Über das Forum streifen

  • Für ein energiegeladenes, junges Mädchen wie die kleine Valeria Vestina gab es nichts schlimmeres als den ganzen Tag nur im Haus zu verbringen. Und so hatte die Zeit, die Vestina mit ihren Eltern im römischen Haus der Valerier verbrachte, für die Kleine zu einer kleinen Qual geworden, was dazu geführt hatte, das die Stimmung des Mädchens so weit in den Keller gerutscht war, dass sie sogar ihre, eigentlich stets gut gelaunte, Mutter mit runtergezogen hatte.


    Der Lösungsansatz des Elternpaares bestand darin, dass sie dem Mädchen gestatteten, das Haus zu verlassen. Da man ein so junges Mädchen natürlich nicht alleine durch eine fremde Großstadt streifen lassen konnte, hatten die Eltern einen vertrauenswürdigen Sklaven zu ihrem Schutz mit geschickt.


    Und so waren das Mädchen und der Sklave unterwegs durch die Stadt. Für das kleine Mädchen gab es an diesem Tag eigentlich nur ein wichtiges Ziel, dass sie unbedingt sehen wollte. So zwang sie den Sklaven mit kleinen Sticheleinen dazu, dass sie direkt das Forum Romanum ansteuerten. Vestina machte bereits auf dem Weg dorthin große Augen, denn die riesigen Gebäude, an denen sie vorbei kamen, waren mehr als beeindruckend, auch wenn sie an diesen eher wenig Interesse hatte.


    Als sie dann das Forum erreicht hatten, schaute sich die kleine Valerierin das Forum selbst eher flüchtig an und suchte mit wilden Blicken nach ihrem eigentlichen Ziel. Als das Ziel in ihr Blickfeld geriet, klappte ihr Mund, so gar nicht mädchenhaft, auf und sie staunte voller Freude. Der Tempel der Vesta war im Grunde genommen gar nicht mal so spektakulär, doch für das kleine Mädchen war der Anblick einfach nur überwältigend. Und so stand die Kleine, bewacht vom Sklaven, da und blickte aus großen Augen den Vestatempel an.


    Sim-Off:

    Wenn jemand mag...

  • Es war ein sonniger Tag in Rom und Iulia freute sich hinaus zu kommen. Doch nicht unbedingt in Form einer Sänfte und umringt von Sklaven, sie wollte Spazieren gehen. Alleine.
    So sah sie sich in der Domus Iulia um wo wer gerade zugange war. Von den Männern war nichts zu sehen. Sehr gut schon einmal.
    Nach einem Blick in Servilia Geminas Cubiculum sah sie, dass ihre Mutter gerade ein Mittagsschläfchen hielt. Perfekt. So würde ihr keiner dazwischen kommen, wenn sie gehen wollte. Mit breitem Lächeln steuerte Iulia zur Porta. Dort meldete sie Wonga, dem Türsklaven: "Ich gehe aus und komme irgendwann wieder zurück." Wonga grunzte nur und kratzte sich am Kopf. Diese Herrschaft immer nur.


    Draußen in Freiheit steuerte sie ihre Schritte rasch in Richtung Süden. Ihr gefiel es den vielen Leuten rund um sich bei ihrem Tagewerk zuzusehen. Eigentlich wollte sie nur Spazieren gehen, weshalb sie kein festes Ziel hatte. Umso überraschter blickte sie auf, als sie sich plötzlich auf dem Forum Romanum wiederfand. Dieser Platz war einfach einzigartig auf der Welt und Iulia hatte ihn vermutlich doch schon irgendwie die ganze Zeit unbewusst angesteuert. Wohin wollte man in Rom schon groß gehen, wenn nicht auf das Forum?


    So schlenderte sie also zwischen den Leuten umher und erfreute sich an der prachtvollen Architektur des Platzes. Mächtige Tempel zu Ehren der Götter standen hier Seite an Seite mit Gebäuden des Volkes wie der Curia Iulia, dem Versammlungsort des Senats, oder den Basilicae, die Markthallen der Händler und Krämer. Ob Iulia wohl in die Basilica Aemilia hineinsehen sollte für ein wenig neuen Schmuck? Sie wäre nicht weit von dieser entfernt gerade. So im Nachdenken querte sie den Platz und nahm dabei nicht wahr, dass ein kleines Mädchen direkt auf ihrem Weg stand. So rempelte Iulia sie aus Versehen ein klein wenig an, ehe sie die Kleine bemerkte. Erschreckt hob sie ihre Hände an den Mund. "Tut mir leid!" rief Iulia erschreckt und wich einen Schritt wieder zurück.

