Die Wahlsiegfeier des Caius Flavius Scato | Atrium

  • Sim-Off:

    Ich halte das hier wie bei anderen größeren Events: Achtet darauf dass ihr einzelne Stränge mit separaten Überschriften verseht. ;) Kommt direkt ins Atrium, geht nicht über Los und zieht keine 4000€ ein, und verschwendet keine Zeit an der Porta.
    Und noch eine Bitte: Wenn ihr knapp mit der Zeit seid, und nur selten postet, dann zieht bitte die Sergisch-Iulische Hochzeit vor, ich hab die Zeit etwas falsch eingeschätzt, und möchte da natürlich niemandem in die Quere kommen. :)
    Auf geht's!



    TE SALVERE IUBEO



    Der große Tag war gekommen, und Scato spürte eine gewisse Nervosität, eine ständige Anspannung in der Magengegend, ein Gefühl welches er hasste und welches er sich selbst nicht unbedingt eingestehen wollte. Er hatte zusammen mit seiner Tante alles geplant, im Garten wurden kleine Stücke von Schauspieltruppen aufgeführt, während das Atrium von den Klängen der Musiker erfüllt wurde.
    Der Flavier hatte sich zuvor noch herrichten lassen. Die Haare wurden zu den charakteristischen Locken zurückgestutzt, und er wurde in duftenden Ölen gebadet. Dazu gab es noch eine frische Toga, aus feinsten Stoffen, und passend dazu wurde sein Familienring noch einmal poliert.
    Die Sklaven waren ebenfalls herausgeputzt, sogar Angus, Lupus und Sehrja hatten neue, sehr fein gewebte Togen erhalten, und waren nun bereit die Gäste stets mit Wein und allerlei Speisen welche Scato geordert hatte zu versorgen. Es gab Gebäck, verschiedenes Fleisch, Gemüse, frisches Obst, und eingelegtes natürlich, Meeresfrüchte und verschiedene Pasten, im Grunde durfte es also an nichts mangeln.
    Der Flavier selbst lief nervös durch die Gänge und richtete Schalen, Stühle, und Dekoration stets um wenige Zentimeter zur Seite, nur um sie im nächsten Moment wieder an ihren Ausgangspunkt zurückzuschieben, wenn man nicht alles selbst machte...
    Nachdem die Sklaven noch einmal alle Flavier darüber informiert hatten, dass die Festivitäten bald beginnen würden, setzte sich Scato ins Atrium, nur um bei den ersten Gästen aufspringen zu können und sie zu begrüßen, sobald der Ianitor sie ins Atrium führen würde..

  • Domitilla war ganz aufgegangen in den Vorbereitungen für das Fest zum Wahlsieg ihres Neffen. Sie hatte ein wachsames Auge auf die Sklaven geworfen, die mit dem Schmücken der Villa beauftragt worden waren. Rot- Goldene Bänder in Verbindung mit roten und gelben Blumen schmückten die Villa. Im Garten hatten Sklaven ein Zelt aufgestellt, welches den Gästen Schutz bieten konnte, falls sich doch ein kleiner Schauer über der Villa ergießen sollte.
    Um den Gästen Kurzweil zu bieten, hatte sie sich einige Programmpunkte überlegt, von denen selbst der Gastgeber nur eine vage Ahnung hatte. Die Flavia war sich sicher, damit seinen Geschmack zu treffen.
    Selbstredend hatte auch sie sich in eine festliche Tunika kleiden lassen. Am Morgen hatte sie ein Bad in Eselsmich genommen und ließ sich hernach mit feinsten Ölen massieren. Eine Ornatrix hatte eine hinreißende Frisur arrangiert und sorgte für ein akkurates Make up. Ihre Leibskavin hatte die Aufgabe, alles mit ihrem geübten Auge zu überwachen, damit keiner der Sklavinnen ein Missgeschick passierte.
    Mit sich und dem Ergebnis ihrer morgendlichen Schönheitskur zufrieden, gesellte sie sich zu ihrem Neffen, der erwartungsgemäß vor Nervosität zu bersten drohte.
    "Nur ruhig Blut, mein Lieber. Du wirst sehen, dies wird ein famoses Fest werden.", beruhigte sie ihn. Natürlich war selbst auch ein wenig aufgeregt, denn sie hoffte, nein sie sehnte sich nach dem Claudius, den sie schon so lange nicht mehr gesehen hatte.

