[Subura] Schmierige Spelunke am Kanal

  • Tief in den dreckigen Eingeweiden der Subura, am Ende einer zugemüllten Gasse, lag diese schäbige Kaschemme. Das windschiefe Haus war umgeben von halbverfallenen Insulae, und direkt daneben plätscherten die unappetitlichen Fluten eines Abwasserkanals. Ständig lag ein fauliger Geruch in der Luft.
    Über dem verzogenen Holz der Eingangstüre schaukelte quietschend ein rostzerfressenes Metallschild. Darauf war mit groben Strichen das Bild einer haarigen schwarzen Spinne gepinselt.
    Wer an Dulcius, dem pockennarbigen Messerstecher an der Türe vorbei kam, gelangte in einen langen und düsteren Gang, strich dann einen muffigen Vorhang zur Seite und befand sich im Schankraum. Da war es finster und verwinkelt. Nur einige flackernde Öllampen hingen an Ketten von der Decke. Ihr Qualm hatte die Wände schon längst schwarz gefärbt. Der Boden war mit matschigem Stroh bestreut. Darin standen kreuz und quer die klobigen Holztische und Bänke, die sich immer leicht klebrig anfühlten.


    Allabendlich versammelte sich dort ein lichtscheues Publikum von Trunkenbolden, Bettlern und Vagabunden, Zuhältern und Dirnen, Lumpensammlern und Rattenfängern. Hin und wieder gesellten sich abenteuerlustige Sprößlinge aus gutem Hause dazu, die mal richtig was erleben wollten.
    Hier gab es keine Teller, nur Mulden in der Tischplatte, in die die Suppe mit einer großen Kelle hineingegossen wurde, und die Löffel waren mit Ketten am Tisch befestigt. Aber das Bier war erstaunlich gut und dabei billig, und abends ging es immer hoch her. Da wurde gesoffen, gegrölt, getanzt, gelacht und Geschäfte gemacht.
    Die Herrin über dieses Reich nannte sich 'Aranea' . Sie war eine ungeheuer fette Frau mit schwammigen Armen und einem aufgedunsenen Gesicht, der man nachsagte, daß sie in allem, was in der Subura so lief und Geld abwarf, ihre unförmigen Finger drin hatte. Angeblich war sie steinreich und hatte in der Vergangenheit Dutzende von Konkurrenten aufs grausamste beseitigen lassen...
    Ob das nun der Wahrheit entsprach oder nicht, auf jeden Fall saß 'Aranea' im Zentrum eines wohlgeknüpften Netzes von Informationen und Gefallen. Von den Vorgängen in der Subura entging nur wenig ihren kalten Fischaugen, und sie konnte ziemlich viel an fast jeden vermitteln... für den richtigen Preis.

  • Draußen klapperten die Fensterläden im Wind. Aus den nassen Kleidern der zahlreichen Gäste stieg ein feuchter Mief auf, und verschlug Felicia Scintilla den Atem als sie in die Spelunke hineinkam.
    Sie marschierte unwirsch auf die Theke zu, hinter der sich schemenhaft im Qualm und Dunst Araneas gebieterische Gestalt abzeichnete, ließ sich neben ein paar würfelnden Galgenvögeln auf ein leeres Faß plumpsen und rief dem rachitischen Schankjungen zu: "Einen großen Humpen!"
    "He, Feli, Süße!" Eine dunkelhaarige, grell geschminkte Frau mit Stupsnase und sehr vollen Lippen tauchte aus dem Nebel auf.
    "Fortunata!" Die beiden küssten sich überschwenglich auf die Wangen.
    "Ich dachte schon du kommst gar nicht mehr hierher." Fortunata zog sich auch ein Fass heran und drängte sich neben Felicia Scintilla. "Wie läufts? Wo warst du?"
    "Ach du! Ich könnte platzen vor Wut! Larinus, dieser Schuft! Der hat mich so abserviert, dieser miese Versager!" Scintilla knallte die Faust auf den Tisch. Ihr Bier kam, und sie nahm eine tiefen Zug.
    "Weißt du, der hat mich einfach rausgeworfen! Mich! Und das ganze Geld hat er behalten!"
    Fortunata schüttelte ungläubig den Kopf. "Aber wer soll denn jetzt tanzen?"
    "Eben!" Scintilla wedelte erbost mit den Händen in der Luft und schimpfte lautstark weiter: "Eben! Ich sag dir, ohne mich geht die Truppe vor die Hunde! Aber der, dieses Dreckschwein, der denkt überhaupt nicht nach! Und das Geld, das Geld, das ich verdient habe, es war ein ganzer Batzen, das hat er bestimmt schon wieder verwettet! Ich sag dir, morgen geh ich zu einer Striga und laß ihn verhexen, der Schwanz soll ihm verdorren!"
    "Na na." Fortunata strich Scintilla beruhigend über den Rücken. "Am Ende bereust du das."
    "Oh, Männer!" Scintilla raufte sich die Haare. "Warum gerate ich immer an die falschen! Ich bin völlig abgebrannt! Vorhin war in der Pfandleihe, aber der Alte da ist wirklich ein Halsabschneider, ein Blutsauger! Und ich würde ja arbeiten, aber niemand will eine ernsthafte Künstlerin, die haben überhaupt keinen Sinn für wahre Kunst, immer heißt es 'ausziehen, ausziehen'!"
    Ihre Freundin nickte ungerührt. "Ja, so sind die Männer eben." Neugierig sah sie Scintilla an. "Aber sag mal, wie kam denn das, ich meine, ihr habt euch doch ganz gut verstanden..."
    "Ach! Er ist einfach viel zu besitzergreifend...." Scintilla lies den Satz in der Schwebe.
    "Besitzergreifend?" hakte Fortunata nach.
    "Eifersüchtig. Ich hab da einen seeehr einflußreichen Mann kennengelernt, attraktiv war der auch noch, und das hat Larinus völlig mißverstanden, dann gab ein Wort das andere... Dreckschwein." Scintilla kippte das Bier. "Und du?"
    "Ich komm so über die Runden. Halte mich seit neustem an Quentin. Hast du schon gehört, sie haben Narcissa gefunden, aufgeschlitzt von oben bis unten trieb sie im Tiber!"
    "Nein!" Scintilla riss die Augen weit auf. "Wirklich! Und weiß man..."
    "Es gibt da Gerüchte..."
    Die beiden steckten die Köpfe zusammen und waren schon bald in den neuesten Subura-Klatsch vertieft.

