[Officium] Gaius Iulius Caesoninus

  • Caesoninus hatte gemäß der iulischen Tradition endlich das Anrecht auf ein eigenes Officium, nach der erfolgreichen Wahl zum Vigintivir. Es war über die Maßen erfreulich, endlich seinen Schreibtisch aus seinem Cubiculum räumen zu können und dort wieder Platz für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu haben, nämlich Ruhe, Entspannung und Bettfreuden. Seine Arbeit würde er in Zukunft jedoch hier, in seinen neuen Arbeitsräumen vollziehen.


    Caesoninus' neues Officium wurde dahingehend eingeweiht, dass er als erste "Amtshandlung" gleich einen weiteren Brief an Annaeus Florus Minor nach Germanien schrieb:



    Ad
    Lucius Annaeus Florus Minor
    Tribunus Laticlavius
    Legio II Germanica
    Mogontiacum


    Bester Freund!


    Verzeih mir mein Ungemach, dir jetzt erst schreiben zu können, doch der Wahlkampf, du weißt ja. Was dieses Thema angeht, so kann ich mit Stolz und Freuden verkünden, dass ich die Wahl mit 99% haushoch gewonnen habe! Ein wirklich unglaubliches Ergebnis, das ich sogar jetzt noch nicht so ganz begreifen kann. Ich hatte ganz wie es üblich ist, Brotspenden am Forum Romanum verteilen und Grafittis an die Hauswände schmieren lassen und ein öffentliches Opfer zum Gelingen der Wahl an die iulische Hausgöttin, Venus Genetrix durchgeführt. Außerdem hielt ich Reden auf der Rostra und im Senat. Dort war gewiss der stolzester aller Momente, denn gleich drei(!) namhafte Senatoren waren aufgestanden und hatte ihre Unterstützung für mich ausgesprochen, diese da in der erfolgten Reihenfolge wären; Spurius Purgitius Macer, Manius Flavius Gracchus und Herius Claudius Menecrates. Jetzt muss ich natürlich zusehen, dass ich die in mich gestellten Erwartungen auch halten kann nach meiner Amtseinsetzung.


    Da wir schon beim Thema Opfer kurz waren, vielen Dank für deine ersten Informationen über Norius Carbo! Falls du mehr in Erfahrung bringen kannst, würde mich das ungemein freuen. Der Gute hat nämlich bei mir anfragen lassen, ob ich ihm die Grundbegriffe des Opferns beibringen könnte, da schadet es gewiss nicht noch ein wenig mehr über ihn zu erfahren. Aber das es irgendwas mit Kreuzwegschreinen zu tun haben soll ist schon interessant. Ich denke ich werde auch ihn noch eingehender über Germanien befragen müssen, wo er doch aus eben jener Ecke stammen soll (Moguntiacum, du weißt ja). Danke übrigens deinerseits für deine ersten persönlichen Eindrücke dieses Landstrichs!


    Stella geht es gut, jedoch verhält sie sich seit dem Fest sehr ruhig. Zumindest ich habe nicht viel von ihr gehört und gesehen seitdem. Ob sie wohl in Gedanken bei dir weilt? Ich werde ihr sagen, dass sie gerne auch ihrerseits an dich schreiben darf (wieso auch nicht) und keine Ahnung, ob meine Stimme in diesem Falle etwas zählt, jedoch von meiner Seite aus kannst du ihr gerne schreiben. Wie das Iulius Licinus, oder senator Centho sehen, weiß ich jedoch nicht. Auch wer jetzt genau die Patria Potestas über die Mädchen hält, scheint noch nicht abschließend geklärt zu sein, denn weder Licinus, noch Centho scheinen bis dato dahingehend Anstalten gemacht zu haben, doch wenn ich genaueres weiß, lasse ich es dich wissen.


    Ich beende nun auch schön langsam diesen Brief, ich habe noch mein neues Officium fertig einzurichten. Ich habe nämlich mit der erfolgreichen Wahl als Vigintivir auch endlich gemäß der iulischen Tradition das Recht erhalten, eigene Arbeitsräume in der Domus Iulia besitzen zu dürfen, toll, nicht?


    Mach es gut und mögen die Götter dich schützen!



    Vale Bene


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    GAIUS IULIUS CAESONINUS
    AEDITUUS VENERIS GENETRICIS


    Domus Iulia | Collis Esquilinus | Roma


    Als Caesoninus fertig war, ließ er Maahes rufen.

  • Maahes war gerade damit beschäftigt gewesen gemeinsam mit einem anderen Sklaven eine Truhe zurecht zu rücken, die von einem Cubiculum ins nächste getragen werden sollte, damit die Damen des Hauses auch genug Stauraum für ihre Kleidung finden konnten. Als sie noch im Flur waren, kam Audata auf in zu. Die junge Ilyrerin machte niemals viele Worte und zumeist machte sie auch den Eindruck, mit den Wänden der Villa verschmelzen zu wollen, damit sie niemandem auffiel. Doch dem Ägypter war sie aufgefallen. Bereits mehrere Male, doch angesprochen hatte er sie noch nicht. In seinen Augen war sie sehr hübsch. Eine von jenen Frauen, die gar nicht wussten, wie viel Anmut in ihnen steckte, wie viel Liebreiz. Als er sie sah, lächelte er ihr entgegen, navigierte aber gemeinsam mit dem anderen noch die Truhe an ihren vorgesehenen Platz. “Der Dominus Caesoninus wünscht, dass du zu ihm kommst!“, sagte sie recht leise, als hätte sie Angst, die beiden anderen Sklaven bei etwas Wichtigem zu stören. “Er ist in seinem neuen Officium.“


    Maahes nickte. “Ich werde gleich zu ihm gehen,“ sagte er und schenkte der Sklavin noch ein offenes Lächeln, ehe er zu dem anderen schaute. “Schaffst du den Rest erstmal allein?“, wollte er wissen. Als der andere nickte ging der Ägypter zur Tür. Wie immer wenn der Dominus rief, hieß es alles stehen und liegen zu lassen. Wahrscheinlich hatte er wieder jede Menge Briefe geschrieben, doch das war zunächst nur eine Vermutung. Am neuen Officium angekommen, klopfte Maahes an die Tür, zögerte dann aber nicht einzutreten. “Dominus!“, sprach er sein Gegenüber an, das in der neu eingerichteten Räumlichkeit irgendwie erhabener wirkte als in seinem Wohnraum mit Schreibtisch. Immerhin war nun Vigintivir.