  • Man hatte mich gezwungen, diesen albernen Fummel anzuziehen, der hervorragend zur Dekoration passte und der auch sicher keinen Zweifel daran ließ, dass auch ich ein Teil des beweglichen Inventars darstellte. Bewaffnet mit einer Kanne Wein wartete auch ich auf die ersten Gäste, die ich heute mit Getränken zu versorgen hatte. Der Flavier schien sich seiner Sache sicher zu sein, als er meinte, ich müsse ihm heute nicht in meiner Funktion als Leibwächter dienen. Trotzallem würde ich meine Augen aufhalten, falls sich doch einer der Gäste daneben benahm und dem Flavier zu Leibe rücken wollte.
    Vorerst aber verharrte ich im Hintergrund und beobachtete Scato uns seine Tante. Bei ihr war ich mir ganz und gar nicht sicher, was sie im Schilde führte. Selbst ihre Leibsklavin hatte sich bedeckt gehalten, als ich sie nach dem Ablauf dieses ominösen Festes gefragt hatte.

  • Macer wusste gar nicht so genau, wann er beschlossen hatte, wieder öfter zu gesellschaftlichen Anlässen auszugehen, aber er tat es inzwischen wieder. Einfach mal mitspielen beim zwanglosen Treffen und Reden, mal hier ein Besuch und mal da ein Besuch. Sicher spielte eine Rolle, dass seine kleine Tochter inzwischen alt genug war, um einen Abend alleine in der Obhut der Amme zu verbringen, so dass Macer das Haus verlassen konnte. Oder auch daran, dass Macer inzwischen mit seiner Vaterrolle soweit klar gekommen war, dass er sich nicht mehr für völlig unverzichtbar hielt. Wie auch immer, hatte er jedenfalls die Einladung des jüngsten flavischen Wahlsiegers genutzt, um wieder einen Abend außer Haus zu verbringen, was auch deshalb angenehm zu werden versprach, da die Flavier ihm allgemein als gute Gesprächspartner bekannt waren.


    Entsprechend entspannt und erwartungsfroh ließ er sich also von der Tür ins Atrium führen, um dem Gastgeber zu seinem Wahlsieg zu gratulieren.

  • Und da trafen auch schon die ersten Gäste ein. Nachdem bereits einige Mitglieder der Cursus Honorum und der Salii Collini eingetroffen waren, kündigte der Ianitor den Senator Spurius Purgitius Macer an. Scato, welcher gerade in einem Gespräch mit einem seiner Brüder aus der Sodalität war, horchte umgehend auf und entschuldigte sich, um den Gast höchstpersönlich zu begrüßen...


    "Senator Purgitius, es ist mir eine Ehre dich in der Villa Flavia Felix begrüßen zu dürfen, und ich danke dir aufrichtig, dass du meiner, zugegebenermaßen sehr kurzfristigen, Einladung gefolgt bist.", begrüßte Scato den Mann den er zwar nur ein paar Mal gesehen hatte, aber den dennoch wohl viele in Rom kannten, "Aber wo bleiben meine Manieren, was kann ich dir anbieten? Einen Wein?", umgehend wurde Angus herbeigewunken, selbst wenn der Purgitier keinen Wein bevorzugen würde, so hatten die Flavier reichlich Alternativen im Haus.

  • Und da kam auch schon der erste Gast. Natürlich hatte ich keine Ahnung wer das war. Aber den Göttern sei Dank wurde das auch nicht von mir verlangt. Der Flavier begrüßte ihn überschwänglich und winkte mich herbei. Also trottelte ich brav mit meiner Kanne herbei. Eine Sklavin trat ebenfalls mit einem Tablett Gläser heran. Herrje, wenn sie die teuren Kristallgläser fallen ließ, dann war Schicht im Schacht! Zum Glück war sie aber sehr geübt darin, so dass ihr kein Missgeschick passierte. Vorsichtig schenkte ich in eines der Gläser den Wein ein und reichte es dem Römer.

  • Die Begrüßung durch den Gastgeber erfolgte prompt, auch wenn Macer nicht der erste Gast war. "Ich danke dir für deine Einladung, Flavius Scato, und gratuliere dir natürlich zunächst einmal ganz herzlich zu deinem Wahlerfolg", erwiderte Macer die Begrüßung und griff beiläufig zum angebotenen Wein. "Danke", sagte er in Richtung des Gastgebers und prostete ihm zu. "Längst nicht jeder lädt zur Feier seines Wahlerfolges Gäste ein, aber ich finde des eine nette Geste", lobte er dann auch gleich die Idee, die ihn hierher geführt hatte.