  • Der Regen klatschte auf Hannibals dunkelbraunen Umhang. Das Wasser hatte schon längst den Stoff durchdrungen auf dem Weg vom Lupanar zu der Spelunke am Kanal. Hannibal hatte es dabei nicht eilig, denn jedes Mal, wenn er in diese Gasse trat, verschlug es ihm den Atem. Der Gestank war schier nicht zum aushalten. Sinnierend betrachtete er den Kanal und die vielen Abfälle, doch dann betrat er die Absteige. Ohne seine tropfende Kapuze herunter zu ziehen, steuerte Hannibal zielstrebig an den Tischen vorbei. Kaum jemand schenkte er auf seinem Weg Beachtung. Er wollte auch niemanden sehen und niemand sollte so tun, als ob er Hannibal kennen würde. An einem hinteren Tisch, nahe der rußverschmierten Wand, setzte sich Hannibal an einen Tisch, er war noch leer. Brütend saß er an diesem und wartete. In letzter Zeit war er faste jeden Abend hier gewesen, so stand recht schnell ein Krug mit Bier vor ihn. Doch das Gebräu, kaum besser als das Abwasserwasser, wurde von Hannibal mit keinen Blickes beachtet.


    Eine zweite Gestalt, ein alter humpelnder Mann, näherte sich den Tisch und nahm neben Hannibal Platz. Hannibal sah nur kurz unter seiner Kapuze auf. Der Alte schob ihm ein Bündel Papyri zu. "Ägyptischess, ganzzz wie Du wolltesst!" Der Alte sprach hell und mit zischelnden Lauten. Hannibal nickte knapp und steckte die Papyri ein. "Was willst Du?" murmelte Hannibal. Der Alte taxierte Hannibal und beugte sich vor. "Du ssschuldessst mir einige Gefallen, Hannibal! Dasss weißsst Du! Ess gibt da wass, wass Du erledigen sssollsst." Hannibal starrte auf einige Dreckflecken vor sich, zeigte aber keine Reaktion. Nach einigen Sekunden des Schweigens nickte Hannibal langsam. Der Alte grinste zufrieden, er hatte keine Zähne mehr im Mund und stand ächzend auf. "Gut, ich ssschick Dir Gultullus vorbei!" Erneut ein Nicken von Hannibal, aber nicht mehr. Doch dann sah er auf. "Es fehlt noch einiges! Ich möchte die Informationen morgen von ihm bekommen. Waren sie in der Casa?" Der Alte grinste breit und tippte sich gegen seine Nase. "Aber natürlich! Wir haben auch den von der Wache aussfindig gemacht...aber alless wenn Du Deine Schulden bezssahlt hasst!" Der Alte humpelte davon.


    Hannibal starrte ausdruckslos auf die Tischplatte. Gequält schloß er die Augen. Ohne darüber nachzudenken griff er nach dem Bier und trank einen tiefen Schluck, was er sofort bereute und angewidert das Gesicht verzog. Langsam, wie unter Mühe hob er seine Augen und zog seine nasse Kapuze nach hinten. Einige dunkle Haarsträhnen klebten an seiner Wange. Seine dunklen Augen hafteten sich auf Scintilla. Grübelnd musterte er sie. Nicht lüstern sah er dabei aus, sondern nachdenklich.