  • Die Tür stand hinter Maahes noch offen. Caesoninus richtete sich auf. Nachdem er so lange gesessen hatte, tat es gut einmal wieder die Glieder zu strecken und zu dehnen. Das Blut wieder fließen zu lassen, wie ein witzig gestimmter Medicus gewiss bemerkt hätte. „Maahes“, begann er, „Wieder einige Briefe, die es auszutragen gilt. Besonders der hier, der wieder nach Germanien an Annaeus Florus Min...
    Hier wurde Caesoninus je unterbrochen.


    Am Korridor vor seinem Officium war nämlich ein Sklave vorbeigestürmt, der offensichtlich nach Maahes auf der Suche war. Denn nachdem er schon am Officium vorbei gewesen war, hatte er nochmal gestoppt und war zurück. Er betrat mit drei großen Schritten den Raum. „Ah, hier versteckst du dich Maahes! Ich soll...“ Jetzt bemerkte er erst mit wem er im Raum stand. Sofort war der Sklave wie versteinert und lief weiß an vor Schreck. Caesoninus beachtete ihn mit einem etwas verstimmten Blick. „Was sollte das eben?
    Es dauerte einen Moment, ehe er wieder die Sprache fand. „Ich sollte nur..also, äh, ja ich...hm
    Raus mit der Sprache!
    Ähm, Phocylides hat mir aufgetragen für ihn Maahes zu holen.
    Wozu?
    Dem Sklaven war es sichtlich unangenehm, dass er einfach so hereingeplatzt war.
    Ähm, das weiß ich leider nicht. Ich sollte ihn einfach finden und zu ihm bringen, verzeih bitte Herr, dass ich dich störte!
    Schon wollte er sich wieder zurückziehen, da hob Caesoninus nach einem Seufzer die Hand. „Stopp! Schon gut, dann soll er meinetwegen zum Maior Domus gehen. Du jedoch trägst dafür die Post aus. Maahes, bevor du jedoch zu Phocylides gehst, bestelle Aesara in meine Gemächer, das wäre alles.


    Der Sklave war nicht glücklich darüber, dass ER jetzt die Post austragen musste, aber jetzt war das nicht mehr zu ändern.

  • Vom Atrium her ging der Ianitor mit dem claudischen Boten durch das Haus bis vor die Tür des Büros von Iulius Caesoninus. Hier stoppte er und klopfte.


    Caesoninus sah auf. "Ja bitte?" Erwartungsvoll legte er seinen Schreibgriffel beiseite und setzte sich etwas aufrechter hin. Vibilius trat mit einem leichten Kopfnicken ein und ihm folgte.... bei allen Göttern!
    Einer der Titanen offenbar, doch halt. Kannte er den Riesen nicht? Das war doch... das Schoßtier von dieser einen Claudia die er zuletzt einmal im Theater getroffen hatte, oder? "Ein Bote der Gens Claudia ist gekommen, um eine Botschaft persönlich zu übergeben." meldete sogleich der Ianitor.
    Stimmt, jetzt sah auch er, dass der Hüne eine Nachricht in der Pranke festhielt. So stand er auf und kam Creton entgegen. "Salve mein Freund" grüßte er ihn offen.

  • Nach seinem Gespräch mit Livia ging der Maiordomus die Stufen hoch ins Erdgeschoss und durchquerte das Atrium zur Tür des Officiums seines Dominus Caesoninus.


    Caesoninus saß schon dort hinter seinem Schreibtisch und arbeitete gerade wieder an den Wachplänen des Tullianums, als der Maiordomus eintrat. Caesoninus sah auf und bemerkte gleich die düstere Miene des Verwalters. Diese sagte eigentlich schon alles aus.
    Stumm bedeutete er Phocylides sich zu setzen.
    "Berichte mir."


    Phocylides kaute kurz auf seiner Zunge herum, ehe er zu seiner Rede ansetzte:


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    Phocylides, Maiordomus


    "Dominus, ich habe alles innerhalb der von dir gesteckten sanften Grenzen versucht, aber das Mädchen ist bockig wie ein Esel geblieben. Sie ist unbelehrbar, es war als hätte ich gegen eine Wand geredet. Ich sagte sie sei Sklavin, sie sagte Nein. Ich sagte sie solle ihren Stolz vergessen und dienen, sie sagte Nein. Auch Verhöhnungen gegenüber den Römern waren ihren Worten zu entnehmen."


    Caesoninus nickte verstehend. Er hatte bereits genau das vermutet, hatte aber Livia noch einmal eine Chance für Besserung geben wollen. Die ausgestreckte Hand war jedoch weggeschlagen worden und damit war diese Sache im Grunde klar.
    "Irgendwelche Optionen?"
    Als Kenner des Hauses und seiner Leute und weil er das Objekt ihrer Debatte ja doch weit besser kannte als er selbst, überließ Caesoninus trotz seines bereits feststehenden Entschlusses noch einmal dem Maiordomus das Wort, damit dieser seine Gedanken äußern konnte.
    Doch er sah nicht besser aus, wie bei seinem Erscheinen und so schüttelte er nur den Kopf.


    "Keine die helfen würden, Dominus. Natürlich könnte man sie jetzt grün und blau schlagen in der Hoffnung, dass sie es sich merkt, oder in Zukunft jedes Mal gleich zu harten Strafen greifen, wenn sie wieder..."


    Caesoninus hob die Hand als deutliches Zeichen, dass er derartiges strikt ablehnte. Er war noch nie ein Freund von unnötiger Gewalt gewesen, weshalb der Maiordomus seine Worte abänderte.