  • Noch hatte sich die Flavia etwas im Hintergrund gehalten. Sie ließ natürlich ihrem Neffen den Vortritt. Schließlich war er auch der Gastgeber. Doch nachdem Scato den Senator überschwänglich begrüßt hatte und er von einem seiner Sklaven mit Wein versorgt worden war, gab auch Domitilla sich die Ehre. Zuvor hatte ihr ihre Leibsklavin souffliert, um wen es sich bei dem Gast handelte.


    Strahlend trat sie dem Gast entgegen, um ihn ebenso zu begrüßen. „Salve Senator Purgitius! Es freut mich sehr, dich hier anlässlich der Feier meines leiben Neffen zu sehen.“ Den beiden Sklaven gab sie einen Wink, da auch sie ein Glas Wein wünschte.
    „Mein Neffe hat sich einiges für den heutigen Tag einfallen lassen,“ versicherte sie dem Purgitier, vermied es aber natürlich zu erwähnen, dass sie an dem einen oder anderen Programmpunkt auch nicht ganz unschuldig war. „Aber was rede ich.. laß dich einfach überraschen!“, fügte sie noch lächelnd hinzu und nippte dann an ihrem Glas.

  • Den Weg zur Villa Flavia zu finden war nicht allzu schwer gewesen. Felix kannte das Anwesen nur zu gut und war immer wieder gerne dort zu Besuch. Natürlich hatte es sich der Claudier also nicht nehmen lassen wollen der Einladung Scatos zu dessen Wahlsieg Folge zu leisten. In eine seiner besten Togen gekleidet betrat Quintus die Villa und wurde vom Ianitor sogleich ins Atrium eskortiert. Wie es sich geziemte eilten sogleich Sklaven herbei und boten dem Neuankömmling Wein und Gebäck an, Felix jedoch schlug beides zunächst höflich aus. Er brauchte nicht lange um Scato im Raum ausfindig zu machen - dieser war schließlich noch relativ leer - und machte sich sodann direkt auf um den Gastgeber zu begrüßen...

  • Ich sehe wie die Zeit vergeht und ich mit ihr und mit mir alles, was ich liebe, bis irgendwann nichts weiter bleibt, als eine (hoffentlich) schöne Erinnerung daran. Eine fast melancholische Stimmung erfasste Prisca, als sie zum ersten Mal seit langem die villa Flavia wieder betrat. Sie kam zurück als Gast in das Haus, in dem sie vor längerer Zeit einmal gelebt (und geliebt) hatte . Alles ist mir noch so vertraut und wirkt doch so fremd im Vergleich zu damals. Prisca erinnerte sich nach wie vor gerne an die glücklichen Tage zurück, die sie hier mit ihrem Ehemann verbringen durfte. Ebenso sind ihr aber auch jene turbulenten Tage in Erinnerung geblieben, die sie hier nach ihrer Rückkehr aus Antium (wo sie den Tod ihres Gatten betrauert hatte) verbracht hatte. Die Flavier hatten Rom zu der Zeit aufgrund der Proskription des Vesculariers längst verlassen und sie war als einzige Herrschaft zurück gekehrt und hatte dieses Anwesen samt (sklavischem) Inventar kurzzeitig sogar "kommissarisch" geleitet.


    Prisca stieß einen wehmütig klingenden Seufzer aus während sie an den Büsten und Statuen der flavischen Ahnen vorüber schritt und schließlich vor der marmornen Statue ihres verstorbenen Ehemannes inne hielt. Für einen kurzen Moment berührte sie Statue mit der Rechten wie zum Gruß und im stillen Gedenken an ihren lieben Mann, der sie mit seiner musischen Ader, seinem Interesse für alles Schöne, seinem Sinn für Ästhetik, seiner Dicht- und Gesangskunst und vielem mehr stets zu begeistern wusste. Naja bis auf seinen Gesang. Den konnte man nicht wirklich als Kunst bezeichnen und seine schrecklichen Misstöne werde ich wohl nie mehr ganz aus meinem Gehör bringen. Besonders jene, die er so gerne nach unseren Liebesakten als seinen 'Triumphgesang' anzustimmen pflegte. Ein versonnenes Lächeln huschte über Prisca´s Lippen als sie an die vielen Stunden zurück dachte, in denen sie beieinander gelegen hatten. Ja, er war wirklich ein hervorragender Liebhaber gewesen! Nur war ihnen leider nie das Glück beschert worden, durch ihre Liebe einem Kind das Leben zu schenken. Auch etwas, dem Prisca immer noch nachtrauerte …Doch halt! Heute ist eigentlich kein Tag zum trauern! ... Heute ist ein Tag zum feiern! Prisca besann sich wieder auf den eigentlichen Grund ihres Besuches und deshalb schritt sie nun weiter in die Richtung , von wo das Stimmengewirr der bereits anwesenden Gäste herüber schallte.