  • Ein schmuddeliger Greis stieg schwankend auf einen Tisch, grinste breit mit zahnlosem Mund, und setzte eine lange Knochenflöte an die Lippen. Schrille Töne erklangen und fügten sich zu einer schrägen, aufpeitschenden Musik. Der Geräuschpegel stieg weiter als ein lärmender Streit zwischen den Würfelspielern an der Theke ausbrach.
    Ein stutzerhaft zurechtgemachter Schlägertyp mit krummer Nase und geölten schwarzem Haaren erschien hinter Fortunata und gab ihr einen gutgelaunten Klaps auf den Hintern.
    "Hör ma, Häschen," brüllte er ihr ins Ohr, "hab'n Kund'n für dich, 'n fein'n Kerl, der wart't schon drüb'n, kümmer dich ma!"
    "Ja, ja, drängel doch nicht immer so Quentin." Fortunata rollte mit den Augen und erhob sich. "Man sieht sich.." flötete sie Scintilla zu, und tätschelte ihr zum Abschied den Scheitel. "Und das mit Larinus wird schon wieder, glaub mir..." Und sie verschwand zwischen den dichtgedrängten Gästen.
    Dafür lies sich der Zuhälter schnaufend auf das Faß niedersinken. Ein gedrungener weisser Molosserhund tauchte unter der Theke auf und drückte sich schüchtern an seine Beine.
    "Un, hast's dir überlegt, Schätzchen?" Quentins schwarz behaarte Hand legte sich auf Scintillas Knie. Sie schüttelte sie ab. "Nee, vergiß es." Der Molosser sah sie mit großen treuen Hundeaugen an, und Scintilla kraulte ihn hinter den zerbissenen Ohren. "Na, Orkus?"
    Quentin zeigte stolz auf den Hund. "Is'n echta Killer, Schätzchen. Bald laß ich'n kämpf'n, der geht durch wie nix!"
    In diesem Moment erspähte 'Orkus' eine fette Ratte, die gerade unter Hannibals Tisch die Krumen auflas. Wie der Blitz sauste der Hund los, tap tap tap, überrannte fast den armen Schankjungen und erwischte die Ratte gerade noch bevor sie in ihrem Loch verschwinden konnte. Er zermalmte das quiekende Bündel zwischen den breiten Kiefern und apportierte sie wedelnd. Der bleiche Rattenschwanz hing seitlich zwischen den scharfen Reißzähnen heraus. Orkus sah sehr stolz aus als er den tropfenden Kadaver vor Quentin auf den Boden fallen lies. "Braver Bursch! Haste gesehn, Schätzchen?"
    Scintilla nickte, lachte ein wenig zu laut über den Hund, warf die Locken zurück und winkte betont unbekümmert zu Hannibal herüber, den sie gerade entdeckt hatte.

  • Caius war unterwegs auf Sauftour durch die Subura, um seine neue Heimat kennen zu lernen. Gerade bei diesem Regen sollte er eigentlich zu Hause bleiben, aber er hielt es nicht aus, in diesem winzigen Zimmer mit den schreienden Kindern. So kam er an der Taverne vorbei, vor der ein hässlicher Türsteher stand. Wo solche Gestalten an der Tür standen, war es immer lustig, also trat Caius ein. Sofort schlug ihm der Dunst des Raumes, der offensichtlich von den durchweichten Mänteln der Besucher kam, entgegen. Aber das war bei solchem Wetter normal.
    So setzte er sich an den Tisch neben einen dunkelbraunhaarigen Burschen, der sich mit einem zahnlosen Alten unterhielt. Vielleicht ein Schwarzhändler, aber das interessierte Caius nicht.
    Plötzlich sprang ein gewaltiger Hund auf den Tisch zu und Caius stand auf. Vielleicht hatte er etwas gegen ihn?
    "Hey, pfeif' dein' Hund zurück!" rief er dem Besitzer zu, der mit einer äußert hübschen Frau - hoffentlich einer Kellnerin - sprach.
    Doch da hatte der Hund auch schon eine Ratte erwischt und trug sie weg. Caius setzte sich und wartete auf das Bier. Er hatte dieses Zeugs noch kaum getrunken, aber eigentlich war es gar nicht so schlecht...

  • "Der tut nix!" brüllte Quentin quer durch den Raum und klopfte seinem Hund zufrieden auf den Rücken. "Nur wenn ichs ihm sag'n tu, da wird 'r zur Wildsau, gell Orkus!" Der Hund zog sich mit seiner Beute vorsichtig in den Schatten unter der Theke zurück und fraß.
    Ein Durcheinander von Stimmen füllte den Raum, übertönt von der schrillen Flöte und vom Stampfen und Poltern als einige Gäste zwischen den Tischen ein Tänzchen wagten.
    Hektisch hastete Nonus, der kleine Schankbub, hin und her, noch ganz blaß im Gesicht, denn der Hund hatte ihn arg erschreckt. Auch zu Caius kam das bleiche verwachsene Kind, und setzte ihm einen großen tönernen Humpen vor. Das Bier schäumte über den angeschlagenen Rand auf die schartige Tischplatte, in die so allerlei obszöne, aber auch unverständliche Zeichen und Worte geritzt waren.
    "Ein Skandal ist das!" polterte ein untersetzter Mann mit roter Nase am Nebentisch. Er warf ein paar Würfel hoch in die Luft und fing sie geschickt wieder auf. "Das laß ich mir nich nehmen! Die solln nur kommen! Die schicken wir ganz schnell wieder heim! Mit blutigen Köpfen!" Zustimmendes Gegröhle brach um ihn herum aus.
    "Bißchen Gesellschaft gefällig?" Ein weibisch herausgeputzter Jüngling mit langen braunen Haaren löste sich schwankend aus der Gruppe der Tanzenden und beugte sich nahe an Caius heran. Seine fiebrig glänzenden dunklen Augen waren mit Kohle umrahmt und wirkten riesengroß. Eindringlich sah er Caius an.