    "...aber wie zu erwarten würde sie nicht in gewünschter Weise darauf reagieren, sondern nur noch mehr Unannehmlichkeiten bereiten durch ihre zurückgebliebene, unverbesserliche Art." schloss er etwas lahm.


    So war das also geklärt. Caesoninus sah Phocylides an. Im Grunde brauchte er das folgende gar nicht mehr auszusprechen, da beide im Raum wussten wie der Ratsschluss lautete, doch der Ordnung halber sprach es Caesoninus trotzdem noch einmal laut aus.


    "Dann ist diese Sache also entschieden. Livia wird verkauft."

  • Der Pförtner brachte mich ins Officium des Iulius Caesoninus, genau so, wie es mir Florus gesagt hatte. Es gab keine Fragen und kein Zögern, nachdem ich den Namen des Annaeus genannt hatte.


    Auf dem Weg ins Officium begegneten wir einigen Sklaven, aber keiner Dame des Hauses, nach welcher ich Ausschau halten sollte.

  • Der Ianitor führte den Gast bis vor die Tür des Officiums von Caesoninus und klopfte.


    Im Inneren blickte dieser von seiner momentanen Schreibarbeit (ein Kommentar zu Iulius Caesars Kommentarien über den Gallischen Krieg) auf und rief: „Herein!


    Vibilius trat ein und meldete: „Dominus, darf ich bekannt machen; das ist Selenus, Abgesandter des Annaeus Florus Minor. Er wünscht dich in dringender Angelegenheit zu sprechen.


    Der Klang des Namens seines besten Freundes ließ Caesoninus‘ Gesicht erstrahlen. „Von Annaeus! Aber gerne doch, komm nur und setz dich!“ meinte er und deutete auf den Sitzplatz vor sich.


    Dann: „Also, Selenus, was führt dich zu mir?

  • Nachdem Iduna ihre Tochter zur Welt gebracht hatte, hatte Dominus Caesoninus der Rothaarigen tatsächlich erlaubt, erst einmal zu Kräften zu kommen. Und diese siebentägige Ruhezeit benötigte die junge Cheruskerin tatsächlich. Schließlich war die Geburt äußerst anstrengend gewesen. Während dieser Ruhezeit hatte Iduna jedoch die Zeit mit ihrer Tochter äußerst intensiv genossen. Auch wenn Aislin noch immer die meiste Zeit schlief und nur zum Füttern wach war, hatte Iduna bereits ihr Herz an ihre Tochter verloren.


    “Du hast Angus Gesicht. Weißt du das Aislin?“
    Flüsterte Iduna an ihre Tochter gewandt. Bevor sie ihr sanft über die Wange streichelte. Dann trat eine der Haussklaven auf die junge Cheruskerin zu und erklärte ihr, dass der Dominus sie zu sehen wünscht, wenn sie sich schon dazu bereit fühlte.


    Augenblicklich pochte Iduna das Herz bis zum Hals. Was hatte das zu bedeuten? Was wollte Dominus Caesoninus von ihr? Ein weiteres mal streichelte sie dem Mädchen sanft über die Stirn. Bevor sie sich erhob und ihre Schritte direkt zur Tür des Officium ihres Dominus lenkte.
    Vorsichtig pochte Iduna gegen das Holz. Griff dann jedoch wieder um ihre Tochter, damit ihr Aislin nicht aus den Händen glitt.


    “Dominus? Du wolltest mich sprechen?“
    Dabei blickte die Rotgelockte kurzzeitig zu dem Römer empor.
    “Weißt du schon wie du mich zukünftig in der Domus Iulia einsetzt? Ich mache wirklich alles.“
    Bekräftigte Iduna noch einmal.

  • Caesoninus blickte auf und sah Iduna zur Tür hereinkommen.


    "Ahja, da bist du ja! Setz dich nur, setz dich." Dabei deutete er auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.


    Ales es dann soweit war richtete er seinen Blick gespannt auf seine Sklavin. Die eine Woche Pause hatte ihr wirklich gut getan.


    Caesoninus hatte sie extra so gut es ging in Ruhe gelassen, damit sie auch wirklich ausspannen konnte.


    Natürlich war für einen stetigen Nachschub an kandierten Früchten stets gesorgt worden.


    Die goldene Schale hatte es kein einziges Mal geschafft wirklich leer zu werden.


    Interessiert legte er die Fingerkuppen aneinander.


    "Also, Mädchen, wie geht es dir? Gut erholt? Dann trage mir einmal vor welche Gedanken du dir vergangene Woche so gemacht hast bezüglich deiner künftigen Aufgaben."

  • Mit ihrer Tochter im Arm betrat Iduna das Officium ihres Dominus. Und erhaschte aus dem Augenwinkel seinen Blick.
    “Danke Dominus.“
    Murmelte die Rothaarige und ließ sich vorsichtig auf dem Stuhl nieder. Leises quengeln ihrer Tochter ließ Idunas Blick augenblicklich auf Aislin ruhen. Beruhigend streichelte sie ihrer Tochter über das Köpfchen.
    “Hast du schon etwas über Angus herausgefunden? Wo steckt er? Kann es sein das er sich nicht für seine Tochter interessiert?“
    Aufgelöst sprudelten diese Worte über die Lippen der iulischen Sklavin. Während sie ihrem Dominus kurzzeitig direkt entgegen blickte. Dann wandte sie ihren Blick auch schon ab und biss sich leicht auf die Unterlippe.
    “Ich danke dir für die Süßigkeiten. Schmecken wirklich gut.“
    Dabei errötete Iduna schüchtern und spielte nervös an den Fransen des Tuches, indem sie ihre Tochter eingewickelt hatte.


    “Ich konnte mich erholen. Dank deiner Worte Dominus.“
    Bekräftigte Iduna noch einmal ihren Dank und lächelte schüchtern in seine Richtung.
    “In welchem Bereich gedenkt Dominus mich einzusetzen?“
    Mit großen Augen blickte Iduna in seine Richtung und spürte wie ihr das Herz bis zum Hals pochte.
    “Bei den Flaviern galt ich als Zierde und musste bei den Cenas und Festlichkeiten die hohen Herren und Damen bedienen. Im Haus des Gerrmanicus war ich Haussklavin. Bitte sag mir, wo du mich siehst Dominus?“
    Abermals streichelte Iduna der kleinen Aislin beruhigend über das Köpfchen.
    “Ich glaube, Aislin hat Hunger.“
    Mutmaßte die Rothaarige. War sich jedoch noch unschlüssig. Bisher hatte sie ihre Tochter immer dann gestillt, wenn niemand um sie herum war. Aber jetzt, in Gegenwart ihres Dominus?