  • Wie seit der Abreise meines Patronus nach Germania üblich, verbrachte ich auch heute wieder viel Zeit auf dem Forum Romanum. Wenn gerade im Senat nichts lief und auch niemand auf der Rostra eine grosse Rede halten wollte oder kein Prozess stattfand, so gab es doch immer genügend zu sehen und hören. So sah ich heute, wie eine unbegleitete junge Dame fast ein kleines Mädchen anrempelte, das in Begleitung eines Sklaven beinahe ehrfürchtig vor dem Vestatempel stand.

  • Zitat

    Original von Iulia Phoebe
    So schlenderte sie also zwischen den Leuten umher und erfreute sich an der prachtvollen Architektur des Platzes. Mächtige Tempel zu Ehren der Götter standen hier Seite an Seite mit Gebäuden des Volkes wie der Curia Iulia, dem Versammlungsort des Senats, oder den Basilicae, die Markthallen der Händler und Krämer. Ob Iulia wohl in die Basilica Aemilia hineinsehen sollte für ein wenig neuen Schmuck? Sie wäre nicht weit von dieser entfernt gerade. So im Nachdenken querte sie den Platz und nahm dabei nicht wahr, dass ein kleines Mädchen direkt auf ihrem Weg stand. So rempelte Iulia sie aus Versehen ein klein wenig an, ehe sie die Kleine bemerkte. Erschreckt hob sie ihre Hände an den Mund. "Tut mir leid!" rief Iulia erschreckt und wich einen Schritt wieder zurück.


    Sim-Off:

    Ui, der Klassiker: "Anrempeln" :D


    Die kleine Vestina stand schon eine ganze Weile da und schaute sich den Vestatempel an. Die Schlichtheit des Baus war für das kleine Mädchen etwas ganz besonderes in all dem Prunk, der sie hier auf dem Forum ansonsten umgab. Sie fand, dass der Tempel zu den schönsten Dingen gehörte, die sie kannte.


    So in Gedanken und Schwärmerei versunken bemerkte die Kleine gar nicht, dass sich ihr jemand näherte. Sie merkte es erst, als sie angerempelt wurde. "AUA!" stiess sie hervor als sie ins Stolpern geriet. Zu ihrem Glück konnte sie sich gerade noch halten, ehe sie hinfiel, was aber vor allem daran lag, dass der Sklave, der sie begleitete, ihr zur Seite sprang und sie stützte.


    Vestina rieb sich die Stelle, an der sie angerempelt wurde und sagte leise: "Schon gut." Ihr Blick wanderte gleichzeitig zur Remplerin auf und war leicht verwundert, da ihr Gegenüber eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrer Mutter hatte. "Mir ist ja nichts passiert."

  • Sim-Off:

    Wie willst du sonst mit einer fremden Kinder-ID ins Gespräch kommen, etwa mit der Frage "Willst du von mir Süßigkeiten"? :D


    Als Iulia sich wieder gefangen hatte war sie sehr erleichtert, dass auch der Kleinen nichts passiert war. Eigenartig, dass außer dem Sklaven aber sonst niemand bei ihr war. "Tut mir noch einmal Leid, dass ich so abgelenkt war. Mein Name ist Iulia Phoebe und wie heißt du kleine Freundin? Wo sind denn deine Eltern? Sie werden sich bestimmt schon Sorgen machen" sprach sie.
    Das waren unsichere Zeiten und wenn Iulia eins wusste, dann das, dass sie ihre eigenen Kinder so jung niemals alleine vor die Tür lassen würde, nur in Begleitung eines einzelnen Sklaven. War da nicht vor allzu kurzer Zeit ein Sklavenaufstand in Rom gewesen?

  • Sim-Off:

    Wäre doch mal ein interessanter Ansatz.. "Mama hat gesagt ich darf nicht zu Fremden in die Sänfte steigen." :D


    Die Kleine rieb sich noch einmal die Rempelstelle, begann dann aber zu lächeln. "Valeria." sagte sie und setzte nach: "Valeria Vestina. Meine Eltern sind zuhause. Ich darf mich ein Bisschen in der Stadt umgucken." Langsam fing das Mädchen an loszusprudeln.