  • Sim-Off:

    ups, übersehn :D


    Caius sah Quentin noch einmal böse an, dann wartete er. Das Bier dauerte aber auch ewig. So betrachtete er die eingeritzten Botschaften auf dem Tisch. Manche malten ein Grinsen auf sein Gesicht, manche handelten von der Wirtin und lenkten seinen Blick auf diese. Naja...soo toll war die auch nich'...
    Endlich kam sein Bier und er nahm einen tiefen Schluck. War ganz passabel. Besser als das Weingepansche, das er in seiner neuen "Stammkneipe" in der Wassergasse bekommen hatte. Trotzdem irgendwie gewöhnungsbedürftig...
    Plötzlich kam eine Schwuchtel an seinen Tisch, die Caius keines Blickes würdigte.
    "Wenn du 'ne anständige Frau wärst, aber so..."
    Dann sah er ihn doch an. Richtig arm wirkte der Bursche - hatte wohl keine Alte daheim, die ihm zu Willen war...vielleicht war das auch nich' sein Ding...
    "Frag doch mal mein' Nachbarn!" sagte er dann und deutete auf Hannibal, der immernoch mit den zahnlosen Alten sprach.

  • Bier war einfach nicht sein Getränk. Mochte das Sabberwasser, das Kanalwasser, wie Hannibal es bezeichnen würde, den Meisten schmecken, bei ihm war es nicht der Fall. Angewidert schob er schließlich das Bier zur Seite. Flüchtig nickte Hannibal Scintilla zu. Dabei bemerkte er gar nicht, dass er Gesellschaft bekommen hatte. Erst der Hund riss Hannibal aus seinen lethargischen Gedanken. Schnell zog Hannibal seinen Fuß weg und verzog nur ein wenig das Gesicht. An diese Gepflogenheiten hatte sich Hannibal derweil schon gewöhnt.


    Die Tür der guten Stube schwang auf. Eine Windböe fegte hinein und trieb Regentropfen über die Schwelle. Mit der Windböe stolperte ein Mann hinein. Nicht sonderlich groß und mit schwarzen Haaren, die er sich sorgfältig über seine wachsende Glatze gekämmt hatte. Der Mann trug einen breiten höchst unrömischen Schnurrbart, sorgfältig gekämmt. Doch der Wind hatte einige seiner Haare von der Glatze zur Seite gefegt. Schnell strich er sich die Haare glatt, zog seine Tunika herunter und spähte besorgt in einen kleinen grauen Sack hinein, den er über der Schulter hängen hatte. Ein kleines spitzes Näschen lugte hervor. Stolz lächelnd lief jener Mann auf die Tresen zu und setzte sich dort, nur um ein Bier hingestellt zu bekommen. „Psst...Aranea!" versuchter er die Aufmerksamkeit der Besitzerin auf sich zu ziehen. Aus seinem Sack kroch ein Frettchen mit seinem Kopf hervor und spähte in jede Richtung. Das Näschen schnupperte und man hatte fast das Gefühl als ob das kleine Ding jeden Gast mit wachsamen Auges einschätzte. Flink wie ein Wiesel huschte es aus dem Sack hervor.


    Wechseln wir mal die Perspektive. Die Tische wachsen und wachsen, die Menschen werden gar zu Riesen und gucken wir mal aus den kleinen Äuglein eines Frettchens. Die Füße huschen über den Boden und ein kleines Loch unter den Tresen ist sofort entdeckt. Schummriges Licht umgibt uns, die Menschen sehen etwas verwaschen aus, doch ihr Geruch ist intensiv. Aber Moooment! Da war eine! Eine fette, appetitliche Ratte. Husch, husch! Schnell getrippelt und da war das kleine haarige Wesen. Unsere Zähne vergraben sich im Nacken, das Genick bricht durch die Kraft unseres Kiefers, warmes Blut schießt in unser kleines, aber mörderisches Maul. Lecker, delikat! Nur eine Ratte schmeckte so gut. Noch eine! Ratte fallen gelassen! Schnell, schnell die Nächste und tot. Zufrieden putzen wir uns das kleine Mäulchen und schnuppern wieder herum. Doch lassen wir das kleine Frettchen, dessen Namen werden wir erst später erfahren, unter dem Tisch und sehen mal nach oben.