  • Als Aislin vor lauter Hunger quängelte war das kein Problem für Caesoninus. "Stille sie", befahl er deshalb. Das arme Kind musste ja nicht hungern, bloß weil seine Mutter sich gerade in einem Gespräch befand.


    "Nun zu deinen Fragen. Von diesem Angus habe ich bislang noch nichts gehört, aber falls doch erfährst du es natürlich zuerst. Ich dachte mir schon, dass du im häuslichen Bereich eingesetzt wurdest, ich denke fürs erste werden wir das so beibehalten. Ich mache dich zu meiner Cubicularia. Du wirst also die Aufsicht und Sauberhaltung über meine Kammer übernehmen. Zusätzlich wirst du noch die Arbeiten einer Vestispica übernehmen und daher bei der morgendlichen Anlegung meiner Toga assistieren. Ansonsten denke ich kannst du auch allgemein im Haus helfen, wenn dich Aislin nicht gerade in Beschlag nimmt...oder ich. Das mit dem Servieren während der Mahlzeiten klingt z.B. gut."


    Damit wäre dies ja geklärt. Caesoninus war schon aufgefallen, dass Iduna sich sehr devot gab, ob sie Angst vor ihm hatte? Vielleicht hatte sie ja schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht? Im Grunde wusste er ja immer noch so gut wie nichts über sie, weshalb dies gleich eine passende Gelegenheit für ihn darstellte seine neue Sklavin ein wenig besser kennenzulernen.


    "Also, jetzt wo du weißt was du zu tun hast möchte ich gerne dich ein wenig besser kennenlernen. Erzähle mir von dir. Ich möchte erfahren wo du herkommst und wie du versklavt wurdest und dann erzähl mir von deinem Leben bei deinen früheren Familien und wie deine Herren so zu dir waren."


    Da das bestimmt jetzt eine lange Geschichte werden würde, stand Caesoninus auf und ging zu einem Tisch an der rechten Wand hinüber. Dort standen immer einige Kelche und ein Weinkrug voll von mit Wasser verdünnten Weines bereit. Er füllte zwei von ihnen und kam zum Schreibtisch zurück. Einen der Kelche stellte er vor Iduna ab, der andere war für ihn selbst bestimmt. Derart gerüstet konnte ihre kleine Geschichtsstunde beginnen.


    Sim-Off:

    Der Logik halber geh ich mal davon aus, dass Angus erst nach diesem Gespräch an diesem Abend, oder noch später in der Domus Iulia aufkreuzt, auch wenn es sich mit den diversen simOn getätigten Zeitangaben beisst.

  • “Aber Dominus ich...“
    Dann verstummte die Rothaarige auch schon. Denn das quengeln ihrer Tochter gewann an Intensität. Und dennoch war sich Iduna unschlüssig. Sollte sie sich vor ihrem Dominus entblößen? Aislin hatte Hunger und die Stimme ihres Dominus hatte einen befehlenden Klang. Mit fahrigen Bewegungen zog Iduna ihre Tunika zur Seite und entblößte dadurch eine ihrer Brüste. Sanft bettete sie ihre Tochter auf ihre Brust. Und das zahnlose Mündchen schloss sich um ihre Brustspitze. So war für einen kurzen Augenblick nur das selige schmatzen des Mädchens zu vernehmen.


    Als ihr Dominus seine Stimme erhob, wandte sich Iduna kurzzeitig in seine Richtung. Bevor sie ihre volle Aufmerksamkeit ihrer Tochter schenkte. Aislin nuckelte unterdessen gierig an Idunas Brustspitze und die Rothaarige lächelte selig auf ihre Tochter hernieder.
    “Ich danke dir für dein Vertrauen Dominus. Ich gelobe dir das ich dich nicht enttäuschen werde.“
    Bei diesen Worten umspielte tatsächlich ein sanftes Lächeln die Lippen der Rothaarigen.
    “Ich werde darauf achten das dein Cubiculum immer sauber und rein ist. Und deine Togen immer frisch gewaschen.“
    Noch immer nuckelte Aislin an Idunas Brust. Ob ihr Dominus ihre Tochter beobachtete?


    “Du... du möchtest etwas über mich wissen Dominus?“
    Mit großen Augen blickte die Cheruskerin in seine Richtung. Als er sich aus einer Karaffe seinen Becher mit einer Flüssigkeit füllte. Etwa Wein? Dann atmete Iduna tief durch und stillte die Neugierde ihres Dominus.
    “Ich wurde in Germanien geboren. Dem Stamm der Cherusker entstamme ich. Mein Vater war ein angesehener Heiler in meinem Dorf. Und manchmal durfte ich ihn in die Wälder begleiten. Dort erklärte mir mein Vater die Wirkung der unterschiedlichsten Kräuter und Gräser.“
    Aislin war unterdessen gesättigt und schlummerte selig an Idunas Brust. Während die Rothaarige nicht bemerkte, dass sie noch immer halb entblößt vor ihrem Dominus saß.


    “Meine Kindheit war wunderschön. Dann kamen die Römer und überfielen unser Dorf. Ich weiß nicht warum. Meine Eltern starben, als sie versuchten mich zu beschützen. In Rom wurde ich auf dem Sklavenmarkt zum Verkauf angeboten und...“
    Abrupt verstummte Iduna und schluckte hart. Bevor sie sich wieder gesammelt hatte und fortfuhr.
    “Ein Flavier, Caius Flavius Scato kaufte mich. Ich war seine Leibsklavin. Bis er dann verstarb und ich zusammen mit Angus verkauft wurde. Den Rest kennst du Dominus.“
    Das sie von Angus und einigen weiteren Männern vergewaltigt wurde, würde sie ihrem Dominus nicht auf die Nase binden.


