Templum Veneris et Roma

Aus Theoria Romana

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Forum

Auf der Velia, am südöstlichen Ende des Forum Romanum, stand der größte Tempel des antiken Rom. Er war der Venus und der Roma geweiht und nahm eine Fläche von 100 mal 145 Metern ein. Kaiser Hadrian, der ihn angeblich sogar selbst entworfen haben soll, ließ ihn ab 121 n. Chr. auf einer künstlich geschaffenen Terrasse errichten. Dieses Gelände gehörte vorher zum Areal der Domus Aurea und zum Zwecke des Tempelneubaus wurde die Eingangshalle des Nero´schen Palastes abgerissen.

135 n. Chr. soll der Tempel geweiht worden sein, andere Quellen berichten jedoch, dass er erst unter Hadrians Nachfolger Antoninus Pius endgültig vollendet werden konnte.

Weil er zwei Göttinnen geweiht war, wurde er exakt symmetrisch ausgeführt und besaß zwei in entgegengesetzter Richtung angelegte Cellae mit aneinander grenzenden Rückwänden. Der Haupteingang lag auf der nordwestlichen Seite, zum Forum Romanum hin. Hier befand sich die Cella der Stadtgöttin Roma, welche bis heute teilweise erhalten geblieben ist. Die Cella der Venus lag dem etwas tiefer liegenden Kolosseum gegenüber und der Tempel mit seiner Terrasse begrenzte nach Nordwesten hin dessen Vorplatz.

Das ganze Gebäude erhob sich in einem für diese römische Bauepoche typischen, stufenförmigen Aufbau im hellenistischen Stil, mit einer rings um den Tempel verlaufenden Säulenreihe aus grauem Granit. Der heilige Bezirk des Tempels wurde im Inneren durch zwei doppelte Kolonnaden mit Propyläen begrenzt.

Nach einem Brand im Jahr 307 n. Chr. ließ Maxentius den Tempel im Inneren umbauen. Dabei wurden die hinteren Teile der beiden Cellae mit neuen Apsiden versehen. Dort wurden Statuen der Göttinen Venus und Roma aufgestellt. Außerdem wurden die Tonnengewölbe mit Kassettendecken hinzugefügt und an den Seitenwänden mittels Porphyrsäulen Nischen abgeteilt, die weitere Statuen aufnehmen konnten.

Teile des Tempels wurden später in die Kirche Santa Francesca Romana eingegliedert.


Quelle: Sofia Pescarin: Rom – Antike Bauwerke der Ewigen Stadt, 2004

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