    Verwirrt sah Hannibal auf! Hatte ihn jemand angesprochen? Freundlich nickend grüßte Hannibal seinen Tischgenossen und folgte dann dem Quell dessen Aufmerksamkeit. Ein breites Lächeln erschien auf Hannibals Miene. Schnell schlang Hannibal den Arm um die Hüfte jenes Jünglings und zog ihn auf seinen Schoß. Die andere Hand legte Hannibal dem Jungen in den Nacken und küsste ihn forsch. Lächelnd löste Hannibal sich von dem Jungen und strich ihm eine Strähne zurück. „Flosculus, was machst Du denn hier? Du solltest nicht hier nach Kunden suchen. Willst Du etwas Bier?“ Hannibal schob sein vernachlässigtes Bier zu dem Jungen und sah schließlich zu Terentius. Der Jüngling schien Hannibal aus seiner Lethargie vollends heraus gerissen zu haben und er musterte seinen Tischgenossen mit dem Hauch von Neugier. Und wie das nun mal so ist, wenn man sich nicht kennt, es kommen zuerst die Standardfragen. „Du kommst nicht oft hier her, oder?“ Hannibal bemühte sich ein wenig den Suburaslang hinzubekommen, eher schlecht als recht.

  • Wuchtig verschränkte Aranea, die Wirtin, ihre schwammigen Arme auf der Theke vor dem schnurrbärtigen Neuankömmling. In ihren aufgedunsenen Zügen stand ein Ausdruck von Langeweile. "Wenn du wegen Pictor kommst... die Sache ist längst passe." teilte sie ihm unbeteiligt mit, wies dabei aber unmerklich mit einem subtilen Schwabbeln des Doppelkinns auf einen vernarbten Mann, der gerade ein Wurfmesser zwischen Daumen und Zeigefinger wog. Er zielte sorgfältig, und die Waffe flog über die Köpfe der Trinkenden hinweg, und bohrte sich mitten in ein grob in die Wand geritztes Gesicht.
    Aranea nahm einen schmutzigen Lappen und rieb an einem ebenso schmutzigen Krug herum."Was macht´n der Kleine?" wollte sie wissen.


    Einige Meter weiter hatten Scintilla und Quentin eine Weile lang die Köpfe zusammengesteckt. Jetzt lehnte der Zuhälter sich zurück und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
    "Also nur verhaun?" vergewisserte er sich bei Scintilla.
    Sie überlegte. "Eigentlich könntet ihr noch... ach nein, nur ein bisschen verhauen, ja. Und dafür mach ich diese Schlangengeschichte bei eurem Treffen, das kommt immer gut an."
    "Hmm ja, is gut so, abgemacht." Quentin grinste dreckig. "Wie wärs jetz mit´m Küsschen, Schätzchen?" Zielsicher kroch seine behaarte Pranke in Scintillas einladend präsentierten Ausschnitt. Sie schlug ihm heftig auf die Finger und sprang auf. Der Molosser begann aufgeregt herumzuspringen und laut zu bellen.
    "Nimm deine dreckigen Pratzen von meinem Busen, du lumpiger Strolch!" schimpfte Scintilla giftig.
    "Jetz zick ma nich so rum, Schätzchen, bist auch nur ne Schlampe!"
    "Ich bin KÜNSTLERIN, du Trottel, aber davon hast du ja kein blassen Schimmer!"
    Quentin brach in grölendes Gelächter aus. Er schlug sich auf die Schenkel und prustete fröhlich: "Du bist echt´n Orginal, Puppe!"
    "Banause!" Mit diesem vernichtenden Urteil wirbelte Scintilla herum, warf wütend das Haar in den Nacken und bahnte sich einen Weg zwischen den Gästen hindurch. Auf der Suche nach angenehmerer Gesellschaft strebte sie auf den Tisch zu, wo sie vorhin Hannibal gesehen hatte.


    Flosculus sank gerade weich auf dessen Schoß. "Amator..." flüsterte er, und erwiderte geschmeidig den Kuss, während sein unsteter Blick flackernd umherirrte. Fahrig glitten seine Hände über Hannibals Schultern, und legten sich dann um den Becher. Die Handrücken waren mit über und über mit halbverwischten Ornamenten bemalt. Er trank, legte dann den Kopf an Hannibals Schulter und schloss friedlich die Augen.

  • Caius betrachtete angewidert den Austausch von Liebkosungen seiner Nachbarn. Mochte Trend sein, was wollte - er konnte sich irgendwie nicht mit dem Gedanken anfreunden, einen Mann zu...naja. Wenigstens war der Typ freundlich und so antwortete er
    "Ne, bin neu hier. Du scheinbar schon!"
    Er grinste und blickte zu seinem "Amator".