  • Als der Herr dieser Villa - ja, für mich war es eine Villa, auch wenn ich mir von den Annaei diese Dimensionen gewohnt war - hörte von wem ich kam, erleuchtete die Freude sein Gesicht. Was mein junger Freund also gesagt hatte, war wahr. Dieser Iulius und er, da schien etwas zu sein, was man Freundschaft nennen konnte. Ein Anknüpfen auf jeden Fall an die Beziehungen seines Vaters in die Gens Iulia, auf jeden Fall.


    Verzeiht meine unangekündigte Ankunft, Herr, doch ich komme ziemlich direkt aus Germania. Dann verneigte ich mich, nicht gerade tief, aber dennoch tief genug um anzuzeigen, dass ich mir sehr bewusst war, im Stand einige Stufen unter dem Hausherrn zu rangieren. Erst danach nahm ich auf dem dargebotenen Stuhl Platz.

  • Zur erneuten Ermunterung, dass er sich ruhig erheben und setzen durfte, deutete Caesoninus noch einmal auf den Platz vor ihm, ehe er aufstand und zu dem Tisch hinüberging, wo er immer den verdünnten Wein stehen hatte. Er goss zwei Becher ein und trug diese anschließend zurück zum Schreibtisch. Einen stellte er vor Selenus ab, ehe er sich mit seinem wieder setzte. "Du bist weit gereist und wirst einen kleinem erfrischenden Trunk bestimmt nicht abgeneigt sein, Selenus, du hast dir das redlich verdient."
    Er hatte zwar keine Ahnung wie weit genau Germania Superior von Rom entfernt war, aber bei mehreren Wochen an nötiger Reisezeit würde es gewiss so oder so lange genug sein, dass es einen Becher Wein für Florus' Untergebenen rechtfertigte.
    Dann machte er es sich gemütlich und war schon ganz gespannt auf das was da kommen mochte.


    "Also, mein Freund, was führt dich zu mir? Und wie geht es Annaeus Florus Minor, dem alten Haudegen? Noch am Leben, oder schon erfroren?"


  • Es war gewiss ein Vorteil, wenn Iduna sich gleich von Anfang an daran gewöhnte, keine Schamgefühle vor ihrem neuen Herrn zu zeigen und da Caesoninus auch so wusste wie eine weibliche Brust aussah, beachtete er sie nicht weiter, sondern sprach ganz normal mit Iduna, so als wäre sie noch korrekt angezogen. Das mit der Arbeitszuteilung schien ja schnell und für alle zur vollen Zufriedenheit über die Bühne gegangen zu sein. Iduna schien zumindest augenscheinlich ehrlich erfreut über ihre neue Stelle und versicherte ihn nicht zu enttäuschen. Zufrieden nickte er. "Weniger als das erwarte ich auch nicht." So viel Arbeit war das jetzt auch nicht, aber das war eben das Privileg einer Leibsklavin, die persönlich einem einzigen Familienmitglied und nicht zum anonymen Heer der Haussklaven gehörte. Leibsklaven waren in der Regel alleine für ihren Besitzer bzw. ihre Besitzerin da und das in sämtlichen Belangen. Den Heizraum würde Iduna z.B. wohl niemals zu Gesicht bekommen, für den Heizdienst gab es eben andere Sklaven.


    Nachdem das mit der Arbeit geregelt war, ging es an die Vergangenheit der jungen Germanin. Mit Interesse hörte er Idunas Erzählung und was sie darin alles durchmachen hatte müssen. "Vielen Dank für diesen ersten Bericht, Iduna. Sage mir kurz, wie schmeckt dir der Wein? Ist er dir auch nicht zu viel verdünnt?" Nicht, dass sie nur Wasser im Becher hätte, anstatt Bacchus' berauschendes Geschenk an die Sterblichen. Genüsslich nippte er noch einmal an seinen eigenen Traubennektar, ehe auch Caesoninus von sich zu erzählen begann. "Natürlich sollst auch du nicht diesen Raum ohne neues Wissen über mich verlassen, immerhin leben wir ja jetzt zusammen unter dem selben Dach. Also, dann höre gut zu. Meine Familie, die Gens Iulia, gehörte nicht immer zur Oberschicht, geschweige dem war überhaupt römisch. Vor hundert bis zweihundert Jahren noch waren wir Ziebelbauern in Griechenland gewesen, ehe es meine Vorfahren nach Westen und nach Italia zog. Dort dann bekam mein Urahn, Lucius Caepio, das römische Bürgerrecht vom göttlichen Iulius Caesar selbst verliehen. Das ist auch der Grund, wieso unsere Familie heute so heißt wie sie heißt, zu diesem Andenken und in Erinnerung an den divus iulius. Die Gens Iulia war schon seit ihren Anfängen immer eine sehr militärische Familie gewesen. Viele Soldaten und Offiziere der römischen Legion hatten wir hervorgebracht, das wir auch etwas in der Politik zählen ist erst ein jüngeres Ereignis unserer Familiengeschichte, das meine beiden Vettern aufgeschlagen haben, als sie die ersten iulischen Senatoren wurden. Ich hoffe eines tages der dritte zu sein!" konnte er nicht ohne Stolz von sich behaupten, doch natürlich war das noch ein weiter Weg bis dahin.