    Wer wohl heute noch alles anwesend ist? Neugierig nahm Prisca die bereits anwesenden Gäste in Augenschein, nachdem sie das atrium betreten hatte. Dem Anlass entsprechend hatte sie sich heute natürlich wieder besonders fein "heraus geputzt", in der Hoffnung so die Blicke der Männer und den Neid der Damen auf sich zu lenken: Mit einer safran-farbenen stola aus Seide, gehalten im griechischen Stil und mit filigranen Stickereien geschmückt . Dazu edlen Gold- und Perlenschmuck um Hals um Hals und Handgelenken. Das Gesicht war wie immer nur dezent geschminkt, um die Augen und Lippen zu betonen, das schwarze Haar wiederum war kunstvoll hochgeflochten und mit kleinen Blumen aus Gold und Perlen verziert. Noch kann ich es mir ja leisten mein Gesicht zu zeigen. Im Gegensatz zu den alten Matronen, die mit ihrem fingerdicken Putz im Gesicht ihre Falten zu verbergen versuchen. Na wenn der mal hält und nicht abbröckelt!, lästerte Prisca stumm für sich über einige der anwesenden älteren Matronen, die sie von den Thermen her flüchtig kannte. Das waren natürlich keine Freundinnen von ihr, sonst wäre die Kritik natürlich weitaus gemäßigter ausgefallen.


    Die Matronen interessierten Prisca jedoch nicht weiter, vielmehr galt ihr Interesse den anwesenden Männern und insbesondere Einem, dessen Wahlsieg heute gefeiert wurde. Noch hatte Prisca den Gastgeber jedoch nicht ausfindig machen können, ebenso wenig wie die übrigen Mitglieder aus ihrer Familie, die ebenfalls zu dieser Feier eingeladen worden waren. Na die werden sich doch hoffentlich nicht noch mehr verspäten wie ich? War doch Prisca schon spät dran gewesen. Doch lieber spät als nie, galt es doch die guten Beziehungen zu den Flaviern zu pflegen und dieser Tag war ein wunderbarer Anlass um dies mit guten Wünschen, Gebeten und Geschenken zu tun ...

  • Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer et Flavia Domitilla


    "Ich danke dir für die herzlichen Glückwünsche Senator.", entgegnete der Flavier und prostete ihm ebenfalls zu, "Und in der Tat habe ich mich zu einem, speziell für diesen in vielen Augen sicherlich kleinen Wahlerfolge, ungewöhnlichen Schritt hinreißen lassen. Doch es war mir ein Anliegen, und es ist mir eine Freude, meinen Erfolg mit den anderen zu teilen, und natürlich auch neue Bänder zu schließen." kommentierte Scato das gesagte, wobei es ihm natürlich, wie wohl jedem gehobenen Bürger Roms, vor allem um die Bänder ging, "Doch abgesehen davon, ist es natürlich auch ein netter Anlass um ein wenig Zerstreuung und Vergnügen zu finden." der Flavier grinste schelmisch, als auch schon seine Tante kam und sich zu dem Gespräch gesellte, "Senator, darf ich dir meine zweifelsohne reizende Verwandte Flavia Domitilla vorstellen, der gute Geist der Villa Flavia wenn man so will, und so lange man es sich nicht mit ihr versichert." scherzte Scato charmant und deutete eine Handbewegung zwischen den Beiden an, um sie einander vorzustellen.

  • Zitat

    Original von Quintus Claudius Felix
    Den Weg zur Villa Flavia zu finden war nicht allzu schwer gewesen. Felix kannte das Anwesen nur zu gut und war immer wieder gerne dort zu Besuch. Natürlich hatte es sich der Claudier also nicht nehmen lassen wollen der Einladung Scatos zu dessen Wahlsieg Folge zu leisten. In eine seiner besten Togen gekleidet betrat Quintus die Villa und wurde vom Ianitor sogleich ins Atrium eskortiert. Wie es sich geziemte eilten sogleich Sklaven herbei und boten dem Neuankömmling Wein und Gebäck an, Felix jedoch schlug beides zunächst höflich aus. Er brauchte nicht lange um Scato im Raum ausfindig zu machen - dieser war schließlich noch relativ leer - und machte sich sodann direkt auf um den Gastgeber zu begrüßen...