  • Der Neuankömmling, der mit dem Schnurrbart, verfolgte den Flug des Messer leicht nervös und zuckte zusammen als das Messer sich in das Bildnis grub. Mit leicht zitternder linken Hand fuhr er sich über seine Haare, strich sie über die kahlen Stellen und danach seinen Schnurbart glatt. „Neeee, nee! Desweg’n...häii, Murinus! Du klüne Ratte...wir soll’n Dich besser Rattus nennen!“ Der Frettchenbesitzter lachte gackernd, wurde dann jedoch sofort wieder ernst. „Du schuldest mir noch 10 Sesterzen. Die Miete steht noch aus...ja, ja, wink nur ab! Wirste sehen, wo Du bleibst, Du Ratte! Du!“ Der Mann, geben wir ihm endlich mal einen Namen und zwar Damus, wandte sich wieder zu der Wirtin um. „Also, Aranea, Prächtige, es geht um die Wettkämpfe. Sie sind doch schon in einer Woche, oder? Ich will mein Startgeld für den Lütten zahlen...ups, wo ist er denn wieder? Ja, Pfurzdreck noch mal. Ultor? Uuuuultor? Komm, komm?“ Damus sprang vom Hocker und fing an nach seinem kleinen Frettchen zu suchen. Dabei näherte sich, immer leise schnalzend auch den besagte Tisch, wo die eigentlichen Protagonisten des Abends sitzen oder bald sitzen werden. Nichts gegen die Anderen in der Schenke, aber sie sind nun mal Nebenfiguren.


    Hannibal strich zärtlich über den Rücken seines Schoßjünglings und fuhr mit seinem Zeigefinger unter dessen Tunika. Ungeniert und ohne sich dabei zu schämen tat er das offen in der schmierigen Spelunke hier. Die Meisten schienen sich jedoch nicht sonderlich daran zu stören. Hannibal zog den Jungen auf seinen Schoß näher heran und flüsterte leise. „Komm später mit, Flosculus. Ich hab für Dich einen besseren Platz zum Arbeiten. Hast Du immer noch denselben, der auf Dich aufpasst?“ Doch wirklich eine Antwort erwartete Hannibal nicht. Statt dessen hob er seine Hannd. „Aranea, bring mir doch etwas Wein. Dein kleines Faß, schöne Frau!“ Somit war wohl auch Terentius letzte Frage geklärt. Fragend sah Hannibal zu Terentius. „Ich mag Bier einfach nicht. Möchtest Du auch etwas Wein? Übrigens, Hannibal mein Name.“

  • Trotz allem war ihm das Liebesspiel dieses Hannibal mit seinem Liebling suspekt. Bestimmt war der Bursche ein Grieche. Griechen liebten Knabenspiele, wie man sich erzählte.
    "Ja freilich!" antwortete er und schob sein Bier beiseite. Eingeladen werden war immer besser als selber kaufen.

  • Ruppig drängte Scintilla sich an zwei Besoffenen vorbei und erreichte nun auch den Tisch der Protagonisten.
    "Hannibal! Schön dich sehen!" Sie beugte sich vor und küsste ihn, ohne Widerstand zu dulden, mit südgallischer Herzlichkeit auf die Wange.
    "Endlich mal ein feiner Mensch, hier, zwischen dem ganzen Abschaum... und Flosculus! Grüß dich, mein Süßer!" Sie wuschelte ihm durchs Haar. Flosculus öffnete kurz die Augen, sah Scintilla verschleiert an, und dämmerte wieder weg.
    Scintilla setzte sich an die freie Seite des Tisches.
    "Wein, Hannibal? Bist du gar zu Geld gekommen? Ich krieg doch auch was ab, hmm? Das brauch ich jetzt, echt. Männer! Die sind echt das Letzte!" Melodramatisch verdrehte sie die Augen gen Himmel, richtete dann den Blick ihrer grünen Katzenaugen neugierig auf Caius. "Oh, ein neues Gesicht? Wer ist denn dein Freund?" Quer über den Tisch hinweg lächelte sie Caius verschmitzt an. "Salve, Fremder! Ich bin Scintilla."


    Ganz leise und etwas verwaschen murmelte der süße Flosculus, der sich gerade so anhänglich an Hannibal schmiegte, in dessen Ohr: "Amator, ich kann nich!" Innig strichen seine Lippen über Hannibals Schläfe, etwas Lippenrot färbte ab und hinterließ eine verwischte Spur. "Kaufst du mir was zu essen, bitte?"


    Am Nebentisch wechselte gerade ein großer Haufen von Münzen den Besitzer. Neben dem Flötenspieler kletterte ein dralles Mädchen auf den Tisch und wiegte sich schwerfällig im Takt seiner Musik.
    Aranea nickte Damus erfreut zu. "Hm, is gut. Nur zum Rattenbeißen, oder auch zum Duell? ... He, Damus, ich hab dich was gefragt!" Aber der war schon weg und suchte sein Frettchen.
    Barsch blaffte die Wirtin dann den kleinen Nonus an: "Ein Krug vom kleinen Faß, na los du Faulpelz! Und die guten Becher dazu!"
    Bald darauf erschien der Schankjunge mit dem Gewünschten. Sein spitzes bleiches Gesicht war ganz starr vor Konzentration, als er Hannibal aus dem großen Krug den, diesmal sauberen, Becher füllte. "Zum Wohl" wisperte er kaum hörbar, und hastete schon weiter. Dann stutzte er, und lächelte freudig, als er unter einem Tisch das kleine Frettchen entdeckte, das sich gerade das blutige Schnäutzchen putzte.
    Achtlos lies Nonus sein Tablett stehen, und krabbelte unter den Tisch. "Ultor!" flüsterte er, kramte eine trockene Käserinde hervor und lockte das kleine Tierchen. "Ultor, komm doch ma her!"