    "Was mich persönlich angeht, so bin ich der Sohn eines Soldaten der Cohortes Urbanae. Meine Mutter habe ich nie kennengelernt, da sie während meiner Geburt verstarb. Bis ich 15 Jahre alt war lebte ich zusammen mit meinem Vater auf dem Aventin, ehe er starb und ich deshalb in dieses Haus hier zu Vetter Lucius auf den Esquilin umzog. Ich habe in den letzten Jahren hart daran gearbeitet in den ordo senatorius aufgenommen zu werden, damit ich als Politiker den Cursus Honorum beschreiten kann und eines Tages im Senat sitze. Mein Ziel ist es der erste iulische Konsul meiner Familie zu werden, doch das wird noch Jahrzehnte brauchen, ehe es soweit ist."
    Nach diesem kurzen Abriss über seine Familie und zu ihm selbst genehmigte sich Caesoninus einen weiteren Schluck Wein.
    "Ich gebe dir jetzt und für die Zukunft an die Erlaubnis deine Gedanken und deine Meinung stets frei und unverfälscht zu äußern, wenn wir unter uns sind, also falls du noch etwas wissen willst, oder Fragen hast nur zu. Ich selbst möchte auch noch einiges näheres von dir erfahren. Erzähl auch du mir von dem was du über deine Familiengeschichte weißt und wie hieß dein Vater? Wie war deine Zeit bei den Flaviern und deine Zeit als Sklavin des Germanicus Cerretanus hast du mir bislang vollkommen unterschlagen, wenn ich das nicht überhört haben sollte."
    All das hatte er in einem freundlichen Ton gesprochen.


  • Offensichtlich hatte sie alles richtig gemacht. Denn es kam keine Ermahnung ihres Dominus. Während sich Iduna entblößte und ihre Tochter an ihre Brust legte. Dabei rutschte sie jedich so, dass ihr Dominus keinen genauen Blick auf ihre Tochter werfen konnte. Tatsächlich war es der Rothaarigen nämlich äußerst peinlich. Bisher hatte sie nur Angus vollends nackt gesehen. "Angus, wo steckst du?" Diese Gedanken verdrängte Iduna im nächsten Moment äußerst rasch. So dass sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihre Tochter konzentrierte und ihren Dominus zu ignorieren schien. Dem äußeren Anschein nach. Denn aus dem Augenwinkel schielte die junge Sklavin dann doch immer wieder in seine Richtung.
    An ihrer Arbeitszuteilung hatte Iduna wahrlich nichts zu meckern. Im Gegenteil. Es erfreute die Rothaarige wieder eine Aufgabe zugeteilt zu bekommen und ihrem Dominus dienen zu können. Wie Angus jedoch darüber dachte, stand auf einem anderen Blatt. Und Iduna spürte wie sich ihr Herz unwillkürlich zusammen krampfte. Seine Stimme klang äußerst angenehm. Und am liebsten hätte sie ihn aufgefordert weiter zu sprechen. Stattdessen jedoch schenkte sie ihrem Dominus ein liebreizendes Lächeln und streichelte ihrer Tochter über das Köpfchen. Wie sie auf Männer wirkte war der rotgelockten Sklavin micht bewusst.


    Als Iduna ihre Lebensgeschichte erzählte, hielt sie ihren Kopf gesenkt. Während ihre Stimme hell und klar erklang. Den Becher mit dem verdünnten Wein hatte sie bis dato nicht angerührt. Erst die Worte ihres Dominus, lenkten Idunas Aufmerksamkeit darauf.
    “Ich.. mir schmeckt kein Wein. Auch wenn dieser verdünnt ist. Bitte verzeihe mir Dominus.“
    Murmelte die junge Sklavin mit leiser Stimme und hielt ihren Blick abgewandt. War es ihr peinlich so offen mit ihrem Dominus zu sprechen? So offen hatte bisher nur der Flavier mit ihr gesprochen. Und dies auch nur bis er seine Gemahlin, die Claudia, kennen lernte. Bei diesem Gedanken rieselte ein eisiger Schauer über Idunas Rücken und ihre Finger begannen fahrig über die Decke zu gleiten, in welche Aislin eingewickelt war.
    Und dann begann der Römer zu erzählen und sein Leben vor ihr auszubreiten. Mit jedem Wort wurden Idunas Augen größer. Bis sie schließlich vollends an den Lippen ihres Dominus hing.
    “Du... du stammst von Zwiebelbauern ab? Wie kann es sein das du dann jetzt ein angesehener, römischer Bürger bist? Dein Vater, war er einer dieser Zwiebelbauern?“
    Jetzt war es Neugierde die im Blick der Rothaarigen aufleuchtete und sie ihren Blick kurzzeitig auf ihrem Dominus ruhen ließ.


    Bei der Nennung des kleinen Wörtchens Senator zuckte Iduna leicht zusammem. Genauso wie es Caius Flavius Scato angestrebt hatte. Auch wenn die Toga mit dem Purpurstreifen wunderschön anmutete. So wurde ihm doch schlußendlich sein Rang zum Verhängnis.
    “Wieso müssen Römer immer nach höherem streben? Erfüllt dich deine jetzige Aufgabe nicht mehr Dominus? Ist dir also langweilig?“
    Leises Kichern begleitete diese Worte des Rotschppfs. Bevor sie ihre Lippen aufeinander drängte und verstummte. Doch nicht lange.
    “Ich wollte mich nicht über dich lustig machen Dominus.“
    Beeilte sie sich an ihre vorherigen Worte anzuknüpfen.
    Als Iduna zu hören bekam das die Mutter ihres Dominus bei dessen Geburt gestorben war, zuckte sie leicht zussmmen und biss sich auf die Unterlippe.
    “Das ist wie bei mir. Auch ich habe meine Mutter nie kennen lernen dürfen, da sie bei meiner Geburt starb. Die Zweitfrau meines Vaters nannte ich 'Mutter'.“
    Irgendwie war es schon ein merkwürdiges Gefühl so offen mit ihrem Dominus zu sprechen.