    Natürlich erkannte Scato seinen guten Bekannten, seinen Freund, wenn man so wollte, sofort. Allzu gefüllt war der Raum noch nicht, und außerdem wurde er angekündigt, aber es hätte sicherlich auch ohne diese durchaus nützlichen, wenn auch letzteres etwas ärgerlich war, Hilfsmittel funktioniert.


    "Quintus! Wie schön ein bekanntes Gesicht zu sehen, ich hoffe doch man hat dir schon etwas zu trinken angeboten?" begrüßte ihn Scato mit einem freundschaftlichen Handschlag und fuhr fort, "Ich muss dir später unbedingt meinen jüngeren Bruder und meinen noch jüngeren Onkel vorstellen. Sie suchen derzeit eine Sodalität, und tendieren zu den Palatini, jedoch wäre es sicher eine große Ehre für sie mit dir zu sprechen."
    In der Tat erwähnten die beiden zwar dass ihre Wahl einigermaßen fest war, und Scato hatte bereits seinen Segen gegeben, aber man konnte es ja mal versuchen, und wer wenn nicht der Magister der Salii Collini könnte das Ruder rumreißen?

  • Zitat

    Original von Aurelia Prisca


    Scato war gerade in Gesprächen vertieft als er zwischen den Schultern der Beisteher blickte, und sein Blick auf sie fiel. Aurelia Prisca, dieser Name geistert öfter in Scatos Kopf herum als es ihm lieb war, und noch öfter als er es sich überhaupt eingestehen wollte. Sie hatten sich nur kurz gesehen, neulich, auf dem Sklavenmarkt, und dennoch hatte ihre Ausstrahlung und ihr Wesen etwas durchaus anziehenden auf den Flavier, welcher sich ansonsten eigentlich eher wenig aus so etwas machte..
    Er entschuldigte sich höflich bei der Runde und überließ die Männer ihren Gesprächen bevor er sich auf den Weg zur Aurelia machte. Unterwegs wurden noch dezent Angus und ein weiterer Sklave hingewunken, welche Wein und kleine Häppchen reichen sollten, noch bevor Scato überhaupt angekommen war.
    "Aurelia Prisca, eine Ehre, und eine besondere Freude dich hier, in den dir bekannten Hallen begrüßen zu dürfen." begrüßte sie Scato und schenkte ihr dabei einen Blick der wohl ein paar kleine Augenblicke länger war als üblich, und auch länger als er es ursprünglich vor hatte, "Ich hoffe es ist dir gut ergangen seit unserer letzten Begegnung."

  • Besonders groß war Domitillas Freude, als sie den jungen Claudius erblickte, Centhos Bruder, den sie erst kürzlich auf den Märkten kennengelernt hatte. Natürlich hoffte sie nun auch, Centho selbst wieder zu sehen. Diesmal würde es ihr erstes öffentliches Zusammentreffen sein. Der erste Schritt vielleicht für eine gemeinsame Zukunft.
    Nachdem ihr Neffe Claudius Felix ebenso herzlich, ja fast schon freundschaftlich begrüßt hatte, wie er es bei den meisten seiner anderen Gästen bisher getan hatte, entschloss sich auch die junge Flavia dem Claudius ihre Aufwartung zu machen. Ihrer Erwartung, dass auch jeden Moment Claudius Centho im Atrium eintreffen würde, folgte schon recht bald ein wenig Ernüchterung, als sie feststellte, dass Felix allein gekommen sein musste.
    „Claudius, es freut mich auch, dich begrüßen zu können!“ Sie versuchte ihre Enttäuschung zu verbergen und lächelte dem claudischen Gast zu. „Es ist ja nochgar nicht lange her, seit wir uns das letzte Mal begegnet sind. Und Dank meines lieben Neffen, ist es uns allen vergönnt, heute wieder zu dieser wundervollen Feier zusammenzukommen.“ Anerkennend blickt sie zu ihrem Neffen, der noch immer zwischen ihnen stand. „Bist du alleine gekommen?“ Die Frage kam eher etwas beiläufig, doch war sie für die Flavia von immenser Wichtigkeit.