  • Caius begutachtete das Mädel, das sich zu ihnen an den Tisch setzte. Die war schon weitaus mehr nach seinem Geschmack als die Schwuchtel. Er antwortete
    "Caius" als sie ihn grüßte und überlegte dann, was er sagen sollte.
    Dann begann eine Frau auf dem Nachbartisch zu tanzen und Caius folgte ihren anregenden Bewegungen, während seine Blicke immer wieder zu Scintilla gingen - die war fast noch besser...

  • Ultor, der Bezwinger sah sich in der verschwommenen Taberna um. Sein Schnäuzchen war noch ganz blutig und sorgfältig putzte er sich mit seinen kleinen Pfoten die Nase. Roch er da nicht etwas? Käse? Natürlich kannte Ultor das Wort dafür nicht, aber er wusste, dass die Großen da dies gerne aßen. Aber Ultor mochte am liebsten Fleisch, rohes, blutiges und warmes Fleisch. Besonders von Ratten. Sein Näschen zuckte, seine Ohren wackelten neugierig und er tapste näher an den Tabernajungen heran. Der Käse interessierte Ultor nicht die Bohne, aber der Große, der ihn hielt, sehr wohl. Denn Ultor juckte es am Nacken und er brauchte schnell einen, der ihn da kratzte. Dafür waren die Menschen immer gut.


    Sein Besitzer oder sein Halter, Damus, suchte immer noch nach seinem Frettchen. Sein ganzer Stolz. Kein Tier, selbst der große Hund von Quentin, war so eine Wucht wie sein kleiner Ultor. Sein ganzer Stolz! Damus kroch noch eine Weile über den Boden, richtete sich dann jedoch auf und setzte sich wieder zu der Besitzerin. Ultor würde schon zu ihm zurückkommen. „Nur zum Rattenbeißen! Wie immer halt!“ Sorgfältig glättete er seinen Schnurrbart und sah sich in dem Schankraum um. Da bemerkte er Scintilla. „Hey, artifex. Ich hab gehört, Du suchst noch ne Absteige. Es ist bei mir ein Platz frei geworden! Rattus ist ausgezogen! Du kennst ja den Preis und morgens gib's immer n'bisschen Brot und Weinwasser!“ Dass es eher Essigwasser war und das Brot von der Frumentationsliste kam, verschwieg Damus seinen Mietern natürlich. Es machte sich immer gut, ein wenig großzügig zu sein.


    An dem Tisch der wichtigen Akteure sah Hannibal auf als Scintilla heran trat. Lächelnd ließ er die Begrüßung über sich ergehen. „Scintilla, wohnst...“ Damus unterbrach Hannibals Rede und er sah zu ihm rüber. „Aranea? Hast Du noch etwas Eintopf und Brot?“ Beruhigend strich Hannibal durch Flosculus Haare hindurch und lächelte schief. „Zu Geld gekommen? Ach, meine neue Beschäftigung bringt mir eigentlich recht regelmäßig was rein, venustas, Scintilla! Wie viel brauchst Du denn? Aber hattest Du nicht gerade einen Auftritt?“ Hannibal musterte Terentius. Caius? Da brauchte es wohl erst eine hübsche Frau um dem seinen Namen zu entlocken. Hannibal schob sowohl Terentius als auch Scintilla einen Becher voll mit Wein hin. Ehe Hannibal davon trank, vergoss er auf den Boden noch das Opfer für Bacchus. „Worauf trinken wir?“

  • "Ich überlegs mir!" rief Scintilla freundlich durch den Raum zu Damus hinüber, und murmelte leise: "Ganz sicher nicht! Mieser Halsabschneider!"
    Theatralisch seufzend stützte sie den Kopf in die Hände und sah Hannibal wehleidig an. "Wieviel? Bei meinem Unglück brauch ich wahrscheinlich ein ganzes Fass bis es mir besser geht!
    Oder... ach so, du meinst Geld! Na das wäre toll, wenn du mir was leihen könntest! So ein paar Denare halt. Weist du, Larinus und ich, wir haben uns getrennt... dieser Versager, ich will nichts mehr von ihm wissen! Jedenfalls hat er sich mein ganzes Geld gekrallt, und die Kostüme und alles! Und dabei hatte ich gerade ordentlich was verdient, beim letzten Auftritt, das war eine tolle Feier, lauter vornehme Leute, und stell dir vor..."

    Scintilla sah bedeutungsvoll in Hannibals Augen, und vertraute ihm an: "Ich habe dort den Prätorianerpräfekten kennengelernt, Caecilius Crassus, höchstpersönlich, ehrlich wahr!" Sie nickte stolz. "Ein toller Mann! Nur ein bisschen schüchtern."
    Und sie seufzte wieder schwer, sah dann neugierig von Hannibal zu Caius. "Und, arbeitet ihr zusammen?"
    Dankend nahm sie den Becher entgegen. "Ich weiß nicht...vielleicht darauf, daß es plötzlich Gold regnet?"