    Schließlich wandelte sich das Gespräch und Iduna ließ ihren Blick kurzzeitig durch das Officium ihres Dominus gleiten.
    “Mein Vater war eine angesehene Persönlichkeit in unserem Volk. Sein Name war Herun. Selbst unser Anführer hatte meinen Vater um Rat gefragt.“
    Nicht ohne Stolz in der Stimme entwichen diese Worte den Lippen der Rotgelockten.
    “Meine Mutter.. also seine Zweitfrau hatte ihn geliebt und immer gekichert, wenn er sie berührt hatte. Die beiden haben sich wirklich geliebt.“
    Kurzzeitig senkte Iduna ihren Blick auf die schlummernde Aislin und spürte dennoch wie sich ihre Wangen röteten.
    “Ich hatte eine unbeschwerte Kindheit. Ich tobte mit den anderen Kindern durch die Wälder und lernte von meinem Vater die Heilkräuter von den giftigen Kräutern zu unterscheiden.“
    Dann verstummte Iduna abermals und benetzte ihre Lippen mit ihrer Zungenspitze.
    “Der Flavier.. er war nett zu mir. Wenn ich nett zu ihm war. Er brachte mir die römische Sprache durch einen Hauslehrer bei. Und ich durfte sogar mit ihm verreisen.“
    Das diese Reise mit einer Auspeitschung des Rotschopfs endete musste ihr Dominus nicht wissen.
    “Über den Germanicer kann ich nicht viel sagen. Ich war eine Haussklavin und er war kaum anwesend. Zumindest habe ich ihn kaum zu Gesicht bekommen.“
    Leicht zuckte sie dabei mit den Schultern und blickte mit einem entwaffnenden Lächeln in Caesoninus Richtung.

  • Iduna schmeckte kein Wein, wieder etwas was er über sie gelernt hatte. "Das macht überhaupt nichts, genau deshalb sitzen wir ja hier, um mehr über den anderen zu erfahren." So stand er also wieder auf und nahm Idunas Becher an sich. Damit ging Caesoninus hinüber zur Kanne und leerte den Becherinhalt in sie zurück. Dann noch einmal kurz ausspülen und dann mit Wasser gefüllt zurück zur Besitzerin. "Aber Wasser trinkst du doch, oder?" fragte Caesoninus im Scherz.


    Auch von ihrer neuen Redefreiheit machte Iduna gleich eifrig Gebrauch, wie er erfreut feststellte, da sie doch einiges näher wissen wollte und so machte sich Caesoninus an die Beantwortung von all ihrer Wissbegierde. "Wie gesagt, das ist lange her und seitdem sind einige Generationen geboren und wieder gestorben, seit wir das letzte Mal noch Zwiebelbauern waren. Du musst wissen nicht nur bei uns Iuliern ist das so, nahezu alle großen Familien die heute die Geschicke Roms bestimmen, existierten vor rund hundert Jahren noch nicht in ihrer heutigen prächtigen Form, sie alle sind erst nach dem Tod des göttlichen Caesar aufgestiegen, also die Gens Iulia ist eine ganz gewöhnliche römische Familie der Oberschicht in den Zeiten des Prinzipats. Und mein Vater war Soldat bei den Urbanern, wie du vorher bestimmt gehört hast."
    Idunas Kichern imponierte Caesoninus sehr, er fand es machte ihr Gesicht noch schöner. Vielleicht sollte er sie ja öfters zum kichern bringen?
    "Keine Angst, du hast mich nicht beleidigt und ich habe dir ja erlaubt frei zu sprechen, wenn sonst niemand anwesend ist. Ehrgeiz ist in der Tat eine sehr große Tugend der Römer. Nur wer immer vorwärts strebt kommt im Leben weiter und zählt zu den Gewinnern. Wer auf der Stelle tritt, oder sich sogar zurückentwickelt ist der Verlierer und muss tun, was ihm die Gewinner vor ihm diktieren und natürlich möchte jeder ein Gewinner sein, nicht? Die Römer mögen darum streben auf der ganzen Welt die Gewinner zu werden, aber auch im Kleinen gibt es diesen Wettbewerb, nimm nur die Sklaven eines römischen Haushalts. Diejenigen unter ihnen die sich besonders anstrengen und fleißig sind werden belohnt und die schlechten und die faulen...verkauft...im besten Falle." Dabei musste Caesoninus an eine andere gewisse Sklavin denken, die vor einer knappen Woche noch selbst genau auf dem Stuhl gesessen hatte, auf dem Iduna jetzt ihr Kind in Armen hielt.


    Als Iduna gegen Schluss mehr von ihrem Vater Herun erzählte, erläuterte sie das von ihm erhaltene Wissen ein wenig näher, was auch für die Domus Iulia nützlich erschien. "Also hat uns Herun der Cherusker eine Heilerin hinterlassen, sehr spannend und vielleicht eines Tages auch noch nützlich, falls es erforderlich werden sollte. Welche Heilkräuter empfiehlst du denn z.B., welche wir in Zukunft auf Vorrat anlegen sollten?" Er würde dann gleich zu Locusta gehen und auch sie um ihre Meinung fragen bezüglich der Heilkräuter. Denn wenn sich Caesoninus richtig erinnerte, so hatten sie gerade sowieso nur sehr wenige, oder sogar gar keine Heilkräuter im Haus.
    Abschließend dann noch einmal zwei kurze Sätze zu ihrer Sklavenzeit. Anscheinend wollte sie über die Tage nach ihrer Versklavung weniger gern sprechen, denn auch jetzt fielen die Informationen nur sehr knapp aus. Über ihre Zeit bei Cerretanus wusste Caesoninus im Grunde genommen immer noch nur genauso viel wie vor seiner Frage. Bei der flavischen Ära ihrer Lebenszeit war da schon ein wenig mehr zu entlocken, auch wenn es mehrdeutig erschien. Er war zu ihr nett, wenn sie es auch zu ihm war? Was war damit gemeint? Iduna erschien bislang eigentlich nicht wie ein rebellischer Störenfried vom Schlage einer Livia, dass die direkteste Interpretation ihrer Worte passend gewesen wäre. Eine andere wären intimerer Natur gewesen, ob sie solche Art von Zuwillen sein gemeint hatte?
    Doch was das Reisen anging, da hatte er eine Neuigkeit für sie.
    "Nun Iduna, dann habe ich eine freudige Nachricht für dich, du verreist bald wieder! Ich werde nämlich schon bald mein Tribunat in der römischen Legion antreten und daher für ein Jahr in Germania Superior verweilen und als meine Cubicularia wirst du mich natürlich dahin begleiten! Was hälst du davon? Angeblich soll meine Familie auch dort ein Haus besitzen, dort wirst du dann wohnen können zusammen mit den anderen aus meinem Gefolge. Ich werde auch vielleicht dort wohnen, aber das muss erst näher abgeklärt werden."

