Domus Augustana

Aus Theoria Romana

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Die Domus Augustana gehörte zum kaiserlichen Palastkomplex auf dem Palatin. Zurückgehend auf das Haus des Augustus wurde es von späteren Kaisern, besonders Domitian immer wieder erweitert und umgebaut.

Das Haus des Augustus

Octavian bewohnte seit seinem Sieg über Pompeius 36 v. Chr. ein Anwesen unweit des Apollo-Tempels auf dem Palatin. Nach Sueton erhielt er es auf Staatskosten, nachdem sein ursprüngliches Haus durch einen Blitz zerstört worden war, woraufhin man auf diesem Areal einen Tempel des Apollo errichtet hatte. Trotz der damals bereits großen Macht Octavians wird es als bescheiden betrachtet, verfügte jedoch immerhin über zwei Peristylien für repräsentative Aufgaben.

Die herausragende Bedeutung des Hausherren wurde jedoch durch verschiedene Symbole unterstrichen: So wurde über seinem Eingang eine corona civica angebracht - eine Auszeichnung als Retter der römischen Bürger - und später noch zwei Lorbeerbäume neben dem Eingang eingepflanzt. Außerdem wandelte man einen Teil des Hauses zu einem Apollo-Tempel um und weihte in seinem Inneren einen Altar der Vesta (wohl um Livia die Wahrnehmung ihrer vestalischen Aufgaben zu ermöglichen).

Nach seinem Tod wurde das Haus teilweise zu einem Heiligtum des Divus Augustus umgewandelt. Die späteren iulisch-claudischen Kaiser bewohnten und veränderten die übrigen Teile allerdings ebenfalls und errichteten mit der Domus Tiberiana und der Domus Transitoria teilweise auch eigene Palastanlagen, die mit dem ursprünglichen Anwesen verbunden wurden.

Umbau zur Domus Augustana

Unter Domitian erfolgte eine Umgestaltung des kaiserlichen Palastkomplexes durch den Architekten Rabirius, der auch die Domus Augustana umfasste. Seither diente die der Neubau der Domus Flaviana der Repräsentation, während die im Südosten des Hügels gelegene Domus Augustana zum privaten Wohnbereich der kaiserlichen Familie wurde.

Das Gebäude war zweigeschossig, wobei das obere Stockwerk auf Höhe der Domus Flaviana lag. Auf dieser Ebene befand sich auch ein großes Peristyl mit einem Wasserbasin, in dem auf einer kleiner Insel ein über eine Brücke erreichbares Heiligtum lag. Umgeben war es von verschiedenen Bäumen, sowie kleineren Räumen. Nördlich davon vermutet man eine große Eingangshalle. Südlich davon lagen hingegen die Wohn-, Schlaf- und Baderäume der kaiserlichen Familie, gruppiert um verschiedene kleinere Peristylien. Das zentrale Peristyl des unteren Stockwerks lag noch weiter südlich und war bedeutend kleiner als das im Obergeschoss. An diesen Trakt schloss sich schließlich eine gewaltige Exedra mit Blick auf die Kaiserloge des Circus Maximus an.


Quellen:
Roma Antiqua: Der flavische Palast.
Art. Domus Augusta, in: Samuel Ball Platner (ergänzt und verbessert von Thomas Ashby): A Topographical Dictionary of Ancient Rome, London 1929, S. 156-158.
Art. Domus Augustiana, in: Samuel Ball Platner (ergänzt und verbessert von Thomas Ashby): A Topographical Dictionary of Ancient Rome, London 1929, S. 158-166.
Inge Nielsen: Art. Römische Paläste, in: DNP

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