  • Die Leibsklavin hatte sich beeilt, um sich wieder an der Seite ihre Dommina einzufinden. In ihrem Gesicht spiegelte sich noch ein Anflug der Freude, die sie empfunden hatte, als sie den claudischen Sklave wieder getroffen hatte.
    Domitilla war gerade noch in einem Gespräch vertieft und beachtete ihre Sklavin nicht weiter. Im Augenblick waren ihre Fähigkeiten nicht von Nöten. Etliche andere Sklaven waren heute dazu abgestellt worden, die Gäste des Flavius Scato zu bewirten.
    Erst einige Zeit später fand die Leibsklavin dann doch noch die Gelegenheit dazu, ihrer Domina vom Eintreffen der claudischen Leihgabe zu berichten. Domitillas Mundwinkel bewegten sich leicht nach oben. „Er ist da? Sehr schön!“ Die Flavia war zufrieden mit ihrer Planung für den heutigen Tag. Alles schien wie am Schnürchen zu laufen. „Ist er bereits vorbereitet?“ Die Leibsklavin nickte unmerklich. „Ich habe Irmhilta damit beauftragt, ihn vorzubereiten, Domina.“ Die Flavia strahlte erwartungsvoll. „Sehr gut! Und was ist mit dem anderen? Diomedes, nicht wahr?“ Die Leibsklavin begann zu stocken, ihre gesunde Gesichtsfarbe wich allmählich einer kreidebleichen. „Diomedes, D..domina? E..er hütet seit zwei Tagen das Bett, Domina. Wegen Magenschmerzen.“ Die gute Laune Domitillas war wie weggefegt. Doch selbstverständlich würde sie der Sklavin hier und jetzt keine Szene machen. Was sollten denn die Gäste denken?
    „Magenschmerzen??!!“, zischte sie daher nur leise. Sie musste jetzt unbedingt die Nerven behalten. „Wir brauchen unbedingt einen Ersatz sofort! Sieh zu, dass du einen Ersatz findest, unnützes Ding! SOFORT!!!“ Die Wangen der Flavia begannen eine gefährlich rote Farbe anzunehmen, während ihre Leibsklavin am liebsten im Erdboden versunken wäre. „Aber, aber Domina…“ Candace war den Tränen nah. Ihre Domina hingegen brauchte nach diesem Schreck erst einen Schluck Wein. „Wein!“ rief sie dem blonden Sklaven zu, der schon die ganze Zeit über mit einer Kanne in der Hand herumstand.

  • Ehrlich gesagt kam ich mir ziemlich blöd vor, hier herumzustehen, mit der Kanne in meinen Händen, um zu warten, bis man mich rief oder durstige Gäste mir ihr leeres Glas entgegenstreckten. Zum Glück wurde der Tag nicht ewig dauern. Das war mein einziger Trost. Und wenn er dann endlich vorbei war, dann konnte ich endlich diese tuntige Tunika aussehen und mich wieder anderen Arbeiten zuwenden.


    Und schon wieder rief jemand nach mir. Na, eigentlich nicht direkt nach mir, eher nach dem Inhalt der Kanne.Auch das noch! Es war die Tante des Flaviers, die ich natürlich nicht warten lassen wollte. Sie hatte so einen leicht säuerlichen Ausdruck auf dem Gesicht, der nichts Gutes verhieß. Naja, an mir konnte es glücklicherweise nicht gelegen haben. Irgend ein Anderer musste ihren Unmut ausgelöst haben.
    Die Flavia hielt mir ihr leeres Glas entgegen.Vielleicht nicht ganz so minuziös, wie es die anderen Sklaven taten, die ihr Leben lang nur Wein ausschenkten, setze ich die Kanne an, um ihr den Wein einzuschenken. Dabei erhaschte ich auch einen kurzen Blick auf Candace, die sich direkt hinter ihrer Herrin befand. Ich warf ihr ein flüchtiges Lächeln zu, während ich die rote Flüssigkeit in das Glas ihrer Domina fließen ließ. Dummerweise war das Glas dann auch irgendwann voll. Ich aber goss fröhlich weiter, so dass ein paar Tröpfchen daneben gingen und die Finger der Flavia benetzten. Jedoch noch bevor die Kanne leer war, bemerkte ich mein Malheur. „Oh, bitte entschuldige mein Missgeschick, Domina! Es tut mir sehr leid, aber in dieser Arbeit bin ich nicht sehr geübt.“ Ich dachte mir, es wäre bestimmt besser, sich gleich bei ihr zu entschuldigen, um ihr damit ein wenig, nun ja, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nicht einmal einen Lappen hatte ich zur Hand, um ihr damit den Wein von den Fingern zu wischen.

