ in die Höhe.
Decima Aemilia
Theatralisch und unendlich leidend seufzt Aemilia, stellt ihren angetrunkenen Wein beiseite und setzt sich schicksalsergeben wieder an den Schreibtisch. Sie sorgt dafür, dass Lucidus klar erkennen kann, wie sehr sie unter dieser schrecklichen Aufgabe zu leiden hat. Auf Männer ist einfach kein Verlass. Schon damals, mit Anacrites... Aemilia beißt die Zähne zusammen und unterdrückt die Erinnerung. Kein gutes Thema. Nur nicht darüber nachdenken. Schnell etwas anderes...

Oh, wie könnte sie Lucia für diese Torturen verwünschen... Aber sicherlich gab es für das Ganze eine gute Erklärung. Für Lucias leibliches Wohl ist dies nur zu hoffen. So macht Aemilia sich nun daran, Liste für Liste, Dokument für Dokument zu durchsuchen. Nach einer Weile ist sie konzentriert über die vielen Unterlagen gebeugt und liest ganz in ihre Arbeit vertieft Eintrag für Eintrag.
Publius Decimus Lucidus
Interessiert beobachtete ich die kleine Popa wie sie in ihre Arbeit versank. Der Wein begann zu wirken, ich entschwand allmählich in einen Wachtraum und stellte mir vor was wäre, wenn ich mich seinerzeit anders entschieden hätte. Die Nachfolge der Tiberier nicht angetreten, keine Karriere verfolgt und statt dessen geheiratet hätte. Das Geschrei kleiner Kinder weckte mich wieder aus diesen Vorstellungen, kalt fuhr mir ein Schauder über den Rücken. Ich schüttelte kaum merklich und erhob mich, fest dazu entschlossen Aemilia nun zu helfen.
Ich griff mir einen Stuhl und setzte mich neben sie, den Becher Wein stets griffbereit. Lächelnd griff ich mir einen Packen der Liste und legte sie vor mich hin.
Decima Aemilia
Erstaunt blickt Aemilia auf, als Lucidus sich doch tatsächlich neben sie setzt. Sie hat schon garnicht mehr damit gerechnet, dass er ihr wirklich helfen würde. Dankbar lächelt sie ihm zu, ob er es sieht oder nicht. Während er nun auch in die Unterlagen vertieft ist, mustert sie ihn nachdenklich von der Seite. Wie alt er wohl sein mag? Sicher hat er ein bewegtes Leben hinter sich.

Plötzlich wird ihr gewahr, dass er scheinbar ein sehr hohes Amt im Palast ausführt. Ob er dem Pontifex Maximus wohl regelmäßig gegenübertritt? Hoffentlich ist sie noch nicht zu frech zu ihm gewesen. Bislang scheint er ihr zumindest nicht böse zu sein, sondern nimmt ihre Ausbrüche gelassen hin. Bestimmt hat er Kinder und ist soetwas gewohnt. Aemilia läuft ein wenig rot an. Ob sie sich tatsächlich sehr kindisch benimmt? Schweigend wendet sie den Blick wieder von ihm ab und schaut angestrengt auf ihre Dokumente.

Kinder... Ob sie inzwischen auch welche hätte? Sie denkt an Anacrites, den sie jedoch schnell wieder verdrängt, und an Hungi... Endlich tritt wieder ein Lächeln auf ihr Gesicht. Hungaricus... Allein der Name klingt wie Musik in ihren Ohren.
"Hungaricus..." fröhlich
Erst jetzt merkt sie, dass sie ihn halblaut geflüstert hat. Aemilia läuft puterrot an und wagt einen kleinen Seitenblick auf Lucidus, ob er sie vielleicht glücklicherweise doch nicht gehört hat.
Publius Decimus Lucidus
Nachdem ich die erste Ladung Pergamente erfolglos durchsucht hatte, legte ich sie beiseite und nahm mir die nächsten vor. Daß auch immer soviele Leute reisen mussten...
Da geschah es plötzlich. Aemilia schien nicht ganz bei der Sache zu sein, ihr entfuhr ein Name.. Und wenn es jener war an den ich dachte, dann stand er mit Sicherheit nicht auf der Liste.

"Was sagtest du eben? Hungaricus?"
Decima Aemilia
"Öhm..." geschockt
Verdammt, er hat es also doch gehört. Aemilia ist hin- und hergerissen, entschließt sich letztendlich für die Wahrheit und antwortet kleinlaut.
"Hmm... Ja..."
Sie ist zwar bis über beide Ohren verliebt, doch bevor sie nicht mit Hungi verlobt ist, will sie das nicht an die große Glocke hängen. Ungeschickt versucht sie nun, das Thema ein wenig zu wechseln.
"Er hat mir davon erzählt, dass der Kaiser demnächst nach Hispania gehen wird. Wagenrennen... Gladiatorenspiele... Gehst du auch mit?" fröhlich
Publius Decimus Lucidus
"Ein Hungaricus also, der Details über den Terminkalender des Kaisers Bescheid weiß.. soso."

Insgeheim wusste ich nicht ob ich laut auflachen oder die Kleine bemitleiden sollte. Ich entschied mich für Ersteres...