    Der Sklave trat einen kleinen Schritt näher an die Kleine heran, da er offenbar das Gefühl hatte, dass es nötig war sich in das Gedächtnis seiner kleinen Schutzbefohlenen zu rufen. "Und das ist Marcus, der passt auf mich auf." erzählte Vestina. Dann senkte sie ihre Stimme zu einem lauten Flüstern und guckte die Iulierin verschwörerisch an: "Er sieht zwar nicht so aus, aber er ist wahnsinnig stark, nur glaube ich, dass er nicht so ganz clever ist."

  • Iulia kicherte. Die Kleine war schon süß. "Nun gut, wenn du in derart starken Händen bist brauch ich mir wohl keine Sorgen machen." sagte sie der Kleinen. Sicherheitshalber noch einmal über die Schulter sehend, ob sich ja auch keine Gefahr der jungen Vestina näherte fragte sie dann: "Offenbar war nicht nur ich abgelenkt gewesen. Was hast du denn hier so fest angesehen?"

  • Da aus der Rempelei eine kleine Unterhaltung wurde und auch der begleitende Sklave nicht weiter einschritt, nahm ich an, dass alles in Ordnung war und machte mich wieder auf den Weg meine weiteren Besorgungen zu erledigen.

  • Vestina nickte dazu, dass sich ihr Gegenüber keine Sorgen machen musste. Aber im Grunde genommen wäre das auch ihr Standpunkt gewesen, wenn sie ohne Sklaven unterwegs gewesen wäre, denn in ihrer kindlichen Welt war bisher noch kein Platz für die Schrecken der Welt. Ihre bisherige Kindheit in Neapolis war sehr behütet verlaufen und so hatte Vestina sich ihre kindliche Offenheit und ihre naive Unbedarftheit erhalten können.


    Dann fragte Iulia danach, was sie sich denn angesehen hatte und öffnete damit Tür und Tor für Vestinas volle Begeisterung. Sofort zeigte das Mädchen auf den Vestatempel und sagte: "Na den Tempel der Vesta. Er ist so wunderschön und irgendwie strahlt er so. Mama hat gesagt es gibt für uns alle kaum etwas wichtigeres als diesen Tempel. Wenn der irgendwann mal kaputt geht, dann sind wir alle dem Untergang geweiht. Deswegen ist es so wichtig, dass der auch gut gepflegt und bewacht wird." Die Worte sprudelten nur so aus dem kleinen Mund heraus, während ihre Augen begannen zu funkeln.


    "Und Papa hat gesagt, dass die Frauen die dort drin leben super wichtig sind und alle wunderschön und total schlau und von jedem bewundert und verehrt werden. Und Papa hat gesagt, dass es für unsere Familie total toll wäre, wenn ich eine von ihnen werden würde." sprudelte die kleine dann direkt weiter und wurde dabei leicht aufgeregt.

  • Dieser Vater hatte ja anscheinend sehr genaue Vorraussichten und Planungen, was die Zukunft seiner Tochter anging. Ganz anders, als ihr eigener Vater, der selbst nie gewusst hatte, was der nächste Tag wohl bringen mochte und als liebste Zeitvertreibung die gute alte Faulenzerei gehabt hatte. Iulia hätte sich gerne einen strengeren Vater gewünscht, der als Vorbild dienen hätte können. So jedoch hatte ihre Mutter, Servilia Gemina, die Vatersrolle zusätzlich übernehmen müssen. Ein Umstand, der einigen Kummer in ihrer Familie ausgelöst hatte.


    Umso mehr freute sich deshalb Iulia für die kleine Valeria Vestina. Sie war noch jung und aufgeweckt und sah mit ihren staunenden Augen nichts als Wunder in der Welt. Sie würde nichts von den körperlichen Lastern der Jugend vermissen und auch nie Armut erfahren, da sie als Vestalin beides niemals kennenlernen würde, Zeit ihrer Dienerschaft bei Vesta. "Du kannst sehr stolz auf dich sein, wenn du zu einer Vestalin erwählt wirst und alle Bürger Roms werden sich mit dir freuen" sagte sie freundlich. "Denn du hast Recht, die Vestalinnen sind die wichtigsten Frauen in unserer Stadt, sogar noch wichtiger als die Kaiserin, da sie das Ewige Feuer der Vesta hüten. Solange dieses Feuer brennt wird auch Rom stehen, hast du das gewusst kleine Freundin?"