  • Zitat

    Original von Caius Flavius Scato


    Wie Prisca nicht anders erwartet hatte, glänzte die Feier des Flaviers nur so von Prunk und Perfektion. Die Dekoration schmeichelte dem Auge wohin man auch blickte und das lebende Inventar sorgte dezent aus dem Hintergrund für das leibliche Wohl, ohne dabei den Gästen im Weg zu stehen oder sich irgendwie unangenehm bemerkbar zu machen. Ja Flavius Gracchus hat wirklich recht mit seiner Aussage, dass sich eine Investition in die Sklavenzucht auf jeden Fall lohnt, fand Prisca seinen Rat bestätigt, den er ihr vor nicht allzu langer Zeit bei seinem Besuch in der villa Aurelia gegeben hatte.


    Allerdings war sie heute nicht hier um sich bezüglich der Sklavenzucht zu informieren, sondern um den Wahlsieg jenes Flaviers zu feiern, den sie bislang nur vom sehen her und von seinen fernmündlich überbrachten Worten her kannte. Trotz dieser "anfänglichen Distanz" hatte Prisca durchaus den Eindruck, dass sie sein Interesse geweckt hatte und umgekehrt war dies nicht anders. Solche Männer wie er - die neben Geld und Erfolg auch noch mit einem adeligem Stand und einem attraktiven Äußeren glänzen konnten - gefielen Prisca generell. Außer sie offenbarten beim näheren Kennenlernen irgendwelche "Macken", denn Prisca hatte da durchaus genaue Vorstellungen wie ein Mann sein musste und sie stellte durchaus hohe Ansprüche. Wenn ein Mann es jedoch schaffte sie zu beeindrucken dann konnte Prisca durchaus schwach werden - was immer das im Detail auch heißen mochte.


    Von den Worten und den Blicken des Flaviers, die er ihr zur Begrüßung schenkte, war Pisca jedenfalls schon mal positiv beeindruckt und deshalb fiel es ihr auch nicht sonderlich schwer seinem Blick direkt und mit einem bezaubernden Lächeln zu begegnen: "Ich danke dir für die Einladung werter Flavius. Es ist mir eine große Freude und Ehre mit dir deinen Wahlsieg feiern zu dürfen. Ich gratuliere Dir dazu und wünsche Dir von Herzen alles Gute und viel Erfolg bei der Ausübung deines Amtes." Prisca machte eine kurze Pause in der sie den Flavier weiter interessiert ansah, ehe sie auf seine Bemerkung hinzu fügte: "Ja diese Hallen sind mir im übrigen durchaus vertraut und ich habe die Zeit die ich hier verbringen durfte sehr genossen. Schade nur, dass es uns nie vergönnt war uns hier zu begegnen. Wie kommt es?", fragte Prisca (neugierig wie sie nun mal war) frei heraus nach, ohne aber den Flavier absichtlich mit ihrer Frage bedrängen zu wollen. Sicher gab es viele Gründe und viele schöne Orte um sein Leben zu verbringen, doch wie man so schön sagt: "Alle Wege führen (irgendwann) nach Rom" ...

  • "Ich habe zu danken Aurelia, dafür, dass du diese beizeiten doch recht kühlen Hallen und dieses, obgleich auch sehr freudiges, Ereignis mit deiner Anwesenheit aufhellst." schmeichelte Scato und hob seinen Becher nur einen Hauch an, es schickte sich nicht einer Dame überschwänglich zuzuprosten, weshalb er sich ein wenig dezenter verhielt.
    "Zu deiner Frage: Auch ich bedauere diesen Umstand, jedoch hielt ich mich noch bis vor nicht allzu langer Zeit in Athen auf, doch auch wenn das Leben dort eine gewisse Leichtigkeit und weniger Hektik mit sich brachte, ist doch irgendwann immer die Zeit gekommen sich seinem Ehrgeiz zu ergeben, und den eigenen Ansprüchen, und denen der Familie gerecht zu werden." führte Scato ruhig aus, und verschwieg dabei dass seine Mutter keineswegs wollte dass der Flavius den Weg anderer Flavii folgte.


    "Indes wundere ich mich, wie die Aurelier eine solch bezaubernde Dame aus ihren Reihen solange vor meinen Augen verbergen konnten.", Scato mischte eine Frage mit einem Kompliment, und hoffte dass er nicht allzu übereifrig wirkte. Die Tatsache dass es dem Flavier selten an Selbstbewusstsein mangelte gereichte ihm in dieser Situation nicht unbedingt zum Vorteil, jedoch kam er nicht umher eine gewisse Unsicherheit in sich aufkeimen zu lassen, schließlich gab es im Alltag außer seiner Familie nur wenige Menschen bei denen er wirklich auf seine Wortwahl achten musste, und bei den wenigen fiel es ihm schon schwer, und er kannte sie alle recht gut, sodass die Aurelia für ihn mehr oder minder Neuland war, er sie jedoch auf keinen Fall abschrecken wollte.