"Und wie lange stehst du nun schon unter dem persönlichen Schutz der kaiserlichen Garde?"
Decima Aemilia
"Grml..." unglücklich
Er scheint sie absichtlich immer wieder in Verlegenheit bringen zu wollen. Und das scheint ihm auch noch Spaß zu machen. Zerknirscht blickt Aemilia zu Lucidus auf. Ihre Stimme ist leise und schüchtern.
"Ich stehe nicht unter persönlichem Schutz... Ich... Ich... Ich habe ihn bei den Gladiatorenspielen zu Ehren der Minerva kennengelernt."
Sie verflucht sich selbst für ihre ständige Offenheit. Es fällt ihr sehr schwer, Fragen nicht wahrheitsgemäß zu beantworten. Schweigend starrt sie zu Boden, nicht wissend wie sie fortfahren soll.
Publius Decimus Lucidus
Als ich sie so zerknirscht sah, tat mir meine vorherige Entscheidung leid.
Aufkeimende Sentimentalität? Unglaublich, was das Alter für Folgen zu haben scheint... Demnächst fasse ich noch wildfremde Menschen an...
Ich legte das Papyrus welches ich in Händen hielt zur Seite und lächelte sie an.

"Aber sicher reise ich nach Hispania. Mein Bruder richtet sie aus und ich unterstütze ihn bei der Organisation der Spiele. Hachja, Hispania.. Nach langer Zeit werde ich dorthin wieder zurückkehren.."
Decima Aemilia
Vorsichtig blickt Aemilia zu ihm auf und sieht ihm eine ganze Weile direkt in die Augen. Schließlich glaubt sie, dort wirkliches Wohlwollen entdecken zu können. Er scheint es tatsächlich gut mit ihr zu meinen und mit seinen Neckereien nichts Böses zu wollen.
Sie will das einfach glauben. Lucidus Augen haben ein gleichmäßiges Braun mit einem leichten Einschlag ins Grüne und scheinen ihr irgendwie Vertrauen einzuflößen. So seufzt sie ergeben und lässt sich wieder zu einem kleinen, noch etwas zerknirschten Lächeln hinreißen.
"Wirklich? Du hilft sogar bei der Organisation? Weißt du... Ich liebe Gladiatorenspiele..."
Das aufkeimende Interesse ist ihr leicht anzumerken und wieder mutiger werdend fragt sie weiter.
"Du musst mir alles erzählen. Wenn ich Glück habe, dann erlaubt mein Pater Familias diese Reise und ich kann auch mit... Oh, ich würde dort so gerne zusehen..." fröhlich
Publius Decimus Lucidus
Ich erzählte ihr also von den kommenden Spielen, von der Simulation der Schlacht um Septimanca an der 100 Gladiatoren gleichzeitig in der Arena stehen werden und von allen weiteren Details. Durstig endete ich meine Erzählung und nahm einen Schluck von dem mir noch verbliebenen Wein.

"Du wärst als Angehörige des Cultus Deorum natürlich in eine der stattlich ausstaffierten Logen herzlich eingeladen, sofern du die Erlaubnis deines Paters erhältst und sofern.. ja sofern du bereit wärst bei den den Spielen vorangehenden Opfern zu helfen."

Verstohlen blickte ich wieder auf Stapel durchzusehender Pergamente der zwar kleiner geworden war, vor dem mir dennoch graute.

"Und sofern du den Rest hier übernimmst während ich mich genüsslich auf einer Liege fläze und meinen Wein genieße."
Decima Aemilia
Aemilia klappt ihren leicht offenstehenden Mund wieder zu und blickt ihn weiterhin mit großen Augen an. Noch ganz unter dem Eindruck seiner sie überwältigenden Schilderungen starrt sie verträumt vor sich hin, während sich vor ihrem inneren Auge ein riesiges Spektakel abspielt.
"Hui..."
Die Spiele scheinen gar noch besser zu werden, als sie sich das bislang schon in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hat. Oh, Falco muss es ihr einfach erlauben. Sie würde sterben wenn er sie nicht dorthin ließe. Ein sehnsüchtiger Seufzer entfährt Aemilia und sie lächelt Lucidus immernoch verträumt an.
"Ohhjaaa... Das wird schöööön..." fröhlich
Erst langsam kommt sie wieder zu sich.
"Wie? Loge? Sieht man von dort aus besser? Ich möchte nicht ganz hinten sitzen, nur damit ich einen gemütlichen Sessel habe..."
Misstrauisch blickt sie ihn an, ob er sie nicht vielleicht übers Ohr hauen will.
Publius Decimus Lucidus
Ich stand auf, griff mir meinen Becher und ging um den Tisch.

"Die Logen sind ganz vorne, niemandem dort wird die Sicht versperrt."

Mit dem Becher fuchtelnd deutete ich auf die Liste, hob dazu eine Augenbraue und sah sie erwartungsvoll an.
Decima Aemilia
Ganz vorne! geschockt Klein-Aemilia weiß nur zu gut wie frustrierend es sein kann, hinter größeren Leuten zu stehen und trotz jeglichem Recken und Strecken nicht die gesamte Szenerie überblicken zu können. Und da dies bei ihrer Körpergröße recht häufig vorkommt, leuchten ihre Augen bei dieser Aussicht förmlich auf.
"Ja, ich will!" fröhlich
Sie strahlt über das ganze Gesicht und wäre nicht der Tisch zwischen ihnen gewesen, dann wäre sie Lucidus wohl spontan um den Hals gefallen. So grinst sie jedoch nur breit vor Freude und verneigt sich leicht.
"Wohlan! Ab auf die Liege mit dir! Guten Durst!"
Sie kichert vergnügt und wendet sich voller Elan wieder den elendig langen Listen zu. Es fällt ihr zwar schwer, sich angesichts der Vorfreude zu konzentrieren, doch nach und nach kommt sie voran und baut den Stapel Stück um Stück ab.