  • Das diese Begegnung gleichzeitig dazu diente, mehr über den anderen zu erfahren, schien Iduna nicht bewusst zu sein. So streichelte sie ihrer Tochter gar geistesabwesend über den Kopf. Ihren Kopf hob Iduna erst an, als ihr Dominus den Becher vom Tisch nahm und zur Kanne ging. Ihren kaum angerührten Wein koppte er rigoros in die Kanne. Nur um Iduna Wasser in den Becher zu füllen. Der Becher wurde Iduna auch schon gereicht und die junge Cheruskerin schenkte ihrem Dominus ein sanftes Lächeln.
    “Vielen Dank Dominus.“
    Murmelte die iulische Sklavin und hielt ihre Tochter weiterhin sicher im Arm. Zum Glück schlief Aislin den Schlaf der Gerechten und ließ sich dabei auch von niemanden stören.


    “Wenn dein Vater Soldat war. Wieso bist du kein Soldat geworden Dominus? Hast du eigentlich Geschwister?“
    Platzte es vor Neugierde über Idunas Lippen. Bevor sie schüchtern lächelte und errötend ihren Kopf abwandte. Offensichtlich taute die rothaarige Sklavin allmählich auf.
    “Das bedeutet du bist sehr ehrgeizig Dominus?“
    Natürlich war er das Dummchen, erklang ein leises Stimmlein in Idunas Hinterkopf. So dass die Cheruskerin leicht zusammen zuckte und sogleich auf ihre Tochter hernieder blickte. Doch Aislin schlief weiter.
    “Gibt es hier in diesem Haushalt wirklich schlechte Sklaven? Das kann ich mir nicht vorstellen.“
    Erhob Iduna erneut ihr Stimmlein und richtete ihren Blick mit einem neugierigen funkeln auf ihren Dominus.


    Als ihr Dominus sie als Heilern bezeichnete, senkte Iduna peinlich berührt ihren Kopf.
    “Nein. Das ist so nicht richtig. Mein Vater war ein Heiler und ich ... habe meinem Vater assistiert.“
    Dann wollte der Römer wissen welche Heilkräuter in der Domus Iulia auf Vorrat gelagert werden sollten. Und Iduna neigte überlegend ihren Kopf auf die Seite.
    “Eisenkraut sollte jeder Haushalt auf Vorrat haben. Zur Linderung für Husten oder Erkrankungen der Bronchien. Wenn es möglich wäre vielleicht auch noch Basilikum? Die Herzen der Domus Iulia sollen doch auch weiterhin kräftig schlagen.“


    “Eine freudige Nachricht?“
    Purzelte es mit einem freudigen strahlen in ihren Augen über Idunas Lippen.
    “Nach Germania Superior?“
    Abrupt spürte Iduna wie ihr Herz hastiger pochte.
    “Hörst du Aislin, du wirst die Heimat meiner Eltern erblicken dürfen. Meine Heimat.“
    Das strahlen in Idunas Augen wurde tatsächlich eine Spur intensiver.
    “Ich würde dich sehr gerne begleiten Dominus. Aber was ist mit Angus? Wirst du ihn auch mitnehmen?“
    Tatsächlich wirkte Iduna für einen Wimpernschlag besorgt. Denn noch immer war der Kelte verschwunden. Und diese Tatsache ließ Idunas Augen von einem düsteren Schatten umspielen.

  • Zitat

    Original von Gaius Iulius Caesoninus
    Zur erneuten Ermunterung, dass er sich ruhig erheben und setzen durfte, deutete Caesoninus noch einmal auf den Platz vor ihm, ehe er aufstand und zu dem Tisch hinüberging, wo er immer den verdünnten Wein stehen hatte. Er goss zwei Becher ein und trug diese anschließend zurück zum Schreibtisch. Einen stellte er vor Selenus ab, ehe er sich mit seinem wieder setzte. "Du bist weit gereist und wirst einen kleinem erfrischenden Trunk bestimmt nicht abgeneigt sein, Selenus, du hast dir das redlich verdient."
    Er hatte zwar keine Ahnung wie weit genau Germania Superior von Rom entfernt war, aber bei mehreren Wochen an nötiger Reisezeit würde es gewiss so oder so lange genug sein, dass es einen Becher Wein für Florus' Untergebenen rechtfertigte.
    Dann machte er es sich gemütlich und war schon ganz gespannt auf das was da kommen mochte.


    "Also, mein Freund, was führt dich zu mir? Und wie geht es Annaeus Florus Minor, dem alten Haudegen? Noch am Leben, oder schon erfroren?"


    Da sass ich also nun und streckte meine Hand aus nach dem Becher iulischen Weines, der mir dargeboten wurde. Dann setzte sich der Herr auch wieder und forderte mich auf zu erzählen:


    Als Florus nach Germanien ging, sagte er mir, er würde auf jeden Fall schreiben. Daher sollte ich, wenn ich eine bestimmte Zeit nicht hörte, nach ihm suchen. Und so kam es, dass ich mich nach Ablauf dieser Frist auf den Weg nach Germanien machte. Ich bin nicht mehr ganz jung, daher hat die Reise etwas länger gedauert, als wenn ich auf den Pferden des Cursus Publicus wie früher durchgeritten wäre.


    Wie zufällig nahm ich genau hier einen Schluck.


    Nun denn, auf jeden Fall kam ich dann in Mogontiacum bei der Legio an und wie nicht anders zu erwarten war, ging es dem jungen Gauner ganz gut. Er war einfach nicht dazu gekommen, andere Briefe zu diktieren oder gar selbst zu schreiben, als absolut notwendig war. Ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass er ziemlich damit beschäftigt war, die Zusammenarbeit zwischen der Legio und der ebenfalls dort stationierten Ala zu verbessern. Allerding scheint es, als wäre das gar nicht so einfach.


    Erneut nahm ich einen Schluck.


    Aber es geht ihm gut. Er gab mir einige Aufträge, die ich nun abarbeiten soll.

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