  • Zitat

    Original von Quintus Claudius Felix
    Den Weg zur Villa Flavia zu finden war nicht allzu schwer gewesen....


    Wie ein unsichtbarer Schatten klebte Morrigan an Felix. Normalerweise begleitete sie ihn nicht so gern, denn dass hieß immer dass sie sich von ihrer wirklich allerliebsten Seite zeigen musste. Aber heute war sie nur allzu breit dazu gewesen. Schließlich war das DIE Chance ihn , Angus, wiederzusehen. Also war sie den ganzen Morgen um Felix herum geschwänzelt, hatte ihm förmlich jeden Wunsch von den Augen abgelesen, ihn gewaschen, eingeölte, ihn angezogen.. zur Not hatte sie ihn auch noch gefüttert, aber zum Glück war das nicht notwendig.
    Felix sah aus wie aus dem Ei gepellt. Morrigan war wirklich stolz auf sich, ja so konnte sich ihr .. Dingens … ähm Dominus sehen lassen. Vor der Villa angekommen, hatte sie ihm noch mal seine Kleidung zurechtgerückt, bevor sie, wie es sich für eine brave Sklavin gehörte, drei Schritte zurück getreten war und mit brav gesenktem Blick hinter ihm im her ins Atrium trottete. Dort angekommen, zog sie sich so weit zurück, dass sie nicht störte, Felix aber im Blick behielt und dennoch nach Angus Ausschau halten konnte.

  • Zitat

    Original von Caius Flavius Scato
    "Ich danke dir für die herzlichen Glückwünsche Senator.", entgegnete der Flavier und prostete ihm ebenfalls zu, "Und in der Tat habe ich mich zu einem, speziell für diesen in vielen Augen sicherlich kleinen Wahlerfolge, ungewöhnlichen Schritt hinreißen lassen. Doch es war mir ein Anliegen, und es ist mir eine Freude, meinen Erfolg mit den anderen zu teilen, und natürlich auch neue Bänder zu schließen." kommentierte Scato das gesagte, wobei es ihm natürlich, wie wohl jedem gehobenen Bürger Roms, vor allem um die Bänder ging, "Doch abgesehen davon, ist es natürlich auch ein netter Anlass um ein wenig Zerstreuung und Vergnügen zu finden." der Flavier grinste schelmisch, als auch schon seine Tante kam und sich zu dem Gespräch gesellte, "Senator, darf ich dir meine zweifelsohne reizende Verwandte Flavia Domitilla vorstellen, der gute Geist der Villa Flavia wenn man so will, und so lange man es sich nicht mit ihr versichert." scherzte Scato charmant und deutete eine Handbewegung zwischen den Beiden an, um sie einander vorzustellen.


    "Ja, ein wenig Zerstreuung darf sicher immer mal wieder sein, selbst ohne eine Wahlerfolg. Und mit ist es umso gerechtfertigter", stimmte Macer dem Wunsch nach Zerstreuung zu und in der Tat war das ja auch der wichtigste Grund, warum er hier war. Politische Kontaktpflege gehörte natürlich auch dazu, aber die konnte er als Senator ohnehin häufig betreiben, nur eben nicht in so geselliger Atmosphäre.


    Dann jedoch begann das, wovor Macer immer ein wenig Angst hatte - das Vorstellen anderer Gäste und Verwandter des Gastgebers. "Salve, Flavia Domitilla, es freut mich, deine Bekanntschaft zu machen", begrüßte er nun jene Dame, die den Gastgeber als ihren Neffen bezeichnete und die folglich seine Tante sein musste. Wenn er sich Mühe gab, würde er das am Ende des Abends vielleicht sogar noch wissen. Glücklicherweise lenkte sie von den Verwandtschaftsbeziehungen schnell genug ab, indem sie weitere Überraschungen des Abends andeutete. "Nun, da bin ich gerne bereit, mich überraschen zu lassen. Wer später mal ein guter Aedil werden will, kann ja nicht früh genug mit geselligen Gastmählern zu üben beginnen", schlug er bei dieser Gelegenheit wieder den Bogen zurück zur politischen Karriere des Gastgebers.

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