  • Vestina nickte eifrig während Iulia sprach und lächelte dabei. "Wichtiger als die Kaiserin?" fragte sie verwundert und schaute für einen kurzen Moment auch etwas fragend aus der Wäsche. Doch dies hielt nicht lange an, denn dann klärte sich ihr Blick wieder auf und sie ging auf die, auf das Forum gestellte, Frage ein.
    "Ja, das mit dem Feuer weiss ich. Ich frag mich nur schon die ganze Zeit immer, ob es nicht wahnsinnig viel zu warm in dem Tempel ist, wenn da die ganze Zeit so ein großes Feuer brennt." In Vestinas Vorstellung befand sich mitten im Tempel nämlich ein riesiges Feuer.

  • Über diese kindliche Frage musste Iulia lachen. "Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie warm es im Inneren des Tempels ist, doch du kennst ja die Hochsommer in der Stadt. Ich glaube da ist ein kleiner Steintempel mit einem Feuer in der Mitte tatsächlich immer noch kühler." Interessant, die Kleine brachte Iulia auf Fragen, die sie sich selbst noch nie vorher selbst gestellt hatte und einer näheren Untersuchung durchaus würdig wären.

  • Vestina nickte. "Ja, da hast du vermutlich Recht. Die Sommer zuhause in Neapolis sind oft sehr, sehr warm." stimmte sie zu. "Wenn ich wirklich eine von den Vestalinnen werde, dann werde ich dir erzählen, wie warm es im Tempel ist."
    Sie lächelte und nickte bestimmend, so als wollte sie dabei keine Widerrede akzeptieren.

  • Auch Iulia nickte. "Dann werde ich dich gerne einmal in den Häusern der Vestalinnen besuchen, falls ich je hören sollte, dass du es geschafft hast, kleine Freundin." sagte sie in beschwörerischem Tonfall. Ein Pakt ward geschlossen worden. Für jene, die weniger hochtrabende Worte hören wollten; ein Versprechen war gegeben worden.

  • Das kleine Mädchen lachte und klatschte vor Freude in die Hände. "Du wirst die Erste sein, der ich es sagen werden." sagte sie fröhlich.


    Die sklavische Begleitung des kleinen Mädchens trat näher an die Kleine heran und sprach leise einige Worte zu ihr, ehe er sich wieder zurückzog. Das Mädchen nickte und schaute dabei etwas weniger glücklich drein.


    Dann wandte sie sich wieder Iulia zu und sagte: "Es tut mir leid, aber ich muss jetzt gehen." Sie deutete auf den Sklave und fuhr fort: "Er sagt, wir müssen wieder nach Hause zurück, weil wir schon länger unterwegs sind, als ich durfte. Ich glaube er hat Angst, dass er jetzt Ärger kriegt deswegen."
    Sie lächelte. "Ich fand es schön dich kennenzulernen."

  • "Gerne ich freue mich auf deine Nachricht!" lächelte Iulia. "Ich wohne in der Domus Iulia auf dem Esquilin. Siehst du jetzt weißt du mich finden kannst, kleine Freundin." Da trat der Sklave zum Kinde und flüsterte ihm etwas zu. Es war Zeit nachhause zu gehen. Natürlich verstand sie das. "Wenn das so ist musst du selbstverständlich schleunigst nachhause. Ich begleite dich, kleine Freudnin, bis vor deine Türe. So kann ich mir sicher sein, dass du sicher zurück zu deinen Eltern kommst. Wollen wir?"

  • Vestina lachte freudig und quiekte dabei leicht. "Das ist wunderbar." sagte sie, als Iulia darauf bestand die kleine nach Hause zu bringen.
    Das Mädchen blickte den Sklaven an und nickte leicht zum Zeichen, dass sie bereit war zum Aufbruch. Und dann machte sich die kleine Gruppe auf den Weg, fort vom Vestatempel, fort vom Forum und der Casa Valeria entgegen.

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