    Die glatte Oberfläche des Weines kräuselte sich. Die Dielen erbebten. Aranea nahte.
    Sie trug einen großen verbeulten Kessel im Arm, und eine lange hölzerne Schöpfkelle, rührte einmal um, und füllte schwungvoll den Napf im Tisch vor Hannibal mit einer sämigen Brühe, in der matschiges Gemüse, und ein bleicher Suppenknochen schwammen. Ganz leise und verstohlen raunte sie ihm dabei zu: "Arius Ruber sucht dich, Herzchen. Allerdings noch immer in Trans Tiberim. Es heißt er hat schon nen Stock für dich angespitzt."
    Und wieder mit dröhnender Stimme: "Mahlzeit! Wer will noch? Is gut heute, mit Fleisch." Sie füllte die Kelle erneut, und hielt sie Caius unter die Nase. Fettiger Dampf stieg auf. "Probier mal."
    Flosculus' Nase zuckte, und er erwachte wie ein Dornröschen. Flink griff er nach dem an den Tisch geketteten Löffel, und begann hungrig, den Eintopf in sich hinein zu schaufeln.
    "Nonus! Bring Brot!" kommandierte Aranea noch.


    Doch der Kleine hörte sie gar nicht. Glücklich kauerte er unter dem Tisch, und streichelte sanft das kleine Frettchen. Vorsichtig nahm er das Tierchen auf den Arm, kicherte als der Schwanz ihn kitzelte, und kraulte ihm ganz behutsam den Nacken.

  • Caius verfolgte die Unterhaltung. Scintilla war also solo...sehr interessant...
    "Is' 'ne gute Idee!" stimmte er ihr zu und hob den Becher
    "Darauf, dass es plötzlich Gold regnet!"
    Dann prostete er Scintilla und Hannibal zu und goß den Wein hinunter.
    Diese Scintilla erzählte aber seltsame Geschichten - sie hatte den Prätorianerpräfekten kennen gelernt? So ein Blödsinn! Er lachte bei ihren Worten kurz auf.
    "Du hast den Prätorianerpräfekt kennen gelernt? DU?"


    Da kam auch schon Aranea und bot Suppe an. Die Brühe war nicht besonders, aber andererseits aß er sowieso immer so etwas. Er probierte aus der Kelle - wirklich nicht schlecht...
    "Was soll's denn kostn?" fragte er die Wirtin.

  • "Auf den Goldregen! Hoch die Becher!" Scintilla trank den beiden anderen zu.
    "Pah! Natürlich glaubt mir mal wieder keiner! Aber es ist die reine Wahrheit." Schnippisch erklärte sie Caius: "Ich bin Tänzerin, Künstlerin, verstehst du? Und bei dieser Arbeit komme ich immer wieder mit sehr hochstehenden Personen in Kontakt, ob du´s mir nun glaubst oder nicht!"
    "Aber, ach!" Sie raufte sich dramatisch die Haare. "Es ist ein brotloser Beruf! Langsam frage ich mich, ob ich mir nicht vielleicht was anderes suchen soll...muss..." Sie winkte Hannibal streng ab, obwohl der noch gar nichts dazu gesagt hatte: "Versuch es gar nich erst. Eins von deinen Pferdchen werd ich gewiß nicht!"
    "Und du? Was machst du so?"
    fragte sie Caius dann neugierig.


    Aranea schnaufte ungeduldig. "Kost nurn As, die Kelle. Also willste was oder nich?"

  • Caius nickte
    "Ich nehm'n Teller!"
    Dann wandte er sich wieder Scintilla zu, die ihm da das Blaue vom Himmel herunter erzählte.
    "Und, was habta so g'macht? Über die neuen Rekrutierungsmaßnahm'n geredet?" fragte er mit äußerst ironischem Unterton.
    Dass eine Tänzerin einen Gastgeber kennenlernte, konnte sie sich kaum vorstellen - es sei denn, sie hatte noch einen Nebenberuf...

  • Platsch! Und in der Mulde im Tisch vor Caius schwappte trübe Brühe. Ein welkes Kohlblatt trieb darauf, und an einem gespaltenen Knochen hing noch ein großer Brocken Mark.
    "Für mich auch, bitte." bestellte Scintilla, und bekam ebenfalls einen Schwung.
    "Wir haben über die Parade neulich geredet, und über das Wesen des Tanzes!" sagte sie dann patzig zu den Zweifler. "Und darüber wie sich der Charakter besonders im Kampf zeigt. Er hat sehr interessante Ansichten." Hoheitsvoll wandte sie sich dem Eintopf zu, fischte etwas heraus, schnippte es in die Ecke, und tunkte den Löffel ein.


    Eine breite weiße Schnauze stupste gegen Caius Knie. Mit großen treuen Augen sah der gewaltige Molosserhund zu ihm auf. Eifrig wedelte sein Schwanz hin und her, und erwischte dabei den Weinkrug - der schwankte, rutschte, und drohte über den Rand des Tisches zu kippen...

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